Singapure: Vom Überlebenskampf zur Erlebnisgesellschaft

Singapurs Mittelstand

Bei der Republiksgründung 1965 war Singapur noch ein Entwicklungsland. Heute stehen der jungen Generation alle Türen offen. Das Leben im Stadtstaat ist zwar teuer, und der Mittelstand kämpft. Aber für Asien gilt die Entwicklung als beispielhaft.
Die 26-jährige Nadia Wahid weiss bereits sehr genau, was sie erreichen will: CEO einer Firma werden, einkommensmässig ins oberste Fünftel rücken, eine Familie mit zwei Kindern gründen und natürlich in den eigenen vier Wänden wohnen. Von diesen Zielen ist sie heute, nach bloss drei Berufsjahren, noch weit entfernt. Aber die Chancen stehen gut, dass sie ihre Ambitionen in den nächsten Jahren realisieren wird.
Chance, Jobs und Mittelstand
Singapur gehört zu den wenigen asiatischen Ländern, in denen sich Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft eine recht faire Chance für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg ausrechnen können. Wer in dem auf Leistung getrimmten Schulsystem reüssiert, sich weiterbildet und gewisse Konventionen im Stadtstaat befolgt, findet üblicherweise rasch eine Stelle und damit auch einen Platz in der Gesellschaft. Vom grossen Reichtum träumen natürlich alle; doch in der Regel handelt sich um einen Platz in der Mittelschicht.
Vom Ueberlebenskampf zur Erlebnisgesellschaft

Joshua Chiang

Joshua Chiang

Geldanlage: Junge Leute tun mir ehrlich leid

Marc Faber im Interview„Junge Leute tun mir ehrlich leid“

Investorenlegende Marc Faber sieht den freien Kapitalismus am Ende und sorgt sich über die zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Mit welchen Aktien er sich gegen die von ihm erwartete Geldentwertung stemmt.

Marc Faber: Einer der einflussreichsten Investoren der Welt. Den Notenbanken gibt er eine große Mitschuld an der wirtschaftlichen Lage. Quelle: Picture Alliance
Herr Faber, in der Ukraine herrscht Krieg, im Irak und in Syrien ist die Terrorgruppe Islamischer Staat auf dem Vormarsch. Beunruhigt Sie das als Investor?
Die wirtschaftliche Bedeutung des Nahen Ostens ist nicht besonders groß. Insofern lässt mich das als Investor eher kalt. Vielleicht geht der Ölpreis nochmals nach oben, vielleicht auch nicht. Anders sieht die Sache schon in Russland aus. Diese unsäglichen Sanktionen gegen Wladimir Putin haben einen negativen Effekt auf die Wirtschaft Europas, insbesondere die deutsche. Das wird viele Großkonzerne und damit auch ihre Aktionäre etwas kosten. Natürlich leidet darunter am allermeisten die russische Wirtschaft.
Junge Leute tun mir ehrlich leid
Geldanlage für JUNGE LUETE

Selbstbedienung mit „schwarzen Firmenkarten“Affäre um spanische Bankia weitet sich aus

Manager, Politiker, Gewerkschafter – angeblich haben sie schamlos nach dem Geld der mit Milliardenhilfen geretteten Großbank Bankia gegriffen.

Die Rettung der Großbank Bankia kostete Spanien 22 Milliarden Euro. Eine interne Untersuchung bringt jetzt ans Licht, wie sich Manager, Politiker und Gewerkschafter an diesem Geld bereichert haben – dem Fiskus entgingen dabei Millionen.
Das aus der Wirtschaftskrise steuernde Spanien wird von einem neuen Finanzskandal erschüttert. Eine Steueraffäre um die mit Milliardenhilfen gerettete Großbank Bankia bringt Topmanager, Politiker und Gewerkschafter des Euro-Landes in Erklärungsnot. Sie sollen mit „schwarzen Firmenkarten“ unter anderem Restaurantbesuche, Kleidung und Reisen bezahlt, aber auch Bargeld abgehoben haben. Nach Medienberichten wurden mittlerweile acht Politiker und Gewerkschafter ihrer Posten enthoben oder traten selbst zurück.
Die neue Bankia-Führung hatte die illegalen Zuwendungen bei einer internen Prüfung der Zeit zwischen 1999 und 2012 entdeckt. Insgesamt 86 Manager und Aufsichtsratsmitglieder sollen sich danach mit Firmenkarten selbst bedient haben, wie die spanische Presse unter Berufung auf einen Bericht des Geldinstituts berichtete. Bei einigen Aufsichtsratsmitgliedern sammelten sich den Berichten zufolge Summen von knapp einer halben Million an. Die Transaktionen seien als „Fehler des Informatiksystems“ abgebucht worden.
Selbstbedienung mit schwarzen Firmenkarten Affaere um spanische Bankia weitet sich aus
Banken

Disneyland der Finanzen

Standpunkt George M. Muzinich
«Wir leben in einem Disneyland der Finanzen»

Anders als in den USA ist in der Euro-Zone noch lange nicht mit höheren Leitzinsen zu rechnen – ganz im Gegenteil: Am Markt besteht sogar weiterhin die Hoffnung auf ein Anleihekaufprogramm nach amerikanischem Vorbild. Die hohen Erwartungen an eine solche Massnahme hält Muzinich, der als einer der weltweit besten Anleihefonds-Manager gilt, für ungerechtfertigt. Es sei ein Irrglaube, dass Geldpolitik Probleme lösen könne.

Wann mit einer Zinserhöhung zu rechnen ist, möchte Muzinich aber nicht prognostizieren. Hier zitiert er Yellen: Es hängt alles von der konjunkturellen Entwicklung ab. Der Konsens der Marktteilnehmer lautet, dass die US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte 2015 die Leitzinsen erstmals wieder anheben wird. Für diesen sanften Schritt positionierten sich die Anleger derzeit.
Wir leben in einem Disneyland der Finanzen
In einigen Anleiheklassen kann man den Beginn einer Blasenbildung sehen.
Blasenbildung

Rabenschwarzer Börsentag nach EZB-Sitzung

Aktien und Anleihen geben nach EZB-Sitzung nach

Dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist es nicht gelungen, die Marktteilnehmer für sein Wertpapier-Kaufprogramm zu begeistern. Draghi kündigte am Donnerstag im Anschluss an die EZB-Ratssitzung in Neapel an, das Programm werde bereits Mitte Oktober starten und wenigstens zwei Jahre dauern. Das Volumen bezifferte er zwar auf rund 1 Bio. €, doch die Einschränkung, dass es sich bei dieser Summe um ein potenzielles Gesamtvolumen handle, wurde am Markt als enttäuschend aufgenommen. Vielmehr hätten sich die Anleger ein klares Ziel für die Grösse des Programms gewünscht. Bereits während der EZB-Pressekonferenz drehten Europas Aktienindizes wie DAX (–2,0%), CAC 40 (–2,5%) und auch der Swiss-Market-Index (SMI) (–1,5%) ins Minus, nachdem sie den Handelstag mit Kursgewinnen begonnen hatten. Besonders deutlich waren die Verluste an den Börsen der Peripherieländer. Der italienische Leitindex MIB gab um 3,9% nach, das spanische Kursbarometer Ibex 35 sank um 2,9%.
Rabenschwarzer Boersentag nach EZB-Sitzung
Der Kaiser ist nackt.
Rabenschwarz

EZB will Schrottpapiere aus Griechenland und Zypern kaufen

Geldpolitik: EZB-Sitzung: Was kann Draghi noch tun?
Mit einem Paukenschlag wie der Senkung des Leitzinses überraschte die EZB im September die Anleger.

Schrottpapiere aus Griechenland und Zypern. Papiere haben „Junk“-Rating

Im Kampf gegen die Kreditklemme will Mario Draghi auch Ramschpapiere aus Griechenland und Zypern aufkaufen lassen. Betroffen sind demnach gebündelte Kredite, deren Gläubiger bei Kreditausfall als letzte haften. De facto werden mit dem Kauf die Bilanzen der Banken gerettet. Das Risiko wird auf die europäischen Steuerzahler verlagert.
Geldpolitik
Draghi

Lukrativer Börsengang von Rocket Internet

Grösstmöglicher Erlös
Der Börsengang von Rocket Internet ist das grösste IPO eines Internet-Unternehmens in Europa seit dem Jahr 2000.
Reuters: Die Berliner Internet-Holding Rocket Internet holt aus ihrem Börsengang den grösstmöglichen Erlös heraus. Die Aktien, die am Donnerstag erstmals an der Frankfurter Börse kotiert werden sollen, wurden am Mittwoch zu € 42.50 zugeteilt, wie Rocket mitteilte.
Lukrativer Boersengang von Rocket Internet
Rocket Power

Luxus ist derzeit nicht Mode

Markenstärke gegen Konjunktur und Währungen

Die Anleger bevorzugen im Moment Investments in sichere, strukturell wachsende Branchen. Luxusgüter zählen sie eher nicht dazu. Das könnte sich aber ändern.

Claudia Gabriel berichtet: Geopolitische Risiken, enttäuschende Konjunkturzahlen aus Europa und China, starke Aktienmärkte in den vergangenen Jahren: Die Anleger sehen derzeit viele Gründe, um beim Investieren generell vorsichtig zu sein. Vorsichtig heisst: Man kauft «sichere» Obligationen und Aktien möglichst «langweiliger» Grosskonzerne mit sicheren Einnahmeströmen. Firmen, die Luxusgüter herstellen, passen intuitiv eher nicht in dieses Bild.

Währungsprobleme

Zumal viele Luxusgüterhersteller dieses Jahr unter den Währungsentwicklungen gelitten haben: Die Stärke des Euro gegenüber den Währungen in grossen Absatzmärkten (US-Dollar, Yuan und Hongkong-Dollar) schlug den immer noch meist in Europa angesiedelten Luxusgüterherstellern zumindest rechnerisch auf die Gewinne. Der Pictet-Fonds «Premium Brands» zum Beispiel hat in den vergangenen 12 Monaten eine Kurssteigerung von weniger als 1% erreicht – während der Swiss-Market-Index fast 9% zugelegt hat. Das Währungsbild hat nun gedreht: Seit Ende Juni haben die drei genannten Währungen gegenüber dem Euro rund 7% an Wert gewonnen. Fondsmanager Juan Mendoza von Credit Suisse hat seine Gewinnprognosen 2014 für die Branche um 5% bis 10% nach oben korrigiert.
Luxus ist derzeit nicht Mode

www.besscartoon.de

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Der Bond-König nimmt seine Krone

Bill Gross verlässt die Investment-Gesellschaft Pimco.Bill Gross Pimco
Pimco-Gründer und Chefstratege Bill Gross verlässt das Unternehmen

C. H. New York Der unerwartete Abgang von Bill Gross bei Pimco hat am Freitag an der Wall Street hohe Wellen geworfen. Gross gehört zu den einflussreichsten Vermögensverwaltern weltweit. Kaum ein Pensionsfonds oder anderer institutioneller Investor, der nicht einen signifikanten Anteil seiner anzulegenden Gelder in einen der auf festverzinsliche Anlagen spezialisierten Fonds von Pimco investiert hätte. Mit verwalteten Vermögen von 1900 Mrd. $ gehört Pimco zu den grössten Investmentgesellschaften auf der Welt. Und Gross hatte als dessen Gründer und Chief Investment Officer im Lauf der letzten vier Jahrzehnte hohes Ansehen erlangt. Der von ihm verwaltete Fonds «Total Return Fund» hat in den letzten Jahrzehnten regelmässig die relevanten Benchmarks geschlagen.
Der Bond-König nimmt seine Krone
Cartoon Trillion

Fängt der Euro sich wieder

Währungsmarkt: Euro fängt sich wieder

Die Gemeinschaftswährung kann sich wieder fangen. Zuvor war der Euro kräftig unter Druck geraten und auf den tiefsten Stand seit 22 Monaten gefallen. Gute US-Konjunkturdaten könnten den Euro aber wieder belasten.

Nach seinem jüngsten Kursrutsch hat sich der Euro am Freitag stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung notierte kaum verändert bei 1,2740 Dollar. Am Vortag war sie bis auf ein 22-Monats-Tief von 1,2697 Dollar gefallen.
Euro faengt sich wieder
Euro fängt sich wieder