Liechtenstein entwöhnt sich vom Steuerhinterziehungsgeschäft

Liechtenstein als Fonds-Standort: EWR-Mitgliedschaft als Plus gegenüber der Schweiz

Der Finanzplatz Liechtenstein entwöhnt sich vom Steuerhinterziehungsgeschäft. Im Fondsbereich will er nun in Symbiose mit der Schweiz seinen EU-Marktzugang ausnützen.

Finanzbranche schon immer ein symbiotischer Partner gewesen, doch nun setzt das «Ländle» auf andere Karten als früher. Einst waren tendenziell lockere Kontrollen und Gesetze und dabei besonders ein sehr liberales Stiftungsrecht. Dieses verwendeten etliche Schweizer Banken und Vermögensverwalter vor 2008 gerne für ihre Kunden. Jetzt will Liechtenstein vermehrt mit der EWR-Mitgliedschaft punkten, die dem Fürstentum erleichterte Marktzugänge für Finanzdienstleistungen in der EU verschafft. Damit will es sich unter anderem der Schweiz als Vertriebs- und Fondsstandort anbieten.

EU-Pass für Vertrieb unter Mifid
Publikumsfonds vom Standort Liechtenstein (Ucits) haben einen EU-Pass und können damit in den einzelnen Ländern der Gemeinschaft vereinfacht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen werden, ein Privileg, das dem Schweizer Standort bis auf weiteres versagt bleibt. Auch für alternative Fonds (AIFM) ist Liechtenstein auf guten Wegen zum EU-Pass. Den AIFM-EU-Pass könnte die Schweiz immerhin auch noch bekommen.
EWR-Mitgliedschaft als Plus gegenueber der Schweiz
EWR Vollgas

Finanzbedarf für Griechenland/ IWF Report

IWF-Prognose für Finanzbedarf Griechenland 52 Milliarden Euro für drittes Hilfspaket?

Mark Schieritz berichtet: Manchmal sind ein paar Tage eine ganze Welt. Am Donnerstagabend hat der Internationale Währungsfonds seine Schuldentragfähigkeitsanalyse für Griechenland veröffentlicht – und auf einmal sehen die Vorschläge von Syriza gar nicht mehr so verrückt aus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Griechenland rund 50 Milliarden Euro zusätzlich an Hilfe und einen Schuldenschnitt benötigt – und das wenige Tage nachdem Deutschland und andere Euroländer das Angebot über Verhandlungen über einen solchen Schuldenschnitt aus einer von der Eurogruppe bereits erarbeiteten Vorlage herausgestrichen haben.
GREECE PRELIMINARY DRAFT DEBT SUSTAINABILITY ANALYSIS
Der IWF sagt die Wahrheit
IWF

Europe is a Woman

Europa ist eine Frau: Das weiß jeder, der sich in der griechischen Mythologie auskennt. Die phönizische Königstochter Europa, geht die antike Sage, fiel ob ihrer Schönheit dem Göttervater Zeus ins Auge, den es nicht bei seiner angetrauten Ehefrau Hera hielt. Um sie zu täuschen und Europa für sich zu gewinnen, verwandelte sich Zeus flugs in einen Stier und entführte die Geliebte aus der Schar ihrer Gespielinnen. Auf seinem Rücken trug er sie sodann vom vorderasiatischen Tyros (im heutigen Libanon) über das Meer nach Kreta. Dort nahm er seine normale Gestalt wieder an und zeugte mit Europa drei Kinder. Aufgrund einer Verheißung Aphrodites erhielt der neu entdeckte Erdteil den Namen der Königstochter.Europe die Frau mit der weiten SichtEurṓpē „die (Frau) mit der weiten Sicht“

Es war einmal… Vor langer Zeit, da näherte sich Göttervater Zeus in Gestalt eines Stiers einer Gruppe spielender Mädchen an der Küste des phönizisches Ortes Tyros (heute südl. Libanon). Unter den Mädchen befand sich Europa, die Tochter des Königs Agenor. Europa ist jung und hübsch. Mit ihr auf dem Rücken schwimmt Zeus nach Kreta; er verführt die Entführte, beide zeugen drei Söhne. Und wenn sie nicht gestorben sind… Das Mosaik der Namensgeberin unseres Kontinents gibt es im Nationalmuseum von Beirut zu sehen.
Women Holding Globe Sized

Brasilien untersucht Devisen-Mafia

Die brasilianische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen 15 Banken wegen des Verdachts auf Manipulationen am Devisenmarkt eröffnet – unter ihnen UBS und Credit Suisse.

Tjerk Brühwiller berichtet: 15 global tätige Finanzinstitutionen müssen sich vor der brasilianischen Wettbewerbsbehörde (Cade) erklären. Wie diese am Donnerstag mitteilte , existierten «starke Indizien» auf Absprachen und Preismanipulationen am Devisenmarkt. Die verdächtigten Banken sollen zwischen 2007 und 2013 – oder länger – untereinander Kursdifferenzen (Spreads) im Devisenhandel festgelegt, Devisengeschäfte koordiniert, Wettbewerber von Transaktionen abgehalten und Referenzkurse zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Zudem sollen sensible Informationen über den Devisenmarkt untereinander ausgetauscht worden sein. Der jährliche Devisenhandel in Brasilien wird auf rund 3 000 Mrd. $ geschätzt, womit das Land zu den aktivsten Märkten gehört.
Die Schweizer Banken UBS und CS im Visier.  Brasilien untersucht Devisen-Mafia. 

The Untouchable, Unscrupulous ‘LIBOR Cartel’

The Untouchable, Unscrupulous ‘LIBOR Cartel’

EZB erwirbt neu auch Infrastruktur-Bonds

«Quantitative Lockerung»

Die EZB kriegt nicht genug Staatsanleihen zusammen. Die Zentralbank weitet daher ihr Anleihekaufprogramm auf Infrastruktur-Firmen aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihr grosses Anleihen-Kaufprogramm Bonds grosser europäischer Energie- und Infrastruktur-Unternehmen aufgenommen. Unter anderem sind nun Anleihen des italienischen Versorgers Enel und des italienischen Stromnetzbetreibers Terna Teil des Programms, wie die EZB am Donnerstag auf ihrer Webseite mitteilte. Auch Bonds der österreichischen ÖBB-Infrastruktur AG, die unter anderem das gesamte Schienennetz der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) betreibt, können nun aufgekauft werden, ebenso Titel des slowenischen Autobahnbetreibers Dars. Die Kriterien für die Auswahl wurden nicht öffentlich gemacht.

Die Liste könne auf Grund geldpolitischer Erwägungen erneut verändert werden, teilten die Währungshüter mit. Insgesamt sind nun Bonds von 13 weiteren staatlichen oder halbstaatlichen Gesellschaften Teil des auf 1,14 Billionen Euro angelegten Kaufprogramms. Die Währungshüter wollen damit die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln und der Konjunktur auf die Sprünge helfen. Die Idee: Banken sollen weniger in diese Titel investieren und stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Die Inflation soll auf diese Weise wieder in Richtung der knapp zwei Prozent Teuerung gehievt werden, die die EZB als förderlich für die Wirtschaftsentwicklung ansieht. Im Juni waren die Preise im Währungsraum nur um 0,25 gestiegen.

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Schnäppchen am Aktienmarkt

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Hochs und Tiefs an den Finanzmärkten wechseln sich nicht nur über die Zeit ab, sondern auch im Querschnitt über verschiedene Märkte. Und so gibt es immer wieder Unter- und Überbewertungen. Wir zeigen, wie sich die internationalen Märkte diesbezüglich im Sommer 2015 präsentieren.
Shiller pe was ist das?

Diese Haare! Diese Stimme! Dieser Anzug und diese Krawatte! Ralph! Schnapp dir das Telefon und kauf 1000 Anteile von egal welcher Aktie er da auch immer spricht!

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Griechenland hat IWF-Kredite nicht zurückgezahlt

Griechenland ist damit der erste Industriestaat, der beim IWF Rückstände hat. Bisher blieben dort unter anderen Zimbabwe, Sudan und Kuba Zahlungen schuldig.
Athen hat die am Dienstag fällig gewordene Rückzahlung von 1,5 Mrd. Euro nicht überwiesen. Für den Umgang mit säumigen Schuldnern gibt es beim Währungsfonds etablierte Prozeduren.

Martin Lanz berichtet: Der Internationale Währungsfonds IMF hat am Dienstag die Bewegungen auf seinen Finanztransaktionskonten aufmerksamer als sonst verfolgt. Nach den Entwicklungen vom Wochenende, dem Auslaufen des europäischen Teils des griechischen Kreditprogramms und unmissverständlichen Äusserungen aus Athen überwog die Erwartung, dass Griechenland die fällig gewordene Rückzahlung von 1,232 Mrd. Sonderziehungsrechten (SZR; Währungs- und Recheneinheit des IMF) oder umgerechnet 1,55 Mrd. € nicht leisten würde. Am Abend kam dann die Bestätigung: Die Zahlung sei nicht eingegangen, hiess es vom Währungsfonds. Der IMF-Exekutivrat sei entsprechend informiert worden.

Derweil gingen am Dienstag in Athen mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße, um vor dem am Sonntag geplanten Referendum gegen die Tsipras-Regierung und für den Euro zu demonstrieren.
Zahlungsverzug Athens gegenueber dem IMF
Statement by the IMF on Greece
Griechenland hat IWF-Kredite nicht zurückgezahlt

US Aktien: Gefährliches Territorium?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die Bewertung eines Aktienmarktes ist das Eine. Die zeitliche Dauer eines Aufschwunges am Aktienmarkt aber vielleicht etwas ganz anderes. Wundern Sie sich über die gegenwärtige Hausse des US-Marktes relativ zu seiner Geschichte über die letzten fast 150 Jahre.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

Rudolf Schuppler
www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

Ist Puerto Rico das Griechenland der USA?

Knapp vor dem Bankrott

Europa hat ein Griechenland-Drama, die USA ein Puerto-Rico-Debakel. Die Problematik ähnelt sich.

Während sich die ganze Welt mit Griechenland beschäftigt, steht Puerto Rico ebenso vor dem finanziellen Kollaps. Die Währungsunion bangt um ein Mitglied, das seine Schulden nicht zahlen kann. Man könnte meinen, dass solche Dinge nur den Europäern passieren. Doch auch die Amerikaner haben ihr Drama mit maroden Teilstaaten. Dort ist es Puerto Rico, das offenbar am Rande des finanziellen Kollapses steht. Die Karibikinsel ist zwar kein offizieller Gliedstaat der USA, doch sie ist als sogenanntes Commonwealth trotzdem eng mit den USA verbunden. Der politisch Verantwortliche Alejandro García Padilla nennt sich wie in den Gliedstaaten Gouverneur.
Knapp vor dem Bankrott
Puerto Rico