Niedrige Zinsen für viele Jahre

Schweiz: Leichtes Spiel für Schuldenmanager des Bundes.

Anne-Barbara Luft berichtet: Das niedrige Zinsniveau hat 2014 den Schuldenverwaltern der Eidgenossenschaft die Arbeit erleichtert. Die attraktiven Finanzierungskosten konnten für viele weitere Jahre gesichert werden.

Für die Schweizer Finanzverwalter war 2014 wieder ein gutes Jahr. Entgegen den Erwartungen der meisten Marktteilnehmer sind die Zinsen auch in diesem Jahr weiter auf ein rekordtiefes Niveau gefallen. Die Rendite für Schweizer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit lag Anfang 2014 noch bei 1,22%, inzwischen werden diese Obligationen zu 0,29% gehandelt. Europaweit ist ein Renditerückgang von 75 Basispunkten seit Jahresbeginn aber sogar eher wenig. Deutsche Bundesanleihen mit dieser Laufzeit verbuchten einen Rückgang der Rendite von fast 140 Basispunkten. Bei der britischen Benchmark-Anleihe gab die Rendite mehr als 120 Basispunkte nach. Eidgenossen mit zwei Jahren Laufzeit werden ebenso wie deutsche, französische und niederländische Obligationen bereits seit längerem mit negativem Vorzeichen gehandelt. In diesem Jahr rutschte die Rendite um 22 Basispunkte auf –0,37% ab.
Leichtes Spiel für Schuldenmanager des Bundes
Verschuldungsgrenze

Äußerungen von Mario Draghi drücken den € Kurs

Euro fällt auf 1,20 Dollar: Äußerungen von Mario Draghi drücken den Kurs

Die Zinsen im Euroland bleiben niedrig. Weil EZB-Chef Draghi die Geldpolitik noch weiter lockern will, verliert die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar weiter an Wert. Dabei gibt es Vor- und Nachteile.
Seit dem Sommer kennt der Kurs des Euro nur eine Richtung: nach unten. Fast vergessen scheinen die Zeiten, als die europäische Gemeinschaftswährung an der Marke von 1,40 Dollar kratzte. Das war erst im Mai vergangenen Jahres. Nun, knapp acht Monate später, liegt der Euro-Kurs gerade noch über der Marke von 1,20 Dollar – ein Minus von etwa 14 Prozent und der tiefste Stand seit viereinhalb Jahren. Aber damit nicht genug: Manche Experten rechnen in den kommenden Monaten gar mit einem noch niedrigeren Kurs. An der Entschlossenheit von Europas obersten Währungshütern im Kampf gegen die niedrige Inflation gibt es nach Ansicht von Fachleuten kaum noch Zweifel.
Aeußerungen von Mario Draghi druecken den Kurs
Euro

Chefin’s, die 2014 Schlagzeilen machten

Im Wirtschaftsjahr 2014 machten sehr unterschiedliche Typen Schlagzeilen. Ein Englischlehrer aus China rockt die Börsen. Ein zäher Sachse stoppt Züge. Ein Rheinländer mit Residenz in Saint Tropez geht in den Knast. Und ein einst sehr armer Ukrainer wird Milliardär. Hier die interessante Chefinnen.

Mary Barra (53)Mary Barra

Die erste Frau an der Spitze eines großen Autokonzerns muss aufräumen: Gerade neu im Amt als Chefin von General Motors startete Barra im Februar eine der brisantesten Rückruf-Aktionen in der Geschichte der Branche.

Über ein Jahrzehnt lang baute GM defekte Zündschlösser ein, die mitten in der Fahrt ausfallen konnten. Mindestens 32 Menschen starben, 2,6 Millionen Autos müssen in die Werkstatt. Die 52-Jährige ist in einer schwierigen Lage: Sie war vor dem Aufstieg an die Spitze für Produktentwicklung zuständig.

Eva-Lotta Sjöstedt (48)Eva-Lotta Sjoestedt

Sie kam, sah und ging schnell wieder. Als die schwedische Ikea-Managerin im Februar den Karstadt-Chefsessel übernahm, machte sie den 17 000 Beschäftigten der Warenhauskonzerns Hoffnung auf bessere Zeiten.

Doch weniger als fünf Monate reichten aus, um bei der 1966 geborenen Schwedin für Ernüchterung zu sorgen. Schon im Juli verließ sie den Konzern und machte aus ihrer Frustration keine Hehl. Für den von ihr angestrebten Sanierungsprozess sehe sie keine Basis mehr, ließ sie beim Abgang wissen.
Chefs, die 2014 Schlagzeilen machten
Chefinnen

Russland muss Riesen-Bank retten

Russland muss seine zweitgrößte Bank mit 1,4 Milliarden Euro vor dem Ruin bewahren. Bedenklich: Auch in Deutschland war die VTB-Bank wegen ihrer außergewöhnlich hohen Zinsen beliebt. Müssen deutsche Sparer jetzt um ihr Geld fürchten?

Die schlechten Nachrichten aus Russland häufen sich: Gerade erst wurde bekannt, dass die staatlich kontrollierte VTB-Bank milliardenschwere öffentliche Hilfen erhalten hat. 100 Millliarden Rubel, umgerechnet 1,4 Milliarden Euro, wurden der klammen Bank zur Verfügung gestellt. Das Geld stammt aus einem nationalen Hilfsfonds.

Diese Nachricht ist nicht nur für Russlands Wirtschaft bedrohlich, sondern auch für deutsche Sparer. Die wurden seit Jahren mit hohen Zinsen gen Osten gelockt – vor allem zur VTB-Bank.
Außergewöhnlich attraktive Zinsen

Das Geldinstitut belegte in den vergangenen Jahren regelmäßig obere Plätze in Rankings für Tages- und Festgeldkonten. Mit bis zu 2,5 Prozent Zinsen bei zwei Jahren Anlagezeit wirkte die VTB in Zeiten der Niedrigzinsen außergewöhnlich attraktiv.

Die Zeitschrift „Finanztest“ kürte das Geldhaus im Januar 2013 sogar zum besten Festgeld-Anbieter. Selbst heute noch wirbt die VTB-Bank in Deutschland mit Zinsen von bis zu 2,1 Prozent.
Russland muss Riesen-Bank retten
Babuschka

Schweiz will fette Beute nicht verlieren

Die Zukunft des Private Banking
Sehr wohlhabende Kunden sollen der Schweiz treu bleiben. Whistelblower werden in der Schweiz streng an die Kandare genommen.

Die Schweizer Banken sind dabei, die Steuerkonflikte mit den USA, aber auch anderen Ländern zu bereinigen. Für die Zeit danach habe seine Bank schon viele Weichen gestellt.

Vermögensverwalter leiden unter steigenden Kosten und sinkenden Erträgen. Dauern die sieben angebrochenen mageren Jahre womöglich etwas länger?
Von entscheidender Bedeutung ist das Marktumfeld. Die Märkte befanden sich im März 2009 in einem Tiefpunkt. Seither durchläuft die Wirtschaft in den entwickelten Ländern einen Transformationsprozess, in dem die USA am weitesten fortgeschritten sind. Gleichzeitig musste man feststellen, dass die Bäume auch in den Schwellenländern nicht in den Himmel wachsen, zumal die politische Lage vielerorts nicht stabil ist. Die Folge ist, dass die Zinsen immer noch sehr niedrig sind, und daran wird sich in den kommenden zwölf Monaten nicht viel ändern.
Sehr wohlhabende Kunden bleiben der Schweiz treuEselein streck dich

Im Januar, im Januar…

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

An den Finanzmärkten existieren alle möglichen Mythen über die Möglichkeiten von Kursprognosen. Wir werden in lockerer Folge von solchen Mythen berichten. Heute beschäftigen wir uns mit dem Januareffekt, welcher besagt, dass der Januar im Allgemeinen der beste Börsenmonat im Jahr ist. Wundern sie sich.
Börse

Aktien für 30-Jährige

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die „Aktienstrategie für 30-Jährige“ hat im letzten Video bewusst vereinfachende Annahmen bezüglich der Kosten der Geldanlage gemacht. Heute wird analysiert, welche Konsequenzen sich bei unterschiedlichen Kostensätzen für das Endvermögen ergeben. Einmal mehr zeigt sich, wie absolut entscheidend das Kostenbewusstsein für das langfristige Ergebnis der Anlagetätigkeit ist.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Natürlich geht es uns auch hier nicht einfach nur um den 30-Jährigen Anleger. Es geht uns weiderum um die Bedeutung einer disziplinierten Anlagestrategie und um das, was Daniel Goldstein unter dem „Battle between your Present and Future Self“ versteht; um die Frage der Verwendung sogenannter „Commitment Devices“ oder um den permanenten Kampf zwischen Ihrem heutigen und Ihrem künftigen Ich bei der Zuteilung von Vermögenswerten. Sie finden hier ein ausgesprochen charmantes Kurzvideo von Goldstein zu dem Thema.

Wenn Sie auf einfache Art und Weise simulieren wollen, wie sich beliebige jährliche Zahlungen bei unterschiedlichen Annahmen bezüglich der Renditen über spezifische (von Ihnen gewählte) Zeithorizonte verhalten, dann gehen sie auf den folgenden  Vorsorgerechner (findet sich auf der Seite der Credit Suisse), gehen zum „Vermögensaufbau Säule 3a“, deklarieren sich als „Erwerbstätig ohne Pensionskasse“, geben den Betrag ein (maximal 33’696), die Anlagedauer und die erwartete Rendite. So kriegen Sie die Ergebnisse zukunftsgerichtet und je nach eingegebener Rendite für unterschiedliche Anlagekategorien und Kostensätze. Natürlich können Sie sich dabei die ganze Säule 3a-Geschichte mit all ihren Steuerersparnissen etc. auch gleich auf interessante Art und Weise zu Gemüte führen.

Wenn Sie Hinweise wollen darauf, mit welchen Kosten im konkreten Fall zu rechnen ist, konsultieren sie doch unsere beiden Videos „Und was kostet der Spass“ und „ETF Basiswissen“.

Aktien

Löchriger Schutz für Whistleblower

Obligationenrecht:

Schweiz bekämpft und bestraft nach wie vor Whistleblower.
Mitarbeiter des Bundes können seit 2011 anonym auf Missstände aufmerksam machen. Für Angestellte privater Firmen soll dies nicht gesetzlich verankert werden. Kritiker sprechen von einem Rückschritt.

Treten in einer Firma oder in der Verwaltung Missstände auf, kommt Leuten, die Alarm schlagen − so genannten Whistleblowern −, grosse Bedeutung zu. Beim Insieme-Debakel hatte ein Whistleblower die Nichtbeachtung gesetzlicher Vorschriften bei der Beschaffung der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) gemeldet, was schliesslich zu einem Strafverfahren gegen den zuständigen Beamten führte. Auch bei den Missständen bei der Zentralen Ausgleichsstelle der AHV und bei unrechtmässigen Beschaffungen im Bundesamt für Migration hatten Whistleblower bei der EFK Alarm geschlagen.
Löchriger Schutz für Whistleblower
Whistleblower

Zeit für den Portfolio-Check zum Jahresende

Erfolgreiche Asset Allocation
Anne-Barbara Luft berichtet: Wenn sich die Märkte bewegen, müssen die Anleger folgen und ihre Depots neu ausrichten.

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Anlageerfolg ist die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen. Diese sollte regelmässig überprüft und wenn nötig angepasst werden – das Jahresende ist dafür ein guter Zeitpunkt.
Das Jahr nähert sich dem Ende, es ist wieder Zeit für die Inventur. Für Privatanleger steht jetzt die Bestandsaufnahme des Portfolios auf der Pendenzenliste. Seit Jahresbeginn haben US-Aktien – gemessen am S&P-Index – fast 9% gewonnen. Auch an den Märkten in Europa haben die Aktien-Barometer Rekordstände erreicht. Starke Ausschläge gab es auch im Anleihe-Segment. Die Renditen der Zinstitel vieler europäischer Länder sind so tief wie nie zuvor. Kurseinbrüche gab es hingegen bei Rohstoffen, allen voran Erdöl und Metalle. So heftige Marktbewegungen führen zwangsläufig dazu, dass die angestrebten Gewichtungen in einem diversifizierten Portfolio aus dem Lot gebracht werden. Ein defensiv ausgerichtetes Portfolio mit niedriger Aktienquote könnte sich in den vergangenen zwölf Monaten zu einem aggressiven Portefeuille mit einer Übergewichtung von Dividendentiteln gemausert haben.
Zeit für den Portfolio-Check zum Jahresende
 Portfolio Check