Schrumpft das Polster der Sozialsysteme?

Der Gesamtüberschuss der gesetzlichen Sozialversicherungen hat sich merklich verringert, obwohl die Bundesagentur für Arbeit ein dickes Plus verzeichnet. Doch eine Kasse drückt das Ergebnis gewaltig.

Der Überschuss der gesetzlichen Sozialversicherung hat sich 2014 wegen eines Defizits der Krankenkassen merklich verringert. Die Einnahmen übertrafen die Ausgaben nur noch um drei Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. 2013 war das Plus noch um 1,7 Milliarden Euro größer ausgefallen. Die Einnahmen der Sozialversicherung beliefen sich insgesamt auf 556,1 Milliarden Euro. Dies bedeutete einen Anstieg um 3,3 Prozent. Die Ausgaben erhöhten sich um 3,6 Prozent auf 553,1 Milliarden Euro.
Krankenversicherung ist im Minus

Schwarze Zahlen schrieben die allgemeine Rentenversicherung, die soziale Pflegeversicherung und die Bundesagentur für Arbeit. Sie profitierten jeweils von steigenden Einnahmen angesichts der Rekordbeschäftigung und höheren Löhnen.

Dagegen rutschte die gesetzliche Krankenversicherung ins Minus, obwohl sie trotz geringerer Bundeszuschüsse an den Gesundheitsfonds ebenfalls mehr Geld einnahm. Grund dafür waren kräftig steigende Ausgaben – „vor allem durch Prämienzahlungen der gesetzlichen Krankenkassen, freiwillige Leistungen sowie stark gestiegene Arzneimittelausgaben“. Dadurch wies die Krankenversicherung ein Defizit von 2,4 Milliarden Euro aus, nachdem es 2014 noch einen Überschuss von 1,6 Milliarden Euro gegeben hatte.

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Sorgenkind Griechenland

«Grexit-Sorgen» Griechische Rendite auf 28-Monate-Hoch

Griechenland sorgt unter Anlegern wieder einmal für Nervosität. Die Sorge, Griechenland werde demnächst zahlungsunfähig, geht von der Tatsache aus, dass der Regierung des Landes die Zeit davonläuft, um sich mit seinen Gläubigern auf Strukturreformen und Modalitäten zur Auszahlung von weiteren Finanzhilfen zu einigen. Die Zweifel wurden unter anderem von Berichten geschürt, wonach die griechische Regierung beim Internationalen Währungsfonds unter der Hand um den Aufschub für die Rückzahlung einer Kreditrate gebeten habe. Zudem hat die Rating-Agentur S&P die Bonitätsnote des Landes von «B–» auf «CCC+» abgestuft und den Ausblick als «negativ» bezeichnet.
Griechische Rendite auf 28-Monate-Hoch

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Ehemaliger IWF-Chef in Spanien wegen Geldwäsche verhaftet

Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF,
Rodrigo Rato, ist in Spanien Ratowegen des Verdachts der Geldwäsche, des Steuerbetrugs und der betrügerischen Vermögensverschiebung festgenommen worden. Rato war noch bis vor kurzem einer den engen Vertrauten von Spaniens Premier Mariano Rajoy.

Für den von mehreren Finanzaffären bedrängten Ex-Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, wird es eng in Spanien. Der 66-Jährige wurde am Donnerstagabend unter dem Vorwurf der Geldwäsche, des Steuerbetrugs und der betrügerischen Vermögensverschiebung festgenommen. Im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnung sei er in Madrid von Polizisten abgeführt worden, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur efe und Onlineausgaben mehrerer Zeitungen….

Gegen Rato wird bereits in zwei anderen Affären ermittelt, darunter wegen Betrugs und Bilanzfälschung beim Börsengang der Bank Bankia im Jahr 2011. Damals war Rato Präsident des Geldhauses. Die Anleger, darunter Hunderttausende Kleinsparer, verloren fast ihr gesamtes Geld. 2012 war Bankia dann von der Regierung mit 22,4 Milliarden Euro aus einem 41-Milliarden-Hilfspaket von EU und IWF vor dem Bankrott gerettet worden.
Rato steht außerdem auch im Mittelpunkt der sogenannten «Selbstbedienungs-Affäre». Die Justiz ermittelt gegen mehrere ehemalige Topmanager und Aufsichtsratsmitglieder von Bankia, die mit Firmenkarten auf Kosten des Unternehmens private Ausgaben finanziert haben sollen. Wegen der Affären hatte Rajoy im vergangenen Oktober Rato zum vorläufigen Austritt aus der Partei überredet.
Ehemaliger IWF-Chef in Spanien wegen Geldwaesche verhaftet

http://www.w-t-w.org/en/fernando-llera/

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Siehe hierzu auch:
Frauen und Kinder leiden überproportional unter Korruption /Geldwäsche

IWF zu Lebensversicherungen

Dass die Lebensversicherer unter den niedrigen Zinsen leiden, galt bislang vor allem als 0,,3990304_4,00Problem für die Sparer. Doch der IWF warnt jetzt, dass die Schieflage eine neue Finanzkrise auslösen könnte.

Die Lebensversicherung hat in den vergangenen Jahren eine spektakuläre, wenn auch unrühmliche Karriere hingelegt: Von einer langweiligen weil grundsoliden Anlageform hat sie sich gewandelt zu einer der größten Gefahren für die Stabilität des europäischen Finanzsystems. Davor warnt der Internationale Währungsfonds (IWF).
Lebensversicherungen koennten naechste Krise bringen
Financial Stability Overview/

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Erholt sich der Euro?

Oder ist der Euro angezählt?

Der Euro befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Situation.
Der Kurs des Euro hat sich nach einer entscheidungsfreien Sitzung der Europäischen Zentralbank auf tiefem Niveau leicht stabilisiert. Für tiefere Kurse seien frische Impulse nötig, heisst es.
Der Euro ist immer wieder für spekulative Wetten gut. Hatte er im Verhältnis zum Dollar von Juni des vergangenen Jahres bis Mitte März 2015 bis zu einem Viertel seines Wertes verloren, so hat er sich am Mittwoch vergleichsweise robust entwickelt. Nach einer kurzen Zwischenerholung war er im Vorfeld des Treffens des zinsentscheidenden Gremiums der Europäischen Zentralbank (EZB) zwar wieder unter Druck geraten und bis auf $ 1.0534 gefallen. Da EZB-Präsident Mario Draghi aber mit keiner geldpolitischen Überraschung aufwartete und klar sagte, die Institution werde wie geplant europäische Anleihen im Wert von 60 Mrd. € monatlich am Markt erwerben, erholte sich der Kurs und konnte sich kurzfristig wieder bei der Marke von $ 1.06 stabilisieren.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erstens feierte sich Draghi selbst, indem er erklärte, die von der EZB eingeleiteten Massnahmen zeigten erste Erfolge. Der Konjunkturausblick habe sich verbessert, weil die europäischen Unternehmen wettbewerbsfähiger und profitabler geworden seien. Damit meinte er die sich nach und nach zeigenden Konsequenzen der Kurseinbussen des Euro – ohne explizit von einer bewussten Schwächung reden zu wollen. Zudem bekräftigte er, den europäischen Leitzins nicht weiter senken zu wollen.
Neue Verkaufsimpulse für tiefere Kurse nötig
Euro

Pekings «Neue Seidenstrasse»

Chinas “Neue Seidenstrasse“ wird auch «Plastic Road» genannt. Es herrscht Goldgräberstimmung bei Chinas Staatsunternehmen. Von den enormen asiatischen Infrastrukturprojekten werden Chinas Staatskonzerne stark profitieren können.

Matthias Müller berichtet: China treibt das Projekt einer «neuen Seidenstrasse» voran. Dies verleiht den Aktienkursen chinesischer Staatsunternehmen Aufwind. Isoliert stehen die USA da, die sich derweil gegen die Idee einer neuen asiatischen Entwicklungsbank stemmen.

Die Börsen in Hongkong und Schanghai haben sich in den vergangenen Wochen durch die Hoffnungen auf weitere expansive Massnahmen der chinesischen Zentralregierung und der People’s Bank of China prächtig entwickelt. Gewisse Anlagen sind jedoch besonders lukrativ: Aktien chinesischer Staatsunternehmen (State-owned Enterprises, SOE) sind bei den Investoren stark gefragt, wie aus der vom Gavekal Dragonomics Institut veröffentlichten Studie «Investing along the New Silk Road» hervorgeht. Dabei haben die Autoren Tom Miller und Thomas Gatley den Fokus auf den Verlauf der Aktienkurse von zwölf in Hongkong kotierten SOE gelegt und sie mit der Entwicklung des Hang-Seng-China-Enterprises-Indexes verglichen. Dieser enthält die 40 grössten an der Hongkonger Börse gehandelten chinesischen Unternehmen. Grosser Investitionsbedarf.
Goldgraeberstimmung bei Chinas Staatsunternehmen
Pekings Neue Seidenstrasse (Plastikstrasse)

Ist der Euro Weltwährung oder nicht?

Europas Traum von der Weltwährung ist geplatzt: Eigentlich müsste der Euro bei 1,60 DWO-WI-Eurotraum-Ende-Aufm-Kopie-2US-Dollar stehen, um der enormen ökonomischen Stärke Deutschlands gerecht zu werden. In Wahrheit notiert er nur knapp über der Parität. Dahinter steckt Kalkül.

Griechenland muss zur Drachme zurückkehren. Das fordern Ökonomen wie etwa Ifo-Chef Hans-Werner Sinn in steter Regelmäßigkeit. Nur dann könne sich das Land wirtschaftlich erholen. Doch ist dieser historische Kraftakt überhaupt nötig? Nein, denn Griechenland hat seine Drachme längst. Sie heißt allerdings Euro und war ehemals der Stolz eines ganzen Kontinents.

Diese provokante These stellen die Devisenstrategen der Investmentbank Morgan Stanley auf. Ihre Analyse hat ergeben, dass die Gemeinschaftswährung inzwischen so geschwächt ist, dass sie zur ökonomischen Stärke Athens passt. Das für den Ägäis-Staat wirtschaftlich faire Euro-Niveau taxieren die Strategen auf 1,09 US-Dollar, und das liegt sogar noch drei Cent über dem aktuellen Wert.
Europas Traum von der Weltwährung ist geplatzt

Eurotraum

Viel Lippenstift und Minirock in schlechten Zeiten?

Befragt man den „Lippenstift-Indikator“ könnte es für die deutsche Wirtschaft bald bergab gehen. So hat der frühere Konzernchef von Estee Lauder, Leonard Lauder, beobachtet, dass in Phasen von Rezession und Unsicherheit außergewöhnlich viele Lippenstifte verkauft werden. Seine Schlussfolgerung: In schlechten Zeiten tragen Frauen gerne mal etwas dicker auf, um sich den teureren Kosmetiker- und Friseurbesuch oder neue Kleider zu sparen.

Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. Doch schaut man abseits der amtlichen Statistik, zeigt sie sich alles andere als robust. Was Rocklängen, Lippenstift und Müll über die Konjunktur verraten.
Das sind die ungewohnlichsten Konjunkturindikatoren

svenner.de

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Warum sind Deutschlands Investitionen schwach?

Exportüberschuss: In Deutschland wird zu wenig investiert, zugleich spielen wir bei den Exporten bald in unserer eigenen Liga. Die Unternehmenslobby fordert eine Senkung der Lohnkosten. Doch genau das Gegenteil wäre die richtige Lösung.

Wolfgang Münchau berichtet:  Es ist immer wieder erstaunlich, wie in einem Land der Hochtechnologien die einfachsten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht gesehen werden. Da ist etwa ein aktueller Bericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, laut dem deutsche Firmen mehr als je zuvor ins Ausland investieren. Darüber zeigt man sich überrascht und diagnostiziert, wie immer, zu hohe Kosten, vor allem Lohnkosten. Sowohl die Diagnose des Problems als auch die sich daraus ergebenden Empfehlungen sind jedoch falsch.

Wenn ein Land einen Überschuss von Exporten gegenüber Importen hat, dann sollten Investitionen im Ausland nicht im geringsten überraschen. Der deutsche Überschuss wird in diesem Jahr rund 8,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung betragen. Für ein so großes Land wie Deutschland ist das enorm.

Nach dem Prinzip der doppelten Buchführung gibt es für den Handelsüberschuss einen Gegeneintrag in genau der gleichen Höhe. Den Leser sollte es nicht überraschen, dass es sich hierbei zu einem großen Teil um die oben zitierten Auslandsinvestitionen handelt. Die Leistungsbilanz weist neben der Differenz zwischen Importen und Exporten unter anderem auch die Überschüsse unserer Ersparnisse gegenüber den Investitionen aus. Das heißt, dass wir mehr sparen als investieren. Und da Ersparnisse und Investitionen sich am Ende immer ausgleichen, muss der Sparüberschuss im Ausland investiert werden. So funktioniert die globale Wirtschaft.
Was sich als schockierende Nachricht tarnt, ist nichts anderes als die Kehrseite einer viel schockierenderen Nachricht – nämlich der eines Handelsüberschusses, der alle Rahmen sprengt. Für eine normale Volkswirtschaft wäre das offensichtliche Anpassungsventil der Wechselkurs. Die heimische Währung würde aufwerten, deutsche Waren würden im Ausland teurer. Der Absatz ginge zurück, gleichzeitig würden ausländische Waren im Inland billiger. Deren Absatz würde steigen und der deutsche Exportüberschuss dadurch fallen.
Warum Deutschlands Investitionen so schwach sind

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