Finja Carolin Kütz ist Expertin für strategische Fragestellungen von Banken

Oliver Wyman ernennt Finja Carolin Kütz
zur Deutschland-Chefin.Finja Carolin Kuetz
Die Strategieberatung Oliver Wyman ernennt erstmals eine alleinige Deutschland-Chefin: Finja Carolin Kütz wird die Gesamtverantwortung übernehmen. Oliver Wyman hat im Auftrag der EZB die Banken-Stresstest durchgeführt. Das Unternehmen ist Teil eines US-Konzerns und verfügt vermutlich über das beste Insiderwissen über die europäischen Banken.

Finja Carolin Kütz, 43 Jahre, ist neue Deutschlandchefin der Managementberatung Oliver Wyman. Sie übernimmt mit sofortiger Wirkung die Gesamtverantwortung für das Geschäft von Oliver Wyman in Deutschland und Österreich. Kütz, die seit 1997 bei Oliver Wyman tätig ist, verantwortete bisher als Partnerin das Financial Services-Geschäft in Deutschland und Österreich, das sie erfolgreich weiterentwickelt hat. In ihrer neuen Rolle wird sie sich insbesondere darauf fokussieren, das Beratungsgeschäft in Deutschland weiter auszubauen und das Profil von Oliver Wyman in der Öffentlichkeit zu schärfen.

Finja Carolin Kütz ist Expertin für strategische Fragestellungen von Banken, Governance, Compliance und Risikomanagement sowie bei der Bedeutung der Regulierung auf strategische Geschäftsmodellfragen. Sie hält einen Master of Science in Mathematics and Foundations of Computer Sciences der Oxford University sowie ein Diplom in Mathematik der Westfälischen Wilhelms Universität, Münster. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in München.
EFSM ESM Banken

Schweiz lanciert Meldesystem für Korruption

Bleibt zu hoffen, dass die Schweiz eine Medestelle gegen und nicht für Korruption Drei Affeneingerichtet hat?  Wer Kenntnis hat von Korruptionsfällen und dies melden möchte, kann ab sofort eine neue Anlaufstelle benutzen. Das Bundesamt für Polizei Fedpol hat dafür eine anonyme Meldeplattform eingerichtet.

Einige Leserkommentare klingen da nicht so optimistisch:

„Da muss ich lachen. Da gibt es mal ‚was Gutes und es wird wieder nur das Schlechte gesehen. Zum Glück sind die meisten Menschen in der Schweiz nicht so pessimisstisch wie meine 2 Vorredner, ansonsten wären wohl die vielen grossartigen Dinge, die die Schweiz bietet, nie entstanden…“

„Irgendwie erinnert mich das an die Vorkriegszeit. Wie viele wurden damals Anonym denunziert und unschuldig in die Gaskammern geschickt. Tut mir Leid dass mir dieser Gedanke kam beim lesen.“

„Melden kann man es ja. Es wird anschliessend ja doch unter den Teppich gekehrt.“

Schweiz lanciert Meldesystem für Korruption
Beim Kampf gegen die Korruption sei das Wissen von Insidern ein entscheidender Faktor, schreibt das Fedpol in einer Mitteilung. Weil die Plattform Anonymität garantiere, sei der Schutz vor Repression zum Beispiel durch den Arbeitgeber gewährleistet.

Die strafrechtliche Verfolgung von Korruption sei ebenso wichtig wie der Schutz von Zeugen und Hinweisgebern. Deutschland und Österreich hätten mit ähnlichen Plattformen positive Erfahrungen gemacht.

Anonymität setzt Hemmschwelle herab
Über die Plattform kann das Fedpol zwar Kontakt zur meldenden Person aufnehmen. Ohne deren Einwilligung kann es ihre Identität jedoch nicht ermitteln. Zudem befinde sich die Plattform auf einem Server ausserhalb der Bundesverwaltung. Beides sei wichtig, denn Anonymität setze die Hemmschwelle beim Melden von Korruptionsfälle herab, schreibt das Fedpol.Bundesanwaltschaft (BA) und Fedpol erhoffen sich dank der Plattform neue Ermittlungsansätze in der nationalen und internationalen Korruptionsbekämpfung. Die Meldungen, welche auf der Plattform unter der Adresse www.korruptionsbekaempfung.ch eingehen, werden vom Fedpol überprüft und den zuständigen Behörden übergeben.
Schweiz lanciert Meldesystem fuer Korruption / SRF4 News; sda/awp/stric; hesa
Bund fördert anonyme WhistleblowerHierzu auch:
Frauen und Kinder leiden unter Korruption
/ Crime Enabling
Schweiz bekämpft und bestraft nach wie vor Whistleblower

IT-Grossoffensive einer Privat-Bank

2014 heben vier Manager der Credit Suisse die rechte Hand – und schwören, die Wahrheit zu sagen. Darunter CEO Brady Dougan. «Amerikaner sind wütend auf Steuerbetrüger, welche Geld im Ausland verstecken», eröffnet US Senator Levin eine Anhörung im Saal G 50 des Senatsgebäudes.. Er greift an: «Ihre Bank half bei Steuerbetrug, die Credit Suisse steckt so tief drin wie zuvor die UBS.» Zwischen 2001 und 2008 habe die CS rund 20000 US-Kunden unterstützt, Gelder vor dem Fiskus zu verstecken.“

Nicht nur, dass die Führung der Schweizer Grossbank Credit Suissse angeblich nichts von den kriminellen Machenschaften ihres eigenen Personals und den rund US- Kundenkonten wussten auch jetzt noch gibt es Probleme.

Für Präsident Rohner ist „Digital Private Banking“ zentral – schon 30 Mio. weg, fast ohne Ergebnis – Projektleiter vor Abschuss.
Der Oberbefehlshaber der Credit Suisse, Urs Rohner, verkündete im Frühling eine Grossoffensive. „Mehrere hundert Mitarbeitende“ würden die Bank ins nächste Informatik-Jahrzehnt katapultieren.

Das Versprechen erfolgte vor den Aktionären, also den Besitzern. Wenige Wochen später steckt der Vormarsch im Schlamm fest. Die Millionen fliessen, ohne dass viel Zählbares resultiert.

Wie soll die Vermögensverwaltung der CS in Zukunft weltweit aussehen, was sind die einheitlichen Prozesse, also die einzelnen Schritte bis hin zum Angebot an den Kunden?

Es geht um die Vorgaben, wie die CS im Private Banking ihr Geschäft betreiben will. Liegen diese vor, dann kommen die Techniker ins Spiel, um die Wünsche der Front in Bits und Bytes zu materialisieren.

So entstehen Computerprogramme, so muss auch die CS im Private Banking ihr weltweites Angebot im Netz zum Laufen bringen.

Doch immer noch fehlen klare Vorgaben für die Informatiker, heisst es aus der CS. Diese würden zwar ständig irgendwelchen Code und Programme abliefern, doch geordnet und stringent sei das nicht.

Der Grund liege beim Projektleiter. Der schaffe es nicht, das zwischen Schweiz und Amerika tief gespaltene Business auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Nun soll gar Marco Abele – so heisst der Oberchef des Jahrhundertprojekts Digital Private Banking – vor der Absetzung stehen.

Das wird CS-intern zwar offiziell bestritten. Doch das bevorstehende Aus für Abele ist aus verschiedenen Lagern zu hören. Er soll einen Frühstücksjob irgendwo in den USA übernehmen.

Trifft das zu und muss Digital-Private-Banking-Chef Abele das Feld bereits nach wenigen Monaten räumen, dann wäre dies das Eingeständnis ernsthafter Probleme.
IT-Grossoffensive der CS steckt im Sumpf fest
CS-UBS

Moskaus Abschwung erreicht Portemonnaies

RusslandWirtschaftskrise in Moskau.
«Grösste Bedrohung für Russland ist Russland selbst»  Die Zeiten in Moskau werden härter, der Abschwung erreicht die Portemonnaies. Was Russen sagen, wenn Kunden fehlen, Preise steigen, das Geld knapp wird und schnelle Besserung nicht in Sicht ist.

Benjamin Triebe und Roman Junemann berichten: Zum ersten Mal unter Putin ist der Lebensstandard ernsthaft gefährdet. Zum Bahnhof geht, wer Autofahren will. Zumindest in Odinzowo, denn am Bahnhof der Stadt nahe Moskau sammelt der Fahrlehrer Oleg seine Schüler ein. Der Ausbau der Eisenbahnstrecke von der Hauptstadt in Richtung Warschau brachte Odinzowo einst den Aufschwung, das alte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1900 zeugt davon. Ein Jahrhundert später galten Züge in Russland als rückständig, Automobile waren begehrt. So wie sich Russlands Strassen füllten, füllte sich auch Olegs Kundenkartei. Im Jahr 2015 hat sich die Lage wieder gewandelt, diesmal zum Schlechteren: «Überall steigen die Preise, Leute verlieren ihre Jobs, und es kommen immer weniger Fahrschüler», klagt der 52-Jährige. «Das Problem haben alle in der Branche. Das ist in Moskau so, rund um Moskau, in ganz Russland.»
Grösste Bedrohung für Russland ist Russland selbst

Paresh Nath

Paresh Nath

 

Aktienverlauf bei Apple Präsentation

Warum der Aktienkurs während der Keynote abstürzteApple Chart

Rauf oder runter – das war im Vorfeld der Präsentation des iPhone 6S die große Frage für die Apple-Aktionäre. Die Frage ist nun beantwortet: Während der Apple-Keynote kippte die Stimmung.

Über weite Strecken sorgte die Apple-Keynote am Mittwochabend deutscher Zeit für eher gute Stimmung bei den zuletzt stark gebeutelten Apple-Aktionären. Als das große iPad Pro angekündigt wurde, tendierte die Apple-Aktie teils rund 1,5 Prozent im Plus – als dann die recht hohen Preise zu sehen waren, ging es mit dem Papier aber wieder abwärts.

Vor allem aber das iPhone 6S – der Höhepunkt der Präsentation – enttäuschte. Die Aktie sackte weiter ab und schloss am Ende fast auf Tagestief 1,92 Prozent im Minus – nach einem insgesamt ruhigen Handelstag mit geringen Umsätzen.

Der Verlauf ist allerdings typisch für Apple-Keynotes: Nach anfänglich hohen Erwartungen sackt das Papier regelmäßig im Laufe der Präsentationen ab. Die bisher heftigsten Verluste infolge einer Apple-Präsentation gab es am 11. September 2013, als die Aktie nach sehr hohen Erwartungen 5,6 Prozent abrutschte. Apple sitzt damit regelmäßig in einer Keynote-Falle: Die Erwartungen sind hoch – aber der Überraschungseffekt kann nicht mehr gelingen.

Michael Leunig

Michael Leunig

Feiert der Euro ein überraschendes Comeback?

Der Kursrutsch des Euro an den Devisenmärkten ist gestoppt. Analysten rücken von ihrer Prophezeiung der nahenden Parität zum Dollar ab. Langfristig spricht vor allem eins für die Gemeinschaftswährung.

Daniel Eckert berichtet: Plötzlich will kaum jemand mehr davon reden. Zumindest nicht mehr so laut. Noch im Frühjahr gab es an den Devisenmärkten ein emotionales Thema: Die kommende „Parität“, also der Kurs-Gleichstand von Euro und Dollar. Damals, nachdem EZB-Chef Mario Draghi sein milliardenschweres Anleihen-Kaufprogramm verkündet hatte, senkten Analysten reihenweise den Daumen über die Gemeinschaftswährung.

Schon Ende 2015 würde es den Euro für einen Dollar geben. Manche sprachen gar von einer sich beschleunigenden Kapitalflucht. Das europäische Geld werde verramscht. Doch seit diesem Sommer ist einiges anders. Nicht nur im Börsencrash hat sich der Euro wacker geschlagen, er zeigt auch eine erstaunliche Robustheit gegenüber mauen Konjunkturnachrichten aus der Währungsunion. „Die Parität ist immer noch möglich, aber nicht mehr so wahrscheinlich wie noch vor ein paar Monaten“, sagt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING DiBa. Das Wall-Street-Haus Morgan Stanley sah den Euro im Frühjahr binnen eines Jahres auf einen Dollar sinken. Inzwischen rechnet die für ihr aufwendiges Devisenresearch bekannte US-Investmentbank damit, dass der Kurs-Gleichstand erst sehr viel später kommen wird: ungefähr Ende 2016. Für die nächsten Wochen erwarten die Morgan-Stanley-Experten nun sogar eine leichte Aufwertung der Einheitswährung.

Währungsprognosen sind knifflig
Für die deutschen Verbraucher und Sparer ist der Euro-Wechselkurs eine finanzielle Größe von immenser Bedeutung. Ein fester Euro verbilligt Importe wie zum Beispiel Erdöl und andere Rohstoffe – weswegen gerade Autofahrer an einer starken Währung interessiert sein sollten. Ein fester Euro macht auch den Urlaub im Ausland billiger. Allerdings mindert eine Aufwertung auch die Gewinne unserer Exporteure, weswegen ein zu hoher Euro-Kurs den Dax belastet.
Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg haben die Analytiker ihre Euro-Prognosen allein im vergangenen Monat um zwei Cent nach oben genommen. Im Mittel verorten die Ökonomen den Euro nun Ende 2015 bei 1,07 Dollar, wobei die tiefste Prognose bei 0,96 Dollar liegt und die höchste 1,17 Dollar. Die Vorhersage von Wechselkursen zählt zu den schwierigsten Aufgaben der Ökonomenzunft. Die Entwicklung am Devisenmarkt wird vorwiegend von den Zinsniveaus in den einzelnen Währungsräumen bestimmt, aber auch Konjunkturzyklen spielen eine Rolle. Dazu kommen spekulative Geldströme. Um die Sache weiter zu komplizieren, wirken die einzelnen Faktoren gegenseitig aufeinander ein, wie bei einem Mobile: Es ist nicht möglich, eine Figur zu bewegen, ohne dass die anderen ebenfalls in Schwingung geraten. Dazu kommen Interpretationen und Ideologien.
Der Euro feiert völlig ueberraschend sein Comeback
EU-Pigs

Drohen Anlegern zehn dürre Jahre?

Im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft sind US-Aktien hoch bewertet. Nur vor der Dotcom-Blase waren sie noch teurer. Das senkt die Rendite-Aussichten für die kommenden Jahre.

Eugen Stamm berichtet: Die gegenwärtige Überbewertung der US-Aktienmärkte lässt sich durch die expansive Geldpolitik erklären. Das macht sie aber nicht weniger akut. Der US-Aktienmarkt ist klar überbewertet. Zu diesem und keinem anderen Schluss muss man kommen, wenn man den Indikator anschaut, der den Marktwert aller kotierten US-Aktien durch das US-Bruttoinlandprodukt teilt. Er hat Anfang Jahr den Wert 1,25 überschritten. Nach den Verlusten der vergangenen Tage wurde wieder ein vergleichbares Niveau erreicht.

Aktienmarkt mehr wert als BIP
Das heisst, dass in den Vereinigten Staaten der gesamte Aktienmarkt teurer ist als alle während eines Jahres produzierten Waren und Dienstleistungen. Nimmt man die Zahlen der vergangenen 65 Jahre, lässt sich ein Durchschnitt von 0,65 errechnen. Der gegenwärtige Wert ist der zweithöchste überhaupt, er wurde nur auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase übertroffen. Das Niveau vor dem Platzen der Immobilienblase hat er bereits wieder überschritten. Wenn etwas fast doppelt so teuer ist wie im Durchschnitt, dann fällt die Interpretation leicht. Aber ab welcher Zahl ist eine leichte bzw. eine schon starke Überbewertung erreicht? Diese Frage wird von Fachleuten kontrovers diskutiert. Für Joachim Klement, Chief Investment Officer von Wellershoff & Partners, ist jede Zahl über 1,05 ein Anzeichen für eine Blase. Dieser Wert entspricht einem Abstand von zwei Standardabweichungen gegenüber dem Durchschnitt. Das heisst, er wird nur selten erreicht. Rein statistisch gesehen sollte der Aktienmarkt nur in 2,4% der Zeit diesen Wert übertreffen.

Anlegern drohen zehn duerre Jahre
Aktienkurs

UBS will die Zukunft nicht verpassen

In der Londoner City spriessen nicht nur neue Hochhäuser, sondern auch neuartige Ideen. Die Grossbank UBS die Möglichkeiten digitaler Währungen aus. Es muss sich zeigen, ob diese mehr als eine Modeerscheinung sind.

Gerald Hosp berichtet:  Vor rund hundert Jahren hat der amerikanische Journalist Lincoln Steffens nach einem Besuch der Sowjetunion geschrieben: «Ich habe die Zukunft gesehen, und sie funktioniert.» Im 39. Stockwerk in einem Hochhaus mitten im Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf wird mit einer ähnlichen Überzeugung an der Zukunft der Finanzwelt gearbeitet. Vor rund zwei Jahren ist der Inkubator Level39 in der britischen Hauptstadt gegründet worden, um Jungunternehmen ein weiches Nest zu bieten. Seitdem hat sich Level39 auf zwei weitere Stockwerke ausgebreitet. Im Vordergrund stehen vor allem Startups, die sich mit neuen Technologien im Finanzsektor (Fintech) beschäftigen.
Die UBS will die Zukunft nicht verpassen
Nichtruhen

BASF und Gazprom unterschreiben Milliarden-Geschäft

Das politisch brisante Milliardengeschäft zwischen dem Chemiekonzern BASF und dem russischen Gasriesen Gazprom soll nun doch umgesetzt werden. Der Vollzug der Transaktion werde bis zum Jahresende 2015 erwartet, teilte BASF am Freitag mit. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall soll das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an Gazprom abgeben. Dafür soll BASF im Gegenzug mehr Anteile an grossen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Die in der Erdöl- und Erdgassuche sowie -förderung tätige Wintershall Noordzee soll einen 50-Prozent-Anteil an Gazprom abgeben. Der Ludwigshafener Chemieriese und Gazprom hatten den Anteilstausch bereits vor Jahren vereinbart, Ende 2014 platzte das Geschäft jedoch vorerst. BASF machte damals das schwierige politische Umfeld angesichts der Ukraine-Krise für das Scheitern verantwortlich.
Gazprom

Der Handel mit Essen

Essen – die verpönte HandelswareNahrunsmittel
Agrarprodukte und Rohstoffe werden zwar immer billiger. Die Kritik an der angeblich preistreibenden Wirkung der Nahrungsmittelspekulation ist deswegen aber nicht verstummt.

Thomas Fuster berichtet: Es liegt in der Natur der Sache, dass Agrarmärkte ein hohes Mass an Volatilität aufweisen. Ist ein Nahrungsmittel ein wirtschaftliches Gut wie jedes andere, oder sind bei Naturalien besondere Massstäbe anzulegen? Die Frage provoziert hitzige Debatten, und kaum eine Wirtschaftsaktivität sieht sich mit grösseren Verdächtigungen, Vorwürfen und Missbilligungen konfrontiert als der Handel mit Esswaren. Dass dabei Emotionen oft mehr Platz einnehmen als Fakten, hat auch religiöse und kulturelle Gründe: Speisevorschriften gibt es in fast jeder Religion, und wenn in heiligen Schriften von Brot, Wein oder einem gemeinsamen Mahl die Rede ist, dann geht es selbstverständlich um weit mehr als nur um die Zufuhr sättigender Kalorien. «Mit Essen spielt man nicht!», lautet denn auch ein Imperativ, den die meisten Kinder einmal zu hören bekommen – und den sie als Erwachsene zeitlebens in ihrem Hinterkopf behalten…
Essen – die verpoente Handelsware

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann
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