Können Kraftakte die Folgen der Krise mildern?

Solidarität in Portugal : Kraftakte gegen die Folgen der Krise

Thomas Fischer : Trotz drastischer Austerität hat bisher in Portugal der soziale Friede halbwegs gehalten, nicht zuletzt dank solidarischer Hilfe. Im Land wächst ein Know-how im Kampf gegen Not und Unterernährung.

Als arm oder bedürftig erscheinen manche der Frauen und Männer, die gegen 19 Uhr ins «soziale Restaurant» von Setúbal strömen, auf den ersten Blick kaum. Eine chic-leger gekleidete Dreissigerin erzählt, dass sie als Lehrerin keine feste Stelle gehabt habe und nun gar keine Arbeit mehr finde. Auch zwei rüstige Männer in ihren Fünfzigern wirken hier fremd. Ins Klischee passen eher eine dunkelhäutige Einwanderin und eine arbeitslose frühere Arbeiterin der städtischen Strassenreinigung. Sie will indes nicht an einem der gedeckten Tische speisen, sondern zu Hause mit ihrem Mann, einem ebenfalls arbeitslosen Anstreicher, und den beiden gemeinsamen Töchtern. Am Tresen, wo andere mit Tablett anstehen, lässt sie sich das Essen – heute gibt es Thon mit Bohnen und Kartoffeln – in mitgebrachte Plasticbehälter abfüllen. Schlechte Aussichten
Kraftakte gegen die Folgen der Krise

Dario

Dario

Auch in der Schweiz- Renminbi-Hub rückt näher

Renminbi-Hub rückt näher

Thomas Wyss berichtet:  China und die Schweiz haben in Sachen Renminbihandel eine Absichtserklärung unterzeichnet – zwar erst auf Stufe Bankbranchenverbände, aber ein Währungsabkommen soll demnächst ausgelöst werden.Das Memorandum of Understanding wurde im Rahmen des ersten Chinese-Swiss Financial Round Table unterzeichnet, zu dem aus China der Governor der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, und Chen Yuannian, Generalsekretär des Bankbranchenverbands CBA, anreisten. Insgesamt umfasste die chinesische Delegation rund vierzig Personen, was die Bedeutung des Treffens unterstreicht.Aus der Schweiz nahmen Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, SNB-Präsident Thomas Jordan, SBVg-Präsident Patrick Odier, CS-Präsident Urs Rohner, Julius-Bär-CEO Boris Collardi sowie Alt-Bundesrat und ehemaliger UBS-Präsident Kaspar Villiger teil.Widmer-Schlumpf, Jordan und Zhou Xiaochuan kamen an derselben Veranstaltung zu einem bilateralen Treffen zusammen. «Bei diesem Treffen wurde die Zusammenarbeit zur Internationalisierung des Renminbis bekräftigt. Es wurde vereinbart, den Finanzdialog im kommenden Jahr in China weiterzuführen», heisst es in einer Stellungnahme des Finanzdepartements.
China

Entmachtet die Finanz-Elite von Basel Banken und Regierungen in Europa?

Die Finanz-Elite von Basel entmachtet Banken und Regierungen in Europa

DWN berichtet: Unbemerkt von der Öffentlichkeit übernimmt unter dem Projekt-Namen „Basel IV“ die Kontrolle über die Geldzuteilung in Europa. Mit dem Schreckgespenst der „Ansteckungsgefahr“ hat sich der Basler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ zum mächtigsten Regime Europas entwickelt. Das Ziel: Die zentraleSteuerung aller Geldflüsse und Wirtschaftsprozesse in Europa.

Beabsichtigt wird die zentrale Steuerung aller Finanzinstitute. Anschließend wird beschrieben, wie das Basel-Regime die zentrale Lenkung der Finanzwirtschaft realisiert, denn auf diese Entwicklung wird die prognostizierte globale Staatsfinanzierungskrise Mitte 2014 zurückgehen. So führt die EU in der Finanzwirtschaft nur das aus, was das Regime vorgibt. Es wird aufgezeigt, wie das Regime in der augenblicklichen Krise Legenden nutzt, um in seinem Sinne Regierungs- und Parlamentsentscheidungen zu steuern.
Die Finanz-Elite von Basel entmachtet Banken und Regierungen in Europa

Diskrete R unde Zentralbanker und IWF-Manager, die kuenftig die Vorgaben für die Geld- und Wirtschaftspolitik liefern wollenSie sind zwar die Zeremonienmeister, wie hier in Ypern zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Doch die Staats- und Regierungschefs der EU müssen den Vorgaben eines weit mächtigeren Regimes folgen. Es sitzt in Basel und versammelt in diskreter Runde Zentralbanker und IWF-Manager, die künftig die Vorgaben für die Geld- und Wirtschaftspolitik liefern wollen.
BIZ

Blutspuren am Obligationenmarkt

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Erwin W. Heri

Sie können eine mündelsichere Anleihe (Obligation) bei 100 kaufen und nach Ablauf der Laufzeit wird sie bei 100 wieder zurückbezahlt. Das macht sie vermeintlich risikolos. Trotzdem können die Kurse solcher Wertpapiere „unterwegs“ gewaltig schwanken. Wir zeigen diese Risiken auf und diskutieren, woher sie stammen.
No-Obligation Contract

 

Zwangsjacke für den Finanzsektor

Umstrittene Vorlage zum Finanzdienstleistungsgesetz

Die neuen Gesetze zum Schutz von Bankkunden werden die Beratung
noch komplizierter und teurer machen. (Bild: M. Ruetschi / Keystone)
Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Regeln zur Verstärkung des Kundenschutzes im Finanzsektor sind umstritten. Zu reden geben Ideen für ein Schiedsgericht, einen Prozesskostenfonds, Gruppenvergleiche und die Beweislastumkehr.

«Was ich nicht verstehe, das kauf ich lieber nicht.» Das ist eine Grundregel der Finanzanlage. Doch die Behörden in Europa trauen den Anlegern offenkundig nicht zu, dass sie sich an diese Maxime halten. Die EU-Finanzdienstleistungsrichtlinie Mifid und das durch die Finanzkrise inspirierte Erweiterungsstück Mifid II enthalten weitgehende Regeln zum Anlegerschutz.

Umkehr der Beweislast

Die in einer früheren Anhörung viel kritisierte Idee der Umkehr der Beweislast für die Einhaltung der Informations- und Aufklärungspflichten hat es in die Vorlage geschafft. Wenn ein Kunde zum Beispiel eine Bank auf Schadenersatz verklagt und dabei behauptet, dass die Bank ihre Informationspflichten vernachlässigt habe, soll diese Behauptung als richtig gelten, wenn die Bank nicht das Gegenteil beweist. Diese das Rechtsempfinden verletzende Beweislastumkehr begründet das Finanzdepartement mit praktischen Erwägungen: Die Vernachlässigung von Informationspflichten sei durch den Kunden fast nicht beweisbar, und wenn das Finanzinstitut die gesetzlichen Dokumentationspflichten erfülle, könne es auch die Erfüllung der Informationspflicht leicht nachweisen.
Zwangsjacke fuer den Finanzsektor

www.aehrpeh.de

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Zeit für Argentinien und sein Schuldenproblem

Buenos Aires. Im Schuldenstreit mit Hedgefonds hat Argentinien etwas Zeit gewonnen. Die Regierung wies zwar an, Staatsanleihen-Zinsen über 832 Millionen Dollar zu zahlen, die am Montag fällig werden. Das zuständige US-Gericht entschied am Donnerstag aber, die Zahlung zu blockieren.

Damit erhält das Land nun eine 30-tägige Frist, um sich mit den Hedgefonds zu einigen. Diese hatten sich nicht an den beiden Schuldenschnitten beteiligt, die Argentinien 2005 und 2010 mit 93 Prozent seiner Gläubiger vereinbart hatte. Das Oberste US-Gericht hatte zuletzt ein Urteil der Vorinstanz bestätigt, wonach der Staat erst die Hedgefonds auszahlen muss, bevor die anderen Gläubiger bedient werden können.

Beide Zahlungen gleichzeitig kann sich das Land nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nicht leisten. Fließt das Geld nicht, wird das als sogenannter technischer Zahlungsausfall gewertet und Argentinien stünde erneut vor der Pleite.
Streit mit Hedgefonds
Argentina

Chinas umstrittene Antikorruptionskampagne

Erschütterungen im Machtgefüge

Die Antikorruptionskampagne des chinesischen Staats- und Parteichefs fordert immer neue Köpfe. Sie ist auch ein machtpolitisches Disziplinierungsinstrument. Der Grat zwischen Stärkung und Schwächung der Partei ist dabei sehr schmal.
Erst war es nur ein Gerücht, dann kam am Mittwoch die Bestätigung: Su Rong, einer von 23 stellvertretenden Vorsitzenden der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, ist wegen «Verstössen gegen die Disziplin» abgesetzt worden. Dahinter verbergen sich Ermittlungen wegen Korruption. Diese werden zunächst innerhalb der Kommunistischen Partei durchgeführt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit folgen darauf Parteiausschluss, Anklage und Verurteilung.
Neue «Tiger»
Die Konsultativkonferenz ist ein beratendes Gremium parallel zum Nationalen Volkskongress, die Vizevorsitzenden sind meist Funktionäre auf dem Abstellgleis ihrer Karriere. Trotzdem ist Su, der bis 2013 nacheinander Parteichef in drei Provinzen gewesen war, der bis jetzt höchste Amtsträger, gegen den im Rahmen der Antikorruptionskampagne offiziell vorgegangen wird.

Das macht Su zu einem neuen Vorzeigebeispiel für das Bonmot des Staats- und Parteichefs Xi Jinping, der Kampf gegen Bestechung und Bereicherung werde Opfer unter «Tigern» (hohen Beamten) und «Fliegen» (niedrigen Chargen) fordern. Ein anderer «Tiger», der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Liu Tienan , der im Mai 2013 seinen Posten verloren hatte, wurde am Dienstag formell wegen Bereicherung angeklagt. Wenige Tage vorher war bekanntgeworden, dass mit Ling Zhengce ein hoher regionaler Funktionär aus der Provinz Shanxi wegen Korruption abgesetzt worden war, der mit dem inneren Pekinger Machtapparat verbunden war. Sein jüngerer Bruder, Ling Jihua, war langjähriger Sekretär und Vertrauter des früheren Staats- und Parteichefs Hu Jintao, war aber im Zuge eines Skandals um den Unfalltod seines Sohnes in einem Ferrari auf einen weniger einflussreichen Posten abgeschoben worden.
Der Zugriff auf Ling Zhengce dürfte ein Zeichen sein, dass die Nähe zu Parteigrössen nicht vor Verfolgung schützt und dass auch Ling Jihua von den Umständen seiner Versetzung doch noch eingeholt werden könnte. Die Unberechenbarkeit und wohl auch Willkür, welche die Kampagne auszeichnet, spiegelt sich in diesen Fällen. Im Unterschied zum Vorgehen gegen die Seilschaften des ehemaligen obersten Sicherheitschefs und Mitglieds im Ständigen Ausschuss des Politbüros der KP, Zhou Yongkang , vor allem in der Provinz Sichuan und in der Erdölindustrie scheint Su, Liu und Ling wenig zu verbinden. Aber die Frage bleibt, weshalb es wen zu welchem Zeitpunkt trifft, wenn davon auszugehen ist, dass das gesamte System von Korruption durchzogen ist und kaum ein Parteifunktionär seine Hände in Unschuld waschen kann.
Erschütterungen im Machtgefüge
china

Rohstoffhandelsgrossmacht Schweiz ein intransparentes schwarzes Loch

Regeln gegen Korruption
Vorerst halbe Transparenz im Rohstoffbereich

Davide Scruzzi berichtet: Offenlegungspflicht im Bereich Rohstoffe: Die Wirkung der Transparenz und die tatsächlichen Interventionsmöglichkeiten von Politik, Behörden und Organisationen müssen sich erst noch zeigen. Der Bundesrat will Firmen im Rohstoffabbau verpflichten, Zahlungen an Staaten zu deklarieren. Kritiker bemängeln, diese Regelung werde kaum Auswirkungen haben.

In der Debatte um die Schattenseiten von Aktivitäten der Rohstoffbranche in Entwicklungsstaaten geht es oft um Korruption wie auch um das undurchsichtige Versickern von Abgaben und Steuern, die in diesen Ländern von Firmen geleistet werden. Dieses Problem will nun der Bundesrat angehen, wenn in die auf Ende Jahr hin angekündigte Vorlage zur Aktienrechtsrevision auch neue Transparenzbestimmungen integriert werden sollen.

Neu sollen Zahlungen an staatliche Stellen im Zusammenhang mit der Förderung von Mineralien, Öl, Gas und Holz jährlich offengelegt werden. Die Regelung soll dabei für börsenkotierte sowie «grosse in der Rohstoffförderung tätige Unternehmen» gelten, wie der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Durch eine gezielte Angleichung der Schweizer Regulierung an jene der USA und der EU soll vermieden werden, dass der Schweiz Standortnachteile erwachsen – ein konstantes Anliegen des Bundesrates. Rohstoffhändler werden in diesem Sinne explizit von der Regelung ausgenommen, der Bundesrat würde aber die gesetzliche Kompetenz erhalten, die Regelungen bei einer Erweiterung der internationalen Standards auch auf Handelsfirmen auszudehnen.

Weil die neue Regelung also – zumindest vorerst – auf Unternehmen beschränkt sein soll, die Rohstoffe direkt abbauen, dürften die Auswirkungen auf die Schweiz sehr limitiert sein. Die meisten hierzulande ansässigen Firmen der Rohstoffbranche sind nämlich im Handel tätig. Ein hier ansässiges Förderunternehmen wie Glencore Xstrata wird indes ohnehin von solchen Transparenzrichtlinien erfasst, weil es im EU-Raum an der Börse kotiert ist. Nicholas Turin vom Bundesamt für Justiz gibt aber zu bedenken, dass zunehmend Handelsunternehmen in Förderaktivitäten einsteigen, so dass der Kreis der betroffenen Firmen auch in der Schweiz anwachsen könnte.
Die Nichtregierungsorganisationen «Erklärung von Bern» und Swissaid bezeichnen den bundesrätlichen Bericht und das Vorgehen als «schizophren». Einerseits werde richtigerweise festgestellt, dass aufgrund undurchsichtiger Finanzflüsse in den Förderstaaten deren Bevölkerung oft nicht aus der Armut herauskomme, andererseits bleibe mit der Beschränkung auf Förderfirmen die «Rohstoffhandelsgrossmacht Schweiz» ein «intransparentes schwarzes Loch».
Die Wirkung der Transparenz und die tatsächlichen Interventionsmöglichkeiten von Politik, Behörden und Organisationen müssen sich erst noch zeigen; derzeit haben weder die EU noch die USA die Regelungen umgesetzt.

Aufnahme: Verschmutzung durch Kupferabbau, Geamana, Rumänien / NZZ
Rohstoffe

Spuren der Finanzkrise

Resultate aus der EZB-Forschung
Der Finanzkrise auf der Spur

In einem grossangelegten Forschungsprojekt haben die Ökonomen des Euro-Systems Europäische Zentralbank EZB und nationale Notenbanken der Währungsunion) die Ursachen der jüngsten Finanzkrise analysiert sowie nach neuen Ansätzen für die makroprudenzielle Aufsicht gesucht. Die Resultate der vierjährigen Forschungsarbeit, die über 160 wissenschaftliche Aufsätze umfasst, wurden am Montag von der EZB veröffentlicht. Im Begleittext zur Studie äusserte die Notenbank die Hoffnung, das Werk der europäischen Notenbank-Ökonomen möge helfen, Krisen in Zukunft frühzeitig zu erkennen.  Key dates of the financial crisis
Der Finanzkrise auf der Spur
Press release ECB publishes final results of Macro-prudential Research Network
Report on the macro-prudential research network
Report on the macro-prudential research network