Die wackeligen Renten

Bundesbank sieht Renteneintrittsalter langfristig bei 69 Jahren

Die Konditionen für künftige deutsche Rentner werden sich verschlechtern. Unvermeidbar ist eine Erhöhung des Rentenalters auf 69. Zudem muss Berlin die Prognosen laut Bundesbank endlich aktualisieren.

Langfristig steuert Deutschland auf ein grosses Problem bei der Alterssicherung zu. Das umlagefinanzierte Rentenversicherungssystem in Deutschland gerät aufgrund des demografischen Wandels, also der steigenden Lebenserwartung und der zugleich sinkenden Geburtenrate, an seine Grenzen.

Die wechselnden Regierungen schieben die Lösung des Problems auf die lange Bank, weil sie es sich derzeit noch leisten können. Wichtige Vorausberechnungen enden zudem an der kritischen Grenze im Jahr 2030. In diese Wunde legt nun die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht den Finger.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

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Digitalisierung der deutschen Wirtschaft

Der grenzüberschreitende Austausch von Daten kurbelt den Handel an. So beeinflussen die Datenströme die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Deutschland schöpft den wirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung bei weitem nicht aus: Aktuell nutzt das Land nur 10 Prozent seines digitalen Potenzials – und damit weitaus weniger als der EU-Durchschnitt (12 Prozent) oder Länder wie Großbritannien (17 Prozent), die Niederlande und Schweden (je 15 Prozent) oder die weltweit führenden USA (18 Prozent). „Wenn Deutschland sein digitales Potenzial optimal nutzen würde, könnte das Bruttoinlandsprodukt bis 2025 um einen Prozentpunkt jährlich zusätzlich wachsen – das sind umgerechnet insgesamt rund 500 Milliarden Euro“, stellt McKinsey-Seniorpartner Karel Dörner fest. Für ganz Europa ergebe sich ein zusätzliches Potenzial von 2,5 Billionen Euro. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Digital Europe„, die das McKinsey Global Institute (MGI) am Donnerstag in Paris vorgestellt hat. Der volkswirtschaftliche Think Tank der Unternehmensberatung hat dafür erstmals einen „Industry Digitisation Index“ erstellt, der alle relevanten Branchen berücksichtigt und einen Digitalisierungsgrad für jedes Land berechnet.

Deutschland verschenkt 500 Milliarden Euro Potenzial. McKinsey

Es sind nicht mehr nur die klassischen Handelswege, die den Takt der Weltwirtschaft maßgeblich bestimmen. Der digitale Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Finanzströmen, Fähigkeiten, Ideen und Daten über Grenzen hinweg erzielt mittlerweile einen großen Anteil des weltweiten Wachstums. Internationale Datenströme tragen mehr zur Schaffung neuer Jobs bei als der traditionelle Warenverkehr – Welthandel 2.0.

2,8 Billionen Dollar des globalen Wachstums sind auf die internationalen Datenströme zurückzuführen – im Vergleich zu 2,7 Billionen Dollar aus dem Warenverkehr. Insgesamt erhöhten die globalen Güter-, Kapital- und Datenflüsse die weltweite Wirtschaftsleistung um 7,8 Billionen Dollar (10 Prozent). Ein wesentlicher Treiber dieses Trends: E-Commerce-Plattformen. Bereits zwölf Prozent des globalen Warenverkehrs sind heute allein auf internationalen E-Commerce zurückzuführen.

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

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Britische Regierung muss nach Brexit EU-Zahlungen übernehmen

Infrastruktur- und Forschungsprojekten in Großbritannien sollen durch den Brexit keine Nachteile entstehen. London kündigte an, von der EU mitfinanzierte Projekte trotz des EU-Austritts nicht stoppen. Die Milliarden-Lücke soll künftig aus eigenen Mitteln gedeckt werden. Die Kosten dafür werden auf rund 4,5 Milliarden Pfund (rund 5,2 Milliarden Euro) pro Jahr geschätzt, berichtete BBC.

Die Briten hatten im Juni überraschend dafür gestimmt, die EU zu verlassen. Die neue Premierministerin Theresa May hat angekündigt, das Referendum in jedem Falle umzusetzen. Sie will den Austrittsantrag aber nicht mehr in diesem Jahr stellen. Dies verärgert Brüssel, dort will man ein rascheres Handeln. So bleiben zwei Jahre für die Scheidungsverhandlungen. Ein Knackpunkt dürfte der britische Wunsch werden, Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes zu bleiben und gleichzeitig die Einwanderung aus EU-Staaten zu begrenzen.

Recovery Service Recovery Service

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Intel kauft künstliche Intelligenz mit Start-up Nervana. Liegt die Zukunft der Menschheit in der künstlichen Intelligenz. Am Wochenende schlug Apple zu, nun legt Intel nach: Die großen Technologie-Konzerne setzen auf künstliche Intelligenz.

Stephen Hawking machte längst klar, worum es wirklich geht.
Ein Zitat des bekannten Physikers: „Die Computer werden irgendwann in den kommenden hundert Jahren mit ihrer künstlichen Intelligenz den Menschen übertreffen. Das wird das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit werden – und möglicherweise auch das letzte.“

Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten Themen dieses Jahrhunderts – das weiß man auch im Hause Intel. Der amerikanische Chiphersteller Intel verstärkt seine Geschäfte im Bereich der künstlichen Intelligenz. Der Konzern teilte mit, er übernehme das kalifornische Start-up Nervana. Große Technologieunternehmen wetteifern darum, wer in diesem Bereich zuerst die großen Durchbrüche schafft. Wer etwa das erste vollkommen autonom fahrende Auto für den Massenverkauf anbietet, wer die erste echte künstliche Haushaltshilfe…. faz.net

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

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Hypothekenrefinanzierer bleiben Milliardenrisiko

Die staatlich kontrollierten Hypothekenrefinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac müssten in einem extremen Krisenszenario möglicherweise erneut mit einem dreistelligen Milliardenbetrag vor einer Pleite gerettet werden.

Sebastian Schmid berichtet: Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche Stresstest der Federal Housing Finance Agency. Die Spanne der nötigen Hilfeleistung durch den Staat fällt dabei mit 49,2 Mrd. bis maximal 125,8 Mrd. $ extrem weit aus. Die grosse Differenz rührt daher, dass in einem Fall davon ausgegangen wird, die beiden Unternehmen könnten ihre Steuergutschriften aus früheren Verlustjahren in der Zukunft nutzen, weil sie noch Gewinne schreiben. Im anderen Extremfall würden diese komplett verfallen, weil sie überhaupt keine Gewinne mehr erzielen. Realistisch ist wohl ein Szenario zwischen den beiden Extremen. Stresstest für Hypothekenrefinanzierer..
Stresstest für Hypothekenrefinanzierer Freddie und Fannie
Obama will Fannie und Freddie zu Grabe tragen

Karsten www.schleycartoons.com

Karsten
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Gefordert wird mehr Schutz für Whistleblowern in Europa

Es ist nicht akzeptabel, dass Europa mutige Bürger im Regen stehen lässt, die große persönliche Nachteile im Interesse des Gemeinwohls auf sich genommen haben. Die EU-Kommission muss direkt nach dem Sommer eine Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern vorlegen, wie es das Europaparlament mehrfach parteiübergreifend gefordert hat.

Der skandalöse LuxLeaks-Prozess zeigt, dass wir dringend einen europäischen Schutz von Whistleblowern in ganz Europa brauchen.

Luxemburg fordert harte Strafen gegen Enthüllungs-Journalist.
Die Luxemburger Staatsanwaltschaft ist gegen ein Urteil zum LuxLeaks-Prozess in Berufung gegangen. Offenbar strebt sie härtere Strafen gegen einen Journalisten und zwei Whistleblower an, welche die dubiosen Steuerpraktiken des Fürstentums offengelegt haben. Kritiker sprechen von einem Anschlag auf die Pressefreiheit.
EU fordert entschlosseneres Vorgehen gegen Steueroasen
Luxemburg fordert harte Strafen gegen Enthüllungs-Journalist

Der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, kritisiert die Entscheidung zur Berufung scharf:

Das ist ein dreister Angriff auf die Pressefreiheit. Luxemburg will noch härtere Strafen gegen die LuxLeaks-Whistleblower Antoine Deltour und Raphaël Halet und vor allem den Journalisten Edouard Perrin. Die beiden Helden der Steuergerechtigkeit haben mehr im Kampf gegen Steuerdumping erreicht als 20 Jahre europäischer Politik. Es gehört zur Berufsbeschreibung von Journalisten, geheime Informationen zu verbreiten und mit Hinweisgebern zu arbeiten. Es ist unerträglich, dass die Whistleblower überhaupt bestraft wurden. Die Berufung der Luxemburger Justiz ist jedoch der Gipfel der Ungerechtigkeit. Offensichtlich sieht die Luxemburger Justiz den Freispruch für den Journalisten Perrin als Standortnachteil für den Finanzplatz.


Whistleblower

 

Wirtschaftshistoriker zu Finanzkrisen

Finanzkrisen sind größere Verwerfungen im Finanzsystem, die durch plötzlich sinkende Vermögenswerte und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen der Finanzwirtschaft und anderer Branchen gekennzeichnet sind und die die ökonomische Aktivität in einem oder mehreren Ländern beeinträchtigen. Sie entstehen dadurch, dass sich innerhalb weniger Jahre eine hohe Verschuldung aufbaut, und sie brechen aus, sobald der Schuldner in Zahlungsengpässe gerät.

Tobias Straumann berichtet: Die Banalität von Finanzkrisen. Ein blinder Fleck der Wirtschaftsgeschichte. Das Muster von Finanzkrisen ist meist dasselbe. Dennoch tun sich Wirtschaftshistoriker mit deren Prognosen sehr schwer. Warum ist dies so? NZZ
Die Banalitaet von Finanzkrisen
Experten fuerchten neue Finanzkrise in Europa
Deutschlands Zukunftsperspektiven-1 /freiewelt.net
Deutschlands Zukunftsperspektiven-2

© AFP

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Am Freitag ist Banken-Stresstest

Zittern vor einem schwarzen Freitag. Am Freitag werden die Ergebnisse des Banken-Stresstests veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse eine neue Welle der Unsicherheit in den Finanzmärkten auslösen. In Deutschland stehen die beiden Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank im Fokus.

Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Konzernchef John Cryan hatte das Jahr 2016 zum Übergangsjahr erklärt und mehrfach betont, er schließe nach dem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro 2015 rote Zahlen für das laufende Jahr nicht aus. Der Start 2016 fiel allerdings trotz turbulenter Märkte besser aus als erwartet. Zwar brach der Überschuss im ersten Quartal zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 236 Millionen Euro ein. Analysten hatten jedoch mit 300 Millionen Euro Verlust gerechnet.

Die italienischen Institute schieben noch einen Berg fauler Kredite von 360 Milliarden Euro vor sich her. Dort ist inzwischen eine Debatte über ein neues Rettungspaket entbrannt.
Die Börsen fürchten einen unerfreulichen Freitag.
Geschäftsbericht DB

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G20-Finanzministerin Treffen in Chengdu

Die G20-Finanzminister wollen nach ihrem Treffen in Chengdu Zuversicht ausstrahlen. Nach dem geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU ist ihre Botschaft zwar „Alles halb so schlimm“, Ungewissheit aber bleibt.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer G20 sehen sich für mögliche Folgen des geplanten Brexits gut gewappnet. „Die Länder der G20 sind gut aufgestellt, um pro-aktiv potenzielle wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen anzugehen, die sich aus dem Votum im Vereinigten Königreich ergeben“, hieß es in der Erklärung, die die Finanzminister nach zweitägigen Beratungen im chinesischen Chengdu verabschiedet hatten. „Für die Zukunft hoffen wir, dass Großbritannien ein enger Partner der EU ist“, heißt es in dem Papier weiter. Die G20-Staaten stellten darin aber auch fest, dass das Brexit-Votum der Briten die Ungewissheit für die Weltwirtschaft noch verstärke.

G20-Staaten geben Signal der Stabilitaet
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht zwar Unsicherheiten durch das Brexit-Votum, doch bestehe Einigkeit in der G20, dass die Weltwirtschaft „ihren Erholungspfad fortsetzen dürfte“ – mit insgesamt verhaltenem Tempo und einer leichten Verstärkung im Jahr 2017. Auch in Deutschland sei die Konjunktur weiter kräftig. Für 2017 und 2018 sei aber „eine begrenzte Bremswirkung“ durch das Brexit-Votum zu erwarten.G20 Finazministertreffen in Chengdu

Zweifel an der Austeritätpolitik?

Zwei Pfeiler der aktuellen Geld- und Wirtschaftspolitik werden vermehrt infrage gestellt: Die Austeritätspolitik sei praktisch am Ende, und die quantitative Lockerung funktioniere nicht.

Seit Januar ist die Industrieproduktion in Deutschland rückläufig. Bezogen auf dem Nach-Finanzkrisen-TiefIndex von 2010 fiel er – kalender- und sasonbereinigt -von 111,3 auf 108,8 also 2,5 %-Punkte. Allein im Mai lag das Niveau um 0,3 % unter dem des Vorjahres Monat Mai 2015. Dies blieb – so Eurostat – nicht ohne Auswirkung auf die Eurozone, die mit 0,5 % über dem Mai 2015 stagnierte, Die Eurostat-Tabellen sind nur eine Facette, da die Standortverlagerungen in der EU bzw. Eurozone nicht abgebildet werden (Index von 2010: Eurozone 103,3/Eu total 104,4).

Übergang zur Stimulierung
Die Tage der Austerität («Gute Medizin schmeckt bitter») scheinen gezählt zu sein. Sich bereits von ihr zu verabschieden scheint Grossbritannien. Als Folge des Brexit-Entscheids wird die neue Regierung das Ziel, bis 2020 einen Haushaltüberschuss zu erzielen, nicht verfolgen. Zwar dürften die Haushaltpläne erst im Herbst bekannt werden, doch Capital Economics nimmt an, dass das Ausmass der bisher für die nächsten Jahre geplanten Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen reduziert werde. Gleichzeitig verschiebe in Japan die Regierung immer wieder das Datum der weiteren Erhöhung der Umsatzsteuer und plane zudem mit einem Zusatzhaushalt einen Anschub von 2% des Bruttoinlandproduktes. Auch in anderen Ländern wie Kanada und Südkorea werde die Finanzpolitik gegenwärtig gelockert.

Sind die Tage der Austerität gezählt?

Petra Kaster www.w-t-w.org/en/petra-kaster www.petrakaster.de

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