Der ostdeutsche Arbeitsmarkt

Die Wahrheit über den ostdeutschen Arbeitsmarkt
Am Arbeitsmarkt ist die Angleichung zwischen Ost und West 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ein gutes Stück vorangekommen. Doch es tut sich eine andere Kluft auf – und die wird ständig größer……

Regionale Leuchttürme wie Jena oder Dresden sind eher rar. „Künftig dürfte es weniger um die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern zwischen strukturschwachen und strukturstarken Regionen gehen“, lautet das Fazit von IAB-Forscherin Fuchs. „Dabei gilt für beide Landesteile, dass sich die starken Regionen vom Gros der schwächeren Regionen absetzen.“ Dies werde zu einer wachsenden Polarisierung in ganz Deutschland beitragen.
Die Wahrheit über den ostdeutschen Arbeitsmarkt
Fachkräftemangel

Wirtschaftswunder nach der Wende

25 Jahre deutsche Einheit. Nach der Wende lag die Wirtschaft der früheren DDR in Trümmern. Auch bei den Glashütter Uhrenbetrieben ging die Belegschaft von 2500 auf noch 72 zurück. Doch was seither geschah, sucht seinesgleichen.

Christoph Eisenring berichtet: «Vom ‹Ich› zum ‹Wir›»: Mit dieser Losung sei 1972 die elterliche Fabrik für Präzisionstechnik durch die DDR verstaatlicht worden, erzählt Frank Reichel. Reichel war kurz nach der Wende zum Bürgermeister der sächsischen Kleinstadt Glashütte geworden. Diese liegt eingebettet in Wälder und Hügel in den Tälern der Priessnitz und Müglitz. Formal war es zwar keine Enteignung, da die Familie für den Betrieb geringfügig entschädigt wurde. Doch Verhandlungen gab es nicht. Der Kleinbetrieb wurde später in den Volkseigenen Betrieb Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) eingegliedert.
Kleines Wirtschaftswunder nach der Wende

JotKa

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Warum fallen Preise in der Euro-Zone trotz Geldschwemme?

Die Europäische Zentralbank peilt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Doch nun fallen die Preise in Europa plötzlich. Setzt sich der Trend fort, könnte das böse Folgen für die Wirtschaft haben.

Trotz der großen Geldflut der Europäischen Zentralbank EZB fallen die Preise in der Euro-Zone. Sie sanken im September um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Europäische Statistikamt am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Im August lag die Teuerungsrate in den 19 Euro-Ländern bei 0,1 Prozent. Insbesondere die um 8,9 Prozent gesunkenen Energiekosten drückten die Inflationsrate im September weiter in den Keller.
Der Sinkflug der Preise in der Euro-Zone liefert Befürwortern größerer Geldspritzen der EZB Argumente an die Hand. Denn die Notenbank ist meilenweit von ihrem Ziel einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent entfernt.
Preise in der Euro-Zone fallen trotz Geldschwemme
Folgen der Geldschwemme

janson-karikatur.de

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Sollten Sie jetzt besser die Finger vom Dax lassen?

Erst schmierten die Banken und Versorger ab, jetzt der größte Autobauer. Die Krisen deutscher Unternehmen ruinieren den Ruf des Börsenbarometers. Plötzlich wird klar, dass ihm etwas Wichtiges fehlt.

Holger Zschäpitz berichtet: Ein letztes Mal Primetime. Noch ein großer Auftritt. So zumindest klang es jedenfalls, als in der reichweitenstärksten Börsensendung der Welt, „Closing Bell“ auf CNBC, die Rede auf den Deutschen Aktien-Index kam. Europäische Märkte spielen dort normalerweise keine Rolle. Doch in dieser Woche war der Dax gleich mehrfach Thema. Vor der eindrucksvollen Kulisse der New Yorker Börse beschworen die Diskussionsteilnehmer den Niedergang des Dax. Seit die Krise des Autoherstellers Volkswagen die Märkte erschüttert, habe auch das deutsche Premium-Barometer an Glanz verloren. Die Krise eines Einzelwertes werde einen ganzen Index in die globale Zweitklassigkeit verbannen, orakelten die amerikanischen Auguren.

Tatsächlich hat die vergangene Woche gezeigt, dass die VW-Krise vor allem auch der Marke Dax schadet. Plötzlich wird offenbar, dass der Index im internationalen Vergleich schlecht aufgestellt ist. Digitale Zukunftsbranchen finden sich in Deutschlands oberstem Börsenindex kaum. Dieses Manko wurde überspielt von den konventionellen exportstarken Branchen. Auf die war Verlass, sie hatten Strahlkraft, verkörperten Solidität.

Altersvorsorge steht auf dem Spiel
Doch mit dem Autosektor ist nun ein weiterer Pfeiler des Dax weggebrochen. Die PS-Branche folgt Banken und Versorgern, die schon lange den Index belasten. Bleiben noch Chemie- und Pharmafirmen, die dem Dax noch etwas Glanz geben können.
Doch auch hier fehlt mit Biotech ein Sektor, der die Zukunft repräsentieren würde. Es geht um mehr als nur einen Imageverlust: Viele deutsche Sparer setzen bei ihrer Altersvorsorge auf die Wertentwicklung des Dax. Steigt das Börsenbarometer in die Zweitklassigkeit ab, bekommen sie am Lebensabend weniger heraus.

„Es ist wirklich ungewöhnlich, dass die Krise bei einem Unternehmen zu einem globalen Thema wird“, sagt Kit Juckes, Stratege bei der französischen Bank Société Générale. Sein Haus sieht einen rapiden Imageverlust für den Deutschen Aktienindex. „Hände weg vom Dax“, fasst das Institut kurz und knapp seinen Rat zusammen.
Warum Sie jetzt besser die Finger vom Dax lassen
Dax fällt

Bauchgefühl der Feind des Anlageerfolgs?

Das billige Geld und die anhaltende Börsen-Hausse verleiten die Investoren zu Fehlverhalten. Entweder gehen sie zu wenig oder viel zu viele Risiken ein. Was Anleger wissen sollten…

Die finanzielle Repression verleitet Investoren zu zusätzlichen Fehlern. Goldberg sieht vor allem zwei: Viele Sparer bögen sich die Welt noch zurecht, weil sie keine Negativzinsen bezahlen müssten. Der Entscheid, das Geld vom Konto abzuziehen, werde noch verzögert. Der Nachbar bekomme ja auch nicht mehr. Dass man mit Blick auf die reale Verzinsung schon Geld verliere, werde ausgeblendet. Allerdings verleite umgekehrt die Jagd nach Rendite zu Anlagen in Instrumente, die der Investor gar nicht kenne. Nicht die Höhe des Risikos und die Fähigkeit, dieses zu tragen, sei dann entscheidend, sondern einzig die Rendite…
Das Bauchgefuehl ist der Feind des Anlageerfolgs

BauchgefühlKommentar:
A. Beck. Ich bin wahrscheinlich einer der im Artikel belächelten Kleinanleger. Einen Einstieg in Aktien ist aktuell einfach sehr riskant. Ich finde es verantwortungslos, Anleger im jetztigen Umfeld Aktien zu empfehlen. Natürlich ist das langfristig die ertragreichste Anlageklasse, aber durch einen falschen Kaufzeitpunkt kann man schnell einige Jahre verlieren, bis die Aktie nach einer Korrektur das Niveau wieder errreicht hat. Warum ist es da so falsch, kurzfristig auf Rendite zu verzichten und das Geld auf dem Konto zu lassen? Die im Artikel erwähnten professionellen Investoren glänzen ja auch nicht alle mit grossartigem Leistungsausweis.

Werden Anleger die EZB zu Zins-Wende zwingen?

Stille Revolution der Anleger wird EZB zu Zins-Wende zwingen

Bernd Lüthje berichtet: Die EZB gerät in die Defensive: Mit den niedrigen Zinsen stützt sie seit Jahren insolvente Staaten und enteignet die Sparer. Doch diese wehren sich mit einer stillen Revolution. Sie horten Bargeld, investieren in langfristige Anlagen und machen einen Bogen um die Staatsanleihen. Damit trocknet die Finanzierung der Schulden-Staaten aus. Die EZB wird schnell reagieren: Schon im kommenden Jahr ist eine Erhöhung der Zinsen auf sechs Prozent denkbar….
Stille Revolution der Anleger wird EZB zu Zins-Wende zwingen

Einige Leserkommentare sind da anderer Ansicht: „Ich wette dagegen. Die Zinsen werden unter 0 gedrückt werden. Eine andere Chance hat die EZB garnicht mehr, damit das Kartenhaus nicht sofort ineinanderbricht. Die Amis werden ihre Zinsen auch nicht erhöhen. Kapital wird nicht aus dem Aktienmarkt groß abgezogen werden, weil 90% sowieso nur bedrucktes Papier ist ohne jeglichen Gegenwert.“

Nel / Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Nel / Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Hat Ex-VW-Chef Winterkorn Anspruch auf Millionen Pension?

Wie hoch die mögliche Abfindung für VW
den zurückgetretenen Volkswagen- Chef Martin Winterkorn ausfällt, ist noch unklar. Allein seine Pensions-ansprüche belaufen sich einem Bericht zufolge auf mehr als 28 Millionen Euro.

Der Rücktritt kam dann doch noch schneller als erwartet. Der bestverdienende Dax-Vorstand Martin Winterkorn legte am Mittwoch wegen der Abgas-Affäre in den USA seinen Posten als Chef von Volkswagen nieder. Die Frage, wie hoch die Abfindung ausfallen wird, ließ der Konzern zunächst unbeantwortet. Insgesamt wird der Ex-Top-Manager aber eine hohe Millionensumme einstreichen.
Seit 2007 stand Winterkorn an der Konzernspitze und theoretisch hat er Anspruch auf zwei Abfindungszahlungen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Dem Bericht zufolge belaufen sich allein Winterkorns Pensionsansprüche bis Ende 2014 auf 28,6 Millionen Euro. Unklar ist, ob die Auszahlung an Bedingungen geknüpft ist.
Ex-VW-Chef Winterkorn- Anspruch auf mindestens 28 Millionen Euro Pension

www.andreas-pruestel.cartooncommerz.de/

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Verhält die Fed verhält sich lächerlich?

Kein Ökonom studiert die Politik der US-Notenbank schon so lange und intensiv wie Allan Meltzer. Jetzt geht er hart mit den Währungshütern unter Präsidentin Janet Yellen ins Gericht.

Der renommierte Ökonom Allan Meltzer übt harsche Kritik am Kurs der US-Notenbank unter ihrer Präsidentin Janet Yellen. „Die Fed hätte schon längst Fakten schaffen und die Leitzinsen anheben müssen. Dass sie seit zwei Jahren darüber diskutiert, aber dann doch nicht liefert, ist lächerlich.

Schließlich geht es um eine Anhebung von gerade mal 0,25 Prozentpunkten“, sagte Meltzer der „Welt am Sonntag“ (20. September). So schaffe die Fed nur neue Unsicherheiten.

Selten zuvor habe die Notenbank so schwach agiert wie momentan, sagte der 87-Jährige Ökonom weiter. Er sieht sogar die Unabhängigkeit der Fed unter der aktuellen Präsidentin gefährdet. „In diesem Jahr ist Fed-Präsdentin Janet Yellen schon 45-mal im Weißen Haus eingekehrt. Es ist alles andere als hilfreich, wenn die Zentralbank den Wünschen der Politik zu viel Gehör schenkt.“
Die Fed verhält sich lächerlich
Yellen Dove

USA Milliardenstrafe für VW?

Volkswagen droht in den USA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar wegen mutmasslicher Verstösse gegen Umweltschutzauflagen. Die Aufsichtsbehörde EPA verdächtigt VW, vorsätzlich Abgasvorschriften bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen umgangen zu haben.

Die Umweltbehörde EPA warf Volkswagen am Freitag vor, dass in VW- und Audi-Modellen eine Software eingesetzt worden sei, mit der die gesetzmässige Verringerung bestimmter Abgasemissionen im normalen Fahrbetrieb ausgeschaltet werden könne.

Durch das Programm soll es möglich sein, das Abgas-Kontrollsystem nur bei offiziellen Emissionstests zu aktivieren. Das würde bedeuten, dass die Luftverpestung in Wirklichkeit viel höher wäre. Die Rede ist laut EPA, dass die Autos die Emissionslimiten um das bis zu 40-Fache übersteigen.

Im Fokus der Ermittlungen stehen laut EPA Vier-Zylinder-Modelle der Jahre 2009 bis 2015. Ein VW-Sprecher in den USA erklärte, der Konzern kooperiere mit den Ermittlern.

Für jedes Fahrzeug, das nicht den US-Abgasnormen entspreche, könne eine Strafe von 37’500 Dollar verhängt werden, hiess es weiter. Unter Verdacht stünden 482’000 Autos, die seit 2008 verkauft wurden.

Wenn bei jedem einzelnen Fahrzeug Verstösse gegen die Umweltauflagen festgestellt würden, könnte sich die Gesamtstrafe auf 18 Milliarden Dollar belaufen, führte Giles aus. Allerdings ist völlig unklar, ob dieses theoretische Höchstmass ausgeschöpft würde.

Laut ihrer Behörde geht es um die Modelle Jetta, Beetle und Golf von VW und den A3 der Tochter Audi aus den Jahren 2009 bis 2015 sowie den VW Passat aus diesem und dem vergangenen Jahr. Die Fahrzeuge müssten vorerst nicht in die Werkstätten zurückgerufen werden, betonte die EPA. Der VW-Sprecher in den USA sagte, das Unternehmen könne sich zu diesem Zeitpunkt nicht näher äussern.

Volkswagen tut sich eher schwer auf dem US-Markt und kämpft schon lange mit schwachen Verkaufszahlen. Vor diesem Hintergrund stellen die Ermittlungen der Umweltbehörde einen grossen Rückschlag dar, denn die Diesel-Fahrzeuge galten als Lichtblick und gehören in den USA zu den Verkaufsschlagern von VW.

Der Konzern bewirbt die Modelle massiv. Mit einer gross angelegten Marketing-Kampagne für die sogenannten „Clean Diesel»-Autos sollten die US-Verbraucher von der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge überzeugt werden. Doch inzwischen sind vom offiziellen Youtube-Kanal von VW alle dieser Werbeclips gelöscht worden.

Die umstrittene Funktion bezeichnet die EPA als Abschalteinrichtung („defeat device»). Mit dem Verbot einer solchen Abschalteinrichtung für die in Autos eingebaute Systeme zur Emissionsminderung geht einher, dass die Abgasbegrenzung nicht nur unter Prüfbedingungen, sondern unter allen normalen Nutzungsbedingungen auf der Strasse funktionieren muss und nicht abgeschaltet werden darf.

Schon vor Jahren hatte die EPA andere Autohersteller wegen solcher Verstösse im Visier. Nach Angaben der Behörde aus dem Jahr 1998 endeten Ermittlungen gegen Honda und Ford mit Vergleichszahlungen von 267 Millionen und 7,8 Millionen Dollar.
VW-Auspuff

US-Zinsen bleiben ultraniedrig

Dollar schwächelt – US-Zinsen bleiben ultraniedrig … Die Aussicht auf zunächst weiter niedrige Zinsen in den USA hat den Dollar belastet. Mit ihrem Nullentscheid dürfte die Notenbank vor allem auf internationale Konjunktur sowie auf die Rückschläge an den Finanzmärkten reagiert haben.

Die amerikanische Notenbank belässt ihren Leitzins, den Tagesgeldsatz für Federal Funds, bei null Prozent. Die Notenbank notiert in ihrem Statement, dass der Wirtschaftsgang moderat sei und die Inflation unter 2 Prozent liege. Sie weist aber auf eine deutlich Verbesserung am Arbeitsmarkt hin. Sie werde die Zinsen anheben, wenn die Beschäftigung weiter zunähme und die Inflation in Richtung 2 Prozent zurückkehre.

Das Federal Market Committee beachte eine große Anzahl von Beschäftigungsindikatoren sowie die Daten über Inflation und Inflationserwartungen. Ferner ziehe es auch die internationale Finanzmarkt- und Konjunkturentwicklung in Betracht. Mit ihrem Nullentscheid dürfte die Notenbank vor allem auf internationale Konjunktur sowie auf die Rückschläge an den Finanzmärkten reagiert haben.

Das Statement stellt aber den Arbeitsmarkt in den Vordergrund. Bei einer weiteren Verbesserung der Arbeitsmarktlage dürfte die Zentralbank die Zinsen anheben. Schließlich signalisiert die Notenbank, dass selbst eine Zinsanpassung graduell sein dürfte und die Zinsen länger unter einem normalen Niveau lägen.

Denn die Fed hat auf lange Sicht keine Alternative zur Zinswende. Die Alternative ist nämlich allen gängigen Modellen zufolge eine massive Inflation. Das kann die Notenbank nicht riskieren, weil ihr dann der Kontrollverlust über die Geldpolitik droht.

Eine Zinswende in den USA könnte allerdings zu einer Pleite-Welle von US-Unternehmen führen. Wenn der Leitzins steigt, müssen Unternehmen höhere Zinsen für Unternehmens-Anleihen aufbringen.
Generationen Zinseszins