Eine neue lukrative Geschäftsidee?

Hedge-Funds nehmen bankrotte Länder ins Visier. Staatspleiten als Geschäftsidee

Christiane Hanna Henkel berichtet:  Immer öfter mischen sich Hedge-Funds in den Umschuldungsprozess von zahlungsunfähigen Staaten ein – nicht ohne weitreichende Konsequenzen, wie das Beispiel von Argentinien und dem «Geier-Fonds» Elliott Management zeigt.

Möglicherweise wird Argentinien zum Ende des Monats erneut in den Staatsbankrott taumeln. Das Land hat nicht genug Geld, um die Forderungen seiner Schuldner zu bedienen. Nachdem Argentinien im Jahr 2001 in die Zahlungsunfähigkeit gerauscht ist und dem Land im Zuge einer Umschuldung dann rund zwei Drittel der Schulden erlassen worden sind, steht das südamerikanische Land nun wieder vor dem Bankrott. Das ist das Werk vornehmlich eines einzigen Mannes: Paul Singer, Gründer und Chef des amerikanischen Hedge-Fund Elliott Management.
Staatspleiten als Geschaeftsidee

Luftzone www.cartoonalarm.de

Luftzone
www.cartoonalarm.de

Wenn Orderfehler Anleger um den Verstand bringen

Einige Anleger verlieren nicht nur Geld, wenn die Kurse fallen, sondern bereits beim Kauf. Ein kleiner Fehler, und sie ordern Papiere nicht wie geplant für 500 Euro, sondern für 50.000 Euro. Ein Insider erzählt.

Es ist zum Verzweifeln: Täglich vertauschen Anleger beim Kauf von Papieren die wichtigsten Zahlen wie WKN, Briefkurs oder Stückzahl.

Pro Monat werden an der Börse Stuttgart Hunderttausende Orders im Euwax-Segment abgewickelt. Zwar unterstützen Computer an der Börse die Ausführung der Transaktionen, doch zunächst geben Anleger oder Bankberater die notwendigen Daten wie Stückzahl, WKN oder den gewünschten Kaufpreis ein. Und weil Menschen Fehler machen, verlieren manche Anleger durch falsche Eingaben viel Geld, wie Norbert Paul, Handelsexperte an der Börse Stuttgart, aus langjähriger Erfahrung weiß.
Wenn Orderfehler Anleger um den Verstand bringen
Abfallcontainer fuer Anleger_1079345

Schweizer «verschenken» 24 Milliarden

Tipp für Anleger: Wer sich für eine Strategie entschieden hat, sollte an dieser festhalten, auch wenn die Kurse sich zeitweise nicht so entwickeln wie gewünscht.

Adrian Baer berichtet:  Anleger sind meist davon überzeugt, rational zu handeln – doch das ist leider meist nicht so. Oft wird anhand des Bauchgefühls entschieden, und das führt zu hohen Verlusten oder entgangenen Gewinnen, wie mehrere Studien nachweisen. Ein verbreiteter Fehler ist, dass Anleger lange von der Seitenlinie beobachten und erst nach einer längeren Hausse einsteigen. Das Gleiche geschieht in der umgekehrten Richtung – nur dass die Aktien dann im eigenen Depot liegen. Die Kursrückschläge werden vom Investor so lange nur zur Kenntnis genommen, bis sie zu gross erscheinen. Verdienen mit Nichtstun.
Schweizer verschenken 24 Milliarden
Verschenken-Sie-Schoenheit-und-Wohlfuehlfeeling-zu-Weihnachten-572x290

EU-Illegaler Bitcoin-Handel aufgeflogen

Zum ersten Mal in EU

Verdächtige in Frankreich hatten keine Zulassung der Behörden.

Erstmals in Europa ist ein illegaler Internethandel mit der virtuellen Währung Bitcoins aufgeflogen: Die Polizei in Südfrankreich nahm drei Verdächtige fest, die illegal im Internet und ohne Überprüfung durch die Bankenaufsicht mit der Währung gehandelt haben sollen, wie die Behörden am Montag in Foix, Frankreich, mitteilten. 388 Bitcoins in einem Wert von fast 200.000 Euro wurden beschlagnahmt.

Als Betreiber der Internetseite wurde ein 27-Jähriger genannt, der bereits wegen bandenmäßigen Betruges verurteilt worden war. Ihm wird nun unter anderem illegale Ausübung des Bankierberufs vorgeworfen. Sein 36-jähriger Komplize soll die Bitcoins „geliefert“ haben. Auch die Freundin des 27-Jährigen wurde vorübergehend festgenommen. Im Rahmen der Aktion hatten die Ermittler auch Durchsuchungen in Cannes, Nizza, Toulouse und im belgischen Brüssel vorgenommen.

Keine Genehmigung
Die Internet-Seite zum Austausch der Bitcoins verfügte über keinerlei Genehmigung der französischen Banken- und Versicherungsaufsicht ACPR. Die Behörden schlossen die Plattform und beendeten zugleich Pläne für ein Internet-Kasino. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF hatte die Banken des Landes erst kürzlich vor den Risiken durch Bitcoins gewarnt.

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Verhaftungen in Deutschland

politicalgraffiti.wordpress.com

politicalgraffiti.wordpress.com

Der Staat kassiert von den Deutschen immer mehr

DWO-FIN-Steuerbelastung-db-AufmBrutto verdienen die Bundesbürger zwar gut. Netto landen sie aber nur im internationalen Mittelfeld. Kaum irgendwo anders kassiert der Staat so viel. Vor allem eine Bevölkerungsgruppe muss bluten.

Daniel Eckert berichtet: Amerikaner dürfen sich schon am 21. April frei fühlen, Briten immerhin am 2. Juni. Die Bundesbürger hingegen müssen bis zum 8. Juli warten. Erst ab diesem Tag arbeiten die Deutschen für die eigene Tasche. Bis dahin haben sie – rein rechnerisch – nur dafür gewirtschaftet, um die Ansprüche von Staat und Gesellschaft zu befriedigen. In der Bundesrepublik ist dieser „Steuerzahlergedenktag“ so spät wie in kaum einem anderen Industrieland.

Der Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt) ermittelt diesen Steuerzahlergedenktag jedes Jahr aufgrund der Belastungen, die ein durchschnittlicher Steuer- und Beitragszahler schultern muss. Nach Angaben des Bundes.

Der Staat kassiert von den Deutschen immer mehr

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff www.cartoongallery.eu

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia

Dax behauptet sich über 10 000 Punkten

Der Dax ist am Freitag wegen feiertagsbedingt geschlossener US-Börsen und ohne wichtige Daten nur wenig von der Stelle gekommen.

Zum Handelsende verbuchte der deutsche Leitindex ein Minus von 0,20 Prozent auf 10 009,08 Punkte. Damit behauptete er sich aber über der viel beachteten Marke von 10 000 Punkten und schaffte ein Wochenplus von fast zwei Prozent.

«Nach dem starken Anstieg von gestern ist erst einmal die Luft raus», sagte Kornelius Barczynski, Marktanalyst beim Brokerhaus GKFX. Insgesamt sei für den Dax der Weg aber frei zu neuen Rekordständen.

Am Donnerstag hatten ein guter US-Arbeitsmarktbericht und die Festlegung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf anhaltend niedrige Zinsen dem Dax den höchsten Schlussstand seiner Geschichte beschert. Eine neue zwischenzeitliche Rekordmarke blieb ihm allerdings verwehrt – anders als den US-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500.

Der MDax ging am Freitag 0,16 Prozent tiefer bei 16 888,92 Punkten aus dem Handel. Der TecDax verlor 0,35 Prozent auf 1329,62 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete sich 0,59 Prozent schwächer bei 3270,47 Punkten ins Wochenende. Der Cac-40-Index in Paris gab ebenfalls nach, während sich der Londoner FTSE 100 kaum verändert zeigte.

Im Dax setzten sich die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns ThyssenKrupp mit plus 1,41 Prozent an die Spitze. Laut einem Börsenbrief erwartet Konzernchef Heinrich Hiesinger, dass das brasilianische Stahlwerk im laufenden Jahr und damit früher als erwartet in die schwarzen Zahlen kommt.

Die Lufthansa-Papiere setzten mit Gewinnen von 0,51 Prozent ihre Erholung fort. Europaweit gehörten Werte aus dem Transport- und Freizeitsektor zu den gefragtesten Aktien. Zudem hatte der Billigflieger Easyjet positiv aufgenommene Verkehrszahlen für den Juni veröffentlicht.

Bei den MDax-Werten sprangen Papiere von LEG Immobilien mit plus 3,84 Prozent an die Indexspitze. Sie profitierten von positiven Äußerungen eines Experten der Deutschen Bank. Die Titel von Metro rutschten am Indexende um 1,80 Prozent ab. Hier belastete der sich zuspitzende Machtkampf um die Elektronikkette Media-Saturn (MSH). Laut Medienberichten hatte der MSH-Gründer und Metro-Großaktionär Erich Kellerhals eine Gesellschafterversammlung zur Absetzung von Interims-Chef Pieter Haas einberufen. Ein Metro-Sprecher teilte indes mit, als Ergebnis der Abstimmung bleibe Haas auf seinem Posten.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent auf 1,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,37 Prozent auf 136,69 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 146,84 Punkte. Der Euro notierte bei 1,3599 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3588 (Donnerstag: 1,3646) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7359 (0,7328) Euro.
Dax

US-Wirtschaft schafft mehr Arbeitsplätze als erwartet

Es entstanden 288.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit 212.000 gerechnet. Im April und im Mai waren insgesamt 29.000 neue Stellen mehr hinzugekommen als zunächst gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im Juni auf 6,1 Prozent, das niedrigste Niveau seit September 2008. Ökonomen hatten hier einen unveränderten Wert von 6,3 Prozent erwartet. An den US-Börsen zogen die vorbörslichen Kurse im Zuge der Zahlen an.

Die US-Wirtschaft war im ersten Quartal wegen des eisigen Winters auf das Jahr hochgerechnet noch um 2,9 Prozent geschrumpft. Dank der Frühjahrsbelebung ging es dann am Jobmarkt bergauf. Am Mittwoch hatte auch der private Arbeitsvermittler ADP von einem deutlichen Aufwärtstrend berichtet.
US-Wirtschaft schafft mehr Arbeitsplaetze als erwartet

Kunden heben Gelder ab

Kunden heben Gelder ab
EU genehmigt bulgarische Staatshilfe für Bankensektor

Reuters:  Die EU-Kommission hat grünes Licht für staatliche Hilfen für das möglicherweise von Kriminellen attackierte bulgarische Bankensystem gegeben. Die Europäische Kommission teilte am Montag mit, man werde der Bitte Bulgariens nach Verlängerung einer Kreditlinie über umgerechnet rund 1,7 Mrd. € nachkommen. Diese Massnahme sei «angemessen» und notwendig, um in der derzeitigen Lage das Bankensystem mit genügend Liquidität zu versorgen. Das Geld fliesse vorsorglich, um das Finanzsystem zu stabilisieren. An sich seien Bulgariens Banken gut mit Kapital ausgestattet verglichen mit anderen Ländern in der EU.

In Bulgarien war es zu einem Kundenansturm auf zwei grosse Banken des Landes gekommen, nachdem ein möglicher Angriff auf die Bankenbranche bekannt geworden war. Nach Angaben von Regierung und Notenbank wollten Kriminelle mit über Internet und SMS-Botschaften verbreiteten Falschinformationen die Bürger dazu bewegen, ihr Geld abzuheben. Und tatsächlich taten dies Kunden der First Investment Bank und der Corporate Commercial Bank (Corpbank) in Scharen. Die Zentralbank übernahm daraufhin die Kontrolle über die Corpbank. Am Montag bildeten sich erneut lange Schlangen vor Bankautomaten und Schaltern.
Der Präsident des Landes, Rossen Plewneliew, gab am Sonntag nach einem Treffen mit Vertretern der Parteien, der Zentralbank und dem Finanzminister eine Garantie für die Sparguthaben ab. Die Institute würden ihren normalen Betrieb aufrechterhalten. Plewneliew sagte, bei der Verfolgung der Verantwortlichen müssten die Gesetze voll ausgeschöpft werden. Die Banken seien stabil, würden gut beaufsichtigt und verfügten über genügend Kapital. «Es gibt keine Bankenkrise», sagte er. Das Staatsoberhaupt räumte allerdings ein, dass es eine Vertrauenskrise gebe. Die nationale Sicherheitsbehörde nahm nach eigenen Angaben fünf Verdächtige wegen des Falls fest. Einer von ihnen sei wieder freigelassen worden.

Obwohl Bulgarien eines der ärmsten EU-Länder ist und Probleme mit Korruption und Vetternwirtschaft hat, gilt das Finanzsystem als stabil. Die Vorgänge im Bankensystem treffen das Land allerdings in einer politisch ohnehin schwierigen Lage. Die von den Sozialisten geführte Regierung hat einen baldigen Rücktritt angekündigt. Termin für eine vorgezogene Parlamentswahl ist der 5. Oktober. Plewneliew kündigte nun an, das Parlament aufzulösen und am 6. August eine Übergangsregierung einzusetzen.
Kunden heben Gelder ab
Bulgaria

BIZ-Chef warnt vor Lockerung des Stabilitätspakts

Geldpolitik: Wer Wachstum will, darf nicht zu neuen Schulden ermuntern, sagt Jaime Caruana, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Er greift die EZB für ihre lockere Geldpolitik an und warnt vor Blasen an den Märkten.

Basel Jaime Caruana, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ, fordert einen zügigen Abbau der Staatsschulden. „Eine Wirtschaftspolitik, die ein stärkeres und mehr nachhaltiges Wachstum fördern will, darf nicht mehr so sehr von neuen Schulden getrieben sein“, sagte Caruana. „Die Erfahrungen mit einer Lockerung der Stabilitätskriterien sind nicht besonders gut.“
Stabilitaetskriterien

Auch in der Schweiz- Renminbi-Hub rückt näher

Renminbi-Hub rückt näher

Thomas Wyss berichtet:  China und die Schweiz haben in Sachen Renminbihandel eine Absichtserklärung unterzeichnet – zwar erst auf Stufe Bankbranchenverbände, aber ein Währungsabkommen soll demnächst ausgelöst werden.Das Memorandum of Understanding wurde im Rahmen des ersten Chinese-Swiss Financial Round Table unterzeichnet, zu dem aus China der Governor der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, und Chen Yuannian, Generalsekretär des Bankbranchenverbands CBA, anreisten. Insgesamt umfasste die chinesische Delegation rund vierzig Personen, was die Bedeutung des Treffens unterstreicht.Aus der Schweiz nahmen Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, SNB-Präsident Thomas Jordan, SBVg-Präsident Patrick Odier, CS-Präsident Urs Rohner, Julius-Bär-CEO Boris Collardi sowie Alt-Bundesrat und ehemaliger UBS-Präsident Kaspar Villiger teil.Widmer-Schlumpf, Jordan und Zhou Xiaochuan kamen an derselben Veranstaltung zu einem bilateralen Treffen zusammen. «Bei diesem Treffen wurde die Zusammenarbeit zur Internationalisierung des Renminbis bekräftigt. Es wurde vereinbart, den Finanzdialog im kommenden Jahr in China weiterzuführen», heisst es in einer Stellungnahme des Finanzdepartements.
China