Angela Merkel beim World Economic Forum

World Economic Forum Annual Meeting
22—25 January 2019 Davos-Klosters, Switzerland

WELT: Die sich wandelnden Kräfteverhältnisse auf der Welt machen aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel eine Reform der großen internationalen Organisationen nötig. Beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte Merkel am Mittwoch, die internationale Ordnung gerate unter Druck. Länder wie China und Indien beeinflussten die Weltwirtschaft inzwischen viel stärker. Die internationalen Organisationen müssten die neuen Kräfteverhältnisse widerspiegeln.

Solche Reformen seien schwierig, aber notwendig, sagte Merkel. Wenn ein bestehendes System zu langsam auf Veränderungen reagiere, bildeten sich parallele Institutionen wie etwa eine asiatische Investitionsbank als Gegengewicht zur Weltbank.

Zugleich warnte Merkel vor einer Wiederholung der Bankenkrise von vor mehr als zehn Jahren. Die Zinspolitik der großen Notenbanken zeige, «dass wir letztendlich immer noch an dieser Krise knabbern, dass wir immer noch nicht raus sind», sagte die Bundeskanzlerin.

Durch die Bankenkrise habe man sich Raum für mögliche kommende Aufgaben genommen und müsse deshalb möglichst schnell zur Normalisierung zurückkommen. «Wenn man ehrlich ist, steckt uns diese Krise heute noch in den Knochen», sagte Merkel. «Sie hat unglaublich viel Vertrauen gekostet in der Politik, aber auch im Bereich der Wirtschaft, insbesondere im Finanzsektor.»

Merkel legte erneut ein klares Bekenntnis zum Multilateralismus ab – ohne die nationalistische Politik beispielsweise von US-Präsident Donald Trump zu erwähnen. Multilateralismus sei, «auch wenn es Mut erfordert, die Voraussetzung für unsere Politik». Es lohne sich, hier Gleichgesinnte zusammenzubringen, «weil alles andere uns ins Elend führen wird».

Merkel sagte, eine «Vielzahl von Störungen und Verunsicherungen im multilateralen System» führten neben anderen Herausforderungen zu sinkenden Wachstumsprognosen durch den Internationalen Währungsfonds. Vor diesem Hintergrund solle das Forum in Davos einen Beitrag leisten, «besser mehr Sicherheit wieder in die Dinge hineinzubringen, als dass die Unsicherheit noch wachsen sollte».

Zu Beginn ihrer Rede hatte Merkel den internationalen Teilnehmern des Treffens versichert: «Ich darf Ihnen sagen, dass Deutschland wieder eine stabile Regierung hat und wir nach anfänglichen Schwierigkeiten auch gewillt sind, gut zu arbeiten.»

Silvan Wegmann
www.w-t-w.org/en/silvan-wegmann

Weibliche Vorstandsmitglieder

Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder in deutschen börsennotierten Unternehmen

EY-Analyse der Frauen in den Vorständen von DAX, SDAX und MDAX: Zwei Drittel sind frauenfreie Zonen. Im Jahr 2034 gibt es dann – vielleicht – ein Drittel Frauen in der Top-Ebene.

Ein Jahr haben 160 DAX-, SAX und MDAX-Unternehmen gebraucht, um alle zusammen ganze elf weibliche Vorstände mehr auf ihre Top-Ebenen zu bringen: von 7,3 auf 8,6 Prozent. Ein Plus von sage und schreibe 1,3 Prozentpunkten.

Und um genau zu sein: weil die Zahl aller Vorstände um zwölf auf 650 Personen aufgestockt wurde im selben Zeitraum, ist unterm Strich der Zahl der Männer sogar mehr gestiegen als die der Frauen. Gleichstellung? Erst in weiter Ferne. Konkret: bei diesem Tempo ist an Pari-Pari noch lange nicht zu denken, erst ein Drittel weiblich Vorstände dürften es 2034 sein, rechnet Ulrike Hasbargen von der Beratung EY (früher: Ernst & Young) vor. Aus ihrem Haus kommt diese Analyse der Struktur der 160 DAX-Unternehmen – und exklusiv ist hier im Management-Blog die vollständige aktuelle Übersicht der weiblichen Vorstände samt ihrer Funktion.

Die meisten Frauen stehen operativem Geschäft vor – und nicht Personal….
EY Mixed Leadership Barometer Januar-2019

Was ist eine Blockchain?

Ein Papier zur Versöhnung von Krypto und Banken
Ein Leitfaden der Bankiervereinigung soll es Blockchain-Unternehmen erleichtern, ein Bankkonto zu eröffnen. Dies ist für viele Startups bis anhin ein grosses Problem.

Werner Grundlehner berichtet: Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren nicht zuletzt wegen des pragmatischen Vorgehens der Behörden zahlreiche Firmen angezogen. Im Raum Zug zählt man mittlerweile deutlich über 500 Blockchain-Startups. Die dort ansässige Crypto Valley Association hat ihren Mitgliederbestand innert weniger Monate von 10 auf 1100 gesteigert.

 Keine Mindeststandards

Um die Parteien besser zusammenzubringen, hat die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) einen Leitfaden zur Eröffnung eines Bankkontos für Firmen mit Kontakt zu Blockchain und ICO herausgegeben. Die Vertreter der SBVg betonten aber am Presseanlass in Zürich, dass der Leitfaden weder Mindeststandards setze noch bestehende Regulierungen ersetze. Dazu habe die Vereinigung gar keine Kompetenz. Auch sei es klar, dass die internen Weisungen der Banken Vorrang hätten, denn jede Bank habe ihren eigenen Risikoappetit…..NZZ.ch
SBVg_Leitfaden_Kontoeröffnung_D
Engagement im Crypto Valley

Im Raum Zug zählt man mittlerweile deutlich über 500 Blockchain-Startups. (Bild: Goran Basic / NZZ)

Bundesratsbericht zu Blockchain

Puritanern der Krypto-Szene wird der nun vorliegende Bericht die Haare zu Berge stehen lassen. So war doch etwa der Bitcoin gestartet, um ein sicheres und transparentes Zahlungssystem ausserhalb des Einflussbereichs von Notenbanken und Nationalstaaten zu etablieren und nicht um neue Gesetze zu begründen. Doch schnell hat sich gezeigt, dass der rechtsfreie Raum auch Anbieter mit betrügerischen Absichten anzieht und ohne Rechtssicherheit und juristische Domizile sich internationale Konzerne nicht auf Transaktionen mit der Blockchain einlassen.

Der Versuch der Schweiz, in der neuen Industrie punkto Blockchain-Gesetz einen Benchmark zu setzen, ist mutig, aber auch riskant. Andere Finanzplätze, die hier ebenfalls voranstürmen, sind etwa Liechtenstein, Malta und die baltischen Staaten. Etablierte Finanzplätze wie London und New York geben sich dagegen betont zurückhaltend – gerade gegenüber den Kryptowährungen….NZZ

Rechtliche Grundlagen für Distributed Ledger
Technologie und Blockchain in der Schweiz

Eine Auslegeordnung mit Fokus auf dem Finanzsektor

Die Deutsche Bank und ihr „Casino“!

Wie bei der Mafia – die Deutsche Bank und ihr „Casino“!

Die Geschichte der Deutschen Bank liest sich wie ein spannender Kriminalroman. Zu einem spannenden Krimi gehört: ein Kasino in Las Vegas, Geschäfte mit Waffen, Geldwäsche und Verbrecher. Alles das findet man bei der Deutschen Bank und dazu reichlich Skandale. Ein Krimi über die italienische Mafia könnte nicht spannender sein. Wie bei der Mafia gibt es immer einen Boss! Kennen Sie noch Josef Ackermann? Schließlich haben Sie dessen 60. Geburtstag bezahlt. Es gibt italienische Mafiosi, aber auch russische und wenig erfährt man über die chinesischen Mafiosi. Natürlich brauchen die eine Bank, die bei der Wäsche des Geldes hilft!…

Die Deutsche Bank und Ihre „Waschmaschine“

Der Begriff „Geldwäsche“ stammt aus der Zeit, als in den USA der berühmte Mafiaboss Al Capone Wäschereien gründete, um dort das Geld aus illegalen Geschäften zu „waschen“.

Das organisierte Verbrechen hat durch die Globalisierung enorm an Fahrt aufgenommen, egal ob Waffenschmuggel, Frauenhandel, Drogengeschäfte, Geldwäsche, Internetbetrügereien und Korruption…..Netzfrauen

Markus Grolik
www.w-t-w.org/en/markus-grolik/

 

 

600 Mafia-Mitglieder in Deutschland

Das Bundeskriminalamt BKA
„Vielen ist gar nicht bewusst, welchen Einfluss, welche Macht die Mafia auch hierzulande hat.“ Die Mafia lasse nichts unversucht, „um in die Gesellschaft einzudringen und die Wirtschaft zu schädigen“. Sagte Sabine Vogt, Abteilungsleiterin Schwere und Organisierte Kriminalität, dem Focus.

Seit 2008 hat sich die Zahl der italienischen Clan-Mitglieder in Deutschland mehr als vervierfacht. Die Polizei warnt vor dem zunehmenden Einfluss der Mafia und ruft Opfer auf,ihr „Schweigen zu brechen“.

Die Zahl der italienischen Mafia-Mitglieder in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA). Demnach sind der Polizei bundesweit rund 590 Personen bekannt, die Mafia-Clans angehören. Das sind mehr als vier Mal so viele wie vor zehn Jahren, als die Zahl bei 136 lag.

Die stärkste Mafia-Gruppe in Deutschland ist aktuell die ’Ndrangheta mit 353 Mitgliedern, gefolgt von der Cosa Nostra mit 125 Mitgliedern und der Camorra mit 91 Mitgliedern. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein.

Verwaltungen, Ämter und Behörden besonders gefährdet

Das BKA warnt vor dem zunehmenden Einfluss der Mafia auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Seit 2008 hat sich die Zahl der italienischen Clan-Mitglieder in Deutschland mehr als vervierfacht. Die Polizei warnt vor dem zunehmenden Einfluss der Mafia und ruft Opfer auf,ihr „Schweigen zu brechen“.

Die Zahl der italienischen Mafia-Mitglieder in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA). Demnach sind der Polizei bundesweit rund 590 Personen bekannt, die Mafia-Clans angehören. Das sind mehr als vier Mal so viele wie vor zehn Jahren, als die Zahl bei 136 lag.

Die stärkste Mafia-Gruppe in Deutschland ist aktuell die ’Ndrangheta mit 353 Mitgliedern, gefolgt von der Cosa Nostra mit 125 Mitgliedern und der Camorra mit 91 Mitgliedern. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein.
Verwaltungen, Ämter und Behörden besonders gefährdet

Das BKA warnt vor dem zunehmenden Einfluss der Mafia auf allen gesellschaftlichen Ebenen….Focus

Schmutziges Geld: Die Mafia im Südwesten
Südwest Presse

Ndrangheta – Geld, Macht, Politik im Finanz-Treff

Verschiebebahnhof für verdeckte Geldströme

LobbyControl erhebt schwere Vorwürfe gegen AfD

Die AfD ringt weiter mit dubiosen Geldflüssen aus der Schweiz und den Niederlanden. Nun kritisiert der Verein LobbyControl den fragwürdigen Umgang der Partei mit verdeckten Zuwendungen.

Die AfD hat weiter Schwierigkeiten wegen dubiosen Geldflüssen an die Partei. Am Mittwoch erhob die Organisation LobbyControl, eine Initiative, die sich gegen verdeckte Einflussnahme auf die Politik einsetzt, in der Spendenaffäre schwere Vorwürfe.

„Die AfD profitiert seit Jahren von millionenschweren Wahlkampagnen durch anonyme Kräfte, hinter denen ein Briefkastenverein und eine Schweizer PR-Agentur stehen“, erklärte LobbyControl-Vertreter Ulrich Müller. „Das zeigt erneut, dass die Partei kein Problem mit verdeckten Geldflüssen hat.“

LobbyControl bezog sich bei seiner Kritik auf die Berichterstattung von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“, derzufolge die AfD womöglich engere Kontakte zu dem „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“ habe als bislang angenommen.

Den Rechercheergebnissen zufolge legt eine Serie von E-Mails nahe, dass ein enger Vertrauter von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im vergangenen Jahr den Vorsitzenden des Vereins, David Bendels, in die Etablierung einer parteinahen Stiftung eingebunden hat, um diese mit Geld auszustatten…. „Verschiebebahnhof für verdeckte Geldströme“ LobbyControl erhebt schwere Vorwürfe gegen AfD ….AFD Spenden Alice Weidel

Verdeckte Wahlbeeinflussung stoppen!

Die dubiosen 280.000 Euro Großspenden aus dem Ausland an Alice Weidels Kreisverband sind nur die Spitze des Eisbergs: Schon seit zweieinhalb Jahren pumpen anonyme Spender Millionenbeträge in Wahlkampfunterstützung für die AfD und nutzen dabei eines der vielen Schlupflöcher im Parteienrecht. Das müssen wir ändern – denn anonymes Geld hat in der Politik grundsätzlich nichts zu suchen!….Anonymes Geld hat in der Politik grundsätzlich nichts zu suchen!

AfD zahlt fragwürdige Wahlkampfspende für Vorstand Reil bislang nicht zurück.
Die AfD hat für Parteichef Meuthen den Wert einer dubiosen Spende aus der Schweiz an die Bundestagsverwaltung gezahlt. Diese prüft derzeit die Zuwendungen. Damit rückt eine aus gleicher Quelle finanzierte Plakataktion für Bundesvorstand Guido Reil in den Fokus…Correctiv

Grafik: A-r-e-s CC0

Drogengelder für südamerikanische Kokainkartelle in Deutschland gewaschen

Prozessauftakt in Paris
Bande soll in Deutschland Millionen gewaschen haben

Eine Gruppe soll jahrelang Drogengelder für südamerikanische Kokainkartelle gewaschen haben – vor allem in Deutschland. Die Beklagten stehen ab heute in Paris vor Gericht. Ein Bericht der NDR/WDR/SZ Recherchekooperation.

Die deutsch-belgische Grenze bei Aachen-Lichtenbusch, Ende Juli 2015: Es war kurz nach Mittag, als die Bundespolizei eine Mercedes C-Klasse mit Bremer Kennzeichen überprüfte, die gerade aus Belgien nach Deutschland gefahren war. Am Steuer: Ein junger Mann, ebenso wie sein Beifahrer geboren im Libanon und wohnhaft in einem Ort bei Bremen. Die beiden gaben an, zum Einkaufen nach Belgien gefahren zu sein. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs fanden die Beamten allerdings in Sporttaschen zwischen Unterhosen versteckt 489.000 Euro, in kleiner Stückelung.

Die weiteren Ermittlungen durch die Zollfahndung Essen ergaben, dass die Taschen Kokainspuren aufwiesen. Ohne es zu wissen, waren die Fahnder bei der Kontrolle auf zwei Mitglieder einer Gruppe gestoßen, die zwischen Europa, Westafrika und dem nahen Osten Luxusuhren, Schmuck und Autos im Wert von Dutzenden Millionen verschoben haben soll. Hunderte Seiten Ermittlungsakten, die NDR, WDR und SZ einsehen konnten, erlauben dabei einen seltenen Einblick in das, was die Fahnder für ein global agierendes Kokain- und Geldwäschenetzwerke halten….
Die Deutsche Welle (DW)
ist der Auslandssender Deutschlands.

Hezbollah supporters in Lebanon. Members of the Hezbollah group have been arrested in connection to an alleged drug trafficking and money laundering operation extending from Colombia to Europe. Reuters

Hisbollah-Gruppe wurden im Zusammenhang mit einer angeblichen Drogenhandel- und Geldwäsche-Operation von Kolumbien bis Europa verhaftet.

Hezbollah Money Laundering Has a Safe Home In Germany

Geldwäsche für Südamerika?

Prozess gegen Drogen-Netzwerk.

Eine Gruppe soll jahrelang Drogengelder für südamerikanische Kokainkartelle gewaschen haben – vor allem in Deutschland. Laut NDR-Recherchen offenbart der Prozess in Paris auch, was in der Geldwäscheprävention schiefläuft.

Die deutsch-belgische Grenze bei Aachen-Lichtenbusch, Ende Juli 2015: Es war kurz nach Mittag, als die Bundespolizei eine Mercedes C-Klasse mit Bremer Kennzeichen überprüfte, die gerade aus Belgien nach Deutschland gefahren war. Am Steuer: ein junger Mann, ebenso wie sein Beifahrer geboren im Libanon und wohnhaft in einem Ort bei Bremen. Die beiden gaben an, zum Einkaufen nach Belgien gefahren zu sein.

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs fanden die Beamten allerdings in Sporttaschen zwischen Unterhosen versteckt 489.000 Euro in kleiner Stückelung. Die weiteren Ermittlungen durch die Zollfahndung Essen ergaben, dass die Taschen Kokainspuren aufwiesen….Tagesschau
Von Volkmar Kabisch, Jan Lukas Strozyk und Benedikt Strunz, NDR

Herr Merz, gab es CumEx-Transaktionen unter Beteiligung von BlackRock?

Offener Brief an Friedrich Merz

Letzte Woche hat Friedrich Merz seine Kandidatur um den CDU-Parteivorsitz bekannt gegeben. Dies hat eine Diskussion um die Beteiligung an oder Kenntnis von CumEx- und CumCum-Geschäften ausgelöst. Diese Debatte wollen wir aufgreifen und versachlichen.

Die CumEx-Geschäfte sind der wohl größte Steuerbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen. Es waren viele Kanzleien und Banken auf unterschiedliche Weise beteiligt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u.a. gegen die Bank HSBC Trinkhaus & Burkhardt. Die Kanzlei Mayer Brown scheint CumEx-Akteure zu beraten. Die Tätigkeit von Friedrich Merz für diesen beiden Unternehmen hat im Zusammenhang mit seiner Kandidatur für den CDU Vorsitz Fragen aufgeworfen.

Aus unserer Sicht wurden diese bislang nur unzureichend beantwortet, sodass sich Bürgerinnen und Bürger bislang kein klares Bild machen konnten. Deswegen haben wir als Bürgerbewegung Finanzwende einen offenen Brief an Friedrich Merz verfasst. Unseren Brief und eine Antwort von Friedrich Merz werden wir auf dieser Seite dokumentieren:

An
BlackRock Investment Management (UK) Limited
German Branch, Frankfurt am Main

Aufsichtsratsvorsitzender
Herrn Friedrich Merz
Bockenheimer Landstrasse 2-4
60306 Frankfurt am Main

Fragenkatalog für Bürgerinnen und Bürger mit Bezug zur aktuellen Debatte um CumEx- und CumCum-Geschäfte

Sehr geehrter Herr Merz,

Anfang letzter Woche haben Sie Ihre Kandidatur um den CDU-Parteivorsitz bekannt gegeben. Dies hat eine Diskussion um Ihre Beteiligung an oder Kenntnis von CumEx- und CumCum-Geschäften ausgelöst. Diese Debatte wollen wir aufgreifen und versachlichen.

Demokratie lebt von Transparenz. Um diese Transparenz in die demokratischen Diskussion zu bringen haben wir, die Bürgerbewegung Finanzwende, einen kritischen Fragenkatalog formuliert:

Zu CumEx und CumCum

Allein in Deutschland haben CumEx- und CumCum-Geschäfte zu einem Steuerausfall von geschätzt 32 Milliarden Euro geführt. Beide Arten von Finanzmarkttransaktionen zeichnen sich – bei allen Unterschieden in der technischen Durchführung und der rechtlichen Bewertung – dadurch aus, dass die Rendite allein durch steuerliche Vorteile zu Lasten der Steuerzahler entsteht. Sie sagten der Süddeutschen Zeitung am 1.11.2018, derartige Geschäfte seien vollkommen unmoralisch, unabhängig von der juristischen Bewertung: „Dieser Meinung war ich schon immer und habe dies auch immer zum Ausdruck gebracht.“

  1. Wann und wo haben Sie vor dem Interview mit der Süddeutschen am 11.2018 Ihre moralische Bewertung von CumEx-Geschäften zum Ausdruck gebracht?
  2. Wie ist Ihre juristische Bewertung von CumEx? Hat sich diese im Laufe der Zeit geändert? Wann und wo haben Sie diese geäußert?
  3. Bewerten Sie die CumCum-Geschäfte als
    • legitim und legal
    • wie der damalige Finanzminister Schäuble als „illegitim, aber nicht illegal“ oder
    • als missbräuchliche (und folglich illegale) Steuergestaltung?

Tätigkeit bei Mayer Brown

2005 wurden Sie Partner bei der US-Großkanzlei Mayer Brown. Seit 2014 sind Sie dort Senior Counsel. Die Kanzlei wirbt um Kunden, die in der Vergangenheit CumEx-Geschäfte gemacht haben (z.B. Homepage Mayer Brown mit Webinar „How to defend repayment claims on already refunded withholding taxes”).

  1. Haben Sie Kenntnis von Mandaten von Mayer Brown, bei denen die Kanzlei Mandanten darin unterstützt (hat), ihre CumEx-Gewinne rechtlich durchzusetzen? Wenn ja, in welcher Form waren oder sind Sie an diesen Mandaten beteiligt?
  2. Hat Mayer Brown Mandanten bei der rechtlichen Bewertung, der Vorbereitung oder der Durchführung von CumEx-Geschäften juristisch unterstützt? Wenn ja, in welcher Form waren Sie daran beteiligt?
  3. Wie bewerten Sie es moralisch, wenn eine Kanzlei CumEx-Mandanten darin unterstützt, Ansprüche gegen den Fiskus durchzusetzen, die auf nach Ihrer Ansicht „vollkommen unmoralischen“ Geschäften basieren?

Tätigkeit bei HSBC Trinkhaus

Sie sind seit 2010 Mitglied des Aufsichtsrats von HSBC Trinkhaus, einem Gremium für die Aufsicht und Kontrolle des Vorstands. Sie gelten als Steuerexperte. Gegen die Bank ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf seit 2016 wegen Cum-Ex-Geschäften. Laut Süddeutscher Zeitung befasste sich der Aufsichtsrat seither mehrfach mit dem Thema. Es gehe um einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag. Ein Sprecher der Bank wird zitiert mit der Aussage: „Die Bank hat sich nicht bewusst an solchen Geschäften beteiligt.“

  1. Hatten Sie vor Beginn der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen Kenntnis von CumEx-Geschäften des Instituts und wenn ja, wann und welche Konsequenzen haben Sie daraus gezogen?
  2. Haben Sie vor dem Beginn der staatsanwaltlichen Ermittlungen Fragen zu möglichen CumEx-Geschäften von HSBC Trinkaus gestellt oder hausinterne Untersuchungen eingefordert, etwa aus Anlass der Gesetzgebung 2011 oder der Ermittlungen gegen andere Banken oder der verstärkten öffentlichen Berichterstattung ab 2013? Wenn nein, warum nicht?
  3. Manche Institute haben mit den Steuerbehörden kooperiert und die mit CumEx-Geschäften gemachten Gewinne zurückgezahlt (z.B. HSH Nordbank, LBBW, HVB). Haben Sie sich dafür eingesetzt, dass HSBC Trinkaus das auch tut? Wenn nein, warum nicht?
  4. Haben Sie sich dafür eingesetzt, dass das Institut rechtlich gegen die an den CumEx-Geschäften Beteiligten vorgeht? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht?

Tätigkeit bei BlackRock

Seit 2016 sind Sie Aufsichtsratschef des deutschen Ablegers von BlackRock. Die Firma ist der weltweit größte Vermögensverwalter. Es gibt Hinweise, dass BlackRock an CumCum-Geschäften beteiligt war.

  1. Haben Sie Kenntnis von CumEx- oder CumCum-Transaktionen unter Beteiligung von BlackRock? Wenn ja, wie haben Sie darauf reagiert?
  2. Haben Sie als Vorsitzender des Aufsichtsrats von BlackRock Deutschland Fragen gestellt oder eigene Untersuchungen angestellt zu CumEx- oder CumCum-Transaktionen unter Beteiligung von BlackRock? Falls nein, warum nicht?
  3. Können Sie ausschließen, dass Einheiten von Blackrock in CumEx- oder CumCum-Transaktionen zu Lasten des deutschen Steuerzahlers verwickelt waren oder sind? Wenn ja, auf der Grundlage welcher Informationen?

Um der Diskussion über Interessenkonflikte vorzubeugen und Klarheit in der Sache zu schaffen, können und sollten Sie die Fragen in der Öffentlichkeit für Bürgerinnen und Bürger beantworten. Selbstverständlich werden wir Ihre Antworten auf unserer Webseite dokumentieren, damit sich alle ein Bild machen können.

Mit freundlichen Grüßen,

Gerhard Schick
Vorstand Bürgerbewegung Finanzwende

Blackrock  Ein Geldkonzern auf dem Weg zur globalen Vorherrschaft

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/