Autorenarchiv: Kathrin Alexandria
Auch Schwedische Zentralbank wirft die Gelddruck-Maschine an
Die schwedische Zentralbank folgt dem Beispiel der EZB und beginnt mit dem Ankauf von Staatsanleihen. Damit wollen die schwedischen Parteien die Staatsfinanzierung über die Notenbank laufen lassen, um Einsparungen in den öffentlichen Haushalten vermeiden zu können.
Die schwedische Notenbank hat den Leitzins am Donnerstag auf minus 0,1 Prozent gesenkt und kündigte zugleich den Ankauf von Staatsanleihen im Umfang von zehn Milliarden Kronen (rund einer Milliarde Euro) an, um die Inflation anzuheizen. Dahinter steht offiziell die Sorge, dass die Preise in dem skandinavischen Land auf breiter Front fallen. Dann könnte die Wirtschaft in eine Abwärtsspirale aus Konsumzurückhaltung, Lohnverfall und stockenden Investitionen geraten. Die Zentralbank folgt damit dem Ankaufprogramm der EZB.
Diese Sorge scheint allerdings nur vorgeschoben: Das Problem der schwedischen Wirtschaft sind nicht zu geringe Preise, sondern eine in vielen Segmenten unproduktive Arbeitsweise. So stecken die schwedischen Autobauer seit Jahren in der Krise. Volvo musste von den Chinesen gerettet werden, Saab gar komplett aufgeben. Viele Unternehmen haben sich noch nicht auf die Innovationen eingestellt, mit denen sie effizienter produzieren könnten.
Schwedische Zentralbank wirft die Gelddruck-Maschine an

Börsenrekord in Kairo
Aktienmarkt Ägypten
Die 10 000-Punkte-Marke ist geknackt. In den letzten Tagen hat der wichtigste Index der ägyptischen Börse, der EGX 30, diese Schallmauer durchbrochen. Am Sonntag konnte er mit 9957 Punkten dieses Niveau nicht ganz halten. Experten sehen dennoch eine weitere Annäherung an das Allzeithoch vom Juni 2008 mit 12 000 Punkten voraus. Neben dem grossen Interesse an der internationalen Investorenkonferenz von Mitte März führen Analysten die Hausse vor allem auf zwei Faktoren zurück. Völlig unerwartet hatte die Zentralbank Mitte Januar ihre Zinssätze um 50 Basispunkte gesenkt. Sie begründete den Schritt mit der Inflation, die sich abgekühlt habe. Zudem lässt die Zentralbank den Kurs der lokalen Währung im Rahmen ihrer Dollar-Auktionen seit zwei Wochen graduell fallen, was zu einem positiven Trend bei den Bau- und Immobilienaktien geführt hat. Die schrittweise Abwertung war vom Internationalen Währungsfonds schon länger gefordert worden.
Rekord an der Boerse in Kairo

Skrupelloses Milliardengeschäft mit Menschenschmuggel
Das Milliardengeschäft mit der illegalen Immigration Flüchtlingsboot vor Lampedusa
Video bei TTT
Während die EU um eine neue Flüchtlingspolitik ringt, ernährt das Elend Zehntausender ein globales Netzwerk von Schleppern und Schleusern. Allein im Jahr 2014 hat Italien nach Angaben des Innenministeriums in Rom mehr als 160.000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Die meisten kamen aus Syrien und Eritrea.
Die Route über das Mittelmeer ist zum wichtigsten Korridor für Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten geworden. Sie alle suchen ein besseres Leben in Europa und sind bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Alleine wagt kaum einer die riskante Reise. Von der Not profitiert eine ganze Branche Krimineller, vom kleinen Gauner bis zum Boss im feinen Maßanzug: Menschenschmuggler machen Millionengeschäfte. Sie sind hoch organisiert, agieren global und sind für die Ermittler nur schwer zu fassen. Kaum jemand ahnt, wie es aussieht in dieser Schattenwelt.
Einblick gewähren der Kriminologe Andrea Di Nicola und der Journalist Giampaolo Musumeci. Sie haben entlang der Hauptrouten illegaler Immigration recherchiert, Gespräche mit den Drahtziehern des Schlepper- und Schleusergeschäfts protokolliert und in ihrem Buch „Bekenntnisse eines Menschenhändlers“ veröffentlicht, das jetzt im Verlag Antje Kunstmann erscheint.
Die Augenzeugenberichte machen klar: Menschenschmuggel ist ein Geschäftsmodell, das zwar eigene Regeln kennt, aber nach den Marktgesetzen des Kapitalismus funktioniert. Werden die Hürden für die Flüchtlinge erhöht, Grenzkontrollen verschärft, Zäune und Mauern gebaut, dann steigt der Preis. Angesichts der Krisen und Kriege an den Rändern Europas, in Afrika und im Nahen Osten floriert das Geschäft. Die Nachfrage wächst stetig.
Menschenschmuggel ist fast so lukrativ wie Drogenhandel und genau so straff organisiert. Auf der Basis der illegalen Einwanderung hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse anbietet: von der Flucht auf einem armseligen Fischerboot bis zur Luxusreise auf einer Jacht mit gefälschten Papieren.

Kühlt die chinesische Wirtschaft zu stark ab?
Chinas Handelsbilanz Exporte stark gesunken
Die chinesische Regierung will die Binnennachfrage stärken, um weniger von Exporten abhängig zu sein. Doch mit einem Rückgang der Ausfuhren im Januar um gut 3 Prozent hatte kaum jemand gerechnet. Beobachter sorgen sich um Chinas Konjunktur.
(Reuters) Chinas Ein- und Ausfuhren sind im Januar deutlich stärker gesunken als erwartet. Die Importe fielen im Jahresvergleich um fast 20 Prozent und die Exporte um 3,3 Prozent, wie die Zollbehörde am Sonntag mitteilte.
Damit wies das Reich der Mitte im Januar einen Rekord-Handelsüberschuss von 60 Milliarden Dollar aus. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang der Importe um 3 Prozent und mit einem Anstieg der Exporte um 6,3 Prozent gerechnet. Die Daten dürften die Sorge verschärfen, dass sich die chinesische Wirtschaft zu stark abkühlt.
Die Vergleichbarkeit von chinesischen Konjunkturdaten im Januar und Februar wird durch das einwöchige Neujahrsfest erschwert. Allerdings fand es 2014 im Januar statt, während die Fabriken in diesem Jahr erst im Februar für eine Woche die Produktion zurückfahren.
Der Rückgang bei den Importen war so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr, als die chinesische Industrie mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen hatte. Eigentlich will die Regierung in Peking die bislang stark vom Export abhängige Wirtschaft mehr auf den einheimischen Konsum ausrichten. Daher gilt eine gewisse Verlangsamung als unausweichlich.
Experten zeigten sich allerdings besorgt über die Stärke des Rückgangs. «Das sind sehr seltsame Daten», erklärte Andrew Polk vom Conference Board in Peking. Besonders der Einbruch bei der Einfuhr bereite ihm Sorge: «Die Import-Zahlen deuten auf eine deutliche Verlangsamung im Industriesektor hin. Das erste Quartal sieht ziemlich furchtbar aus.»

Geht Venezuela das Geld für wichtige Importprodukte aus?
Maduros Wirtschaftskrieg: Venezuelas Detailhändler unter Beschuss
Tjerk Brühwiller, São Paulo berichtet: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro verhängt
repressive Massnahmen gegen die Detailhändler in Venezuela.Mit dem tiefen Ölpreis geht Venezuela das Geld für wichtige Importprodukte aus. Präsident Maduro sieht die Schuld jedoch bei den Detailhändlern – und ergreift Massnahmen gegen sie. An gewissen Tagen wachsen die Schlangen vor Venezuelas Supermärkten und Apotheken auf mehr als einen Kilometer an. Wo es keine Schlangen gibt, gibt es auch nichts zu kaufen. Der Mangel an Produkten des täglichen Bedarfs, der inzwischen jedes dritte Grundnahrungsmittel und jedes zweite Medikament umfasst, ist das Gesprächsthema Nummer eins in Venezuela und der Bevölkerung grösste Sorge geworden.
Firmendirektoren verhaftet
Venezuelas Detailhaendler unter Beschuss

Die reichsten Frauen der Welt
Christy Walton, ist die reichste Frau der Welt
Sie heißt besitzt ein Vermögen von 37,9 Milliarden Dollar – und ist damit die reichste Frau der Welt!
Laut der Superreichen-Studie „Wealth-X“ der Schweizer Großbank UBS ist jeder 6. Milliardär auf der Welt weiblich! 286 Milliardärinnen gibt es demnach weltweit, das sind 12,3 Prozent der Superreichen!
Die reichsten Frauen der Welt

Steuer-Oase wird nicht geprüft
Große Koalition verhindert U-Ausschuss gegen Juncker
DWN berichtet: Martin Schulz verhinderte gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden des
EU-Parlaments einen Untersuchungsausschuss gegen Steuerdeals. Ein solcher hätte auch Jean-Claude Junckers Rolle als Finanzminister und Premier von Luxemburg durchleuchtet.
Im EU-Parlament ist die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Aufklärung von Steuerdeals zwischen EU-Staaten und Konzernen am Widerstand der großen Fraktionen gescheitert. Stattdessen vereinbarten die Fraktionsvorsitzenden am Donnerstag, dass ein „Sonderausschuss“ prüfen soll, inwieweit Länder wie Luxemburg Steuervermeidung fördern. Im Gegensatz zum Untersuchungsausschuss hat dieses Sondergremium weniger Befugnisse. Der Juristische Dienst des EU-Parlaments hatte rechtliche Bedenken gegen einen Untersuchungsausschuss geäußert.
Die Vorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Rebecca Harms, bezeichnete es dennoch als unverständlich, warum die Fraktionsvorsitzenden eine Untersuchung mit weitreichenden Möglichkeiten abgelehnt hätten. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion, Manfred Weber (CSU), verteidigte die Entscheidung dagegen: „Der neue Ausschuss soll Transparenz in den Steuerregelungen schaffen und Vorschläge machen, wie mehr Steuergerechtigkeit durchgesetzt und Steuervermeidung in der EU begegnet werden kann.“
Der Untersuchungsausschuss war auch deshalb umstritten, weil dadurch womöglich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker unter Druck geraten wäre, in dessen Amtszeit als Ministerpräsident Luxemburgs viele Steuervereinbarungen des Großherzogtums mit Konzernen fallen. EVP und Sozialdemokraten haben Juncker zu dessen Amtsantritt ihre Unterstützung im EU-Parlament zugesagt.
Vor der Entscheidung hatte ein EU-Abgeordneter gewarnt: „Es wird sich so viel Blut auf dem Teppich finden, dass (die Untersuchung) niemand durchführen wollen wird, denn niemand kann das hinterher reinigen.“ Im vergangenen Monat waren ausreichend Unterschriften im EU-Parlament gesammelt worden, um einen Untersuchungsausschuss aufzustellen. Dabei sollte dieser sich nicht nur um die Steuervergünstigungen für Unternehmen in Luxemburg kümmern, sondern auch um ähnliche Vorgehensweisen in anderen EU-Staaten. Da sich die Fraktionsvorsitzenden gegen den Ausschuss entschieden haben, kommt es zu keiner Abstimmung mehr im EU-Parlament.
Große Koalition verhindert U-Ausschuss gegen Juncker

Wer überwacht einen «Europäischer Währungsfond»?
Griechenland und die Troika
Streit um die «Männer in Schwarz»
Zum Kurs der neuen griechischen Regierung gehört die Kritik an der Troika. Doch ganz so einfach lässt sich diese nicht zum Verschwinden bringen.
Nicht nur für Griechen personifizieren sie die verhasste Sparpolitik: die «Männer in Schwarz», jene meist in dunkle Anzüge gekleideten Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank EZB und des Internationalen Währungsfonds IMF, die als Troika die Hilfsprogramme ausgehandelt haben und periodisch deren Umsetzung prüfen. Nun hat der neue griechische Finanzminister Janis Varoufakis angekündigt, sein Land wolle nicht mit diesem Technokraten-Gremium über ein neues Abkommen verhandeln, sondern direkt mit den hinter ihm stehenden Institutionen und Ländern.
Immer wieder thematisiert wird zudem, ob es für Hilfsaktionen im Euro-Raum überhaupt den IMF brauche und nicht besser eine Art «Europäischer Währungsfonds» zu schaffen wäre. Allerdings würde sich dann die Frage stellen, wer die Überwachung übernehmen würde. Hinter dem bisherigen Beharren von Staaten wie Deutschland und der Niederlande auf einer IMF-Beteiligung steht nicht zuletzt die Befürchtung, dass die EU-Kommission alleine zu nachsichtig im Umgang mit den Hilfsempfängern wäre. Für grössere Reformen sind somit dicke Bretter zu bohren, was trotz griechischem Druck nicht innert weniger Wochen erfolgen dürfte.
Streit um die Männer in Schwarz
Stellen große Vermögen ihre Strategie auf Sicherheit um?
Globalisierung
Hedgefonds-Manager kaufen weltweit Agrarland und Flugpisten in entlegenen Ländern. Sie erwarten soziale Unruhen aufgrund der wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Ein Davos-Insider berichtet, die Wirtschaftselite habe das Vertrauen in die Politik zur Lösung der Krise verloren.
Die wachsende Ungleichheit der Einkommen stand beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum WWF in Davos ganz oben auf der Agenda. Die zunehmende Umverteilung hin zu einigen wenigen wurde jüngst in einer Studie von Oxfam erneut deutlich, wie die New York Times berichtet. Der Studie zufolge wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung im nächsten Jahr mehr als die Hälfte des globalen Reichtums kontrollieren. Die 80 reichsten Menschen der Welt besitzen dann zusammen 1,9 Billionen Dollar – etwa genau so viel wie 3,5 Milliarden Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide.
Große Vermoegen stellen Strategie auf Sicherheit um
Handelsblatt / An Problemen mangelt es nicht beim Weltwirtschaftsforum – nur an Lösungen.
Institute for New Economic Thinking


