Amerikas Mühen mit dem Freihandel

Gespräche mit der EU und pazifischen Staaten

Die USA verhandeln mit zwei Staatengruppen über Freihandel. Mit pazifischen Staaten wird um Arbeitnehmerrechte gerungen, mit der EU um den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse.

In den Freihandelsgesprächen der USA mit pazifischen Staaten wird um Arbeitnehmerrechte gerungen, mit der EU um nichttarifäre Handelshemmnisse.

Wer schon einmal ein Auto über den Atlantik schicken wollte, kann das Potenzial einer Freihandelszone der USA mit der EU nachvollziehen. Ein Berliner Garagist erklärt, dass die Umrüstung des in den USA gekauften Mazda 1800 € kosten würde – ohne dass sich damit die Sicherheit verbessern würde. Diese Woche fand in Brüssel die vierte Verhandlungsrunde zur transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) statt. Grosse Hoffnungen werden beidseits des Atlantiks denn auch auf die Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse gesetzt.
Amerikas Muehen mit dem Freihandel

One Sided Free Trade anti-Free Trade cartoon 1886

Rentiert sich der Glaube an die eigene Firma?

Mitarbeiter, die sich ganz mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, wünscht sich wohl jeder Firmenchef. Im Silicon Valley will man das erreichen, indem Entrepreneurs ihre Angestellten vielfach mit Aktien oder Optionen entlöhnen – und so versuchen, die intrinsische Motivation und die Loyalität gegenüber der Firma zu erhöhen. Schliesslich sind die finanziellen Mittel eines frisch gegründeten Unternehmens oft begrenzt, aber es kann Mitarbeiter mit der Aussicht locken, für das nächste Apple, Google oder Whatsapp zu arbeiten.
Rentiert sich der Glaube an die eigene Firma
Aktien Lohnkomponenten

Schweiz konfisziert Millionen von Präsidententochter

Die Tochter des usbekischen Präsidenten steht im Verdacht der Geldwäsche. Nun greift die Schweiz ungewohnt hart durch – und beschlagnahmt kurzerhand 800 Millionen Franken der umtriebigen Frau.

Die älteste Tochter des usbekischen Staatspräsidenten ist ins Visier der Schweizer Justiz geraten. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Gulnara Karimowa der Geldwäsche, wie die Behörde mitteilte.

Vermögen von über 800 Millionen Franken (rund 658 Millionen Euro) sei beschlagnahmt worden. Die Untersuchung stehe im Zusammenhang mit mutmaßlich unrechtmäßigen Vorgängen im usbekischen Telekommunikationsmarkt.
Schweiz konfisziert Millionen von Präsidententochter

Gulnara Karimova

Den Regenschirm rechtzeitig aufspannen

«Wenn es regnet, muss man seinen Regenschirm aufspannen», sagt ein japanisches Sprichwort. Diese Aussage trifft nicht nur für das tägliche Leben zu, sondern sie lässt sich metaphorisch auch auf die Finanzmärkte übertragen. Dort zeichnen sich besonders erfolgreiche Anleger durch ihr stringentes Risikomanagement aus. Sie versuchen, sich gut entwickelnde Wertpapiere möglichst lange zu halten und verlustträchtige Positionen schnell zu identifizieren und konsequent zu verkaufen. Der Blick auf die finanzmathematischen Fundamente erklärt, wieso es sich lohnt, Kursverluste möglichst zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen, statt bei fallenden Kursen auf eine «wundersame Erholung» zu hoffen. Wenn der Kurs eines Wertpapiers nämlich erst einmal um 50% (80%) gefallen ist, müsste er ausgehend von der tiefen Basis um mindestens 100% (400%) steigen, um wieder für eine ausgeglichene Bilanz im Portfolio zu sorgen. Ob die Erholung wahrscheinlich ist, welche Zeit dafür benötigt würde und was man mit dem gebundenen Kapital inzwischen hätte machen können, ist offen.

Das geschickte Placieren sogenannter Stop-Loss-Aufträge zählt zu den einfachsten Methoden, um sich gegen Kursrückschläge abzusichern. Sie führen dazu, dass ein Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft wird, sobald dessen Notierung an der Börse oder im verwendeten Online-Handelssystem eine bewusst definierte Untergrenze erreicht oder unterschritten hat. Bei « Trailing-Stopps » wird die kritische Kursschwelle in einem steigenden Markt sogar automatisch nach oben angepasst, so dass einmal erzielte Kursgewinne in Ansätzen als gesichert gelten können. Manche Investoren sind angesichts erratischer Kursbewegungen dazu übergegangen, sich Kursgrenzen mental zu setzen, um bei Erreichen sofort zu verkaufen.
Den Regenschirm rechtzeitig aufspannen

Thorsten Klomfass

Thorsten Klomfass

Für wirklich Reiche bleibt die Schweiz ein Steuerparadies

Für kleine Betrüger taugt die Schweiz als Fluchtland nicht mehr, für die  Geldelite schon. Uli Hoeneß und Alice Schwarzer waren „nur dumm“. Der Tagesspiegel

Der vergangene Februar war wieder so ein schwarzer Monat für den „Finanzplatz Schweiz“, auf den die Eidgenossen einst so stolz waren. Erst flogen in Deutschland mehrere prominente Steuerbetrüger auf, denen Schweizer Geldhäuser als willige Helfer zur Seite gestanden hatten. Dann veröffentlichte der Untersuchungsausschuss des US-Senats eine Anklage gegen den zweitgrößten Finanzkonzern des Landes, die Credit Suisse, die mit „Geheimdienstmethoden“ ein „infames Geschäftsmodell“ betrieben habe und mehr als 22 000 Amerikanern geholfen haben soll, ihr Geld vor den US-Finanzbehörden zu verstecken.

Und dann kam noch heraus, dass auch der ukrainische Kleptokrat Viktor Janukowitsch und seine Clique ihre Milliarden über Mittelsmänner in der Schweiz verwalten ließen.

Da werden zwei Firmenmäntel aus der Schweiz und einer anderen Steueroase gekauft und hintereinander geschaltet“, und schon sei „der eigentliche Inhaber nicht mehr erkennbar“. Das koste allerdings schnell mal 40 000 Euro und lohne sich erst „so ab drei, vier Millionen“. Diese Einschätzung bestätigt Andreas Frank, ein früherer Manager der US-Bank Goldman Sachs und Fachmann zur Bekämpfung der Geldwäsche. Insbesondere die rund 1000 Schweizer Treuhänderfirmen würden Tarnkonstruktionen verkaufen, „die von den Banken gar nicht überprüft werden können“. Das belege der Fall des Schweizer Vermögensverwalters Peter Amrein von der Züricher Firma Solidus, dem die New Yorker Staatsanwaltschaft den Prozess macht. Dessen Tarnfirmen-Konstruktion habe nur mit Hilfe eines Insiders aufgedeckt werden können, berichtet Frank. Uli Hoeneß oder Alice Schwarzer seien „nur dumm gewesen“, meint Frank. „Hätten sie solche Strukturen genutzt, wäre ihnen nichts passiert.“

Treuhänder, anonyme Trusts oder andere Tarnkonstruktionen sind allerdings keine Schweizer Besonderheit. Derlei Verstecke werden genauso in London, New York oder Frankfurt ganz legal verkauft.
Für wirklich Reiche bleibt die Schweiz ein Steuerparadies

Schweizer Asyl

EZB-Direktorin Lautenschläger

Haben noch Spielraum
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich nach Worten von EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger weitere geldpolitische Schritte offen.

„Wir haben noch Spielraum“, sagte Lautenschläger dem „Wall Street Journal“ in einem am Montag veröffentlichten Interview. „Der Zinssatz für die Einlagefazilität könnte beispielsweise negativ werden.“

„BANKEN-STRESSTEST IST LETZTE CHANCE ZUM AUFRÄUMEN“

Lautenschläger dagegen wies Befürchtungen zurück, die Zentralbank reagiere nicht entschlossen genug auf die schwache Teuerung. „Den Vorwurf der Sorglosigkeit kann ich nicht nachvollziehen“, sagte sie. „Wir werden handeln, wenn die Bedenken hinsichtlich mittelfristiger Preisstabilität zunehmen.“

Zugleich betonte Lautenschläger die Bedeutung des Stresstests für europäische Banken. „Das ist die letzte Chance zum Aufräumen“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich denke schon, dass einige Banken ihre Kapitalausstattung verbessern müssen. Ich nenne hier keine Zahl, weil mir die nicht bekannt ist.“

Die EZB prüft dieses Jahr die 128 größten Geldhäuser der Euro-Zone auf Herz und Nieren. Die Institute müssen dabei unter anderem einen Stresstest bestehen und sich einen tiefen Blick der Aufseher in ihre Bilanzen und deren riskanteste Positionen gefallen lassen.
EZB-Direktorin Lautenschläger

Deutsche Miss Euro

China plant große Finanzreformen

Bald Freigabe der Zinsen

China treibt die Liberalisierung seiner Zinsen schneller als erwartet voran, so dass
Spareinlagen attraktiver werden.

«Ich persönlich denke, dass es sehr wahrscheinlich schon in ein bis zwei Jahren realisiert
wird», sagte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan am Dienstag auf einer Pressekonferenz aus
Anlass der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. China werde auch die Konvertibilität seiner Währung vorantreiben. Die jüngste Abwertung des Yuan auf seinen niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren nannte Zhou Xiaochuan «normal» und eher vom Markt getrieben.
China plant große Finanzreformen

Panda o L

 

Geld zurück vom Staat

Wie sich die Steuererklärung auszahlt
Die Steuererklärung zu machen, ist zwar oft nervig und mühsam – aber es lohnt sich. Denn neun von zehn Steuerzahlern bekommen Geld vom Finanzamt zurück

Sie kommt so sicher wie Weihnachten oder Ostern, die alljährliche Steuererklärung. Kaum jemand macht sich gern an die Formulare, sortiert Quittungen und Kontoauszüge. Doch zumindest einen Trost dürften die meisten Menschen haben: Die Mühe lohnt sich. Neun von zehn Steuerzahlern bekommen Geld zurück, im Schnitt sind es knapp 870 Euro. Kein schlechter Stundenlohn für ein paar Stunden Arbeit.
Wie sich die Steuererklaerung auszahlt

Steuerklärung

Vor dem Sprung ins kalte Wassser

EU beugt sich über Zinsbesteuerung
Die EU-Kommission sieht sich auf gutem Weg, mit der Schweiz und weiteren Drittstaaten einen Übergang zum AIA auszuhandeln. Damit wird ein EU-interner Durchbruch zur Zinsbesteuerung noch im März wahrscheinlich.

«Die EU steht kurz vor historischen Abkommen mit unseren Nachbarstaaten, die wir vor noch nicht langer Zeit nicht für möglich gehalten hätten»: Derart euphorisch berichtet der EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta in einem Brief an die Finanzminister der 28 EU-Staaten über seine laufenden Verhandlungen mit der Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Monaco und San Marino über die Ausweitung ihrer Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU. Alle fünf Drittstaaten hätten akzeptiert, dass der einzige realistische Weg nach vorn darin liege, die einschlägigen Beziehungen mit der EU am globalen Standard für den automatischen Informationsaustausch (AIA) zwischen den Steuerämtern auszurichten, den die OECD derzeit ausarbeite.
Vor dem Sprung ins kalte Wassser

Sprung ins kalte Wassser