Moody’s sieht Brasilien auf Ramschniveau

Wirtschaftskrise: Es gibt Spekulationen über ein Amtsenthebungsverfahren von Praesidentin Rousseff
Präsidentin Rousseff. Erst Fitch, dann Standard & Poor’s, nun Moody’s: Brasiliens Bonität besitzt in den Augen der großen Ratingagenturen nur noch Ramschstatus. Die Notenbank ist wegen zunehmender Kreditausfälle besorgt.

Brasilien steckt im Jahr der Olympischen Spiele in Rio in einer schweren Wirtschafts- und Schuldenkrise. Nun hat mit Moody’s die letzte der drei führenden Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschstatus herabgestuft. Moody’s senkte die Bonität um gleich zwei Stufen auf die Note „Ba2“. Zuvor hatten bereits Fitch und Standard & Poor’s die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas auf Ramschniveau herabgestuft.

Dass die Bonität eines Landes gleich um zwei Noten herabgestuft wird, ist ungewöhnlich. Moody’s begründete das damit, dass dies das schiere Ausmaß des finanziellen Niedergangs durch Wirtschafts- und Schuldenkrise widerspiegele. Das einst boomende Land ist von Korruptionsskandalen und Rezession geplagt. So ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr geschrumpft und die Industrieproduktion regelrecht eingebrochen. Die Regierung hat darauf mit einem drastischen Sparpaket reagiert…
Moodys stuft Brasilien auf Ramschniveau herab
Brasilien

Geldwäsche auf dem Finanzplatz Lettland

Eine Drehscheibe zweifelhaften Rufs. Lettland muss der Geldwäscherei den Hahn abdrehen, wenn es in die OECD aufgenommen werden will. Nach Jahren der Passivität scheint sich die Politik nun endlich ans Werk zu machen.

Rudolf Hermann brichtet: Riga wird Licht bringen müssen in das lukrative, doch intransparente Geschäftsgebaren der lettischen Banken. Es sind bedenkenswerte Zahlen, die das Netzwerk investigativer Journalisten «Re:Baltica» unlängst auf den Tisch gelegt hat . Zwei Drittel der in Lettland registrierten Banken widmen sich laut dieser Agentur vornehmlich dem Geschäft mit «Non-Residents», also Personen mit Wohnsitz im Ausland. Die zuhanden von Ausländern verwalteten Einlagen machen demnach 52% der Gesamteinlagen aus (siehe Grafik) und entsprechen etwa 40% des lettischen Bruttoinlandprodukts. Rund 80% der an solchen Konten wirtschaftlich Berechtigten sollen in Staaten der ehemaligen Sowjetunion leben, vor allem in Russland und der Ukraine, und sie könnten ihre Mittel bei Bedarf praktisch über Nacht abziehen. Für die Banken sind laut «Re:Baltica» die Beziehungen zu Ausländern einträglich; das Auslandgeschäft werfe pro investierten Euro 19 Cents ab, das Inlandgeschäft bloss 9. Jahrelanges Laissez-faire…..Geldwaesche auf dem Finanzplatz Lettland

„Ah, die Verstärkung aus Lettland ist da – willkommen an Bord!“ Foto: JF

„Ah, die Verstärkung aus Lettland ist da – willkommen an Bord!“ Foto: JF

Schattenfinanzindex: Steuertransparenz

Schattenfinanzindex: Aktivisten erklären auch die USA zur Steueroase

Weltweit kämpfen die USA für mehr Steuertransparenz – doch zu Hause nehmen es die Amerikaner offensichtlich selbst nicht so genau. In einem neuen Ranking der wichtigsten Schattenfinanzplätze kommt das Land auf Platz drei.

Stefan Schultz berichte: Laut einer Analyse des Tax Justice Network TJN gehen die Vereinigten Staaten zwar gegen Steueroasen im Ausland vor, fungieren aber ihrerseits als Steueroase für Ausländer. Diese „Doppelmoral muss angegangen werden“, fordert die Nichtregierungsorganisation, die sich für mehr Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten einsetzt.
Schattenfinanzindex

Das sind die zehn schlimmsten Steueroasen
1  Schweiz
2  Hong Kong
3  USA
4  Singapur
5  Kaimaninseln
6  Luxemburg
7  Libanon
8  Deutschland
9  Bahrain
10 Dubai
Quelle: Tax Justice Network

Siehe hierzu auch:
Frauen und Kinder leiden unter Korruption/Folge-6-Verbrechen ermöglichen/

The Taxcast, Edition 50, February 2016

Turkey Axe Thanksgiving

Vorsorge ein Dorn im Auge?

Druck durch Buchungsregel. Vorsorge als Dorn im Auge? Ein 2013 angepasster Standard zur Abbildung der beruflichen Vorsorge hinterlässt tiefe Spuren in Unternehmensbilanzen. Ändern Schweizer Konzerne deshalb Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten?

Michael Ferber berichtet: Welchen Einfluss haben internationale Rechnungslegungsstandards auf die berufliche Vorsorge? Ändern Schweizer Konzerne Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten, um negative Folgen für die Bilanz zu vermeiden und bei Bankanalytikern und Rating-Agenturen besser dazustehen? Über diese Thematik wird in der Pensionskassen-Branche weiterhin heiss diskutiert – auch nach der Publikation eines Forschungsberichts im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) im vergangenen Jahr.

Ein «trojanisches Pferd»?
Der genannte Bericht von Swisscanto Vorsorge – deren Vorsorgeberatung nach einem Management-Buyout 2015 nun unter dem Namen Prevanto am Markt aktiv ist – beginnt mit dem Satz, der Wirtschaftsstandort fürchte sich vor einem «trojanischen Pferd». Konkret geht es dabei um die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), in denen der Anfang 2013 in Kraft getretene, neu überarbeitete Standard IAS 19 enthalten ist. Dieser regelt unter anderem die Abbildung der beruflichen Vorsorge in den Bilanzen der Arbeitgeber. Es werde befürchtet, dass Unternehmen Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten änderten, weil IAS 19 die Vorsorgeverpflichtungen und den Vorsorgeaufwand, den sie in ihren Jahresrechnungen ausweisen müssen, erhöhe, heisst es im Vorwort des BSV zu dem Bericht….
Vorsorge als Dorn im Auge
Die Wirtschaft sorgt sich wegen eines «trojanischen Pferdes» bei der Verbuchung von Pensionslasten.Trojanischen Pferdes-bei der Verbuchung von Pensionslasten
(Bild: Illustration Jörn Kaspuhl)

Riester-Renten keine sinnvolle Altersvorsorge?

Die CDU-Arbeitnehmer erklären die Riester-Rente für gescheitert und fordern die Rückabwicklung. Sie erzeuge wegen der niedrigen Zinsen Altersarmut. Profitiert hätten nur Bezieher von höheren Einkommen. Wegen der Niedrigzinsen im Gefolge der Euro-Rettung sind die Riester-Renten keine sinnvolle Altersvorsorge mehr.

Der CDU-Arbeitnehmerflügel hält die Riester-Rente für gescheitert und fordert einem Zeitungsbericht zufolge eine Rückabwicklung der Reform. „Die Riester-Rente ist spätestens mit der Niedrigzinsphase an die Wand gefahren“, sagte der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem Handelsblatt.

Bäumler übte zugleich scharfe Kritik an der Reform: „Riester hat das Niveau der gesetzlichen Rente um vier Prozent gesenkt und damit der Altersarmut bei Normalverdienern den Weg bereitet.“ Der CDU-Politiker fordert demnach, das Rentenniveau schrittweise wieder um vier Prozent anzuheben.

Die Riester-Rente soll vor allem Klein- und Mittelverdiener bei der privaten Altersvorsorge unterstützen. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Freien Universität Berlin (FU) ergab im vergangenen Jahr aber, dass von der staatlichen Förderung zum großen Teil Gutverdiener profitieren.
Riester Transparenter

Wie Sie zum Geldwäscher werden

Bis zu zwei Jahre Gefängnis drohen. Vorsicht, Betrugsfalle! Wie Sie zum Geldwäscher werden, ohne es zu merken

Patrick Pleul berichtet: Geldwäscher versprechen ihren Opfern Geld, wenn sie Beträge per Bargeld-Transfer-Dienst weiterleiten. Kriminelle Banden nutzen unscheinbare Privatleute zur Geldwäsche. Die Betroffenen sind sich oft gar keiner Schuld bewusst. Neuerdings haben sie auch Flüchtlinge im Visier. Während bei leichtfertiger Geldwäsche sogar Haftstrafen drohen, kommen die Ermittler an die Hintermänner kaum ran.
Sie brauchen nur ein Konto – und könnten „Geld verdienen wie im Schlaf“. Von solchen Versprechen in Emails oder Anzeigen lassen sich immer mehr Menschen in Deutschland locken. Sie werden zu Geldwäschern – oft ohne sich einer Straftat bewusst zu sein. Dabei helfen die sogenannten Finanzagenten, im Internet ergaunertes, digitales Geld zu Barem zu machen.

„Ohne Finanzagenten hätten wir einen großen Teil der organisierten Computerkriminalität nicht“, sagt Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Die Hauptstadt, bundesweiter Schwerpunkt dieser Kriminalitätsform, sagt „leichtfertiger Geldwäsche“ den Kampf an.
Wie funktioniert die Taktik?….
Bis zu zwei Jahre Gefaengnis drohen

Geldwaesche

China schliesst Schattenbanken

60 illegale Banken geschlossen.  Im Kampf gegen Geldwäsche haben die chinesischen Behörden 2015 gut 60 Schattenbanken geschlossen. Die Überwachung soll verstärkt werden.

Im Kampf gegen die Kapitalflucht treibt China sein Vorgehen gegen sogenannte Schattenbanken voran. Im vergangenen Jahr seien mehr als 60 dieser im Verborgenen agierenden Geldhäuser zerschlagen worden, sagte der Chef der Devisenhandelsaufsicht, Zhang Shenghui, der Nachrichtenagentur Xinhua. Diese Untergrund-Banken seien mutmasslich für verbotene Finanztransfers über umgerechnet mehr als 130 Mrd. € verantwortlich gewesen. Die Regierung wolle den Kampf dagegen in diesem Jahr weiter verschärfen.

Seine Behörde werde dazu auch von den regulären Banken eine verstärkte Überwachung verdächtiger Transaktionen einfordern. Zudem werde sie auch Broker, Versicherer und andere Anbieter von Finanztransfers genauer unter die Lupe nehmen. In der Grauzone jenseits des regulierten Bankensektors tummeln sich in China Versicherer, Leasingfirmen und andere Kreditgeber – darunter auch illegale Unternehmen.

Die Führung in Peking geht seit längerem stärker gegen verbotene Bankgeschäfte vor und hat dabei vor allem Geldwäscherei und gesetzeswidrige Kapitaltransfers ins Ausland ins Visier genommen. Im November deckten die Behörden den bisher grössten Schattenbanken-Fall in China mit einem Volumen von umgerechnet 66 Mrd. Fr. auf.
Schattenbanken

Zwischen Unsicherheit und Panik

Gebeutelte zyklische Aktien und Bankenwerte. An den Börsen geht die Angst vor einer weltweiten Rezession um. In einer volatilen Handelswoche verlor der Swiss-Market-Index deutlich an Wert.

Michael Ferber berichtet: Zyklische Aktien und Bankenwerte kommen an der Schweizer Börse unter die Räder. «Panik regiert», so hat eine Bank die Entwicklung an den Börsen in der vergangenen Woche kommentiert. Nach starken Schwankungen hat der Schweizer Aktienmarkt diese abermals mit einem deutlichen Minus beendet. Das Leitbarometer der Schweizer Standardwerte, der Swiss-Market-Index (SMI), gab trotz Gewinnen am Freitag auf Wochensicht um 3,8% nach. Seit Jahresbeginn hat der SMI somit ein Minus von 13,2% eingefahren. Damit ist der Schweizer Leitindex aber nicht alleine. Der europäische Euro-Stoxx 50 notiert seit dem Jahresstart mit 15,7% in negativem Terrain, der japanische Leitindex Nikkei 225 sogar mit 21,4%.

Die Bewegung des SMI in der vergangenen Woche – deutliche Verluste am Montag, Dienstag und Donnerstag bei temporären Gegenbewegungen am Mittwoch und Freitag – zeige, wie verunsichert die Investoren derzeit seien, sagt Philipp Jäggle, Analytiker bei der Zürcher Kantonalbank. Viele Anleger hätten Angst vor einer weltweiten Rezession. Die grosse Frage sei derzeit, ob die Kursrückgänge an den Finanzmärkten das Potenzial hätten, die Realwirtschaft in die Rezession zu stossen. Aufgrund der relativ starken Verfassung der US-Wirtschaft sei damit aber nicht zu rechnen, der Markt habe wohl etwas überreagiert.
Gebeutelte zyklische Aktien und Bankenwerte
Boerse

Milliardengeschäft für Versicherungen = Verlust für Steuerzahler?

Wie Dobrindt, Schäuble und Gabriel den deutschen Versicherungen ein Milliardengeschäft verschaffen. Weit über 50 Milliarden Euro, so schätzen Experten, sind inzwischen nötig, um die Infrastruktur in Deutschland wieder flott zu machen. Marode Straßen, Brücken, Schulen – die Liste ist lang. Doch obwohl der Staat selbst so günstig wie nie an frisches Geld kommen könnte, setzt man auf ein von der Versicherungswirtschaft teuer finanziertes Ausbauprogramm.

Weit mehr als 50 Milliarden Euro – soviel soll nach Schätzungen die Sanierung unserer maroden Verkehrsinfrastruktur kosten. Überall bröselt es: Fast jede fünfte Autobahn ist in einem bedenklichen Zustand. Um das zu stemmen, plant die Bundesregierung, eine eigene Gesellschaft zu gründen, mit privaten Investoren. Doch das scheinbar clevere Finanzierungsmodell entpuppt sich bei genauer Betrachtung als teure Mogelpackung! Profiteure sind vor allem die ohnehin gut situierten Versicherungskonzerne.
Die Versicherungskonzerne, sie schwimmen im Geld: Über Jahre haben sie sich mit der privaten Altersvorsorge und anderen Geschäften eine goldene Nase verdient: „Voll ganz gesichert“ haben sie sich damit Milliarden – nur wohin mit dem ganzen Geld. in Zeiten niedriger Zinsen müssen dringend attraktive Investments her.

Der oberste Lobbyist der Versicherungsbranche weiß auch schon, wo die zu finden sind: In der maroden Infrastruktur. 40 Milliarden kann er dem Staat anbieten, eine hübsche Summe:
Kontraste Milliardengeschäft für Versicherungen
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Autobahn

Unternehmensstudie: Mehr Frauen, mehr Gewinn

Eine Untersuchung von 22.000 Firmen aus 91 Ländern hat ergeben: Je höher der Frauenanteil, desto höher der Gewinn. Für einen nachhaltigen Erfolg ist es demnach wichtig, Frauen während ihrer gesamten Firmenkarriere zu fördern und vor allem die zweite und dritte Führungsebene mit ihnen zu besetzen. Eine feste Quote steigert die Profitabilität dagegen nicht.

Wie läuft es in einem Unternehmen, deren Führungspositionen vor allem von Männern besetzt sind? Vergleichsweise schlecht, wenn man einer Studie des Washingtoner Peterson Instituts glaubt (hier der Link zum englischsprachigen PDF): Je höher der Frauenanteil, desto höher ist demnach der Profit. Die Autoren bringen es auf eine einfache Faustformel: Steigt der Frauenanteil von null auf 30 Prozent, steigt der Nettogewinn um 15 Prozent.

Nicolai Kwasniewski berichtet:  Ausgewertet wurden Daten von 22.000 Unternehmen aus 91 Ländern. Im Management dominieren demnach die Männer: 60 Prozent der Firmen hatten keine weiblichen Vorstandsmitglieder, mehr als die Hälfte keine Frauen in der darunterliegenden Führungsebene. In einem Drittel der Firmen gab es im Untersuchungsjahr 2014 überhaupt keine Frauen in Top-Positionen.
Mehr Frauen, mehr Gewinn
Frauen erwirtschaften  magische Gewinne