Bitcoin und die Steuererklärung

Für viele Bitcoin-Nutzer sind Steuern derzeit kein Thema. Steuer Dartboard
Denn wer als Privatperson Bitcoins kauft und sie über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr hält, zahlt ähnlich wie bei Gold keine Steuern auf die Wertsteigerung.

Gregor Schulmeister berichtet: Auch Online-Händler, die Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen, diese jedoch über einen Zahlungsdienstleister wie BitPay sofort in Euro umtauschen, müssen keine zusätzlichen Steuern zahlen. Sie akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel, besitzen aber zu keinem Zeitpunkt Bitcoin. Dies kann für sie große Vorteile haben. Denn die Internetwährung Bitcoin kann genutzt werden, um beliebig große Geldmengen quer durch die Welt zu versenden.

Zudem fallen bei Bitcoin-Überweisungen nur minimale Gebühren an. Im Gegensatz zu Kreditkarten gibt es kein Betrugsrisiko, sagte kürzlich im Interview Oliver Flaskämper, Chef von Bitcoin Deutschland. Charge-Backs etwa sind ausgeschlossen. Wer seine Bitcoin geschäftlich nutzt und sie nicht sofort in Euro umwandelt, der muss laut deutschem Recht Steuern auf den Spekulationsgewinn zahlen. Und eben dafür gibt es ab diesem Jahr die Steuererklärungssoftware des Berliner Start-ups Coyno…..

Welche Steuern sind es denn, die in Deutschland im Zusammenhang mit Bitcoin fällig sind?

Bei Privatperson, die Bitcoins verkaufen oder mit Bitcoins bezahlen, handelt es sich um private Veräußerungsgeschäfte. Dazu gibt es einschlägige Stellungnahmen des Finanzministeriums. Das heißt, man handelt wie mit Autos oder mit Gemälden. Wenn ich Bitcoins in einem Zeitraum von einem Jahr wieder verkaufe, muss ich auf den Gewinn Steuern zahlen. Wenn ich die Bitcoins länger als ein Jahr halte, kann ich sie steuerfrei veräußern. Der Gewinn wird dem Einkommen hinzugerechnet, ich muss also Einkommenssteuer darauf zahlen. Es handelt sich also nicht etwa um 25 Prozent Kapitalertragssteuer, sondern um Einkommenssteuer, die im Zusammenhang mit Bitcoin gezahlt wird. Soviel zu Privatpersonen.

Bei Händlern gelten andere Vorschriften. Es kommt immer auf die Rechtsform an, aber prinzipiell gilt: Auch ein Händler muss die Veräußerungsgewinne ähnlich wie bei Aktien seinen Gewinnen hinzurechnen. Hier ist es allerdings unerheblich, wie lange er die Bitcoins gehalten hat. Der Händler muss den Spekulationsgewinn in jedem Fall ausweisen.

Das Problem ist, dass manche Händler vielleicht 10.000 Mal am Tag kleinere Eurobeträge überwiesen bekommen. Hier ist die Zuordnung dann sehr komplex und eigentlich nicht per Hand sondern nur automatisiert lösbar. So etwas hält Händler sonst davon ab, Bitcoin zu verwenden. Es wird wahrscheinlich bald eine Software geben, welche die tausenden Bitcoin-Transaktionen automatisch für die Steuererklärung aufbereitet….
Handel mit Bitcoin bringt Probleme fuer die Steuererklaerung

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Börsianer haben Angst vor dem schwarzen Schwan

Solide, unerschütterlich, vertrauenswürdig. Wer in die großen Dax-Werte investierte, wähnte sich sicher. Nun stürzte mit VW eine Aktien-Legende tief. Erinnerungen an 1998 werden wach.

„Das war für uns ein Schwarzer Schwan“, sagen Ökonomen. Ein Schwarzer Schwan – das ist in der Sprache der Börsianer so etwas wie das „Dunkle Mal“ bei Harry Potter, ein unerwartetes und unvorhersehbares Ereignis, das den Verlauf der Geschichte zum Schlechteren verändert.

Der Schwarze Schwan, ist natürlich der Abgas-Skandal. Ursprünglich als „Dieselgate“ eine Affäre rund um Deutschlands größten Autobauer Volkswagen, hat sich der Manipulationsverdacht inzwischen auch auf andere deutsche Hersteller ausgeweitet.
Die Angst der Boersianer vor dem Schwarzen Schwan
Kohl-Schwan

Papst zu Korruption und Geldwäsche

„Eine andere Art von Krieg erleben viele unserer Gesellschaften mit dem Phänomen des Drogenhandels. Ein „in Kauf genommener“ und ärmlich bekämpfter Krieg. Aufgrund seiner Eigendynamik geht der Drogenhandel einher mit Menschenhandel, Geldwäsche, Waffenhandel, Ausbeutung von Kindern und anderen Formen der Korruption. Einer Korruption, die in die verschiedenen Ebenen des gesellschaftlichen, politischen militärischen, künstlerischen und religiösen Lebens eingedrungen ist und in vielen Fällen eine Parallelstruktur hervorbringt, welche die Glaubwürdigkeit unserer Institutionen in Gefahr bringt.“
Papstrede vor der UNO/ PDF Deutsch

Frauen und Kinder leiden unter Korruption
How Can Women Work Against Corruption? If You See Something, Say Something!!!

Korruptionsskandale überall auch in Estland

Was Whistleblower, oft unter schwierigsten Umständen, uns schon seit Jahren versuchen zu erzählen, kommt langsam auf den Tisch. Ein Filz aus Kumpanei, Vertuschung und Verschleierung. Nicht nur in der Politik, Justiz, Banken, Fifa und VW um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Jetzt bemüht sich auch Estland um Aufklärung. Das könnten hoffentlich endlich Anfänge einer positiven Entwicklung gegen Korruption sein.

Schmiergeld in Tallinn
Zwei Korruptionsskandale erschüttern Estland
In Estland sind die Chefs der Hafengesellschaft wegen Bestechung und Geldwäsche verhaftet worden. Nun steht auch der Oppositionsführer unter Korruptionsverdacht.
Korruptionsskandale erschüttern Estland

Doaa Eladl www.w-t-w.org/en/doaa-eladl @doaaeladl

Doaa Eladl
www.w-t-w.org/en/doaa-eladl
@doaaeladl

Hierzu auch: Warum sind wir alle auch Frauen und Kinder von Korruption betroffen
Verbrechen ermöglichen.

New Yorker Staatsanwalt wirft der Deutschen Bank Steuerhinterziehung vor

Warum muss eigentlich immer erst die USA  Vertuschen und Kumpanei
„kriminelle Machenschaften“ in Deutschland und der Schweiz aufdecken? Erst eine Kultur des Vertuschen und der Kumpanei ermöglicht Verbrechen.

Ein New Yorker Staatsanwalt wirft der Deutschen Bank vor, über Scheinfirmen im großen Stil Steuern hinterzogen zu haben. Die Deutsche Bank findet die Klage unberechtigt – doch ein US-Richter sah das nun anders.

Auf die Deutsche Bank kommt ein Prozess wegen angeblichen Steuerbetrugs in den USA zu. Ein US-Bundesrichter wies am Donnerstag den Antrag des Geldhauses zurück, die Klage der US-Regierung auf Zahlung von 190 Millionen Dollar nicht anzunehmen.

Das Institut führte an, die Klage sei unberechtigt und komme viel zu spät. Der Richter ließ diese Argumente aber nicht gelten.

Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara hatte die Klage im Dezember 2014 eingereicht. Er wirft der Deutschen Bank Steuerhinterziehung im großen Stil über ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen vor.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft kaufte das Geldhaus 1999 eine Firma, die auf unrealisierten Gewinnen von 150 Millionen Dollar aus Aktien des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb saß. Um die dadurch fälligen Steuern zu umgehen, habe die Bank die Aktien unter Wert an Scheinfirmen veräußert, die die Papiere wiederum an eine andere Deutsche-Bank-Einheit weitergereicht hätten.

Ein Bank-Sprecher kündigte an, das Institut werde sich weiter energisch gegen die Anschuldigungen zur Wehr setzen. Es hat die fragliche Transaktion als nicht betrügerisch bezeichnet und geltend gemacht, dass die Angelegenheit bereits 2009 in einer Vereinbarung mit den US-Steuerbehörden vollständig geklärt worden sei.

Um „brutalstmögliche Aufklärung“ bemüht

Um „brutalstmögliche Aufklärung“ bemüht

Die zwei Gesichter von Fintech

Regulierung von Finanzinnovationen: Neue technologische Möglichkeiten elektrisieren die Finanzbranche. In der Tat, ohne Innovation gelingt der digitale Wandel nicht. Bei aller Begeisterung ist Lobhudelei jedoch fehl am Platz.

Jürg Müller berichtet: Das weitherum beliebte Fondue «Moitié-Moitié» besteht je zur Hälfte aus Freiburger Vacherin und Gruyère. Zur einen Hälfte aus Bankern und zur anderen aus Informatikern besteht die in der Finanzbranche gegenwärtig angesagteste Mischung: Fintech. Nachdem die traditionellen Geldhäuser die Zeichen der Zeit erkannt hatten, haben sie sich in den vergangenen Jahren schnell auf die Gefahr aus dem Silicon Valley eingestellt. Wohlwissend, dass mit der neuen Technologie disruptives Potenzial einhergeht, wählte man im Gegensatz zu vielen anderen Branchen einen kooperativen Kurs – eine Strategie, die aus volkswirtschaftlicher Sicht Gefahren birgt.

Im Zentrum des derzeitigen Finanzsystems stehen unangefochten die Banken. Spätestens seit der vergangenen Finanzkrise ist allen klar, dass gewisse Unternehmen gleicher sind als andere. Während eine Fluggesellschaft wie die Swissair in den Konkurs geschickt wird, rettet man eine Bank wie die UBS. Doch für die Rettung durch den Staat müssen die Finanzinstitute einiges auf sich nehmen. Um sich im gewaltigen und stetig wachsenden Regelwerk zu positionieren, wenden Banken Millionen von Franken auf. Die direkten Kosten dürften im Vergleich zu den indirekten allerdings vernachlässigbar klein sein…

Es gibt aber auch Finanz-Startups, die wirkliche Innovationen vorantreiben und Mehrwert schaffen. So nutzt beispielsweise das Schweizer Jungunternehmen Monetas jene Technologie, die der berühmt-berüchtigten Währung Bitcoin zugrunde liegt, um damit Geld international zu überweisen. Lendingrobot ist ein Beispiel dafür, dass auch Peer-to-Peer-Lending nicht zwingend in die klassischen Verbriefungskanäle laufen muss; das Startup aus Seattle automatisiert die Investitionsentscheide für Sparer, die in Kleinstkredite investieren wollen.

Bankenvertreter werden nun darauf hinweisen, dass der Einbezug traditioneller Geldhäuser vorteilhaft sein kann und dass bei kleinen Finanzunternehmen für den Einzelnen Risiken lauern. Das stimmt, liegt allerdings in der Natur der Sache: Die Welt ist voller Unsicherheiten, und Investitionen können immer scheitern. Nur, bei Bankeinlagen ergeben sich für den Kunden deshalb kaum noch finanzielle Gefahren, weil die Politik diese mit staatlichen Garantien grosszügig absichert; die Risiken sind im heutigen Bankenmodell nicht eliminiert, sondern dem Steuerzahler überwälzt. Aus liberaler Sicht wünschenswert wäre indes ein dezentrales Finanzsystem, in welchem Investoren die eingegangenen Risiken selber tragen.

Fintech-Startups, die ein solches marktorientiertes Finanzsystem ermöglichen, machen daher Mut und zeigen auf, dass das Phänomen Fintech eine differenzierte Betrachtung verlangt. Finanzinnovationen sind notwendig, nur so kann der digitale Wandel geschafft werden. Bei aller Begeisterung für das Neue ist Lobhudelei jedoch fehl am Platz. Viele Innovationen werden – wie früher – von etablierten Finanzinstituten dazu eingesetzt, Regeln zu umgehen. Der Gesetzgeber tut gut daran, die Regulierung auf die unterschiedlichen Arten von Fintech abzustimmen: Die Umgehung bestehender Regulierungen muss verhindert werden, ohne dadurch innovative Geschäftsideen zu behindern.
Die zwei Gesichter von Fintech
Digital Financial Disruption

Digitale Währung statt Papiergeld

Andrew HaldaneWenn die Zinsen bei null oder gar darunter liegen, wird Geldpolitik schwierig. Laut dem Chefökonomen der Bank of England könnte ein Übergang von Papier- zu Digitalgeld das Problem lösen.

Die Bank of England und die Nullzinsgrenze
Gerald Hosp berichtet: Andrew Haldane ist nicht nur ein origineller Denker, als Chefökonom der britischen Zentralbank hat sein Wort auch Gewicht. In seiner jüngsten Rede spekulierte er über die Abschaffung des Bargelds, an dessen Stelle könne eine von der Zentralbank gestützte digitale Währung treten. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die sogenannte Nullzinsgrenze, die besagt, dass die Geldpolitik an ihre Grenzen stösst, wenn die Nominalzinsen gegen null laufen. Den Zentralbanken geht dann die Munition aus, um die Wirtschaft zu stimulieren. Negative Zinsen, ein Strafzoll für das Halten von Geld, sind in dieser Lesart nicht durchzusetzen, weil die Leute auf Bargeld ausweichen. Wenn jedoch zinsloses Bargeld abgeschafft würde, könnte dieses Problem laut Haldane überwunden werden.
Digitale Waehrung statt Papiergeld

Digitale Waehrung

Wall-Street-Notizen-IT Sicherheit

Ohne IT-Sicherheit keine Zukunft. Apple hat bekanntgegeben, dass der App-Store des Technologiekonzerns von Hackern überfallen wurde. Zu Schaden kam dabei niemand.

Apple hat übers Wochenende bekanntgegeben, dass der App-Store des Technologiekonzerns von Hackern überfallen wurde. Offenbar wurden Hunderte von Applikationen (Apps) mit «schmutziger» Software beladen. Apple hat zum Glück klargestellt, dass bis dato niemand dadurch Schaden genommen hat. Das Unternehmen hat die betroffenen Apps vom App-Store gelöscht. Die Episode zeigt, wie zentral die Sicherheit in der Informatik geworden ist. Sicherheit bedeutet allerdings viel. Zum einen geht es darum, dass niemand unrechtmässigen Zugang zu Daten erhält. Es geht aber auch darum, dass niemand das Verhalten von Individuen unrechtmässig verfolgen kann. Das Problem ist so bedeutend, dass führende Technologievertreter im Silicon Valley bereits davon ausgehen, dass die grossen Informatikunternehmen nur dann bestehen können, wenn sie auch das Sicherheitsproblem lösen…

Insofern werden nur diejenigen Technologieunternehmen langfristig erfolgreich sein, deren Kerngeschäft im Bereich der Sicherheit liegt. Aus Sicht der Anleger lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Sicherheitsstrategie von Technologieunternehmen. Wer keine hat, dürfte laut spitzen Zungen bald auch keine tragfähige Zukunft haben.
Ohne IT-Sicherheit keine Zukunft

Kostas Koufogiorgos

Kostas Koufogiorgos

 

Value ist langweilig

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Wir beleuchten die Hauptargumente von Growth-Investoren und vergleichen sie noch einmal mit der Value-Philosophie. Wahrscheinlich gilt auch hier, dann man am besten nicht die ganze Wette nur auf ein (Anlagestil) Pferd setzt.
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Katze aus dem Sack? Lohndumping

Eigentlich ist Deutschland auf der Suche nach mehr qualifizierten Facharbeitern. Jetzt schlägt das Münchner Ifo-Institut vor, den Mindestlohn abzusenken, damit Flüchtlinge in deutschen Betrieben beschäftigt werden können. Eine erstaunliche Forderung: Denn damit würden die Flüchtlinge zum Hebel für Lohndumping, das am Ende auch die deutschen Arbeitnehmer trifft.

Nach Einschätzung des Münchner Ifo Instituts sind die meisten Flüchtlinge nicht gut genug für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert. Damit die Flüchtlingskrise den Steuerzahler jedoch nicht dauerhaft überlaste, müssten die Zuwanderer so schnell wie möglich bezahlte Jobs annehmen, erläuterten die Wirtschaftsexperten in einer Mitteilung vom Sonntag: «Es steht zu befürchten, dass viele von ihnen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro keine Beschäftigung finden, weil ihre Produktivität schlicht zu gering ist.» Das Institut plädiert deshalb dafür, den Mindestlohn abzusenken.
Mindestlohn absenken, um Flüchtlinge in Arbeit zu bringen
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit