Schweizer Nationalbank macht 30 Milliarden Verlust

Die Schweizer Nationalbank hob Anfang des Jahres den Euro-Mindestkurs, also die Schweizer Nationalbank macht 30 Milliarden VerlustKopplung des Franken an den Euro, auf. Nun hat die Nationalbank ihre Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Die SNB hat 30 Milliarden Franken Verlust gemacht.

Die sprunghafte Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro und anderen Währungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt: Für die ersten drei Monate des Jahres verbuchte die Notenbank der Eidgenossen am Donnerstag ein Minus von 30 Milliarden Franken (28,6 Milliarden Euro).

Hauptgrund ist die am 15. Januar von der SNB verfügte Aufhebung des garantierten Mindestwechselkurses von 1,20 Franken pro Euro. Nach dieser überraschenden Entscheidung war der Kurs des als krisensicher angesehene Franken aufgrund der weltweiten Nachfrage stark gestiegen. Zeitweise erreichte er sogar Parität mit dem Euro.
Schweizer Nationalbank macht 30 Milliarden Verlust
Schweizer Nationalbank macht 30 Milliarden Verlust

Gold horten gegen den Westen

Russland kauft Gold, als gäbe es kein Morgen. Damit ist es nicht allein. Weltweit schmelzen Staaten Devisenreserven ab. Vor allem in Dollar. Doch die Zukunft des Goldes entscheidet vor allem ein Land.

Nursultan Nasarbajew setzt alles auf die Karte Gold. Kasachstans Präsident, der sich gerade mit 97,7 Prozent der Stimmen im Amt wiederwählen ließ, befindet sich regelrecht in einem Kaufrausch. Obwohl die rohstoffreiche Ex-Sowjetrepublik wegen der gefallenen Ölpreise in der Krise steckt und die nationale Währung Tenge schwächelt, hat Nasarbajew im März den 30. Monat in Folge die Goldreserven ausgebaut. Inzwischen ist der Edelmetallhort des Landes auf gut 198 Tonnen angeschwollen, rund 27 Prozent des Staatsschatzes sind mit Gold gedeckt.

Nicht nur Kasachstans Staatschef hat die Edelmetallreserven seines Landes kräftig aufgestockt. Nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die globalen Zentralbanken im März netto rund 33 Tonnen Gold gekauft. Damit horten alle Länder der Welt knapp 29.000 Tonnen, so viel wie seit dem Jahr 2002 nicht mehr.
Das ist insofern bemerkenswert, als gleichzeitig die globalen Devisenreserven kräftig schrumpfen. Sie sind zuletzt auf 11,5 Billionen Dollar gefallen. Das sind 500 Milliarden weniger als noch im Sommer 2014. Erinnerungen an die Finanzkrise 2008 werden wach. Moskau will unabhängiger vom Dollar werden
Gold horten gegen den Westen
Goldmünze

Nachrechnen lohnt sich

Paketlösungen der Banken:  Viele Banken stellen zurzeit im Privatkundengeschäft auf neue Leistungspakete um. Bei einigen geht es dabei unter anderem um den Ersatz von Einnahmen aus Retrozessionen. Was die Kunden wissen sollten.

«Das einzige, was beim Investieren je sicher ist, sind die Kosten», sagt die US-Fondsgesellschaft Vanguard, die auf kostengünstige Produkte spezialisiert ist. Mit dieser Aussage ärgert sie andere Fondsgesellschaften, Banken und Vermögensverwalter. Recht hat sie trotzdem. Natürlich gibt es eine kleine Minderheit von Investmentspezialisten, die herausragende Renditen erzielen, obwohl sie teuer arbeiten. Für die grosse Mehrheit gilt das aber nicht. Zumal die Zeit gezeigt hat, dass das in den neunziger Jahren propagierte «ideale Portfolio» eine Illusion der Wissenschaft war. In der Praxis können die Anleger häufig nicht viel Klügeres machen, als sich über ihre eigenen finanziellen Bedürfnisse genau im Klaren zu sein und darauf abgestimmt ein vernünftig breit diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen oder zusammenstellen zu lassen. Das bedeutet, sich bewusst zu sein, welche Investitionen riskant sind und welche offenen und verdeckten Unterhalts-Kosten das Portfolio verursacht.
Warum sich das Nachrechnen lohnt
Nachrechnen lohnt sich

Brasilianerin wird Stellvertreterin von IWF-Chefin Lagarde

Die Brasilianerin Carla Grasso ist für den Stellvertreterposten hinter Christine Lagarde, der geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), vorgeschlagen. Zudem solle sie ab Februar die administrative Leitung des IWF übernehmen, wie der Währungsfonds gegenüber der Presse bekanntgab.

Die frühere Vize-Präsidentin für Personalfragen und Unternehmensleistungen des weltweit aktiven Bergbauunternehmens Vale sei von der Nummer 1 des IWF, Christine Lagarde, für die beiden Positionen vorgeschlagen worden, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet. Dabei werde Carla Grasso den neu geschaffenen Posten der administrativen Leitung bekleiden, „um die Betriebsführung des IWF den Ansprüchen und Verantwortlichkeiten dieser Institution innerhalb einer Weltwirtschaft im schnellen Wandel anzupassen“, wie es in der Begründung des IWF heißt.

Brasilien hatte 2005 Aufsehen erregt, als es unter dem Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva vorzeitig seine Schulden beim IWF beglich. In der Folge wurde Brasilien zu einem wichtigen Geberland des Wärungsfonds
Brasilianerin wird Stellvertreterin von IWF-Chefin
Carla Grasso

Deutsche Bank kauft sich frei mit 2,5 Milliarden

Eine Sparte der Deutsche Bank AG hat sich am Donnerstagabend vor einem US-Gericht des Betrugs im Zusammenhang mit ihrer Rolle bei Libor-Manipulationen schuldig bekannt. Das Eingeständnis ist Teil einer umfassenderen Vereinbarung mit Behörden in den USA und Großbritannien, der zufolge die Bank die rekordhohe Strafe von 2,5 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) zahlen muss.

Zudem ist die Bank angewiesen worden, Mitarbeiter zu entlassen. Mit der Sanktionierung kann die größte deutsche Bank die Ermittlungen der US-amerikanischen und britischen Behörden beilegen.

Wie das New York State Department of Financial Services (NYDFS) am Donnerstag erklärte, muss die Deutsche Bank sechs Mitarbeiter in London und eine Person in Frankfurt wegen Fehlverhaltens entlassen. Dabei handelt es sich nach Angaben des DFS um einen Managing Director, vier Directors und zwei Vice Presidents. Namen wurden nicht genannt.
Benjamin Lawsky, Superintendent des DFS, erklärte, „Mitarbeiter der Deutschen Bank waren in umfangreiche Bestrebungen zur Manipulation von Benchmarkzinssätzen involviert, mit dem Ziel, finanzielle Gewinne zu erzielen“. Weiter sagte er: „Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass sich Märkte nicht einfach selbst manipulieren. Dazu ist das absichtliche Fehlverhalten von Personen nötig.“

Der Gesamtbetrag umfasst 600 Mio. Dollar, die an das NYDFS zu zahlen sind, 800 Mio. Dollar gehen an die Commodities Futures Trading Commission (CFTC), 775 Mio. Dollar an das US- Justizministerium (DOJ) und 227 Mio. Pfund an die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA). Das Justizministerium wird für drei Jahre einen Aufseher bei der Bank einsetzen, der sicherstellen soll, dass die Bank sich an die Bedingungen des Vergleichs hält.
Die Strafzahlung von 2,5 Mrd. Dollar übertrifft die 1,5 Mrd. Dollar der Schweizer UBS Group AG deutlich und ist die höchste in der branchenweiten Untersuchung der Manipulation von Benchmarkzinsen wie dem Londoner Interbankensatz (Libor). In dem Vergleich wird nicht nur das Fehlverhalten der Mitarbeiter, sondern auch die Verzögerungstaktik der Bank im Umgang mit den Ermittlern detailliert beschrieben. Das ist ein Rückschlag für die Bemühungen der beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen um eine Neuausrichtung der Deutschen Bank.

„Wir bedauern diese Angelegenheit zutiefst“, erklärten Jain und Fitschen in einer Stellungnahme. „Der Vergleich ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, die Vergangenheit aufzuarbeiten.“ Die Ermittlungen hätten für kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied festgestellt, dass es Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war, teilte die Bank mit.

Laut der britischen Finanzaufsicht FCA waren mindestens 29 Mitarbeiter der Deutschen Bank in das Fehlverhalten involviert, darunter Manager, Händler sowie Mitarbeiter, die Werte für die Libor-Ermittlung weitergaben. Bei ihren Bemühungen, den Libor zu manipulieren, haben die Händler der Deutschen Bank laut dem Vergleich mit Händlern bei anderen Banken zusammengearbeitet, darunter Barclays Plc, BNP Paribas SA, Citigroup Inc., Merrill Lynch, Société Générale SA und UBS.
Mit der aktuellen Geldstrafe haben seit dem ersten Vergleich mit der britischen Barclays im Juni 2012 rund ein Dutzend Banken und Finanzfirmen insgesamt 9 Mrd. Dollar gezahlt.

Die Deutsche Bank hat in den letzten drei Jahren bereits 7,1 Mrd. Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aufgewendet. Und es stehen der Bank, die derzeit ihre Strategie überprüft, noch weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Devisenhandel, Hypothekenanleihen und Asset-Backed-Securities sowie mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen ins Haus.
Die Bank hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie rechne im ersten Quartal mit Rechtskosten im Volumen von 1,5 Mrd. Euro sowie mit einem Gewinn und rekordnahen Erträgen. Am 29. April stellt die Deutsche Bank ihr vollständiges Ergebnis für das erste Quartal vor.

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Deutschlands Steuereinnahmen steigen kräftig

Dank guter Konjunktur: Steuereinnahmen steigen auch im März kräftigAufschwung

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden legen weiter zu. Im März stieg das Aufkommen um 4,7 Prozent. Gründe für die guten Zahlen liegen in der stabile Wirtschaft und guter Beschäftigungslage.

Steigende Steuereinnahmen: Bund, Länder und Gemeinden legen weiter zu. Bund und Länder haben im März fast 58 Milliarden Euro Steuern und damit 4,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat eingenommen. Nach Informationen aus dem Bundesfinanzministerium betrug der Anstieg der Einnahmen im ersten Quartal 4,9 Prozent; er war damit fast doppelt so hoch wie von der letzten Steuerschätzung für das Gesamtjahr prognostiziert

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung. Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig. Dank guter Konjunktur

• Starker Konsum
• Billiges Öl
• Schwacher Euro
• Boom in den USA
• Job-Motor
Aufschwung

Schweiz Kapitalmarkt: Anlagenotstand treibt Blüten

Am Anleihenmarkt setzt sich der Trend zu tieferen Renditen fort. Europäische Banken sind so verzweifelt, dass sie ihren Konkurrenten etwas zahlen, wenn diese ihnen Überschussliquidität abnehmen.

In einem Umfeld, in dem Anleihen der Eidgenossenschaft bis zu einer Laufzeit von über 13 Jahren negative Renditen aufweisen und in dem Bonds solider Firmen kaum verzinst werden, bleibt Anlegern nur der Mut zum Risiko. Am Dienstag hätten manche Privatanleger Papiere russischer Unternehmen erworben, hiess es am Markt – mehr Risiko geht kaum. Ruhig verlief dagegen das Geschäft im Primärmarkt. SGS bot 8- und 15-jährige Papiere im Nominalwert von 325 Mio. und 225 Mio. Fr. mit Coupons von 0,25% und 0,875% an.
Die Zeichen der Verzweiflung mehren sich
Mut

Erwartet Draghi die Rückkehr der Inflation?

EZB-Krisenpolitik:  EZB-Chef Draghi erwartet eine baldige Rückkehr der Inflation zur EZB-Zielmarke: Mit diesem Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone könnte sich das Investitionsklima bessern. Die Zahlen stimmen zuversichtlich.

Preise steigen wieder
EZB-Präsident Mario Draghi rechnet mit einer raschen Besserung an der Preisfront in der Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank könne nun mit Zuversicht sagen, dass „die Inflation alsbald wieder“ zum angestrebten Ziel von knapp zwei Prozent zurückkehren werde, schrieb Draghi im Vorwort des am Montag veröffentlichen EZB-Jahresberichts 2014. Die im vorigen Jahr beobachtete schwache und uneinheitliche konjunkturelle Erholung werde zudem „einem robusteren, nachhaltigen Aufschwung“ weichen.

Aktuell liegt das Inflationsziel der EZB allerdings noch in weiter Ferne: Im März gaben die Verbraucherpreise in der Euro-Zone noch um 0,1 Prozent nach. Die Prognosen des EZB-Stabs sehen aktuell für dieses Jahr lediglich stabile Preise vor. Für 2016 rechnen sie mit 1,5 Prozent Inflation. Erst 2017 dürfte nach ihrer Einschätzung die Teuerungsrate bei 1,8 Prozent und damit wieder nahe der EZB-Zielmarke liegen.
Draghi erwartet Rückkehr der Inflation
Inflation

Südkorea: Höhenflug an der Börse

Finanzmarkt Tokio: Drei Jahre und mehrere Anläufe hat es gebraucht. In der vergangenen Woche aber hat der Kospi, Südkoreas Leitindex an der Börse, nun die Marke von 2100 Punkten überwunden. So hoch lag der Index zuletzt im August 2011. Am Wochenschluss stand der Kospi bei 2143,5 Punkten oder 12% höher als zu Jahresbeginn.
Steigende Gewinne.

Aber der Markt für kleinere Firmen und Technologiewerte könnte überhitzt sein. Ein Risiko für Wirtschaft und Börse ist die gute Entwicklung des Immobilienmarktes, in Verbindung mit der hohen Verschuldung privater Haushalte. Die Börse schwächen könnte ein sich entwickelnder politischer Skandal. Nach dem Selbstmord eines Immobilienmagnaten, der Korruptionsvorwürfe auch gegen den Ministerpräsidenten erhob, steht Präsidentin Park Geun Hye zusätzlich unter Druck. Nötige Reformen und Deregulierungen am Arbeitsmarkt, um die Produktivität zu stärken, sind unwahrscheinlich. Schon zuvor hatten die Gewerkschaften den Verhandlungstisch verlassen.
Hoehenflug an der Boerse
Kospi Korea Börse

Saudi Arabia Börse ab Juni für Ausländer offen

Das Königreich Saudiarabien hat Details zur geplanten Öffnung seines Kapitalmarktes für westliche Ausländer bekanntgegeben. Die zuständige Behörde, Capital Market Authority (CMA), nannte den 15. Juni als Datum, ab dem ausländische Anleger direkt an der Börse des rund 500 Mrd. $ schweren Aktienmarktes investieren können. Bisher war dies lediglich Einheimischen sowie – mit Einschränkungen – gewissen Ausländern aus der Golfregion vorbehalten oder nur indirekt über strukturierte Produkte möglich. Künftig sind nach aktuellem Stand der Planungen Aktienkäufe von maximal 5% in gelisteten Firmen für einzelne Investoren beziehungsweise höchstens 20% für Gruppen möglich. Die endgültigen Regeln will die CMA spätestens Anfang Mai publizieren.

Mit der Publikation dieser Angaben zur Marktöffnung setzt Saudiarabien den im Juli 2014 angekündigten Plan tatsächlich in die Tat um. Zahlreiche westliche Kreditinstitute haben daher bereits ihre Teams in der saudischen Hauptstadt, Riad, deutlich aufgestockt.

Arend van Dam www.w-t-w.org/en/arend-van-dam/

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