EU-Kommissarin Margrethe Vestager will Onlinehandel ohne Grenzen

Auf einer Kartellkonferenz forderten Experten neue Wettbewerbsregeln und kritisierten die Dominanz von Internetriesen wie Facebook. Google hält das geltende Recht dagegen für ausreichend.

Die EU-Kommission EU-Kommissarin Margrethe Vestager2nimmt sich den grenzüberschreitenden Onlinehandel vor. „Es ist höchste Zeit, die verbleibenden Hindernisse für den elektronischen Handel aus dem Weg zu räumen, denn dieser ist ein wichtiger Teil des digitalen Binnenmarktes“, sagte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin, Margrethe Vestager, am Donnerstag am Rande der Internationalen Kartellkonferenz in Berlin.

Die Kommissarin kündigte dafür eine wettbewerbsrechtliche Untersuchung an. Ziel sei es, Hürden zu erkennen und zu beseitigen.

Im vergangenen Jahr habe jeder zweite Europäer über das Internet eingekauft, aber nur jeder siebte in einem anderen EU-Land. Das weise darauf hin, dass es in der EU „erhebliche Hindernisse“ für den grenzüberschreitenden elektronischen Handel gebe.

Immer wieder wird Verbrauchern aufgrund des Wohnsitzes oder von Kreditkartendaten der Zugang zu bestimmten Websites verwehrt. Oft wird dafür das Geoblocking angewandt, bei dem technisch festgestellt werden kann, aus welchem Land der Nutzer auf ein Angebot zugreift.

„Warum kann ich keine dänischen Inhalte abrufen, wenn ich in Belgien bin“, fragte Vestager. Schließlich habe sie dafür bezahlt.
EU-Kommissarin will Onlinehandel ohne Grenzen
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Haben die Deutschen mehr Geld in der Tasche?

Reallöhne steigen stark wie lange nicht

Die niedrige Inflation und die kräftigen Lohnabschlüsse spielen den Deutschen in die Tasche: Die Reallöhne haben 2014 so stark zugelegt wie schon lange nicht mehr.
Die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer sind 2014 so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2008. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes führte vor allem die geringe Preissteigerung zu einer Reallohnsteigerung von 1,7 Prozent, wie die Behörde am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.
Die Statistiker korrigierten damit ihre vorläufigen Zahlen vom Februar nochmals leicht um 0,1 Prozentpunkte nach oben. 2013 waren die Reallöhne in Deutschland leicht gesunken (minus 0,1 Prozent), 2012 um 0,5 Prozent gestiegen.
Die Nominallöhne kletterten 2014 gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent nach 1,4 Prozent 2013 und 2,5 Prozent 2012. Da die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr aber nur um 0,9 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten real deutlich mehr Geld in der Tasche.

Nach den Angaben profitierten vor allem höher qualifizierte Arbeitnehmer von dem kräftigen Lohnanstieg. So war der nominale Verdienstzuwachs der Arbeitnehmer in leitender Stellung mit plus 4,1 Prozent überdurchschnittlich hoch, während die Verdienstanstiege angelernter Beschäftigter (+ 1,5 Prozent) und ungelernter Beschäftigter (+ 1,2 Prozent) deutlich unterhalb der Gesamtentwicklung lagen.
Einschließlich Sonderzahlungen verdienten Vollzeitbeschäftigte 2014 in Deutschland durchschnittlich 46.575 Euro brutto. Die höchsten Durchschnittsverdienste wurden bei Banken und Versicherungen (68.104 Euro) bezahlt sowie im Bereich Information und Kommunikation (63.591 Euro). Die niedrigsten durchschnittlichen Bruttojahresverdienste bekamen Arbeitnehmer im Gastgewerbe mit 26.455 Euro.
Realloehne steigen stark wie lange nicht

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de
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Wachsende Kluft zwischen den Kontinenten

Weltwirtschaft und Finanzmärkte

Christin Severinberichtet: Die Schritte der US-Notenbank unterscheiden sich deutlich von der EZB.  Die US-Notenbank hat den Finanzmärkten mit ihrer zögerlichen Normalisierung der Geldpolitik Rückenwind gegeben. Obwohl die Ankündigungen vorsichtig bleiben, kontrastieren sie deutlich mit der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Nach ersten Turbulenzen sind die Finanzmärkte nach den Ankündigungen der US-Notenbank Fed vom Mittwoch wieder auf einen ruhigeren Kurs eingeschwenkt. Die Reaktionen signalisierten Erleichterung über die zögerliche Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik. Der sehr sanfte Kurs der Notenbank bedeutet zum einen, dass man den Märkten noch mehr Zeit für die Überwindung der Finanzmarktkrise zugesteht. Zum anderen werden aber die Verzerrungen, die sich in starken Wertsteigerungen der Vermögenspreise manifestieren, noch langsamer abgebaut als bis anhin erwartet.
Wachsende Kluft zwischen den Kontinenten
BIS Quarterly Review March 2015
International banking and financial market developments
Dollar Euro

Wie viel verdienen die wichtigsten Staatschefs dieser Welt

Singapurs Premier erhält fünfmal so viel Gehalt wie US-Präsident Obama – Heinz Fischer liegt noch vor Merkel. In ihren Händen liegt die politische und damit verbunden oft auch eine finanzielle Macht. Wie vermögend Präsidenten und Premiers tatsächlich sind, lässt sich oft nur schwer feststellen. Ein Teilindikator ist jedoch das vorgeschriebene Jahresgehalt, das von Land zu Land stark schwankt und oftmals in keiner Relation zur realpolitischen Bedeutung eines Politikers auf dem internationalen Parkett steht.

derStandard.at berichtet: So ist der mit Abstand bestverdienende Staatschef derzeit Lee Hsien Loong, der Sohn des soeben verstorbenen Staatsgründers Singapurs, Lee Kuan Yew. Umgerechnet 1,3 Millionen Euro im Jahr verdient er, obwohl er 2012 sein Gehalt schon einmal um ein Drittel gekürzt hat. Die großen Player wie US-Präsident Barack Obama, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel oder der britische Premier David Cameron reihen sich mit deutlichem
Abstand dahinter ein.

Vergeblich sucht man im Spitzenfeld etwa den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der sich vor kurzem aufgrund der Sanktionen des Westens eine zehnprozentige Gehaltskürzung verordnet hat und derzeit bei einem Jahresgehalt von 125.000 Euro liegt. Freilich ist er aufgrund seiner Nebeneinfkünfte aber immer wieder auch als einer der reichsten Männer der Welt im Gespräch.

Gemessen an den Politikern der Weltmächte wie Russland, Indien, Brasilien, den USA und Deutschland, kann sich das Gehalt des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer durchaus sehen lassen. Er verdient – wie im Bundesbezügegesetz festgeschrieben – circa 325.500 Euro. Ausgangsbasis hierfür ist das Gehalt der Nationalratsabgeordneten, an dem das Gehalt aller anderen Ämter bemessen wird.
Wie viel die wichtigsten Staatschefs dieser Welt verdienen
Was Staats- und Regierungschefs dieser Welt verdienen

Islamische Bank erhält Lizenz in Deutschland

Zum ersten Mal hat in Deutschland eine Bank eine Lizenz erhalten, deren Geschäfte nach den Regeln des islamischen Finanzwesens ablaufen. Dazu gehören der Verzicht auf Spekulationen und das Verbot von Zinsen.

Der Koran behandelt nicht nur religiöse Fragen – auch für das Geld gibt es Vorschriften. Islamische Bank

Die Aufsichtsbehörde Bafin habe die Kuveyt Türk Bank AG voll zugelassen, schreibt das „Handelsblatt“ – nach Informationen der Zeitung eine Premiere in der deutschen Bankenbranche.

Das Institut mit Hauptsitz in der türkischen Metropole Istanbul hatte bereits vor einigen Jahren eine Filiale in Mannheim eröffnet und angekündigt, sobald wie möglich eine Lizenz als Vollbank bekommen zu wollen. 2015 wolle das Geldhaus nun auch in Frankfurt, Berlin und Köln starten.
Erste islamische Bank erhält Lizenz in Deutschland

Winfried Besslich http://www.w-t-w.org/en/winfried-besslich/

Winfried Besslich
http://www.w-t-w.org/en/winfried-besslich/

Australien: Was vom neuen Unternehmen zu erwarten ist?

«South 32» wird der grösste Spin-off in der Geschichte der Rohstoffindustrie: eine Mine in Mine AustralienAustralien.

Heidi Gmür berichtet: Grösse ist nicht alles, sagt sich der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Billiton und will sich fortan wieder aufs Kerngeschäft fokussieren. Aus den restlichen Sparten soll im Mai ein neues Unternehmen namens South 32 entstehen.

Am Anfang war viel Häme. Der weltgrösste Bergbaukonzern, BHP Billiton, trenne die guten Assets von den schlechten, behalte selbstredend die guten und entsorge die Restposten in eine neue Firma. Letzterer verpassten Spötter denn auch prompt den Übernamen «CrapCo». Inzwischen hat BHP dem neuen Gebilde einen offiziellen Namen gegeben: «South 32» – eine Referenz an das Portfolio, das über die südliche Hemisphäre, sprich Australien, Südafrika und Südamerika, verteilt ist. Auch die Kritik am geplanten Spin-off, dem grössten in der Geschichte der Bergbauindustrie, die lange vom Streben nach Grösse geprägt war, hört sich mittlerweile etwas differenzierter an.
Was vom neuen Unternehmen zu erwarten ist
Mining

Europäer bei Chinas Infrastrukturbank dabei

Entwicklungsbank in Schanghai: Amerika verliert Machtkampf mit China

Laut einem Zeitungsbericht wollen sich auch Deutschland, Frankreich und Italien an der von China initiierten Asiatischen Investmentbank für Infrastruktur AIIB beteiligen.
Mit allen Mitteln haben die Vereinigten Staaten versucht, eine chinesische Konkurrenz zur Weltbank zu verhindern. Vergeblich: Pekings neuer Entwicklungsbank für Asien treten nach Großbritannien laut einem Bericht nun auch Deutschland, Frankreich und Italien bei.
Europer bei Chinas Infrastrukturbank dabei
Der damalige chinesische Staatspräsident Xi Jinping bei der Gründung der AIIB-Bank in der Großen Halle des Volkes in Peking im Oktober 2014

 

Schwacher Euro macht das Leben teurer

Der Euro verliert an Wert – mit Folgen für den Geldbeutel der Verbraucher. Kaffee ist teurer, die Spritpreise steigen, Urlaub kostet mehr. Bei anderen Waren sind höhere Preise nur eine Frage der Zeit.

Wie sich die zum Teil markanten Preisaufschläge bei Rohstoffen auf die Produktpreise für Verbraucher auswirken, ist noch nicht absehbar

Noch haben die meisten Deutschen gar nicht richtig Notiz genommen vom schwachen Euro. Allenfalls Fernreisende dürften schon gemerkt haben, dass der Urlaub plötzlich teurer wird als gedacht, weil sie für ihre umgetauschten Euros so wenig Gegenwert bekommen wie seit Jahren nicht mehr.

Schließlich ist die Gemeinschaftswährung mit 1,047 Dollar in dieser Woche auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gefallen. Schon bald könnte der Euro nur noch einen Dollar wert sein. Viele Experten halten den Rückgang auf Wechselkursparität zum Dollar für eine ausgemachte Sache. Die großen Investmentbanken unterbieten sich mit ihren Prognosen. Am Freitag kürzte Goldman Sachs ihre Vorhersage auf 0,80 Dollar.
So macht der schwache Euro das Leben teurer
Das Leben wird teurer

Kann ein neuer Geldschein Argentiniens Stolz retten?

Last TangoDas südamerikanische Land steckt tief in der Krise. Jetzt zieht die Regierung einen neuen Trumpf und mobilisiert das Nationalgefühl der Bürger. Dabei soll der Hass auf einen alten Feind helfen.

Argentinien ist in einer katastrophalen Lage, wirtschaftlich und politisch. Das Wachstum ist zum Erliegen gekommen, die Inflation galoppiert und eine erneute Staatspleite droht. Im Sommer verlor das Land dann noch das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft und schließlich geriet die Präsidentin in den Verdacht, etwas mit dem Tod des Staatsanwalts Alberto Nisman zu tun zu haben, der gegen die Regierung ermittelte. Was bleibt den Mächtigen in einer solchen Lage noch?
Ein neuer Geldschein soll Argentiniens Stolz retten

Falkland Neue Banknoten

Die «privilegierte» Frau?

Rentenreform: Schweiz
Die berufliche Situation von Frauen ist facettenreich geworden, so dass gewisse Privilegien altmodisch wirken.alter-vorsorge-drei-saulen-schweiz-3Frauen und Männer sollen mit 65 Jahren pensioniert werden. So will es die Rentenreform des Bundesrats. Ein Teil der Frauen protestiert lauthals dagegen. Der Bund hebt hervor, welche Vorteile die Reform gerade den Frauen bringt.

Lohngleichheit und Frauenquoten beherrschen derzeit den Diskurs über die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Kaum zu reden geben Bereiche, in welchen das männliche Geschlecht im Nachteil ist: So ist eine Wehrpflicht für Frauen in der Schweiz ein Tabuthema, die Feminisierung der Grundschule nimmt man hin, und die überproportionale Vertretung von Frauen bei der Matura und an Hochschulen scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Eine weitere offensichtliche Ungleichbehandlung der Männer soll nun mit der Reform der Altersvorsorge aus der Welt geschafft werden: Durch die Anhebung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre würden die Geschlechter beim Renteneintritt gleichgestellt. Doch dagegen läuft ein Teil der Frauen Sturm.
Die privilegierte Frau

Alterwerden