Finanzwelt voller Blasen

Risikoforscher Sorbette: „Die Finanzwelt ist voller Blasen“

Der Schweizer Didier Sornette zählt zu den weltweit führenden Risikoforschern und leitet den Lehrstuhl für unternehmerische Risiken an der Technischen Hochschule Zürich.
€uro am Sonntag: Herr Sornette, wie definieren Sie eine Blase?
Didier Sornette: Wir sprechen von Blasen, wenn wir superexponentielles Preiswachstum feststellen. „Super“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass im mathematischen Sinne die Wachstumsrate der Wachstumsrate wächst.
Können Sie das konkret erklären?
Wenn etwa die relative Preisänderung für Gold im ersten Jahr fünf, dann 15 und im dritten Jahr um 25 Prozent beträgt, dann ist die Gefahr einer Übertreibung gegeben.
Die Finanzwelt ist voller Blasen
Finanzwelt voller Blasen

Rezession erschreckt Euroraum

Draghi nimmt Italien ins Gebet – Rezession erschreckt Euroraum

Einen Tag nachdem Daten zeigten, dass die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums im vergangenen Quartal überraschend geschrumpft ist, hat der Präsident der Europäischen Zentralbank auf die unzureichenden Strukturreformen seines Landes und Hemmnisse für Investitionen verwiesen. Zuvor hatte er in seinen einleitenden Bemerkungen die ungleichmäßige Erholung in der Region beklagt.

„Ich sage immer wieder dasselbe – ich meine bezüglich der Reformen am Arbeitsmarkt, an den Produktmärkten, beim Wettbewerb, im Rechtswesen und so weiter und so weiter“, sagte Draghi, der früher Präsident der italienischen Notenbank war, am Donnerstag in Frankfurt. Der EZB-Rat hatte auf seiner Sitzung die Leitzinsen unverändert auf Rekordtiefs belassen. „Das wären Reformen, die in der Tat kurzfristig Nutzen bringen und dies unter Beweis gestellt haben.“

Die Kommentare erhöhen den Druck auf den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, eine Wende herbeizuführen in einer Volkswirtschaft mit einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 40 Prozent und einer Rezession, welche die aufkeimende Konjunkturerholung in der Währungsunion abwürgen könnte. Die Kommentare des EZB-Präsidenten zu seinem Heimatland waren unverblümter als sonst, was den Unterschied zu Ländern wie Spanien, die mehr Strukturanpassungen durchgeführt haben, erhöht.

„Draghi hat nachdrücklich Strukturreformen gefordert und darauf verwiesen, dass es nun reichliche Belege gibt, dass Länder, die Wirtschaftsreformen durchgeführt haben, eine stärkere konjunkturelle Entwicklung aufweisen als der Rest der Eurozone“, sagt Riccardo Barbieri, Chefökonom Europa bei Mizuho International Plc in London. „Das klingt nach einer starken Ablehnung des Konzepts, das Italiens neuer Ministerpräsident verfolgt.“

„Ich stimme Draghi vollkommen zu“, sagte Renzi gegenüber dem Fernsehsender La7 laut der Nachrichtenagentur Ansa. „Was der EZB-Präsident gesagt hat, ist unantastbar; wir müssen Italien wieder auf Kurs bringen, um es wettbewerbsfähiger zu machen.“

Der italienische Ministerpräsident, der vierte seit 2011, hatte, als er im Februar das Amt übernahm, umfassende Reformen bei Wirtschaft und politischem System versprochen. Der 39jährige hatte Veränderungen angekündigt, um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen, das Rechtssystem voranzubringen und die öffentliche Verwaltung effizienter zu gestalten.

Indes hat die italienische Notenbank im vergangenen Monat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,2 Prozent gesenkt, weniger als ein Drittel ihrer vorherigen Schätzung.

Draghi ließ durchblicken, dass die mangelnden Reformen Investoren abschrecken, und er verwies auf Italiens sehr niedriges Niveau an Privatinvestitionen. Er sagte, dass dies zwar für den Euroraum insgesamt gelte, verglichen mit anderen Teilen der Welt, es jedoch teilweise auf unzureichende Strukturreformen zurückzuführen sei.

„Gewiss sind es nicht die Kapitalkosten, da die Zinsen, die nominalen und die realen Zinsen, niedrig sind und in einigen Teilen des Euroraums seit einiger Zeit negativ sind“, erklärte der EZB-Präsident. „Diese generelle Unsicherheit, die durch mangelnde Strukturreformen entsteht, ist ein sehr mächtiger Faktor, der von Investitionen abschreckt.“

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
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Markt und Moral

Zahlungsunfähiges Argentinien.

Michael Rasch berichtet; Der Kapitalismus habe der Welt gegeben, was sie brauche: einen höheren Lebensstandard für eine ständig steigende Zahl von Menschen. Das hat bereits der liberale Ökonom Ludwig von Mises vor Jahrzehnten gelehrt. Und weil viele Menschen dies zumindest intuitiv erkannt oder durch die Globalisierung selbst erfahren haben, setzt sich der Kapitalismus als Wirtschaftsform immer mehr durch, wenngleich sich viele mit dem Begriff (soziale) Marktwirtschaft viel wohler fühlen. Allerdings gibt es im Kapitalismus auch Verlierer, und es kommt immer wieder zu bemerkenswerten, nicht auf den ersten Blick durchschaubaren Vorgängen. Der jüngste ist der technische Zahlungsausfall von Argentinien, weil sich das Land nicht mit Gläubigern, vor allem amerikanischen Hedge-Funds, einigen konnte. Angesichts einer potenziellen Rendite der Hedge-Funds von rund 1500 Prozent in wenigen Jahren war in Argentiniens Regierung und unter entrüstet aufschreienden Linken schnell von Geierfonds, obszönem Profit und der Perversion der Macht im Kapitalismus die Rede. Einmal mehr orteten sie ein zutiefst unmoralisches Verhalten der Finanzbranche. Halten die Fakten dieser Diffamierung stand?

Durch Hyperinflation vernichtete Vermögen
Der Markt und die Moral
Moral-Hazard

Neigen Frauen zum Geld ausgeben ? Keineswegs!

Der Konkurrenzkampf zwischen den Banken und Sparkassen zeigt Wirkung.
Johanna Goodyear berichtet:  So versuchen die Geldhäuser mittlerweile, ihren Kunden nicht mehr nur allein möglichst attraktive Konditionen zu bieten. Auch beschäftigen sich die Kreditinstitute mittlerweile oftmals auch ganz grundlegend damit, welche Art von Angeboten die Kunden überhaupt anspricht – zum Beispiel in Bezug auf die Geldanlage. Um dies herauszufinden, führen die Banken oftmals Umfragen durch, deren Ergebnisse im Regelfall veröffentlicht werden. So zum Beispiel im Rahmen einer jüngst durchgeführten Kundenbefragung der MoneyYou-Bank, die sich auf das Sparen im Allgemeinen bezog.

Die Ergebnisse der erwähnten Umfrage sind vor allem auch deshalb interessant, weil sie sich auf eine spezielle Kundengruppe bezogen. So befragte das Bankhaus 500 seiner weiblichen Kunden im Alter von 25 und 55 Jahren bezüglich ihrer Vorstellungen zum Thema „Sparen“.
Frauen neigen zum Ausgeben von Geld ?  Keineswegs !
Frauen sparen

Unruhe an den Finanzmärkten

An den Finanzmärkten macht sich Unruhe breit

Der Dax fällt unter 9000 Punkte, die Anleger flüchten in Sicherheit. Als Folge sinkt die Verzinsung deutscher Staatsanleihen auf ein historisches Tief. Experten warnen: Der Absturz wird weitergehen.

Frank Stocker berichtet: Der Dax sinkt. Als Folge flüchten die Anleger in SicherheitDer Absturz an den Börsen hat sich am Freitag dramatisch verschärft. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sank unter 9000 Punkte und fiel zeitweise wie ein Stein. Erst kurz vor 8900 Zählern machte er wieder halt und erholte sich ein wenig. Gleichzeitig flohen die Anleger massenhaft in deutsche Staatsanleihen. Deren Renditen erreichten in der Folge ein neues Allzeittief. „Das Motto dieser Tage heißt, raus aus allem was mit Aktien zu tun hat, rein in Sicherheit“, sagte ein Händler.
An den Finanzmaerkten macht sich Unruhe breit

Georg Zitzmann

Georg Zitzmann

Können Frauen mit Geld umgehen?

Katharina Grimm berichtet: Es beginnt in der Grundschule. Das Vorurteil, dass Frauen vermeintlich nicht rechnen können und Angst vor Zahlen hätten, wächst im Laufe des Lebens dazu heran, dass Frauen auch keinen blassen Schimmer von Finanzen haben. Und diese uralte Annahme hält sich hartnäckig in Deutschlands Köpfen: Frauen haben kein Händchen für Geld und überlassen es lieber ihren Männern, sich mit Finanzen aller Art zu beschäftigen. Punkt. Ein in Beton gegossenes Klischee.

Und fragt man nach, wird es tatsächlich noch immer bestätigt. Drei Viertel der Deutschen glauben, dass Männer einfach mehr Ahnung beim Thema Geldanlage haben. Natürlich glauben das die Herren von sich selbst sogar noch viel mehr, nämlich 86 Prozent sind der Überzeugung, dass Männer sich mehr mit Geld beschäftigen. Allerdings: Ein Großteil der Frauen widerspricht ihnen nicht. 65 Prozent stimmen zu – Geld und Finanzen sind Männer-Themen.

Realität schlägt Klischee

Männer verdienen das Geld und Frauen geben es aus – das uralte Vorurteil scheint immer noch aktuell zu sein. Frauen interessieren sich nun mal nicht für Finanzen. Aber stimmt das?

Wie aktuell dieses Klischee weiterhin ist, belegt nun eine repräsentative Studie der „Comdirect“, die rund 1000 Männer und Frauen befragt hat. Lediglich beim Thema Altersvorsorge können die Damen im Ansatz punkten: Die wenigen Befragten (25 Prozent), die bei Frauen Finanzkompetenz sehen, glauben, dass sich Frauen vor allem mehr Gedanken ums Alter machen – 66 Prozent erwarten, dass Frauen sich konsequenter um die Finanzen für den Lebensabend kümmern.

Allerdings sieht die Realität anders aus. Die Bank fragte nach, wer sich denn nun wirklich um die Finanzen bemühen würde. Die Antwort überrascht: Jedes Geschlecht kümmert sich mehrheitlich selbst um die eigene Geldanlage. 92 Prozent der Männer und 87 Prozent der Frauen verantworten ihre Finanzen allein. Und diejenigen, die sich nicht selbst kümmern? 40 Prozent der Männer hat schlichtweg keine Lust dazu. Bei den Frauen gaben 34 Prozent an, dass der Partner mehr davon verstünde. Das sagen übrigens auch 35 Prozent der Männer, die lieber die Finger von Finanzfragen lassen – und Geldangelegenheiten ihren Frauen überlassen. Jetzt muss nur noch das Klischee überwunden werden.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler
www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler
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Portugal: Verdacht auf Insiderhandel

Portugiesische Börsenaufsicht untersucht
Simon Kamm berichtet:  Es bestehe der Verdacht, dass Insiderinformationen entscheidend für den gewaltigen und endgültigen Einbruch der BES-Aktien gewesen seien, der am 1. August kurz nach 15 Uhr einsetzte.

Die portugiesische Börsenaufsicht CMVM hat eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet. In einer Mitteilung erklärte die Behörde am späten Montagabend, sie habe eine «eingehende Untersuchung» veranlasst, um den Börsenhandel der Aktien des Banco Espírito Santo (BES) am 1. August genauestens unter die Lupe zu nehmen. An jenem Tag also, als die Börsenaufsicht den Handel mit den BES-Titeln an der Lissabonner Börse bis auf weiteres ausgesetzt hatte.
Portugiesische Boersenaufsicht untersucht

davegranlund.com

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Optimismus als Bilanzregel

Irische Banken
Martin Alioth berichtet aus Dublin: Das irische Bankensystem ist in den letzten sechs Jahren in seinen Grundfesten erschüttert worden. Zahlreiche Institute wurden abgewickelt, liquidiert, fusioniert. Viele ausländische Banken, die sich einst freudig an der Spekulationsblase beteiligt hatten, sind verschwunden oder auf dem Rückzug. Übrig blieben die beiden «Pfeiler-Banken» Allied Irish Bank und Bank of Ireland sowie eine Handvoll kleinerer Operateure.
Optimismus als Bilanzregel

Schwarwel

Schwarwel

Noch nie wurde mit Freihandel Wasser privatisiert

Der Westen will ein Abkommen zur Öffnung der weltweiten Dienstleistungsmärkte. Droht die Privatisierung von Wasser und Bildung? Unsinn, sagt der Ökonom Pierre Sauvé

András Szigetvari berichtet: Sie treffen einander regelmäßig und diskret in den Räumlichkeiten der australischen Vertretung bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Vertreter von 50 Ländern verhandeln derzeit über ein Abkommen zur Öffnung ihrer Dienstleistungsmärkte. Banken, Telekom- und IT-Firmen soll das grenzübergreifende Geschäft erleichtert werden. An dem Trade in Services Agreement (Tisa) sind neben der EU auch die USA, Japan, die Türkei und die Schweiz interessiert. NGOs fürchten mit Tisa den Beginn einer beispiellose Deregulierungswelle. Das Bildungs- und Gesundheitssystem, ja selbst „Abwasser- und Müllentsorgung“ stehen auf dem Spiel, warnt der ÖGB.
Noch nie wurde mit Freihandel Wasser privatisiert
Wassertropfen

Gibt es ein Milliardenschweres Rettungspaket für Banco Espírito Santo?

Neue Bank dank Troika-Geld

Simon Kamm, Lissabon berichtet.  Der angeschlagene portugiesische Banco Espírito Santo (BES) erhält eine dringend benötigte Finanzspritze und wird aufgespalten.

Der angeschlagene Banco Espírito Santo bedient ab sofort seine Kunden mit einem «neuen Namen» und einem neuen Alleinaktionär.

Von diesem Montag an firmiert das angeschlagene portugiesische Geldinstitut Banco Espírito Santo (BES) als «Novo Banco» («Neue Bank») und erhält eine dringend benötigte Finanzspritze von 4,9 Mrd. €, wie Zentralbankgouverneur Carlos Costa am späten Sonntagabend bekannt gab.
Milliardenschweres Rettungspaket für Banco Espírito Santo

Banco espirito santo

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