Hochzeit der Zugbauer

Gross-Fusion:  Chinas Hochgeschwindigkeitszüge sind zu einem Vorzeige-Exportprodukt geworden.

Die beiden grössten chinesischen Zughersteller haben sich zusammengeschlossen, um auf dem Weltmarkt gegen Rivalen wie Siemens und Bombardier anzutreten. Die Mega-Fusion zwischen China CNR und CSR wurde in der Nacht auf Mittwoch verkündet. Die Aktien der beiden Konzerne stiegen am Morgen in Hongkong steil in die Höhe bis auf einen Marktwert von umgerechnet rund 21 Mrd. €. In einer Mitteilung an der Schanghaier Börse hiess es, der Zusammenschluss solle «einen neuen grenzüberschreitenden und weltweit führenden Anbieter für hochwertige Bahnausrüstung schaffen». Bei der Eroberung des Weltmarktes sollten so auch «Grabenkriege» zwischen beiden Eisenbahnherstellern vermieden werden.
Train

China erlaubt Währungs-Swap mit Rubel

Russland Ende der Rubel-Krise?  Der Rubel hat wieder um die Hälfte aufgewertet.

Außenminister Chinas Wang Yi

Außenminister Chinas Wang Yi

DWN: Im Währungskrieg mit den USA hilft China der schwachen russischen Währung auf die Sprünge und versetzt dem US-Dollar einen weiteren Schlag. Ab Montag gelten neue Regeln zum Währungstausch zwischen Yuan und Rubel. Langfristig besteht die Möglichkeit, dass Russland und China eine gemeinsame Währung einführen, um den Dollar signifikant zu schwächen.

China erlaubt ab Montag den Tausch der eigenen Währung Yuan mit dem russischen Rubel, Malaysias Ringgit und dem neuseeländischen Dollar. Damit bringt China den Yuan als Weltwährung voran und hilft Russland dabei, die Rubelkrise zu beenden. China will sich zudem gegen Wechselkursrisiken absichern, die durch hohe Schwankungen in den Schwellenländern entstehen.

„Unternehmen erhalten dadurch bessere Handelsmöglichkeiten. Der Handel zwischen den Währungen wird effizienter“, sagt Ju Wang von der HSBC Holdings in Hong Kong. Der Preisverfall des Rubel infolge des niedrigen Ölpreises und der Wirtschafts-Sanktionen hat auch in den Schwellenländern zu enormen Währungsschwankungen geführt. Aber das werde China nicht aufhalten, so Wang einem Bericht von Bloomberg zufolge.

Der Weg zur Weltwährung des Yuan ist aber nur eines von zwei Motiven, die China zu dem Währungs-Tausch veranlasst. Wie Zero-Hedge berichtet, ist China zu einem Bailout Russlands bereit. China und Russland wollen sich gegenseitig helfen, falls es zu einem Liquiditäts-Engpass kommen sollte.

Zudem können Unternehmen bei Handels- und Währungsgeschäften den US-Dollar nun komplett umgehen. Das ist vor allem für russischen Unternehmen wichtig, denen im Zuge der Sanktionen der Zugang zum kompletten westlichen Handelsmarkt erschwert wurde.

Zero Hedge schreibt über den chinesisch-russischen Währungs-Swap, „es ist keine Überraschung, dass gerade dieser zuletzt fehlende Schritt über Nacht angekündigt wird und ab Montag in Kraft tritt.“

Die USA seien bemüht, den Ölpreis niedrig zu halten und der russischen Wirtschaft einen nachhaltigen Schaden zuzufügen. Die Nachteile dieser Strategie werden immer deutlicher: Auch die eigene Schieferöl-Industrie gerät in Gefahr. Zudem schweißen die USA Russland und China strategisch und geldpolitisch immer weiter zusammen.

Der US-Finanzblog Zero Hedge hält aufgrund dieser Entwicklungen sogar eine gemeinsame Währung für Russland und China in Zukunft für möglich: „Eines Tages, so wie wir es bereits vorausgesagt haben, werden Russland und China eine gemeinsame Währung ausrufen. Diese wird gedeckt sein durch Chinas gigantische Gold-Reserven sowie Russlands Wirtschaftsgüter.“
Russland Ende der Rubel-Krise
Rubel-Yuan

Rentenkassen bräuchten 32 Millionen Migranten

Die Rentenkassen stehen vor dem Zusammenbruch, glaubt der Ökonom Hans-Werner Sinn. Einwanderer können helfen, aber nicht alle Probleme lösen.

Der Ökonom hat vor einem Zusammenbruch der Rentenkassen durch die Überalterung der Gesellschaft gewarnt. Der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer im Laufe der nächsten 20 Jahre stelle Deutschland vor massive Herausforderungen, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts „Focus Online“. „Dann werden wir siebeneinhalb Millionen mehr Rentner haben und achteinhalb Millionen weniger Personen im erwerbsfähigen Alter“, warnte Sinn. „Um das durch Migration aufzufangen, wären 32 Millionen Menschen nötig. Das kann man sich gar nicht vorstellen.“

Sinn warnt vor dramatischen Folgen: „Die Rentner werden mit Abstrichen leben müssen und die jungen Leute werden ächzen unter der wachsenden Rentenlast.“ Deutschland werde gut ausgebildete Migranten brauchen, die helfen, diese Last zu tragen. „Aber eine Lösung in dem Sinne, dass es uns dann so gut geht wie heute, ist nicht vorstellbar“, so der Wirtschaftsexperte.
Rentenkassen braeuchten 32 Millionen Migranten

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen

Österreich will Bankenfestung Schweiz knacken

Steuerhinterzieher haben vor ihrer Enttarnung Geld aus der Schweiz weggeschafft. Sie sollen nun identifiziert werden

Wien – Trotz der vielen Streitereien über die Steuerreform gibt es zwischen SPÖ und ÖVP doch eine Gemeinsamkeit: Beide wollen eine mögliche Entlastung der Arbeitnehmer teilweise gegenfinanzieren, indem sie den Kampf gegen den Steuerbetrug verstärken. Rund eine Milliarde Euro an zusätzlichen Einnahmen erhoffen sich die Großkoalitionäre. Ihrem Ziel sind sie nun zumindest einen Schritt näher gekommen.

Das Finanzministerium hat am vergangenen Freitag eine sogenannte Gruppenanfrage in die Schweiz geschickt. Damit wollen die Steuerfahnder die Identität jener wohlhabenden Österreicher erfahren, die Millionenbeträge klammheimlich aus der Schweiz heraus ins Ausland transferiert haben. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Grünen an Finanzminister Hans Jörg Schelling hervor. Der Minister hat die Antworten am Dienstag an den Nationalrat übermittelt.
Oesterreich will Bankenfestung Schweiz knacken
Schweiz

Wird Yellen vom schwarzen Schwan gebissen ?

Krisenvermeidungspolitik des Fed

Nassim Talebs Buch «The Black Swan» hat eine Generation von Fondsmanagern geprägt. Es geht darin um Ereignisse, die unwahrscheinlich sind und deren Wirkung gross ist. Wie der Zufall es wollte, ist das Buch genau ein Jahr vor der Finanzkrise 2008 erschienen. Was zuerst als interessante philosophische Lektüre galt, wurde nach dem Kollaps von Lehman Brothers zur Beschreibung der Realität des Wall-Street-Alltags. Der «Black Swan» ist seither zur Metapher für unwahrscheinliche, jedoch massiv wirkungsvolle Ereignisse am Finanzmarkt geworden. Interessanterweise hat sich seither auch eine starke Bewegung entwickelt, die solche Ereignisse mit allen Mitteln vermeiden will. Ausschlaggebend sind dabei die Notenbanken, die, angeführt von der Vorsitzenden der amerikanischen Federal Reserve, Janet Yellen, immer aggressiver gegen das Risiko von Black Swans vorgehen. Als Folge davon gehen die Anleger mittlerweile davon aus, dass Black Swans weniger gefährlich sind, weil die Notenbanken im Gegensatz zu 2008 heute genau wissen, was sie zu vermeiden haben. Das ist bis vor kurzem auch gutgegangen. Doch die jüngsten Ereignisse am Erdölmarkt haben unter Anlegern das Gefühl eines Black Swan erweckt. Der Preis von Erdöl ist innert wenigen Wochen von rund 100 $ je Fass auf knapp 60 $ gesunken. Über die Gründe wird zwar immer noch heftig debattiert. Klar ist jedoch, dass es sich hier um ein sehr unwahrscheinliches Ereignis mit grosser Wirkung handelt. Problematisch an der ganzen Angelegenheit ist laut Fondsmanagern, dass die Folgen sehr weitreichend sein könnten.
Yellen wird vom schwarzen Schwan gebissen
Black Swan

Wo der Geldbaum wächst

Ausstellung im Stapferhaus Lenzburg

Geld ist allgegenwärtig – kein Tag vergeht, an dem man es nicht in die Hand nimmt oder sich seinetwegen sorgt. Das Stapferhaus in Lenzburg lädt nun ein, gründlich über dessen Wesen und Wirkung nachzudenken.
Folgt man den Wegweisern, die mit der Verheissung «Geld» versehen sind, steht man am Fusse einer Himmelsleiter. Frohlockend steigt man ihre Sprossen empor und staunt ob dem sich eröffnenden Anblick: Da grast er, der grimmsche Goldesel, unter dem oft herbeigesehnten «Geldbaum» – man ist im Jenseits angelangt! Doch irritieren die unheimlich flüsternden Stimmen, das Paradies entpuppt sich bald als Illusion aus Pappe. Flugs gerät man in einen dunklen Raum, wo die Herren Aristoteles, Voltaire und Adam Smith hitzig über Segen und Fluch von Geld als gesellschaftliche Organisationsform diskutieren. Man ahnt, dass hier zum Grübeln über Grundsatzfragen angehalten wird: Was bedeutet uns Geld eigentlich? Befreit, befähigt oder beherrscht es uns?
Wo der Geldbaum waechst

Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse».

Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse».

 

Schweizer Notenbank führt Strafzinsen ein

Vermögende zahlen drauf

Jetzt kommen auch Negativzinsen in der Schweiz.
Die Schweizer Notenbank führt zur Schwächung des Frankens Negativzinsen ein. Große Guthaben auf Girokonten der Notenbank werden künftig mit einem Abschlag von 0,25 Prozent belastet. Kleinsparer kommen noch ohne Strafe davon.
Schweizer Notenbank fuehrt Strafzinsen ein

Nel Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu www.nelcartoons.de

Nel Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu
www.nelcartoons.de

 

Russland beginnt mit Ausverkauf seiner Währungsreserven

Rubel-Krise: Seit Jahresbeginn hat die russische Währung mehr als 50 Prozent ihres Wertes verloren.Die russische Regierung scheint in der Rubel-Krise in Panik zu verfallen: Das Finanzministerium hat damit begonnen, seine ausländischen Währungsreserven zu verkaufen. Damit will Moskau den fallenden Rubel-Kurs stoppen.
Russland beginnt mit Ausverkauf seiner Waehrungsreserven

http://www.tomjanssen.net/index.html

Tom Janssen

So reich ist die Welt wirklich

Wohlstands-Report 

IWR_2014_final_web
Ist die Welt wirklich reicher geworden? Eine neue Studie stellt bisherige Analysen auf den Kopf. Eine neue globale Wohlstandsstudie, der „Inclusive Wealth Report (IWR)“, zeigt, dass China die USA in Sachen Wirtschaftswachstum in den vergangenen 20 Jahren abgehängt hat. Allerdings geht dies zu Lasten der Ressourcen, wodurch sich der Erfolg bei der Vermögensanhäufung aus Sicht der Wissenschaftler relativiert.

Um eine Aussage über die Wirtschaftskraft eines Landes zu treffen, wird üblicherweise das Bruttoinlandsprodukt (BIP) herangezogen, der Gesamtwert der von allen Einwohnern jährlich erzeugten Waren und Dienstleistungen. Das Institut berücksichtigt jedoch zusätzlich Nachhaltigkeit, Humankapital (unter anderem Bildungsniveau) und Naturkapital (unter anderem Ökosysteme).
So reich ist die Welt wirklich
Original Report IWR2014
Wealth Report

Dollar zu stark: Mächtigste Bank sieht Welt-Wirtschaft in Gefahr

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat erneut vor einem Crash gewarnt: Die Stärke des Dollar, die hohe Verschuldung von Unternehmen und ein viel zu hoher Bestand an giftigen Papieren könnten äußerst negative Folgen für die Weltwirtschaft haben.

In schöner Regelmäßigkeit warnt die mächtigste Bank der Welt vor einem internationalen Finanz-Crash. In diesem Jahr hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bereits drei Mal auf die Gefahren hingewiesen, die das Finanzsystem bedrohen: Im September 2013, im Juli und im Oktober.

Geändert hat sich nichts: Die Zentralbanken drucken weiter im Gleichklang Geld, als ob es kein Morgen gäbe. Die BIZ sieht auch in ihrem Dezember-Bericht die Politik der Zentralbanken als das Hauptproblem der Weltwirtschaft an. Banken und Politik hingen an den Lippen der Zentralbankern und sei von diesen abhängig geworden, schreibt die BIZ. Das „Abnormale sei zum Normalen geworden“ – und damit sei das gesamte Welt-Finanzsystem ausgesprochen fragil geworden. Kurios: Im Board of Directors der BIZ sitzen ausgerechnet all jene Zentralbanker, die die BIZ nun als Gefahr für die Stabilität ausgemacht hat.

Konkret sieht die BIZ den starken Dollar als eine der größten Gefahren: Vor allem viele hoch verschuldete Unternehmen könnten bei einem weiteren Anstieg des Dollar unter die Räder kommen – mit unabsehbaren Folgen für die nationalen Volkswirtschaften und wegen der extremen Vernetzung der Banken auch für die gesamte Finanzindustrie.

Die Verschuldung der Unternehmen hätten auch zu einem massiven Anstieg der Kreditverbriefungen geführt: Die giftigen Papiere (Collateral Debt Obligations, CDO) seien heute auf einem höheren Stand als 2008 – als die Papiere die erste Finanzkrise ausgelöst hatten. Bildlich gesprochen bedeutet dies: So wie in den Jahren vor 2008 sind heute viele Schulden in Bündel verpackt, von denen kein Mensch mehr weiß, wo sie eigentlich versteckt sind. Damit hatten die Banken den Fehler gemacht zu glauben, dass die Immobilienpreise niemals flächendeckend in den ganzen USA fallen könnten. Ein ähnlicher Denkfehler liegt heute vor: Den Anlegern wird der Eindruck vermittelt, dass niemals die ganze Weltwirtschaft zusammenbrechen könne. Wegen der niedrigen Zinsen werden die Anleger förmlich in die höchst riskanten Papiere getrieben. Die Folge: Bricht das System zusammen, wird es zu weltweiten Verwerfungen kommen.

Dass die Börsen eine künstlich gehypte Veranstaltung sind, halten die Analysten der BIZ schon fast für eine Binsen-Weisheit. Trotzdem warnen die Banker aus Basel auch vor dem Platzen von Börsen-Blasen.

Was die BIZ-Beobachter mit ihren drastischen Worten genau bezwecken, ist unklar. Auffallend ist jedenfalls die Häufung der Warnungen. Es ist gut möglich, dass die BIZ auf Distanz zu den Zentralbanken gehen will. Sie könnte versuchen, dass sie im Fall eines Crashs nicht ebenfalls in Frage gestellt wird, sondern an einer Neugestaltung des Finanzsystems an führender Stelle mitwirken kann.
BIZ zweifelt an Hochstimmung der BoersenTurmbau von Babel