Blockchain eine Geldrevolution?

Die Finanzbranche arbeitet an einer Geldrevolution. Eine neue Technologie namens Blockchain kann Überweisungen, Kredite und Wertpapierhandel schneller und günstiger machen – und Institute abschaffen.

Als vor sechs Jahren der Programmierer Satoshi Nakamoto die erste Transaktion mit einer Währung namens Bitcoin anstieß, nahm in den großen Banken niemand Notiz davon. Was sollte dieses digitale Geld, ausgedacht von einigen Verschlüsselungsexperten, mit klassischen Überweisungen, Krediten und dem Kauf und Verkauf von Aktien zu tun haben?

Heute gibt es kaum noch eine namhafte Bank, die nicht ihre schlauesten Köpfe auf das Thema angesetzt hat. Vielen Vorständen schwant langsam: Diese Erfindung könnte Banken – und auch Börsen – früher oder später überflüssig machen.

Genauer gesagt geht es nicht um Bitcoins, sondern um die Technologie dahinter: die Blockchain. Diese ist nichts anderes als ein digitaler Kontoauszug, der aus aneinandergereihten Datenblöcken besteht und Informationen über alle möglichen Geschäfte enthält.
Blockchain ist die Revolution des Geldverkehrs
Bald könnten in der neuen digitalen Finanzwelt Menschen ziemlich überflüssig werden

Andy Warhol-Anwesen soll 85 Millionen Dollar Wert sein

Zu Lebzeiten verzog sich Künstler Andy WarholWarhol
gern auf sein Anwesen in Montauk. Nun steht Warhols Eigenheim zum Verkauf – für eine mehrere Millionen Dollar. Wir zeigen, welche Star-Immobilien nach neuen Besitzern suchen.

Schon zu Lebzeiten war er eine Legende: Andy Warhol. Die Inspiration für seine Kunstwerke holte er sich dabei aber nicht in der Stadt, sondern im östlich von New York gelegenen Montauk. Dort traf er Künstlerfreunde und andere Stars wie zum Beispiel Mick Jagger, Elizabeth Taylor und John Lennon. 1972 kaufte er zusammen mit Filmemacher Paul Morrissey für 225.000 Dollar ein Anwesen auf der Insel. 43 Jahre später steht die Villa wieder zum Verkauf – für schlappe 85 Millionen Dollar.
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Andy Warhol

Konjunktur Chinas Wirtschaft wächst

Viele Schwarzseher haben unlängst den Kollaps der chinesischen Wirtschaft vorhergesagt. Bislang ist er ausgeblieben: Mit beinahe 7 Prozent wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in den vergangenen drei Monaten nach offiziellen Zahlen.

Chinas Konjunktur verliert an Schwung
Um den Zustand der chinesischen Wirtschaft hat es unlängst viele Spekulationen gegeben, zumal Schwarzseher hatten sie am Abgrund gewähnt. Nun zeigen die offizielle Zahlen für das dritte Quartal das Gegenteil dessen: Chinas Wachstum wuchst um beinahe 7 Prozent (6,9 Prozent), wie das Statistikamt in Peking an diesem Montag mitteilte. Das ist zwar die geringste Wachstumsrate seit sechs Jahren. Aber nach wie vor wächst mit dieser Geschwindigkeit keine einzige Volkswirtschaft unter den Industrieländern. Die professionellen Marktteilnehmer hatten einen BIP-Zuwachs von 6,8 Prozent erwartet.
Konjunktur Chinas Wirtschaft waechst um beinahe 7 Prozent

Daryl Cagle darylcagle.com/cartoons

Daryl Cagle
darylcagle.com/cartoons

Abflauende Weltwirtschaft?

Der nächste Schock: Die einstigen Superstars China und Brasilien schwächeln. Noch spürt Deutschland wenig davon. Doch wenn es einmal knallt, dann knallt’s von allen Seiten – auch bei uns.

Wolfgang Münchau berichtet: Angela Merkel und ihre Flüchtlinge sind das große politische Thema und Volkswagen das große wirtschaftliche. Die Kapazitätsgrenze unserer Aufmerksamkeit scheint erschöpft. Doch wenn man in diesen Tagen über den nationalen Tellerrand hinausschaut, sieht man weiteres Ungemach am Horizont auftauchen: die Verlangsamung der Weltwirtschaft, bedingt durch einen radikalen Strukturwandel in China. Deutschland war bislang der große Nutznießer. Aber eine Umschichtung von Investitionen hin zu privatem Konsum ist längst überfällig, denn China leidet schon seit Jahren an einer staatlichen verordneten Überinvestition im Immobilienbereich und vor allem in der Infrastruktur. Diese Investitionen wurden durch Billigzinsen finanziert, die wiederum zu Lasten der Sparer gingen – eine durch die Zentralregierung bewusst betriebene Fehlallokation.
Abflauende Weltwirtschaft
Global Economy

Turbulente Zeiten für japanische Broker

Japan:  Liquiditäts-EngpassTurbulente Zeiten für japanische Broker-Foto- dpa
Weltgrößter Fonds setzt Handel aus. Der japanische Broker Nomura setzt überraschend Zeichnungen für den weltgrößten ETF aus. Begründet wird dies mit einem „Liquiditäts-Engpass“. Der Fonds sei zu groß geworden, so Nomura.

Der weltweit größte börsengehandelte Fonds verkündet eine „vorübergehende Aussetzung“ der Auftragseingänge für drei ETFs. Der japanische Broker Nomura Asset Management begründet den Handels-Stopp in einer Mitteilung folgendermaßen:
„Die vorübergehende Aussetzung wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Situation des Fondsmanagements einschließlich der Liquidität der zugrunde liegenden Nikkei 225 Futures und die Summe der verwalteten Vermögen von drei ETFs getroffen.“ Die ETFs bleiben an der Börse in Tokio kotiert, die Anleger können damit auch handeln, nur Nomura nimmt vorerst keine Zeichnungen vor.

Der EFT ist zu groß geworden für den Markt, für den er entwickelt wurde. Der Vermögensverwalter, der auf dem Futures-Markt beruht, verspricht, das Zweifache des täglichen Returns von Japans bekanntesten Aktienindex zu liefern. Doch die Liquidität ist nicht stark genug, um sicherzustellen, dass dieses Ziel zu erfüllen ist.
„Die Liquidität zu den Futures bleibt gleich, aber unsere Fonds wurden immer größer“, zitiert Bloomberg Kazumasa Hironaka, ein Sprecher von Nomura Asset. „Wenn der Fonds nicht zu dem Preis kaufen kann, zu dem er will, und zu dem Preis verkaufen kann, zu dem er will, kommt es zu einer Schräglage.“

Vor kurzem kommentierte Bloomberg die Fonds von Nomara vernichtend: Das Geld wird mit einer beispiellosen Geschwindigkeit in einem aufgemotzten ETF, der an Japans bekanntesten Aktienindex gebunden ist, geschreddert.
Weltgroeßter Fonds setzt Handel aus
Japan

Zunehmende Altersarmut in Europa

elizabeth-corleyChefin von Allianz Global Investors
befürchtet zunehmende Altersarmut in Europa. Böse Überraschungen bei «Pensions-Töpfen»

Die finanzielle Repression dürfte in vielen europäischen Ländern für zunehmende Spannungen zwischen den Generationen sorgen, sagt Elizabeth Corley, Chefin von Allianz Global Investors.

Droht angesichts der extrem niedrigen Zinsen in vielen Ländern eine Pensions-Krise? Die von den Zentralbanken künstlich tief gehaltenen Zinsen sorgen dafür, dass Vorsorgeeinrichtungen die für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen nötigen Erträge nicht erwirtschaften – gemäss Swiss Re rentieren derzeit rund 65% aller emittierten Staatsobligationen in Europa mit weniger als 1%. Hinzu kommen die Alterung der Bevölkerung in Industrieländern und mangelnde politische Reformen, was zusätzlich massiven Druck auf die Altersvorsorgesysteme erzeugt. Elizabeth Corley, Chefin der Anlagefondsgesellschaft Allianz Global Investors, rechnet damit, dass viele Bürger in Industrieländern diese Effekte in den kommenden Jahren spüren werden.
Altersarmut in Europa
EuropaElizabeth Corley, die dunkle Seite einer Milliardenjongleurin

Bank-Konto ohne Ausweis?

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Neukunden per Pass oder amtlichen Ausweisersatz eindeutig zu identifizieren. Weil viele Flüchtlinge solche Dokumente nicht vorweisen können, gelten vorübergehend gelockerte Vorgaben.

Ende August ließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Kreditwirtschaft wissen, dass zur Legitimation nun auch Duldungspapiere mit Foto ausreichen, wenn diese Briefkopf und Siegel einer deutschen Ausländerbehörde tragen und vom Sachbearbeiter unterschrieben sind. So sollen Flüchtlinge einfacher an ein Basiskonto kommen, auf das etwa Sozialleistungen fließen können.

Bank-Konto ohne Ausweis: Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Die Bafin ermuntert Banken, für Flüchtlinge Bank-Konten auch ohne gültige Reisedokumente zu eröffnen. Damit fordert die Behörde die Banken offiziell zum Rechtsbruch auf. Für die Banken ist dies sehr gefährlich – weil sie damit in das Visier der US-Behörden geraten können.
Banken Fluechtlinge bekommen nicht immer problemlos ein Konto
Bank-Konto ohne Ausweis- Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Geografie

Bestechungsskandal bei den Vereinten Nationen

Was Whistleblower, oft unter schwierigsten Umständen, uns schon seit Jahren versuchen zu erzählen, kommt langsam auf den Tisch. Ein Filz aus Kumpanei, Vertuschung und Verschleierung. Nicht nur in der Politik, Justiz, Banken, Fifa, VW und den Vereinten Nationen um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Überall gibt Bemühungen zur Aufklärung. Das könnten hoffentlich endlich Anfänge einer positiven Entwicklung gegen Korruption sein.

Hoher Uno-Diplomat unter Korruptionsverdacht. John WilliamJohn Ashe leitete die Uno-Vollversammlung und hat sich wohl noch etwas dazuverdient. Ermittler werfen ihm und weiteren Diplomaten Korruption im grossen Massstab vor.

Es ist der wohl grösste Korruptionsskandal in der Geschichte der Vereinten Nationen: Weil er mehr als eine Million Dollar an Bestechungsgeldern angenommen haben soll, wurde am Dienstag der ehemalige Vorsitzende der Uno-Vollversammlung, John Ashe, in der Nähe von New York festgenommen.

Der aus Antigua und Barbuda stammende Diplomat soll das Schmiergeld von chinesischen Geschäftsleuten bekommen haben. Im Gegenzug, so teilte die amerikanische Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit, habe Ashe den Chinesen den Weg für lukrative Investitionen frei gemacht.

«Sind Bestechungen bei der Uno an der Tagesordnung?»
Der 61-jährige Ashe hielt den – eher repräsentativen Posten – des Präsidenten der Vollversammlung von September 2013 bis September 2014. Ausser gegen ihn wird noch gegen fünf weitere Personen ermittelt, unter ihnen der stellvertretende Uno-Botschafter der Dominikanischen Republik, Francis Lorenzo.

Staatsanwalt Preet Bharara betonte, die Ermittlungen seien noch im Anfangsstadium und es könnte nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere verwickelt seien. «Wir werden fragen: ‹Sind Bestechungen bei der Uno an der Tagesordnung?›»
Rolex-Uhren, Massanzüge und ein privater Basketballplatz

Ashe jedenfalls habe die Gelegenheit am Schopf ergriffen, als der chinesische Milliardär Ng Lap Seng und andere ihm die Möglichkeit dazu geboten hätten, so Bharara. Konkret soll sich der Uno-Diplomat dazu bereit erklärt haben, dem Milliardär bei der Eröffnung eines Konferenzzentrums in dessen Heimat, der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau, zu helfen. Seng wurde bereits vor zwei Wochen verhaftet.
Bestechungsskandal bei den Vereinten Nationen
UNO tagt

Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Risiken für die deutsche Wirtschaft

Ökonomen warnen vor Konjunktur-Euphorie. Das sind die Risiken für die deutsche Wirtschaft. Die Prognosen von Forschungsinstituten und IWF sagen: Deutschland bleibt auf Wachstumskurs. Doch Experten warnen: Die glänzende Fassade der deutschen Wirtschaft ist trügerisch. Wie lange hält der Deutschland-Boom?

Dietmar Neuerer berichtet: Der deutschen Wirtschaft geht es bestens – zurzeit. Aber unter der glänzenden Fassade erodieren auf breiter Front viele ihrer Vorteile, warnen Experten. Den einen gilt Deutschland noch immer als starker Mann Europas. Die anderen glauben, dass die Marke „Made in Germany“ der größten Volkswirtschaft Europas wegen des VW-Abgasskandals derart stark gelitten hat, dass der deutschen Wirtschaft eine unsichere Zukunft bevorsteht. So prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag mit 1,5 Prozent im laufenden und 1,6 Prozent im nächsten Jahr ein leicht schwächeres Wachstum für Deutschland als bisher.

Düstere Szenarien wollen Experten aber nicht zeichnen – noch nicht. Denn ihrer Einschätzung nach wird die deutsche Wirtschaft angefacht durch niedrige Zinsen noch ein paar Jahre ordentlich wachsen. Allerdings halten sie es auch für falsch, jetzt in Konjunktur-Euphorie zu verfallen. „Es ist eine Illusion zu glauben, es gebe einen Deutschland-Boom“, rückt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW, Marcel Fratzscher, den Eindruck einer wie geschmiert laufenden Wirtschaft zurecht. Die Volkswirtschaft in Deutschland sei seit dem Jahr 2000 um drei Prozent weniger gewachsen als in Frankreich und 10 Prozent weniger als in Spanien. „Wir erleben zurzeit lediglich einen Aufholprozess dessen, was wir in den 2000er Jahren verpasst haben“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt.

Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung IMK, bremst ebenfalls. „Die wirtschaftliche Fassade Deutschlands ist nicht glänzend, aber solide“, sagte Horn dem Handelsblatt. Diese Solidität rühre aus der im Vergleich zu früheren Aufschwüngen stärkeren binnenwirtschaftlichen Dynamik. „Die relativ kräftigen Lohnsteigerungen lassen, unterstützt von der Einführung des Mindestlohns, die Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar steigen“, erläuterte der Ökonom. Dies führe zu einer „merklichen Ausweitung des Konsums“.
Handelsblatt
Risiken fuer die deutsche Wirtschaft
Economy

Das Aus für Steuertricks und Briefkastenfirmen?

Plan gegen Steuerflucht OECD will „Tod der Briefkastenfirmen“
Die Staatengemeinschaft will legale Steuer-Schlupflöcher für internationale Konzerne schließen. Sie sollen künftig nicht mehr Milliarden-Gewinne zwischen Ländern hin und her schieben und so ihre Steuerlast senken können.

Für internationale Konzerne wird es künftig schwieriger, mit Briefkastenfirmen und grenzüberschreitenden Transaktionen den Fiskus auszutricksen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) legte am Montag in Paris einen 15-Punkte-Plan gegen aggressive Steuergestaltungen und Gewinnverlagerungen vor. Der Plan habe letztlich „den Tod der Briefkastenfirmen“ zum Ziel, hieß es in der OECD….

Aber: Deutsches Finanzgericht hat internationalen Austausch von Steuerdaten gerade gestoppt

Allerdings ist fraglich, ob die Justiz dabei mitmacht: Am Freitag erst hat das Finanzgericht Köln den weitreichenden Austausch von Steuerdaten, den Deutschland mit Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada und Australien vereinbart hatten, gestoppt. Die Richter untersagten dem Bundeszentralamt für Steuern bis auf weiteres, entsprechende Information den Behörden im Ausland zu liefern oder selbst solche Daten einzuholen. Der Informationsaustausch verstoße gegen das Steuergeheimnis, urteilten die Richter.

Auch im amerikanischen Kongress regt sich erster Widerstand dagegen, solche Daten von amerikanischen Konzernen Steuerbehörden im Ausland zur Verfügung zu stellen. Auch über andere Punkte des Aktionsplans dürfte weiter diskutiert werden. So wenden erste Kritiker ein, dass die Patentbox-Regel zur Folge haben könnte, dass zwar nicht mehr die Patente ins Ausland verschoben würden, sondern stattdessen gleich die gesamte Forschungsabteilung.
Tod der Briefkastenfirmen
Steuervermeidung multinationaler Unternehmen eindämmen: OECD präsentiert
Reformen für internationales Steuersystem

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Verbrechen ermöglichen