Abschied vom Tabu des Bankgeheimnisses

Votum für Steuertransparenz

Der Schweizer Bankenplatz muss sich zumindest teilweise auf die Einführung des automatischen Informationsaustausches einstellen.

Das steuerliche Bankgeheimnis im Inland ist kein Tabuthema mehr. Für den Wirtschaftsverband Economiesuisse wäre bei Obligationenzinsen eine automatische Meldung an die Behörden die bevorzugte Variante – sofern die Bankiervereinigung zustimmt.

Das steuerliche Bankgeheimnis hat im grenzüberschreitenden Verhältnis weitgehend ausgedient. Nach und nach musste sich die Schweiz in den letzten Jahren mit dieser Erkenntnis abfinden und akzeptieren, dass das Zeitalter des automatischen Austauschs von Informationen über Finanzkunden (AIA) vor der Türe steht. Noch ungeklärt ist dagegen die Zukunft des steuerlichen Bankgeheimnisses im Inland. Eine Rolle dabei spielt nicht nur die eingereichte Volksinitiative zum Schutz der Privatsphäre («Matter-Initiative»), sondern auch die laufende Diskussion über den Teilumbau der Verrechnungssteuer in eine Zahlstellensteuer…

Die Bankiervereinigung hat in dieser Frage bei Economiesuisse nun faktisch eine Art Vetorecht erhalten. So steht der erwähnte Beschluss des Wirtschaftsdachverbands unter dem Vorbehalt, dass die Bankiervereinigung zustimmt. Sollte sie das nicht tun, würde Economiesuisse die «Variante B» vertreten. Diese liegt näher am Vorschlag des Bundesrats, würde aber eine Aufwandentschädigung zugunsten der Banken für die Vornahme von Steuerabzügen sowie eine Reduktion der Haftungsrisiken fordern.
Abschied vom Tabu des Bankgeheimnisses

Abschied vom Tabu des Bankgeheimnisses

Was ist Nestlé wert?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Das einfache Diskontierungsmodell zur Bestimmung fundamentaler Aktienwerte wird um das Element der wachsenden Dividende erweitert und am Beispiel der Nestlé-Aktie exemplifiziert

www.w-t-w.org/en/cartoon/polyp/

Polyp                                                                                                                                                               www.w-t-w.org/en/cartoon/polyp/

 

Griechen sollten Schwarzgeldkonten im Ausland aufspüren

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat die griechische Regierung aufgefordert, EU Parliament President Martin Schulz Schwarzgeldkonten im Ausland aufzuspüren.

Reuters berichtet:  Die griechische Regierung müsse „endlich konsequent“ damit beginnen, „unversteuerte ins Ausland geschaffte Schwarzgelder in Milliardenhöhe aufzuspüren und einen gerechten Anteil davon dem griechischen Staatshaushalt zuzuführen, anstatt jetzt mit hochumstrittenen anderen Zwischenfinanzierungsmodellen die wahren Probleme wieder nicht anzupacken“, sagte Schulz der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. „Um den drohenden Kollaps abzuwenden, muss die griechische Regierung jetzt unverzüglich die mit den Partnern in der Eurogruppe getroffenen Vereinbarungen umsetzen und substantielle Reformvorschläge auf den Tisch legen,“ ergänzte er.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Europäer bei Chinas Infrastrukturbank dabei

Entwicklungsbank in Schanghai: Amerika verliert Machtkampf mit China

Laut einem Zeitungsbericht wollen sich auch Deutschland, Frankreich und Italien an der von China initiierten Asiatischen Investmentbank für Infrastruktur AIIB beteiligen.
Mit allen Mitteln haben die Vereinigten Staaten versucht, eine chinesische Konkurrenz zur Weltbank zu verhindern. Vergeblich: Pekings neuer Entwicklungsbank für Asien treten nach Großbritannien laut einem Bericht nun auch Deutschland, Frankreich und Italien bei.
Europer bei Chinas Infrastrukturbank dabei
Der damalige chinesische Staatspräsident Xi Jinping bei der Gründung der AIIB-Bank in der Großen Halle des Volkes in Peking im Oktober 2014

 

Schwacher Euro macht das Leben teurer

Der Euro verliert an Wert – mit Folgen für den Geldbeutel der Verbraucher. Kaffee ist teurer, die Spritpreise steigen, Urlaub kostet mehr. Bei anderen Waren sind höhere Preise nur eine Frage der Zeit.

Wie sich die zum Teil markanten Preisaufschläge bei Rohstoffen auf die Produktpreise für Verbraucher auswirken, ist noch nicht absehbar

Noch haben die meisten Deutschen gar nicht richtig Notiz genommen vom schwachen Euro. Allenfalls Fernreisende dürften schon gemerkt haben, dass der Urlaub plötzlich teurer wird als gedacht, weil sie für ihre umgetauschten Euros so wenig Gegenwert bekommen wie seit Jahren nicht mehr.

Schließlich ist die Gemeinschaftswährung mit 1,047 Dollar in dieser Woche auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gefallen. Schon bald könnte der Euro nur noch einen Dollar wert sein. Viele Experten halten den Rückgang auf Wechselkursparität zum Dollar für eine ausgemachte Sache. Die großen Investmentbanken unterbieten sich mit ihren Prognosen. Am Freitag kürzte Goldman Sachs ihre Vorhersage auf 0,80 Dollar.
So macht der schwache Euro das Leben teurer
Das Leben wird teurer

DAX erstmals über 12 000 Punkten

EZB treibt Aktienmärkte an.

Claudia Aebersold Szalay berichtet: Die Anleger profitieren von der Geldschwemme. Der DAX eilt von einem Hoch zum nächsten. Der deutsche Aktienmarkt scheint in diesem Jahr nur eine Richtung zu kennen: aufwärts. Er setzt seine waghalsige Kletterpartie fort und eilt von einem Rekordwert zum nächsten.

Der deutsche Börsenbarometer DAX ist am Montagmorgen erstmals über die Marke von 12’000 Zählern geklettert. In der Spitze erreichte er den Wert von 12’001,98 Punkten. Damit setzte er seine waghalsige Kletterpartie der vergangenen Monate fort. Erst Mitte Februar hatte er den Rekordwert von 11’000 Punkten überschritten. Hauptverantwortlich für die gute Stimmung an der deutschen Aktienbörse sind die aufgehellten Konjunkturprognosen für die Euro-Zone sowie die ultraexpansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Anleihekäufe treiben Märkte an

Seit einer Woche kauft die Notenbank nun Staatsanleihen der Euro-Zone, versorgt damit den Bankensektor mit zusätzlicher Liquidität und drückt die Renditen der Staatstitel. Langfristig will sie durch diese quantitative Lockerung die Teuerung wieder in die Region hieven, in der sie sich an der Preisfront wohl fühlt, also eine Inflationsrate in der Nähe von 2% erreichen. Kurzfristig beflügelt ihre expansive Politik aber vor allem die Finanzmärkte: Die Obligationenrenditen fallen, was die Investoren auf der Suche nach Rendite in die Aktienmärkte treibt, wo die Kurse kontinuierlich steigen.

Wegen des gesunkenen Erdölpreises, der wie ein kleines Konjunkturpaket für die Währungsunion wirkt, haben die EZB-Ökonomen ihre Projektionen für die Euro-Zone jüngst deutlich nach oben korrigiert. Dieser Konjunkturoptimismus trägt ebenfalls zur guten Stimmung an den Börsen bei. Am Montag profitierten davon vor allem konjunktursensitive Automobil- und Industriewerte;

Gefragte Industrieaktien

Die Siemens-Titel legten am Vormittag um knapp 2% zu, die Valoren von Daimler und BMW verbesserten sich um über 1%. Tabellenführer waren indessen die Aktien der Commerzbank, hier schlug sich die Erleichterung über den Vergleich mit den US-Behörden wegen Sanktionsverstössen durch. Die Titel stiegen am Vormittag um fast 2,5%.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler:  www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

Rumänien: Finanzminister wegen Korruption zurückgetreten

Darius ValcovDer rumänische Finanzminister Darius Valcov
ist am Sonntag wegen des Verdachts der Korruption zurückgetreten. In den EU-Staaten hat die komplexe Geld-Verteilung zu einem regelrechten Korruptions-Boom geführt. Die EU nimmt an, dass etwa 120 Milliarden Euro aus Steuergeldern in dunkle Kanäle verschwunden sind.

In Rumänien geht die Justiz verstärkt Korruptionsvorwürfen gegen Politiker nach. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 1100 Amtsträger wegen Korruptionsverdacht vor Gericht, etwa ebenso viele wurden rechtskräftig verurteilt.

Neben der Verschwendung von EU-Mitteln ist auch die Korruption in den 27 Mitgliedsstaaten weiterhin ein massives Problem. Etwa 120 Milliarden Euro gehen durch Korruption in den EU-Ländern verloren, sagte die damalige EU-Kommissarin für Inneres, Cecillia Malmström, vor einiger Zeit. Studien deuteten darauf hin, dass im öffentlichen Beschaffungswesen bis zu 25 Prozent des Werts öffentlicher Aufträge so verschwinden, sagte Malmström am Dienstag in Göteborg. Angesichts der Tatsache, dass öffentliche Aufträge in der EU in etwa 15 Prozent des gesamten Budgets der Europäischen Union ausmachen, ein sehr großer Teil.

In einem Bericht der in Berlin ansässigen Transparency International (TI) für 2012 zeigte sich, dass vor allem Bulgarien, Tschechien, Italien, Rumänien und die Slowakei die stärkste Korruption bei öffentlichen Aufträgen aufweisen. Zwar gibt es entsprechende EU-Rechtsvorschriften für öffentliche Aufträge, aber die Komplexität der Gesetze und der hohe administrative Aufwand bieten der TI zufolge einen zusätzlichen Anreiz, nach Schlupflöchern zu suchen.
Rumäniens Finanzminister tritt zurück
Verdacht der Korruption

Was wäre, wenn Google eine Bank gründen würde?

Google BankDie Musikindustrie hätte es sich wahrscheinlich nicht einmal erträumen lassen, dass Apple irgendwann ihr grösster Konkurrent werden würde. Patrick Schüffel berichtet:  Ebenso wenig hatten die Versandhändler gedacht, dass plötzlich das Auktionshaus Ebay und der Online-Buchhändler Amazon ihnen das Wasser abgraben könnte. Und die Fotoapparatehersteller dieser Welt hatten einander im Auge, was ihre Wettbewerbsposition betraf, aber sicherlich nicht die digitale Konkurrenz. Für Kodak endete dies tödlich.
Wie steht es um die Banken heute? Was wäre, wenn ein gänzlich Branchenfremder käme und ihnen ernsthaft Konkurrenz machen würde?

Was würde geschehen, wenn sich zum Beispiel Google dazu entschliessen würde, eine Bank zu gründen?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das Geld dafür da wäre. Mit rund 60 Milliarden US-Dollar sitzt Google derzeit auf einem Berg von Cash, das eine sinnvolle Verwendung sucht. Die Eintrittshürde Kosten wäre im Fall von Google somit vernachlässigbar. Man könnte sogar so weit gehen zu behaupten, dass Google selbst einen Totalabschreiber für ein Banking-Abenteuer verkraften könnte.
Was waere, wenn Google eine Bank gruenden wuerde
Banking Reform

DIW warnt vor Graccident

Schuldenkrise:  DIW warnt vor unabsichtlichem Euro-Aus Griechenlands

Griechenland soll im Euro bleiben, fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Ohne klare Strategie aber könnte ein Euro-Austritt bald unfreiwillig geschehen.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor einem unbeabsichtigten Austritts Griechenlands aus der Eurozone. „Die Gefahr eines Graccident ist hoch, und wird mit jedem Tag ohne eine klare Strategie für Griechenland größer“, sagte der Ökonom. Athen sitze mit einem brennenden Feuerzeug auf dem Pulverfass, sagte Fratzscher. „Jede Fehlentscheidung kann in den kommenden Wochen die Lage in Griechenland zur Explosion bringen. Die Regierung hat jeglichen Vertrauensvorschuss verspielt.

Das Kunstwort Graccident besteht aus Greece (Griechenland) und dem englischen Wort für Unfall (Accident). Gemeint ist ein eher versehentliches Schlittern in den Euro-Ausstieg, der nicht bewusst herbeigeführt wird, sondern durch einen eventuellen Bankrott des griechischen Staates unvermeidbar wird.

Der DIW-Chef sagte außerdem, Athen müsse nun als allererstes das Vertrauen der Finanzmärkte und der europäischen Partner zurückgewinnen. „Die größte Gefahr ist, dass die Kapitalflucht der griechischen Bürger das Bankensystem und damit das Land in den Kollaps zwingen wird.“ Die Athener Regierung müsse ein klares Signal senden, dass sie den Reformprozess fortsetzen wird, und dass ein Schuldenschnitt und ein Grexit keine Optionen sind.
DIW warnt vor unabsichtlichem Euro-Aus Griechenlands 
Greek Financial Crisis

Schweiz schützt weiterhin ihre schwarzen Finanz-Schafe

Kaum Kundenschutz im Finanzsektor. Der Bundesrat krebst zurückLilah prüft

Der Bundesrat will wegen breiter Kritik in der Vernehmlassung die Vorlage zum neuen Finanzdienstleistungsgesetz verschlanken. Die Vorschläge zu Prozesskostenfonds, Umkehr der Beweislast, Schiedsgericht und Gruppenklagen fallen weg.

Seine enorme Regulierungslust hat der Bundesrat in jüngerer Zeit erschreckend oft unter Beweis gestellt. Zu den auffälligsten Belegen gehörte nebst den Vorschlägen zur Revision des Aktienrechts auch der Vernehmlassungsentwurf zum Kundenschutz im Finanzsektor im Rahmen des neuen Gesetzes über Finanzdienstleistungen Fidleg. Das Gesetz soll detailliert Informations-, Sorgfalts- und Dokumentationspflichten der Finanzdienstleister verankern und auch Klagen von Kunden erleichtern. Einer der beiden Haupttreiber der Vorlagen war der Wunsch nach Sicherung des Marktzugangs der hiesigen Anbieter in der EU – was Regeln verlangt, welche die EU bzw. ihre Mitgliedländer als «gleichwertig» mit eigenen Standards anerkennen. Ein zweiter Treiber war die Finanzkrise mit Fällen wie Lehman-Pleite und Madoff-Betrug, die laut Finanzdepartement EFD das Vertrauen in Finanzprodukte untergraben haben.
Der Bundesrat krebst zurück

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann
www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann
www.pfohlmann.de