Tritt die Fed aufs geldpolitische Gaspedal?

Klare Worte. Die Fed peilt nur Wochen nach Trumps Amtsantritt Zinserhöhung an. Amerikas Notenbankchefin Yellen hat eine Zinserhöhung als „wahrscheinlich angebracht“ bezeichnet. Die für Mitte März erwartete Straffung dürfte jedoch erst der Anfang einer kleinen Serie sein.

Nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump steuert die Notenbank Fed auf die erste Zinserhöhung in diesem Jahr zu. Nach Signalen anderer Währungshüter ließ Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag in Chicago keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit, die Zügel noch diesen Monat zu straffen. Eine Erhöhung sei „wahrscheinlich angebracht“, falls sich die Daten vom Arbeitsmarkt und zur Inflation wie gewünscht entwickelten. Zugleich betonte die für ihr vorsichtiges Agieren bekannte Top-Währungshüterin, dass dieses Jahr wahrscheinlich noch weitere Schritte zu erwarten seien.

Die Finanzmärkte stellen sich nunmehr darauf ein, dass die Währungshüter Mitte des Monats handeln werden und mindestens zwei weitere Straffungen noch in diesem Jahr folgen lassen. Die Fed hat den Leitzins im Dezember und damit nur wenige Wochen nach der Wahl Trumps zum Präsidenten auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent gehievt…FAZ

EZB warnt britische Banken vor Briefkastentricks

Regeln für EU-Geschäfte: Britische Banken müssen nach dem Brexit in einem EU-Land eine Lizenz erwerben, erklärt die EZB und warnt vor Tricksereien. Ziel sei ein sicheres und stabiles Bankensystem.

In Großbritannien ansässige Geldhäuser müssen laut EZB eine Lizenz in einem EU-Land erlangen, wenn sie nach dem Brexit weiter Geschäfte in der Europäischen Union betreiben wollen. Ziel sei es, das Bankensystem sicher und stabil zu machen, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger auf einer Veranstaltung in London. „Ich erwarte daher, dass Banken, die eine Lizenz in der Euro-Zone erhalten wollen, unsere Standards erfüllen“, sagte sie. In der Bankenaufsicht werde es keinen Wettlauf nach unten geben. Lautenschläger forderte die Institute auf, sich frühzeitig um eine Lizenz zu bemühen.

Die EZB-Direktorin, die auch stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht ist, warnte Geldhäuser zudem davor, zu tricksen….WiWo
Acquisition of qualifying holdings

Frauenquote für Lego-Männchen

In Schweden nimmt man Anstoß an der Dominanz der kantigen Plastikkerlchen. Vermittelt der dänische Spielzeugkonzern ein antiquiertes Frauenbild?

Männer, so weit das Auge reicht – als Ritter stürzen sie sich wagemutig in jede Schlacht gegen ihresgleichen, als Astronauten ist ihnen kein Planet zu weit entfernt oder zu unbekannt, um furchtlos angesteuert zu werden, und als Rennfahrer holen sie aus ihren kräftigen Sportwagen alles raus. Keine Frage, die Welt des dänischen Spielzeugriesen Lego ist männlich. Der Großteil der Figuren ist maskulin, entsprechend sind auch die Berufe, die sie ausüben.

Nasa-Frauen als Spielfiguren
Jetzt will Lego die Frauenquote verbessern unter den Plasticfiguren. Der Bauklötzchen-Hersteller will offenbar etwas für die Frauenquote unter den Plasticfiguren tun: Er plant eine Serie mit berühmten Astronautinnen und Forscherinnen der Nasa. Berühmte Frauen in der Geschichte der Nasa kommen als Lego-Figuren auf den Markt. Der dänische Spielwarenhersteller will Astronautinnen und Forscherinnen, die die amerikanische Raumfahrtbehörde geprägt haben, mit einem eigenen Baukasten würdigen. Die Idee für das Set hatte ein Fan, der damit auf der Online-Plattform «Lego Ideas» 10 000 Stimmen sammelte. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Spielwarenbauer die Fanvorschläge prüft. Lego wählte das Nasa-Set aus zwölf Modellen aus, mit denen Amateur-Designer von Mai bis September die nötigen Stimmen sammeln können.

Der Bauklötzchenriese begründete seine Wahl damit, dass das Set inspirieren könne und gleichzeitig eine wertvolle Spielerfahrung biete. Unter den vorgeschlagenen Lego-Figuren sind etwa die Nasa-Forscherin Katherine Johnson und die Astronautin Sally Ride. Bis Anfang 2018 will Lego über das endgültige Design und den Preis des Sets entschieden haben, bevor es in den Regalen landen kann. Auf die Geschichte der Forscherin Johnson geht auch der in diesem Jahr für einen Oscar nominierte Film «Hidden Figures» ein.

Erfolgreiche Beteiligungsgesellschaften

Weit stärker als Berkshire Hathaway

Warren Buffetts mag als Unternehmer und Investor eines der wertvollsten Beteiligungsunternehmen der Welt mit einem Marktwert von derzeit 423 Mrd. Fr. aufgebaut haben, und der Aktienkurs dieses Vehikels mit dem Namen Berkshire Hathaway mag mit einem durchschnittlichen Kursgewinn von 15% in den vergangenen dreissig Jahren den breiten Aktienmarkt weit hinter sich gelassen haben.

Doch im Vergleich mit den Gebrüdern Steven und Mitchell Rales von der Beteiligungsgesellschaft Danaher war das wenig. Denn deren Aktien haben sich in den vergangenen dreissig Jahren dreimal so gut entwickelt und den Inhabern eine durchschnittliche Jahresrendite in gut 20% erbracht. Das Industriekonglomerat Danaher segelt gewissermassen im Schatten der Publizität bekannterer Firmen, dabei hat es heute einen Börsenwert von etwa 60 Mrd. Fr.

Wer vor dreissig Jahren 1000 $ in Papiere von Danaher investiert hätte, sässe heute auf einem Aktiendepot im Wert von gut 240 000 $, während Berkshire-Hathaway-Anteile zu einem Vermögen von nur gut 66 000 $ geführt hätten…..Erfolgreiche Beteiligungsgesellschaften

Milliardenschwere Start Ups

Snap, Airbnb, Uber, das sind die wertvollsten Start-ups der Welt.

Erst vor wenigen Jahren gegründet und schon mehrere Milliarden Dollar wert: Start-ups scheinen so erfolgreich wie nie. Ob Airbnb, Dropbox oder Uber – diese Jungunternehmen sind derzeit weltweit am meisten wert. mehr…Bildstrecke
The Billion Dollar Startup Club /wsj.com

Griechenland mit guter Haushaltsentwicklung

Griechenland wird das dritte Hilfspaket aller Voraussicht nach nicht komplett ausschöpfen müssen. Grund dafür ist eine unerwartet gute Haushaltsentwicklung.

Die unerwartet gute Haushaltsentwicklung in Griechenland könnte dazu führen, dass am Ende wahrscheinlich deutlich weniger an ESM-Rettungskrediten ausgezahlt werden, als die ursprünglich vereinbarte Höchstsumme von 86 Milliarden Euro.

Die Euro-Finanzminister befassen sich an diesem Montag in Brüssel erneut mit der Entwicklung in Griechenland. Bislang haben die Geldgeber und das Land noch keine Einigkeit erzielt, die einen positiven Abschluss der laufenden Reform-Prüfrunde erlauben würde. Davon hängen nicht nur weitere Hilfszahlungen an das Euro-Sorgenkind ab. Erst wenn ein positives Prüfvotum vorliegt, will der Internationale Währungsfonds (IWF) entscheiden, ob er sich an dem Hilfsprogramm beteiligt oder nicht. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält ein solches Engagement für unerlässlich. Am Sonntagabend äußerte Schäuble in der ARD die Erwartung, dass der IWF sich für eine Beteiligung entscheidet. „Ich gehe davon aus“, sagte er…..WIWO

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Ex-Investmentbanker Mnuchin neuer US-Finanzminister

Von Goldman Sachs ins Finanzministerium der USA: Steven Mnuchin ist als Minister in der Regierung Trump vereidigt worden. Die Demokraten stimmten im Senat gegen ihn.

Trump lobte sein neues Kabinettsmitglied bei der Vereidigung als „Finanzlegende mit einer Rekordgeschichte an Erfolgen“. Steven Mnuchin ist wegen seiner Banker-Vergangenheit umstritten. Im Wahlkampf hatte Trump Verbindungen der Politik zur Bankenwelt der Wall Street scharf kritisiert.

Bei der abschließenden Abstimmung im Senat verweigerte die große Mehrheit der oppositionellen Demokraten dem umstrittenen 54-jährigen ehemaligen Manager der Investmentbank Goldman Sachs ihre Zustimmung.

Mit OneWest stand er im Fokus der Öffentlichkeit, weil der Bank vorgeworfen wurde, säumige Immobilienbesitzer vorschnell aus ihren Häusern zu drängen. 2011 gab es Demonstrationen vor Mnuchins 25-Millionen-Dollar-Anwesen in der Nobelgegend Bel Air in Los Angeles, berichtete die „Los Angeles Times“ damals. Bis heute gibt es Beschwerden gegen OneWest.

Martin Guhl
www.w-t-w.org/en/martin-guhl

Wird Jacob Zuma in Pension gehen?

Am Finanzmarkt Südafrikas zieht ein Sturm auf.

Claudia Bröll berichtet: Jüngst kam es zu Tumulten im südafrikanischen Parlament. Die Landeswährung rutschte kurzzeitig ab. Das Land richtet sich auf ein turbulentes 2017 ein.

Südafrika richtet sich auf ein turbulentes 2017 ein. Ende des Jahres bestimmt der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) einen neuen Parteichef und damit faktisch den nächsten Staatspräsidenten. Das politische Gezerre wird am Finanzmarkt nicht spurlos vorbeigehen. Nicht nur Opposition und ANC liefern sich Machtkämpfe. Der höchst umstrittene Zuma hat auch die eigene Partei in zwei Lager zerrissen.

Bisher zeigt sich der Rand relativ stark. Seit einem Tiefpunkt im Dezember 2015 hat die Währung gegenüber dem Franken um 14 % aufgewertet. Damals hatte der Devisenmarkt einen «schwarzen Mittwoch» erlebt, als Zuma den Finanzminister durch einen ihm gewogenen Hinterbänkler ersetzte. Die Reaktion an den Märkten war so heftig, dass der Präsident nach wenigen Tagen einlenkte und den erfahrenen Pravin Gordhan auf den Posten holte. Seitdem verfolgen Investoren jeden Angriff auf den Minister mit grösster Nervosität.

Haupttreiber des Rand sind die gestiegenen Rohwarenpreise. Die Preise für Gold und Platin legen zu, der Preis für Eisenerz hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt. Die Folgen zeigen sich auch an der Johannesburger Börse, wo die Kurse der Goldförderer seit Jahresbeginn in die Höhe klettern. Der Aktienkurs des Eisenerzförderers Kumba ist binnen Jahresfrist um 350% gestiegen.

Wem die Stunde schlägt. Falls ihn auch der ANC fallen lässt, wird Jacob Zuma nichts übrig bleiben, als in Pension zu gehen.

Foto- Rajesh Jantilal/AFP/Getty Images

Unternehmen wachsen nicht so stark, wie die Kurse steigen

Aktienmärkte im Hoch, ist ein bitteres Ende in Sicht? An den Aktienmärkten kennt der Optimismus scheinbar keine Grenzen mehr. Dabei sind viele Papiere bereits hoch bewertet, und viele Warnzeichen leuchten hell.

Christof Leisinger berichtet: Schon jetzt warnen einzelne Marktteilnehmer vor einer massiven Spekulationsblase an den Finanzmärkten, die nur auf eine herumschwirrende Nadel treffen müsse, um zu platzen. Allerdings sind das Argumente, die gerne überhört werden, solange die Musik noch spielt.

Sollten sich die normalen, unbedarften Privatanleger in diesem Stadium nach langem Zögern doch noch zum Kauf von Aktienanlagen animieren lassen, können die Kurse zwar selbst auf erhöhtem Bewertungsniveau noch weiter steigen. In der Vergangenheit jedoch war die «Dienstmädchen-Hausse» oft der Kulminationspunkt einer Aufwärtsbewegung.
Tanzen bis die Musik aufhört.

www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke

Startups: Massenproduktion contra Massentierhaltung

Als Kardiologe hat Uma Valeti jahrelang beobachtet, wie Zellen wachsen und Gewebe im Labor repliziert werden können. Von dieser Idee angespornt, hat Valeti schliesslich den weissen Kittel an die Wand gehängt und ist ins Startup-Geschäft eingestiegen. Sein Unternehmen, Memphis Meats, hat sich zum Ziel gesetzt, Fleisch aus Tierzellen im Bioreaktor heranzuzüchten. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, doch die Vision ist klar.

Mit Fleisch aus dem Labor, will das Silicon Valley die Massentierhaltung beenden. Über Massentierhaltung reden die Amerikaner nicht gerne. Doch das Fleisch geniessen sie trotzdem. Des Problems haben sich nun zahlreiche Startups angenommen….

Fleisch aus dem Labor statt von der Weide. Der wachsende Fleischkonsum lässt sich laut Experten bald nicht mehr durch die Nutztierhaltung decken. Forscher wollen deshalb tierische Muskelzellen in grossen Tanks züchten und daraus künstliches Fleisch herstellen. Noch sind indes so viele Fragen offen, dass kaum abzuschätzen ist, ob Produkte aus solchem Fleisch je in den Verkauf gelangen werden….NZZ