Weltwirtschaftskrise?

Mächtigste Bank der Welt legt Mandat zur Rettung der Weltwirtschaft zurück

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ räumt in ihrem Jahresbericht ein, dass die Politik des billigen Geldes gescheitert ist All die Billionen hätten kein Wachstum in der Realwirtschaft erzeugt. Die Zentralbanken können die Wirtschaft nicht retten. Die Regierungen der Welt müssen nun die Krise lösen.

Im November 2008 begann die Federal Reserve in den USA damit, Wertpapiere in Milliardenumfang aufzukaufen, um den Markt nach der Pleite von Lehman Brothers zu stabilisieren. Später kaufte die Fed auch US-Staatsanleihen auf und senkte die Leitzinsen auf ein Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Damit löste sie ein weltweites Abwertungsrennen aus, denn über die Weltwährung Dollar exportierte die Fed die negativen Effekte ihrer Geldpolitik in andere Staaten. Als Folge dessen haben allein zwischen dem 1. Januar und dem 12. März 2015 insgesamt 20 Notenbanken ihre Leitzinsen gesenkt. Zuletzt trat auch China in diesen Währungskrieg ein. Die chinesische Zentralbank lockerte ihre Geldpolitik in teilweise leichtsinniger Weise und entfachte damit eine kreditgetriebene Aktienhausse, die im größten Kurseinbruch seit 20 Jahren endete.

Die in Basel ansässige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gilt als die „Zentralbank der Zentralbanken“. Sie wurde 1930 ursprünglich dafür gegründet, die deutschen Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg abzuwickeln. Heute vernetzt die BIZ die Notenbanken aus aller Welt miteinander und verwaltet in ihrem Auftrag Teile der globalen Goldreserven. In ihrem 85th Annual Report analysiert die Institution die Lage des globalen Finanzsystems sieben Jahre nach der Krise. Ein ganzes Kapitel widmet die BIZ dabei den Mängeln des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Statt ein nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum der Weltwirtschaft zu fördern, bestehe die Gefahr, dass dieses System das Wachstum untergrabe.

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken habe kein nennenswertes Wachstum in der Realwirtschaft erzeugt.
Maechtigste Bank der Welt legt Mandat zur Rettung der Weltwirtschaft zurueck
Weltwirtschaftskrise-1929

Glücksspiel – Alles auf null

Die Regulierung der deutschen Glücksspielbranche droht erneut zu scheitern. Die EU-Kommission kritisiert die in Deutschland geltenden Glücksspielgesetze.

Es gibt sie in jeder Stadt, die Menschen, die ihr Geld in blinkenden Automaten in Spielhallen und Kneipen versenken. Die guten alten Roulette-Teller in Spielbanken, die überwachten Blackjack-Runden und Pokertische. Doch was an diesen Orten gespielt wird, findet zunehmend auch im Netz statt, völlig unreguliert und grundsätzlich verboten – wie so vieles nicht erlaubt ist, wenn es in Deutschland um Glücksspiel geht. Nicht erlaubt zwar, aber auch nicht effektiv unterbunden.

Was legal ist, schreiben die von den Bundesländern ausgehandelten Glücksspielregeln vor, die in ihrer aktuellen Fassung Mitte 2012 in Kraft traten. Oberste Ziele sind laut Gesetz der Spieler- und Jugendschutz sowie das Verhindern von Geldwäsche und Betrug. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hegt die EU-Kommission jetzt erhebliche Bedenken gegen dieses Gesetz: gegen die Konzessionsvergabe an private Sportwettenanbieter, die mangelhafte Regulierung verbotener Online-Kasinospiele und die zweifelhafte Kohärenz der Regulierung – letztlich also daran, ob die Bundesländer mit dem Staatsvertrag dessen Ziele erreichen. Sollten sie diese Bedenken nicht ausräumen können, droht Deutschland wegen der Glücksspielregulierung ein Vertragsverletzungsverfahren. Nicht zum ersten Mal könnte das gesamte Konstrukt der deutschen Glücksspielregulierung kippen.
Alles auf null

Spielbude

In der Not frisst der institutionelle Investor Fliegen

Schweizer Kapitalmarkt:  Die neu aufliegenden Bonds werden den Emittenten trotz rekordtiefen Coupons aus den Händen gerissen. Doch später wird das zu Problemen führen.

NZZ berichtet:  Bondanleger blicken im Ärger zurück. Von den wichtigsten Anlageklassen haben Obligationen in den vergangenen drei Monaten gemäss «Moody’s Asset Price Monitor» am schlechtesten abgeschnitten. Obwohl die Renditen sich von ihren historischen Tiefstständen abgesetzt hätten, notierten sie noch weit unter dem 10-Jahre-Durchschnitt, schreibt die Agentur. Vor allem in Europa seien die Bondkurse noch auf erhöhtem Niveau, obwohl die Deflationsrisiken abgenommen hätten und die Risikoprämien in vielen Ländern zugenommen habe.

Doch Anleihe ist nicht gleich Anleihe: Gemäss Fisch Asset Management waren im ersten Semester innerhalb der Hartwährungs-Anleihen mit Investment-Grade-Qualität die Papiere aus Schwellenländern am robustesten. Unternehmensanleihen aus diesen Regionen wiesen eine Rendite von 2,5% auf. Während amerikanische Firmenanleihen 0,3% Kursverluste verbuchten, liegen europäische mit 1,1% im Minus.

Die Staatsanleihen von «sicheren» Ländern bleiben aber weiter gefragt. Die Nachfrage nach Titeln bester Bonität übersteige weiterhin das Angebot. Nach der Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern kehrt wieder «Normalität» ein, die Risikoaufschläge für Peripherie-Staatsanleihen nahmen spürbar ab. Die Renditen für spanische und italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fielen wieder unter 2%. Nach den langwierigen Griechenland-Verhandlungen dürften in den nächsten Wochen wieder andere Themen in den Fokus rücken, wie die realwirtschaftliche Entwicklung und die Zinswende in den USA.

Der abgewendete Grexit hat zwar etwas Druck vom Schweizerfranken genommen, trotzdem gibt es Ökonomen, die davon ausgehen, dass die Schweizerische Nationalbank die Zinsen noch weiter in den Negativbereich drücken muss. Ein Händler meinte dazu, mit Devisenkäufen könne man wenig ausrichten, denn mit einem «Jasskässeli» könne man nicht gegen einen Währungsraum, egal ob das Dollar, Euro oder Yen sei, antreten.

Im Primärmarkt war nur die Basler Kantonalbank aktiv. Die Emission ist auf ein sehr gutes Echo gestossen. In weniger als zwei Stunden war das angestrebte Volumen von 300 Mio. Fr. ausgeschöpft. Ein Mitarbeiter der Bank meinte dazu, nicht nur der Spread, sondern auch das Timing sei entscheidend. Die Basler Kantonalbank hat das günstige Umfeld genutzt, um bereits einen Teil der 600 Mio. Fr. zu refinanzieren, die 2016 fällig werden.

In der Not fresse der Teufel Fliegen, meinte ein Marktbeobachter dazu. Doch Pensionskassen, die jetzt Anleihen zu 3/8 Prozent zeichneten, per Reglement verpflichtet seien, 50% oder 60% in festverzinsliche Werte zu investieren und eine jährliche Rendite von 3% und mehr erzielen sollten, würden mit steigenden Zinsen – und dem damit sinkenden Wert des Bond-Portfolios – grosse Probleme bekommen.
In der Not frisst der Teufel Fliegen

Skandal-Spur der Papst-Bank führt nach Deutschland

Intrigen und Skandale. Die Vatikanbank war in der Vergangenheit in dunkle Machenschaften verstrickt. Jetzt prüfen italienische Fahnder einen neuen Verdacht. Und der führt nach Deutschland.

Kunden der Vatikanbank könnten mithilfe deutscher Kreditinstitute Schwarzgeld verschoben haben. Diesem Verdacht geht nach Informationen der „Welt am Sonntag“ die Staatsanwaltschaft in Rom nach. Insbesonde-re interessieren sich die Ermittler demnach für Transaktionen, die über die Deutsche Bank abgewickelt wurden. Nach Angaben aus Justizkreisen haben die italienischen Behörden deshalb die Staatsanwaltschaft Frankfurt um Rechtshilfe gebeten, bereits zum zweiten Mal in dieser Sache.
Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt nicht gegen die deutschen Institute, erhofft sich von ihnen aber Informationen. Es geht um Kunden des als Vatikanbank bekannten Instituts für die religiösen Werke (IOR) und um den Verdacht der Steuerhinterziehung. „Und häufig steckt dahinter Schlimmeres“, sagt ein Ermittler. Das könnte beispielsweise Korruption oder organisierte Kriminalität sein.
Skandal-Spur der Papst-Bank fuehrt nach Deutschland

Papst mit Scheuklappen

Beschleunigter Zerfall des Goldpreises

Einbruch auf Fünf-Jahre-Tief.

Der Goldpreis ist am Montag auf ein Fünf-Jahre-Tief gefallen. Auch die Preise der anderen Edelmetalle haben sich in dessen Sog weiter verbilligt. Für eine Trendwende spricht derzeit wenig.

Michael Schäfer berichtet: Der Goldpreis ist am Montag auf ein Fünfjahretief gefallen.
In einem von geringer Liquidität geprägten Handel an den asiatischen Finanzplätzen, verlor das Edelmetall temporär fast 4%. Zeitweise kostete es gerade noch 1088 $/Unze und erreichte somit ein Fünf-Jahre-Tief. Einen grossen Verkaufsdruck habe es insbesondere an der Börse in Schanghai gegeben, wo die Umsätze ein Vielfaches des Üblichen betragen hatten.
Beschleunigter Zerfall des Goldpreises
Gold

Null Ahnung von Finanzen

Nichts bringt Martin Armstrong so sehr in Rage wie die Zunft der Politiker. Diese hätten nämlich Martin Armstrong Economcs„null Ahnung von Finanzen“. Doch er hat eine Idee, wie man das ändern könnte – man schafft sie einfach ab!

Varoufakis, der allen und ganz besonders Schäuble auf der Nase herumtanzt. Merkel, die ihre Euro-Schäfchen nicht zusammenhalten kann, weil Tsipras mal mit Putin, mal mit Juncker flirtet. Dazu Lagarde, die Juncker zwischenzeitlich nicht mehr lieb hat, dann aber doch wieder. Und schließlich noch Draghi, der dafür sorgen muss, dass dem Sandkasten, in dem sich die anderen austoben, nicht der Sand ausgeht – Kommt Ihnen der Poker um Griechenland auch manchmal vor wie eine dieser mittelmäßigen Telenovelas?

Für Martin Armstrong sind diese Machtspielchen, persönlichen Eitelkeiten und Hahnenkämpfe aber nicht nur Teil, sondern vielmehr Kern des Problems. Im Gespräch mit wallstreet:online lässt er seinem Unmut über die Zunft der Politiker freien Lauf. Schnell wird klar – er würde sie am liebsten loswerden.

„Das Problem in Europa besteht darin, dass Politiker die Funktionsweise von Währungen nicht verstehen. Warum? Überall in der Welt besteht die Mehrzahl der Politiker aus Anwälten. Diese haben null Ahnung von Finanzen. Sie sehen die Welt nur aus ihrer Perspektive. Aus dieser verfassen sie Gesetze, die dann jeder zu befolgen hat.“ Ein Fehler, findet Armstrong, denn: „Mit der realen Welt hat das nichts zu tun. Sie versuchen ständig, die Wirtschaft zu manipulieren, um ihre eigen Macht zu sichern.“

„Politiker streben immer nach Macht“

Der eigene Machterhalt ist laut Armstrong das Einzige, was Politiker wirklich interessiere. Deshalb versuchten sie erst gar nicht, die Märkte zu verstehen. „Sie betrachten die Dinge nur aus ihrer eigenen Perspektive, denn es geht immer darum, an der Macht zu bleiben.“ Er erzählt uns von einer Begegnung mit einem US-Senatoren, der sich über Diktatoren echauffierte, weil sie 35 Jahre und länger an der Macht blieben, und wie er, Armstrong, ihn daraufhin fragte: „Ach ja, und wie lange bist du schon im Senat?“ Anekdoten wie diese seien symptomatisch: Sobald sie von den Wählern ins Amt gehievt wurden, handelten Politiker nur noch in ihrem eigenen Interesse, so Armstrong, der sich immer weiter in Rage redet. „Oder haben sie schon einmal erlebt, dass Politiker ihre eigenen Bezüge kürzen? Nein, natürlich nicht. Sie sagen immer, das Problem sei, dass wir nicht genug Steuern zahlen.“ Selbst Politiker, die anfangs mit guten Absichten in die Politik gingen, tappten früher oder später in die Machtfalle.

Weg mit den Karriere-Politikern!

Dabei gebe es einen ganz einfachen Weg, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, erklärt er: „Ehrlich gesagt, wenn wir wirklich etwas bewirken wollen, müssen wir die Karriere-Politiker abschaffen.“

Konkret fordert Armstrong die Amtszeit von Politikern zu begrenzen. Maximal zwei Wahlperioden, danach soll Schluss sein. Der Vorteil? „Wenn man die Amtszeit auf zwei Perioden beschränkt, würde man Leute mit Qualifikationen bekommen.“ Also endlich keine Anwälte mehr, sondern qualifizierte Fachkräfte aus unterschiedlichen Berufsrichtungen. Zum Beispiel er selbst. „Ich würde etwas für zwei Jahre machen, aber ich will nicht mein ganzes Leben lang für die Regierung arbeiten. So könnte ich sagen ‚Ok, ich habe meinen Teil dazu beigetragen, ich habe meine zwei Jahre in den Dienst der Regierung gestellt‘.“ Auch auf dem eigenen Lebenslauf würde sich eine solche Station sicher nicht schlecht machen. Ein netter Nebeneffekt, meint Armstrong. Und alle wären glücklich.

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Sigmar Gabriel: Deutschland Rückzugsraum für asoziale griechische Superreiche?

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel trifft den Nagel auf den Kopf – illegale Vermögensabflüsse von superreichen Steuerflüchtlingen können zum wirtschaftlichen und finanziellen Ruin ganzer Staaten führen. Alle Staaten der Eurozone dürfen hierbei nicht zum „Mithelfer“ von asozialen Superreichen werden, die sich in ihrem Herkunftsland der Verantwortung entziehen. (Ermöglichen von Verbrechen).

„Uns fehlt im verhandelten Programm auch die gemeinsame Verpflichtung aller Eurozonen-Staaten, auf Antrag der griechischen Regierung die Vermögenswerte griechischer Steuerflüchtlinge einzufrieren, die in den letzten Monaten und Jahren ihr Geld aus dem Land gebracht haben.

Denn die haben doch in Berlin, London, Paris und Amsterdam ihre Häuser gekauft. Und wir dürfen nicht der Rückzugsraum für asoziale griechische Superreiche sein, die sich zu Hause ihrer Verantwortung entziehen.“

Sigmar Gabriel zur Stabilitätshilfe zugunsten Griechenlands am 17.07.2015
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel begründet in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag die Aufnahme von erneuten Verhandlungen mit Griechenland über ein weiteres Hilfspaket: „Das ist die einzig richtige Entscheidung: für die Menschen in Griechenland, für die Menschen in Deutschland und in Europa insgesamt.“ Hier die Rede im Wortlaut.
Lage in Europa und Finanzhilfen fuer Griechenland

kriki.cartooncommerz.de

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Fifa: Zehn Millionen Kaution für Vizepräsident Webb

Fifa : Früherer Blatter-Stellvertreter kommt gegen Kaution frei

Jeffrey Webb: Der Ex-Vizepräsident der Fifa muss sich in New York wegen des Vorwurfs der Korruption verantworten.

Jeffrey Webb: Der Ex-Vizepräsident der Fifa muss sich in New York wegen des Vorwurfs der Korruption verantworten.

Der ehemalige Vizepräsident der Fifa, Jeffrey Webb, hat nach seiner Auslieferung alle Korruptionsvorwürfe bestritten. Mit einer Zahlung von zehn Millionen Dollar vermeidet er das Gefängnis.

Im Fifa-Korruptionsskandal hat der ehemalige Vizepräsident des Weltfußballverbandes, Jeffrey Webb, nach seiner Auslieferung in die Vereinigten Staaten die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Bei einer ersten Anhörung vor einem Bundesgericht in New York plädierte der 50 Jahre alte Sportfunktionär am Samstag auf nicht schuldig. Gegen eine Kaution von zehn Millionen Dollar wurde er unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Er wurde unter anderem unter Hausarrest gestellt und musste seine drei Pässe abgeben.

Dem Ex-Präsidenten des Fifa-Kontinentalverbandes Concacaf für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik wird Betrug, Geldwäsche und Beteiligung an einer Verschwörung vorgeworfen. Webb ist einer von sieben ranghohen Funktionären des Weltfußballverbandes, die auf Ersuchen der amerikanischen Justiz Ende Mai am Rande des Fifa-Jahreskongresses in der Schweiz wegen des Verdachts auf Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar in Auslieferungshaft genommen wurden. Der Bürger der Kaimaninseln wurde am Donnerstag als erster überstellt. Er soll seiner Auslieferung zugestimmt haben. Inzwischen ermitteln Behörden weltweit rund um die Vergabe von Fußballweltmeisterschaften.

Korruptionsskandal: Coca-Cola und McDonald’s fordern von Fifa-Reformen Webb war von vielen als Hoffnungsträger angesehen worden. Er galt als enger Vertrauter von Noch-Fifa-Chef Joseph Blatter. Der Mann könnte ein wichtiger Zeuge für die Staatsanwaltschaft in Brooklyn werden. Amerikanische Medien spekulieren, dass er mit der Anklage kooperieren könnte. Insgesamt werden 14 Personen aus mehreren Ländern in dem jüngsten Fußball-Skandal vom amerikanischen Justizministerium beschuldigt. Einer von ihnen ist der Marketingverantwortliche Aaron Davidson, der am Freitag vernommen worden war. Nach Angaben der „New York Times“ verhandelt er mit der Staatsanwaltschaft wegen einer Strafminderung.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Goldman macht seinen Chef zum Milliardär

Für Goldman Sachs zu arbeiten, lohnt sich, vor allem wenn man Chef ist. Lloyd Blankfein ist seit kurzem Milliardär. Er ist allerdings nicht der einzige angestellte Banker, der es so weit gebracht hat. New YorkIn den USA leben 537 Milliardäre, mehr als in jedem anderen Land der Welt, davon allein 91 in New York, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. So steht es jedenfalls in der Hurun Global Rich List 2015, die freilich wie alle solche Aufstellungen auf recht groben Schätzungen beruht.

Lloyd Blankfein, der Chef von Goldman Sachs, gehört nach Kalkulation der Nachrichtenagentur Bloomberg seit kurzem auch zu diesem Club, mit einem Vermögen von etwa 1,1 Milliarden Dollar. Rund die Hälfte davon sind Anteile an der eigenen Firma, der Rest angesparte Boni, hinzu kommen Immobilienbeteiligungen. Über ganz ähnliche Summen hatte Bloomberg vor einigen Monaten für Jamie Dimon, den Chef von JP Morgan, berichtet. Das Jahresgehalt von Blankfein liegt bei 24 Millionen, das von Dimon bei rund 20 Millionen Dollar.

Blankfein stammt aus einfachen Verhältnissen. Er wuchs in einer jüdischen Familie in der Bronx auf, sein Vater war Postbeamter. Er führt die Bank seit 2006. Dimon, ebenfalls ein gebürtiger New Yorker, stammt aus einer Familie griechischer Immigranten, sein Vater und sein Großvater arbeiteten beide schon im Bankgeschäft. Er führt das Institut seit 2004, hat also ebenso wie Blankfein die große Finanzkrise in seinem Amt überlebt. Beide sind in der Öffentlichkeit von Kritikern der Wall Street schon häufig angefeindet worden.
Goldman macht seinen Chef zum Milliardaer
Für Goldman Sachs zu arbeiten, lohnt sich

Kakaobohnen im Wert von etwa 12 Mrd. $

Wandel in der Branche. Knapper Kakao in Brasilien

Wegen Schleckmäulern und Hexenbesen muss Brasilien heute den einst reichlich vorhandenen Kakao einführen. In Südbahia, einer der weltweit ältesten Anbauregionen, könnte die Produktion bald deutlich wachsen.

Alexander Busch berichtet: Brasilien Kakao  Die von weissem Fruchtfleisch umhüllten Kakaobohnen werden weltweit immer begehrter.

Wenn João Tavares in der jetzigen Regenzeit seine Kakao-Fazenda besucht, muss er die kleinste Übersetzung seines vierrad-getriebenen Pick-ups einlegen. Im Schritttempo fährt Tavares mitten im atlantischen Regenwald über die steilen, durch Regen und Feuchte glitschigen Kopfsteinpflasterwege seiner Plantage. Im Schatten gewaltiger Tropenbäume hängen rechts und links gelbe, grüne, rote und orange Kakaofrüchte dicht an den Stämmen der Bäume. Arbeiter schlagen sie mit Macheten ab und werfen sie in Körbe, vernäht aus dem Gummi von Lkw-Reifen. Maultiere tragen diese zum Hauptsitz der Fazenda. Die kilometerlangen gepflasterten Wege rund 50 km nordwestlich von Ilhéus hatte sein Vater in den fünfziger Jahren anlegen lassen, damit die Transporter der Kakaohändler das ganze Jahr die Kakaosäcke von der Fazenda abholen konnten, ohne im Lehm stecken zu bleiben. Das war zu den goldenen Zeiten der Kakaokultur hier in Bahia, im Nordosten Brasiliens.

Vom Ex- zum Importeur

In den dreissiger Jahren, als die Kakaobarone um die Provinzstadt Ilhéus sagenhaften Reichtum anhäuften und der brasilianische Schriftsteller Jorge Amado seine ersten Romane über die extremen Einkommensunterschiede in der Region schrieb, war Brasilien schon fast ein halbes Jahrhundert der weltweit wichtigste Kakaoproduzent. In den besten Jahren exportierten die Händler mehr als 400 000 t Kakaobohnen über den Hafen von Ilhéus nach Europa und in die USA. Heute ist davon nicht mehr viel übrig: Brasilien produziert nur noch etwa halb so viel Kakao wie damals. Im heruntergekommenen Hafen von Ilhéus wird kein Kakao mehr exportiert, sondern dieser wird aus Westafrika oder Indonesien importiert. Das liegt unter anderem an einem Pilz, dem sogenannten Hexenbesen, der 1989 aus dem Amazonasgebiet kommend die Plantagen in Südbahia attackierte und deren Produktion zeitweise auf ein Zehntel reduzierte.
Knapper Kakao in Brasilien

Chocolate

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