Nicht ganz ernst gemeinte Goldanlage

Sabine Oberpriller berichtet: In Japan sind zerbrochene Lieblingstassen schnell verschmerzt, denn dank Kintsugi, einer traditionellen Reparaturmethode für Keramik, gewinnt das kaputte Stück zusätzlich an Wert. Dabei werden die Bruchstücke mit einem speziellen Lack zusammengefügt, in den feinstes Goldpulver eingestreut wird. Megan Pflug, Designerin aus Brooklyn, hat ein japanisches Fertig-Kit für Kintsugi ausprobiert – und dabei allergisch auf den Lack reagiert: Das traditionelle Rezept enthält ein Baumharz, das ähnlich giftig ist wie Efeu. Inzwischen hat die Profibastlerin Pflug eine verträglichere Variante der goldenen Klebmasse entwickelt.

Auf ihrer Website meganpflugdesigns zeigt sie in einem Video, wie das funktioniert: Anstelle von Baumharz verwendet sie Epoxidharzkleber und verrührt ihn mithilfe eines Zündhölzchens mit Goldpulver auf einem alten Brett zu einer goldenen Masse. Das Mischverhältnis: Auf etwa einen Flaschendeckel voll Kleber kommt ein haselnussgroßer Klecks Goldpulver. Die Masse wird mit dem Zündholz dünn auf die Bruchstellen aufgetragen, und die Scherben werden so lange zusammengedrückt, bis der Kleber getrocknet ist.
Repariere Geschirr mit Gold

Währung ohne Regeln?

Der Euro in der Krise

Jede Währung braucht einen stabilen Ordnungsrahmen mit verbindlichen Regeln. Im Falle des Euro sind diese Regeln sukzessive ausser Kraft gesetzt worden. Das rächt sich nun in Griechenland.

Thomas Fuster berichtet: Niemand mag Gesetze und Regeln. Dennoch sind sie nötig, um ein friedliches Zusammenleben zu sichern. Verzichtet man auf sie, herrschen Anarchie und ein Überlebenskampf aller gegen alle. So sympathisch die Idee eines von Obrigkeiten freien Miteinanders sein mag – ganz ohne Ordnungsrahmen funktioniert keine Gesellschaft und keine Volkswirtschaft. Das gilt auch aus liberaler Warte, da selbst die Freiheit zu beschränken ist, wenn es gilt, die Freiheit anderer zu schützen. Eine liberale Wirtschaftsordnung stützt sich daher stets auf ein Set allgemeingültiger Regeln – wobei niemand sicher weiss, zu welchen exakten Ergebnissen sie führen. Ziel ist dabei, möglichst wenig Regeln zu setzen, aber sicherzustellen, dass die wenigen Regeln tatsächlich eingehalten werden. Diesem Prinzip fühlten sich einst – deklarativ – auch die Gründerväter des Euro verpflichtet, als sie 1992 in Maastricht verbindliche Maximalwerte für Defizite und Schulden vereinbarten.

Ein Spiel mit der Glaubwürdigkeit
23 Jahre nach Maastricht ist das Prinzip der Regelbindung zum Minderheitenprogramm geworden im Euro-Raum…..
Eine Währung ohne Regeln
Griechenland Euro ohne Regeln?

Wie gehts es Frauen in Mazedonien?

Mazedoniens WirtschaftMazedoniens Wirtschaft:
Gute Eckdaten und wenig Hoffnung
Wer Statistiken konsultiert, erhält ein positives Bild von Mazedoniens Wirtschaft. Zur gedrückten Stimmung im Land passen diese Daten schlecht.

Andreas Ernst berichtet: Man wandert durch Mazedoniens Hauptstadt und wundert sich: Herrscht hier Aufbruch oder Niedergang? Im Zentrum wird emsig gebaut, obwohl es kaum mehr freie Flächen gibt. Amtsgebäude, Museen, der riesige turmbewehrte Sitz der Regierungspartei wachsen empor. Darunter stehen, sitzen und reiten zahllose Bronze-Helden. «Skopje 2014» nennt die Regierung das Projekt, das dem Stadtzentrum mit klassizistisch inspirierter Zuckerbäckerarchitektur ein neues Antlitz geben soll. Doch in den Nebenstrassen, abseits der Baustellen, herrscht urbane Ödnis.
Mazedoniens Wirtschaft

Macedonia, painting by Jan Mrkvička.

Macedonia, painting by Jan Mrkvička.

Frauen und Kinder leiden überproportional unter Korruption/ Geldwäsche

Griechenland-Krise bremst Asiens Börsen aus

Zitterpartie: Griechenland-Krise bremst Asiens Börsen ausSchanghai
Die Sorge um Griechenland machen sich auch an den Börsen in Fernost deutlich bemerkbar.

(Reuters) Die anhaltende Ungewissheit über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone setzt auch den Aktienmärkten in Fernost zu. Die Börsenbarometer haben zum Wochenausklang zum Teil deutlich nachgegeben.

Zuvor hatten die EU-Staats- und Regierungschefs das für Samstag anberaumte neuerliche Treffen der Euro-Finanzminister zum entscheidenden Datum erklärt. «Der Markt ist nervös, aber nicht panisch», sagte Aktienexperte Stefan Worrall von Credit Suisse. «Er hält erwartungsvoll den Atem an.»

In Tokio machten viele Anleger Kasse, nachdem der Nikkei im Verlauf der Woche den höchsten Stand seit mehr als 18 Jahren erreicht hatte. Am Freitag schloss der Leitindex mit seinen 225 führenden Werten um 0,3% schwächer bei 20 706 Punkten.

Zu den Unternehmen mit den grössten Kursverlusten in Tokio zählte Mitsubishi Motors nach Berichten über eine Massen-Rückrufaktion. Auch die Papiere anderer exportorientierter Unternehmen wie Honda gaben nach. Die Aktienkurse beider Autobauer büssten je 0,6% ein.

Die Sorge um Griechenland machte sich auch andernorts in Fernost bemerkbar. So büsste der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans 1,2% Pein. Steil bergab ging es an der Börse in Schanghai, die gut 7% im Minus notierte. Der Markt habe eine ganze Flut von Neuemissionen zu verkraften, und die Anleger rätselten über den künftigen Kurs der Zentralbank, sagten Experten.
'In Asia today, the Shanghai stock index closed lower on rumors of a fortune cookie shortage.'

 

Kredite im Internet

LendingDas US-Unternehmen LendingClub
vermittelt Peer-to-Peer-Kredite über
das Internet; die grösste Crowdlending-Plattform ist 2014 in New York an die Börse gegangen.

Eugen Stamm berichtet: Kredit-Marktplätze, auf denen Privatinvestoren über das Internet Darlehen an andere Privatpersonen vergeben, sind ein ziemlich junges Phänomen. Die meisten Anleger dürften mit dieser – Social Lending oder P2P-Lending genannten – Anlageklasse noch nicht in Berührung gekommen sein. Wenn sie den Begriff bereits einmal gehört haben, dann verwechseln manche ihn mit anderen Formen des Crowdfunding. Dazu zählen etwa ungleich riskantere Investitionen in Eigenkapital von Jungunternehmen oder aber die Unterstützung von Kunstprojekten. Bei ihnen sollten ein gutes Gefühl und eine symbolische Gegenleistung, etwa ein T-Shirt, Motivation genug sein.
Social Lending heisst aber nichts anderes, als Geld auszuleihen und im Gegenzug eine dem Risiko angemessene Entschädigung in der Form von Zinsen zu erwarten. Es handelt sich also grundsätzlich um eine festverzinsliche. Anlage, auch wenn der Zinssatz von der gewählten Plattform und den gesprochenen Krediten (bzw. ihrem Zinssatz und ihrer Ausfallquote) abhängig ist. Kritiker monieren, das entsprechende Angebot in der Schweiz sei gering und wachse nur zögerlich. Sie vergessen aber, dass es für Anleger kein Hindernis darstellt, per Knopfdruck Geld im EU-Ausland zu investieren, wo die Regulierung für diese finanzielle Innovation weniger hinderlich ist. Schliesslich warnen andere Stimmen davor, Finanzanlagen auf Plattformen zu tätigen, die keine langjährigen Performancezahlen besitzen. Dieses Argument sticht durchaus, denn ein nennenswertes Volumenwachstum von Social Lending hat erst nach der Finanzkrise eingesetzt. Eine schlechtere Wirtschaftslage wird die Kreditausfälle ansteigen und damit die Rendite für die Anleger sinken lassen. Dieses Risiko ist aber auch für Käufer von Unternehmensanleihen kein Hinderungsgrund, sondern einfach ein Element ihres Kalküls.

Lending Club ist die grösste Social-Lending-Plattform der Welt. Im ersten Quartal 2015 hat sie 1,6 Mrd. $ an Krediten vermittelt, über 100% mehr als in der Vorjahresperiode. Insgesamt hat sie seit ihrer Gründung 2006 ein Volumen von 9,3 Mrd. $ erreicht. Der durchschnittlich von den Schuldnern bezahlte Zins bewegt sich deutlich über 10% (s. Grafik). Während der Rezession, als die Kreditausfälle anstiegen, haben Anleger nur dann negative Renditen erzielt, wenn sie bloss in Kredite der zwei schlechtesten Bonitätsstufen investiert haben. Die fünf solideren Stufen kamen mit positiven Renditen durch die Krise, während der S&P-500-Index einen Drittel an Wert verlor, wie ein Artikel auf Lendingmemo.com zeigt (« How will P2P Lending perform during a national recession »).
Wer in Social Lending investieren will, fragt sich, wie viel er einsetzen soll. Von Exponenten der Branche hört man eine Zahl von 10% des Portfolios, gemeint ist diese Quote in der Regel aber nicht als Ziel-Allokation, sondern als Obergrenze…
Welchen Platz sollen Online-Kredite im Portfolio einnehmen
Crowdsourcing

Aktien? Klar! Aber welche?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Einzelaktien sind wesentlich riskanter als eine Anlage in ein ganzes Aktienportfolio – z.B. einen Index. Im folgenden Video illustrieren wir dies anhand einer Grafik, welche den Kursverlauf der wichtigsten Deutschen und Schweizer Titel relativ zu den jeweiligen Indices über 20+ Jahre darstellt.
Aktienkurs
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Jahrhundert Kulturerbe und/oder Geldwert?

450 Jahre Spanische Hofreitschule. Streit um das Ballett der LipizzanerCapriole

Die weissen Hengste der Spanischen Hofreitschule gehören zu Österreich wie Mozart und das Neujahrskonzert. Kritiker fürchten jedoch, die Tradition der klassischen Reitkunst verkomme zu reinem Kommerz.
450 Jahre Spanische Hofreitschule
Spanische Hofreitschule
Vergil Kraenzlin Kommentar: Ach, diese Kulturromantiker!

Die reden da von Tradition und Kunst und all diesen überflüssigen Hemmnissen der Kommerzialisierung. Kann man sich den nicht still und leise damit abfinden, dass unsere Gesellschaft keinen Bedarf mehr hat an Beständigkeit, Bestimmtheit und Klarheit? Das hier ist die Postmoderne und die hat im Grunde nur noch einen Wert und das ist die Beliebigkeit. Wenn es der Sache dient, dann hupfen die Pferdchen künftig auch zu Helene Fischer durch grellbunt gefärbten Glitzersand und die Bereiter werden in Casting-Shows gesucht und gefunden. Die Dinge sind schon lange nicht mehr richtig oder falsch. Sie sind alle relativ zum Geldwert, der sich daraus generieren lässt. Man mag das bedauern und vermutlich bedauert man es zu Recht. Man täte aber gut daran, es leise zu bedauern. Wir tragen gerade ein paar Jahrhunderte Kulturerbe Europas zu Grabe.

Indien 20 Mrd. für sauberen Strom

Drei branchenfremde Grosskonzerne steigen in den indischen Strommarkt ein. Narendra Modi will erneuerbare Energien fördern. Das Potenzial ist gross.

Indien ist mit durchschnittlich 300 Sonnentagen prädestiniert für einen Ausbau der Solarenergie. Drei branchenfremde Grosskonzerne schicken sich an, den indischen Energiemarkt aufzumischen. Über ihr neu gegründetes Joint Venture Cleantech planen der schwergewichtig im Telekommunikations- und Medienbereich engagierte japanische Mischkonzern Softbank, Foxconn aus Taiwan, einer der wichtigsten Produzenten von Elektronik- und Computerkomponenten, und der indische Telekommunikationsriese Bharti Enterprises in Indien, Solarkraftwerke mit einer Kapazität von 20 Gigawatt zu bauen. Vor der Presse in Delhi erklärten Firmenvertreter am Montag, man rechne mit Investitionskosten von 1 Mrd. $ pro GW.
Joint Venture in Indien 20 Mrd. fuer sauberen Strom
Solar-Industry-

Aktienprognose USA – wie geht das?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Kurzfristige Aktienprognosen sind Humbug. Im heutigen Video zeigen wir aber, dass längerfristige Prognosen auf der Basis des sogenannten Shiller PE durchaus gewisse Erfolgsaussichten haben.
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Dein Geldwäscher ist mein Geschäftsmann

Wie unterschiedlich Sichtweisen sein können. Oft werden in einem Land Gruppen als Freiheitskämpfer angesehen, die in anderen Ländern als Terroristen verfolgt werden.

So ist es auch bei der Geldwäsche. In einem Land wird die Geldwäsche als Straftat verfolgt, die selbe Straftat wird in einem anderen Land aber verschleiert und geschützt, wenn sie dem jeweiligen Staat nützt.

Geldwäsche-Verdacht: Italien ermittelt gegen Bank of China

Die italienische Filiale der Bank of China, soll in Geldwäsche in Milliardenhöhe verwickelt sein. Die Bank of China soll bei Geldwäsche geholfen haben. Es geht um rund 4,5 Milliarden Euro – und mafiöse Strukturen. Italienische Staatsanwälte ermitteln deswegen gegen 297 Personen und das Institut selbst.

Es geht um ein riesiges System der Geldwäsche. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen eine Mailänder Filiale der Bank und vier ihrer hochrangigen Manager. Nach Angaben der Staatsanwälte haben zumindest ein Teil der Verdächtigen mafiöse Techniken benutzt, darunter Einschüchterung, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Die Staatsanwälte sprechen von einem Betrag von mehr als 4,5 Milliarden Euro aus Geldfälschung, Prostitution, Ausbeutung und Steuerhinterziehung. Das Geld sei zwischen 2007 und 2010 nach China geschickt worden. Dafür nutzten die Verdächtigen zum Teil ein Geldtransfersystem, das chinesischen Migranten in Italien gehöre.

Fast die Hälfte der Summe sei jedoch durch die Bank of China geschleust worden. Die hat damit mehr als 758.000 Euro an Kommission verdient, wie aus den italienischen Untersuchungsdokumenten hervorgeht. Das Geld sei demnach in kleine Einheiten aufgeteilt worden, um nicht aufzufallen. Zudem habe sowohl das Management der Bank als auch deren Prüfpersonal die auffälligen Transaktionen nicht gemeldet. Offenbar halfen sie sogar dabei, Quellen und Bestimmungsort der Gelder zu verschleiern.

China wollte bei den Ermittlungen nicht kooperieren

Die chinesische Regierung hat den italienischen Behörden zufolge nicht bei der Untersuchung kooperiert. Dabei nimmt China selbst westliche Hilfe in Anspruch, wenn es darum geht, eigene Wirtschaftskriminelle zu jagen.

Italien und China hatten im September eine Memorandum zur juristischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bislang profitiert offenbar China mehr davon: Im Februar wurde eine Chinesin aus Italien ausgewiesen. Ihr sei Diebstahl von mehr als 1,4 Millionen Yuan (rund 200.000 Euro) während ihrer Anstellung in einer Sicherheitsfirma in China vorgeworfen worden. Es war das erste Mal, dass jemand aus Europa wegen Wirtschaftskriminalität an Peking ausgeliefert wurde, wie Chinas Ministerium für Öffentliche Sicherheit bestätigte.

Die juristische Zusammenarbeit ist äußerst wichtig für China, das mithilfe westlicher Regierungen eigene korrupte Beamte jagt, die sich ins Ausland abgesetzt haben. Chinas Präsident Xi Jinping hat den Anti-Bestechungs-Kampf zur höchsten Priorität für die regierende Kommunistische Partei erklärt. Eigenen Angaben zufolge sind bereits mehr als 100.000 Beamte wegen Korruption bestraft worden.

Was passiert mit dem Geld außerhalb Italiens?

Im aktuellen Fall konnte die italienische Polizei jedoch nicht in China weiterermitteln. Nachdem das Geld Italien einmal verlassen habe, sei es „effektiv verschwunden“. Die Nachrichtenagentur AP will aber Teile des Geldes weiterverfolgt haben.

Deren Angaben zufolge sollen Summen zu einem staatlichen Import-Export-Unternehmen geflossen sein, dem vorgeworfen wird, mit gefälschten Markenprodukten zu handeln – teilweise auch in den USA.

Auf den AP-Bericht habe die regierungseigene Staatszeitung „Global Times“ eine Widerlegung der Vorwürfe veröffentlicht. Darin werde die Bank of China verteidigt und die Recherchen der AP als „merkwürdig“ kritisiert. Weiter wurde ein Rechtsexperte zitiert, der sagte, die Bank of China habe „keine Verpflichtung, mit der italienischen Polizei zu kooperieren“.

Die angeschuldigte Bank widerspricht den Vorwürfen, und die Anwälte der Eigentümer des Geldtransfersystems sagten, ihre Klienten seien nicht schuldig.

Nach italienischem Recht wird ein Richter den Antrag der Staatsanwaltschaft prüfen und anschließend entweder eine Verhandlung anordnen oder das Verfahren fallen lassen. Bis dahin könnten noch Monate vergehen, heißt es.
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