Deutsche vertrauen stärker in Europas Wirtschaft

Weltwirtschaft:  Wer führt die globale Wirtschaft an? Die Deutschen glauben immer weniger an China, sondern an die EU.

Fast jeder vierte Deutsche betrachtet die Europäische Union als die weltweit führende Wirtschaftsmacht. Das Ansehen des europäischen Wirtschaftsraums ist von 2013 zu 2014 sogar noch gestiegen. Damals bewerteten nur 14 Prozent der Deutschen die EU als führenden Wirtschaftsraum. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Sie basiert auf einer Untersuchung des unabhängigen Thinktanks Pew Research Center in Washington. Für die Studie wurden im Frühjahr diesen Jahres insgesamt mehr als 48.000 Interviews mit Erwachsenen in weltweit 44 Ländern der Erde geführt.

Auffällig ist: In Europa liegt der Anteil derer, die den eigenen Wirtschaftsraum als global führend betrachten, weitgehend im einstelligen Prozentbereich – abgesehen von den Deutschen. In Italien glaubt gar nur ein Prozent an die wirtschaftliche Stärke der EU.

Wie die Infografik aber auch zeigt, hat der Glaube an die wirtschaftliche Überlegenheit Chinas in den großen europäischen Volkswirtschaften nachgelassen. Allein in Deutschland verzeichnete Pew Research einen Rückgang um zehn Prozentpunkte in einem Jahr. Wiederkehrender Berichte über sinkende Wachstumsraten und einen schwächelnden Immobiliensektor in China könnten ein Grund dafür sein. Im Frühjahr gingen Ökonomen der Weltbank davon aus, dass China die USA in diesem Jahr als größte Wirtschaftsmacht ablösen könnte – diese Einschätzung hatte überrascht, weil die meisten Ökonomen zuvor erwartet hatten, dass China frühestens 2019 die USA überholen würde.

Interessant ist, wie unterschiedlich Chinas Wirtschaftsmacht weltweit wahrgenommen wird. In Europa betrachtet etwa jeder Zweite China als die weltweit führende ökonomische Macht. Nur 37 Prozent nennen hier die USA. Völlig anders sieht es im Rest der Welt aus: Sowohl in Südamerika als auch in Asien wird China eine weitaus geringere Bedeutung zugemessen – und den USA entsprechend eine viel größere. Unter den Chinesen sieht nur jeder Vierte das eigene Land in der wirtschaftlichen Führungsrolle. Nochmal deutlich niedriger sind die Anteile in Vietnam, Indien und den Philippinen.
Worldeconomy

Hedge-Fund verdient 1 Mrd. $ an einem Tag

Kurssprung eines Investments
Hedge-Fund verdient 1 Mrd. $ an einem Tag

Der Hedge-Fund Adage Capital Management LP hat am Mittwoch dieser Woche innert eines Tages nahezu 1 Mrd. $ verdient. Grund war der sehr starke Kurssprung der Aktie eines Biotechnologie-Unternehmen, in das die Firma investiert hatte.

Die Titel von Puma Biotechnology Inc. aus Los Angeles hatten sich am Mittwoch aufgrund eines erfolgreichen medizinischen Tests um 295% verteuert. Das Unternehmen gab bekannt, dass ein experimentelles Medikament die Rückkehr von Brustkrebs bei Frauen verhindert habe. Es gehe dabei um die Krankheit im frühen Stadium.

Gemäss Bloomberg-Daten besass Adage Capital insgesamt 5,69 Mio. Stammaktien mit Stand vom 31. März, womit der Hedge-Fund grösster Aussen-Investor war. Die Aktie schoss am Mittwoch um $ 174.40 in die Höhe, was formell für Adage einem Ein-Tages-Gewinn von rund 992 Mio. $ entsprach, sofern die Beteiligung an Puma seit dem ersten Quartal unverändert geblieben ist.
Kurssprung

Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Warum Menschen schlechte Wetten eingehen

Interview: Michael Rasch: Der Behavioral-Finance-Papst Hersh Shefrin erklärt psychologische Fallen für Anleger – und warum einige Menschen den finanziellen Selbstmord wählen und dennoch rational sind.

Mr. Shefrin, was ist Behavioral Finance?

Die Anwendung von Psychologie auf finanzielle Entscheidungen und Finanzmärkte. Sie analysiert, wie sich reale Menschen verhalten, und spiegelt psychologische Phänomene.

Geht es auch um Irrationalität?

Ich mag die Begriffe perfekte Rationalität und imperfekte, also fehlerhafte Rationalität. Dazwischen gibt es zahlreiche Schattierungen.

Was sind die wichtigsten Resultate Ihrer Arbeit in den letzten Jahren?

Wir haben herausgefunden, dass professionelle Anleger Entscheide treffen, die nur zum Teil die Fundamentaldaten spiegeln. Es gibt also psychologische Einflussfaktoren. Umgekehrt spiegeln Märkte fast immer einen Mix aus Fundamentaldaten und psychologischen Effekten. Bei der Prognose künftiger Cashflows neigen Analytiker dazu, den mittelfristigen Verlust an Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen zu unterschätzen. Sie sind also tendenziell zu optimistisch bei der Firmenbewertung.
Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Der beste Weg zum finanziellen Selbstmord

Betrügerisches Pyramidensystem oder Multi-Level-Marketing ?

«Herbalife-Thriller»
Spannungsbogen lässt sich kaum noch weiter dehnen

Der Hedge-Fund-Manager Bill Ackman versucht Anleger und Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, dass Herbalife ein betrügerisches Pyramidensystem sei. Management und spekulative Anleger halten dagegen

Der Hedge-Fund-Manager Bill Ackman versucht Anleger und Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, dass Herbalife ein betrügerisches Pyramidensystem sei. Management und spekulative Anleger halten dagegen.

Thriller finden nicht nur im Kino statt, sondern auch im wahren Leben. So versucht der aktivistische Hedge-Fund-Manager Bill Ackman Anleger und Aufsichtsbehörden schon seit Dezember 2012 davon zu überzeugen, dass es sich beim Geschäftsmodell des amerikanischen Unternehmens Herbalife um ein betrügerisches Pyramidensystem handle. Er hat eine Wette im Wert von etwa 1 Mrd. $ auf fallende Kurse bei Herbalife-Aktien abgeschlossen. Diese sind daraufhin zwar zunächst gefallen, haben sich aber 2012 wieder erholt und Ende 2013 sogar Rekordkurse erreicht.

Am Montag haben sie auf tieferem Niveau gut 11% ihres Wertes verloren, nachdem Ackman angekündigt hatte, am Dienstag die Resultate einer investigativen Recherche vorzulegen, für die er gut 50 Mio. $ investiert hat. Sie sollte beweisen, dass Herbalife seine unbedarften Vertriebspartner vorsätzlich mit zu optimistischen Verdienstaussichten täuscht, dass die Umsatzentwicklung falsch dargestellt wird und dass ganz gewöhnliche Produkte zu überhöhten Preisen verkauft werden. Die sogenannten Ernährungs-Klubs, die den Vertrieb fördern sollten, glichen den fiktiven Handelsräumen Enrons. Der amerikanische Energiekonzern dieses Namens gehörte phasenweise zu den grössten Konzernen der USA, ging im Jahr 2001 aber nach wiederholten und massiven Bilanzfälschungen bankrott.

Das Management von Herbalife weist die Vorwürfe von sich. Eine von ihm in Auftrag gegebene Analyse kommt zum Schluss, dass 97% der Herbalife-Produkte an normale Konsumenten gehen. Es handle sich um ein ganz normales «Multi-Level-Marketing-System» mit stetig wachsenden Erlösen und Erträgen, heisst es. Während Ackmans Präsentation hat sich der Herbalife-Kurs von den jüngsten Kursrückschlägen erholt. Möglicherweise zeigt er aber nicht die ganze Wahrheit. Denn kurzfristig hat Herbalife das Interesse spekulativer Anleger auf seiner Seite. Investoren wie Carl Icahn, George Soros und andere haben sich mit Anteilen von bis zu 17% beim Unternehmen eingekauft. Es ist mehr als offen, ob sie von der operativen Strategie des Unternehmens überzeugt sind oder ob sie nur die so genannten Short-Seller, also Ackman und Co., aus ihren Positionen vertreiben und von dem dadurch ausgelösten, kurzfristigen Kursfeuerwerk profitieren wollen.
Kill him

 

 

IWF mahnt mehr Investitionen an

IWF lobt Deutschland – mahnt aber mehr Investitionen an

Gernot Heller berichtet:  Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält trotz besserer Wachstumsaussichten in Deutschland erheblich mehr staatliche Investitionen für nötig.

Der Fonds teilte in seinem am Montag veröffentlichten Länderbericht mit, dieses Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftskraft von 1,9 Prozent zu rechnen. 2015 dürfte es dann 1,7 Prozent nach oben gehen. Bisher waren die Experten von 1,7 Prozent für 2014 und 1,6 Prozent für 2015 ausgegangen. Der IWF lobte Deutschland ausdrücklich für seine Finanz- und Wirtschaftspolitik. Angesichts der mittelfristig allerdings relativ bescheidenen Wachstumsperspektiven rät er zu mehr Investitionen. Ohne Vereinbarungen zu verletzten, könnte der Staat dafür jährlich zusätzlich ein halbes Prozent der Wirtschaftleistung – also rund 14 Milliarden Euro – ausgeben.

Finanzpolitisch stehe Deutschland stark da, die Arbeitslosigkeit sei niedrig und auch der Bankensektor habe sich Schritt für Schritt stabilisiert, so der IWF. „Deutschland könnte aber mehr tun, um sein Wachstum zu fördern und seine Rolle als Zugpferd im Euro-Raum auszubauen.“

Die Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr eine Wachstumspause eingelegt hat. Sie sieht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Vierteljahr lediglich auf dem Niveau des Vorquartals, wie ihre Volkswirte im neuen Monatsbericht schrieben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sich zuletzt zuversichtlicher geäußert und rechnen mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis März war dank des milden Winters mit 0,8 Prozent das stärkste Plus seit drei Jahren erzielt worden.

IWF – REGIERUNG SOLLTE TROTZ GUTER LAGE HANDELN
Die IWF-Experten sehen Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen. So fordern sie, angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen die Entwicklungen am Immobilienmarkt und bei den Lebensversicherern wachsam zu verfolgen. Für den Immobilienmarkt sieht zum Beispiel Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, wie er gerade wieder in einem Handelsblatt-Interview sagte, die Gefahr von spekulativen Preisblasen. Und für die Lebensversicherer haben Bundestag und Bundesrat gerade ein Maßnahmenpaket beschlossen, um diese zu stabilisieren. Ihnen fällt es immer schwerer, die den Kunden versprochenen Renditen am Kapitalmarkt zu erzielen.

Auf Deutschland kommen laut IWF gleich mehrere Probleme zu – die Demografie sowie womöglich auch stark steigende Energiepreise. Dadurch seien die Wachstumsaussichten mittelfristig bescheiden. Der IWF rät zu höheren Investitionen des Staates, etwa in den Ausbau von Straßen sowie Bildung und Forschung. Deutschland sollte den Spielraum nutzen, den es hierfür habe.IWF mahnt mehr Investitionen an

Mancher Euro gilt in Europa nichts

Jedes Land der Euro-Zone gibt Sonderprägungen aus. Doch nicht all diese Münzen sind in Deutschland Zahlungsmittel. Urlauber laufen Gefahr, mit Münzen nach Hause zu kommen, die nur Sammlerwert haben.

Kathrin Gotthold berichtet:  Rund ein Drittel der in Deutschland kursierenden Euro-Münzen stammen aus dem Ausland. In den meisten Fällen erkennt man das vor allem an der Rückseite. Doch es gibt immer mehr Münzen, bei deren Gestaltung Staaten kreativ geworden sind. Diese Geldstücke sind Sonderprägungen – und bei ihnen sollte man besser genau hinschauen. Denn nicht immer sind sie auch in Deutschland gültig.

„Das ist kein Problem, wenn es sich um eine Zwei-Euro-Münze handelt. Diese sind gesetzliches Zahlungsmittel in allen Euro-Ländern, ihre Annahme darf also nicht verweigert werden“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband Deutscher Banken.

Anders sieht es jedoch aus, wenn es sich um Fünf- oder auch Zehn-Euro-Münzen handelt, die ebenfalls von vielen Staaten ausgegeben werden. Denn sie gelten nur im jeweiligen Land als gesetzliches Zahlungsmittel. Wer mit solchen Sondermünzen in der Tasche über die Grenze kommt, fährt also Gefahr, mit ihnen hierzulande nicht zahlen zu können.

Dabei ist es recht schwer, den Überblick zu behalten. „Wie viele und wie oft Länder Sonderprägungen ausgeben, wird von Euro-Land zu Euro-Land unterschiedlich gehandhabt“, sagt Beller. Deutschland beispielsweise gebe jedes Jahr mehrere Zehn-Euro-Münzen mit neuen Motiven aus, etwa vier bis fünf Gedenkmünzen.

Weit über 100 verschiedene Prägungen

Ihr Tipp: Sollte man bei einem Urlaubseinkauf eine Fünf- oder Zehn-Euro-Münze als Wechselgeld zurückbekommen, müsse man sie entweder gleich vor Ort wieder ausgeben oder als Sammelstück aufbewahren. Letzteres kann sich durchaus lohnen. Manche Euro-Münzen sind begehrte Sammlerobjekte.

Beller erklärt: „Ist die Auflage gering und die Nachfrage groß, können Münzen beachtliche Preise erzielen.“ Sicher ist das jedoch nicht.

Zu den Sonderprägungen mit höherem Nennwert kommt hierzulande jedes Jahr eine neue Zwei-Euro-Münze – jedes Mal von einem anderen Bundesland. Es dauere also noch eine Weile, bis jedes Bundesland einmal an der Reihe war, sagt Beller.

Gerade von den Zwei-Euro-Münzen haben die Euro-Länder weit über 100 verschiedene Gedenkprägungen ausgegeben. Diese sind aber in der gesamten Euro-Zone gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, jeder Händler muss sie anerkennen – vom kleinen Strand-Kiosk bis hin zum großen Supermarkt.

Europaweit viele 20-Euro-Scheine gefälscht

Aufpassen müssen Deutsche auch, wenn sie im Urlaub Euro-Scheine bekommen. Im Durchschnitt kommen auf 10.000 Einwohner mehr als 20 Blüten. Hierzulande sind es nur sechs. Zwar werden auch immer wieder Münzen gefälscht, doch Scheine sind einfacher zu erstellen und auch lukrativer. Europaweit werden vor allem 20-Euro-Scheine gefälscht. In Deutschland tauchen hingegen vor allem falsche 50er auf.
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Bundesbank Bundesbankpräsident Weidmann warnt Regierungen

Bundesbankpräsident Jens Weidmann befürchtet ein Aufflammen der Schuldenkrise, wenn die Haushaltsregeln für die Euro-Staaten gelockert werden.

„Die Krise hat gezeigt, wohin es führt, wenn sich Staaten nicht an Verabredungen halten und Vertrauen verlieren“, sagte er im Interview der „Welt am Sonntag“.

Die Geldpolitik habe den Regierungen Zeit gekauft, um Strukturreformen umzusetzen und die Haushalte zu konsolidieren. „Wenn diese Zeit nicht genutzt wird, kann die Schuldenkrise schnell wieder aufflammen.“

In jüngster Zeit hatten verschiedene europäische Regierungspolitiker gefordert, den Staaten mehr Zeit zu geben, um ihre Defizite abzubauen. Die derzeitige Niedrigzinsphase verführe dazu, dass sich Regierungen weiter zurücklehnen, sagte Weidmann. „Die weitreichenden Maßnahmen und Ankündigungen der Notenbank bergen das Risiko, dass der Reform- und Konsolidierungswillen weiter erlahmt.“
Bundesbankpräsident Weidmann

Bankmitarbeiter am Pranger

Datenlieferung in die USA

Z. B. Will eine Schweizer Bank den Steuerstreit mit den USA beenden, muss sie auch die Namen der ins US-Geschäft involvierten Mitarbeiter liefern. Diese Forderung der US-Behörden ist für alle betroffenen Mitarbeiter sehr unangenehm, doch ist sie auch seit langem bekannt – und teilweise bereits Realität. So lieferten Banken der Gruppe 1, die schon seit längerem direkt mit den USA verhandeln, wie die Credit Suisse (CS) oder Julius Bär, bereits ab 2012 Geschäftsunterlagen zum Offshore-Geschäft. Die Namen der Mitarbeiter wurden damals nicht eingeschwärzt. Im Rahmen des Schuldeingeständnisses der CS von Mai 2014 wurden nun geschätzt 1000 Mitarbeiter vorinformiert, dass ihre Namen teilweise erneut in die USA geliefert werden. Betroffen sind diese wegen der geforderten «Flow-of-Funds»-Liste. Diese zeigt an, wohin Kunden mit US-Bezug ihre Vermögenswerte transferierten. Mitgeliefert werden auch die Namen der jeweiligen Berater, was auch solche umfassen kann, die aus der Schweiz heraus Zahlungsanweisungen ausführten.
Bankmitarbeiter am Pranger
Bankmitarbeiter

Im Sumpf der Korruptionsvorwürfe

Wirrungen um Glaxo in China

Markus Ackeret berichtet: Details zu den Korruptionsvorwürfen gegen den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline in China zeigen das Unternehmen in unvorteilhaftem Licht.
Details zu den Korruptionsvorwürfen gegen den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline in China zeigen das Unternehmen in unvorteilhaftem Licht. Sie verweisen aber auch auf grundlegende Risiken im China-Geschäft ausländischer Firmen.

Die Fernsehbilder erschütterten ausländische Geschäftsleute in China im vergangenen Sommer. Ein Mann, gekleidet in eine orange Gefängnisweste und mit unkenntlich gemachten Gesichtszügen, gesteht in fliessendem Chinesisch vor laufenden Kameras des Staatsfernsehens Verfehlungen und entschuldigt sich ausführlich dafür. Die infame Vorführung des britischen Beraters und privaten Ermittlers Peter Humphrey zeigte nicht nur eine düstere Seite des chinesischen Justizapparats. Der Fall führte auch zu Spekulationen, weil die Festnahme Humphreys und seiner amerikanischen Ehefrau Yu Yingzeng inoffiziell mit den Korruptionsermittlungen gegen den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) in China verbunden wurde. Erst ein Jahr später wird klarer, wie die beiden Fälle zusammenhängen.
Im Sumpf der Korruptionsvorwuerfe
Korruptionsvorwürfe

Gegen den Dollar: Brics-Staaten gründen Alternative zu Weltbank und IWF

Die Brics-Staaten gründen eine eigene Entwicklungsbank und einen Währungsfonds. Die neue Entwicklungsbank soll Kredite für Infrastruktur-Projekte bereitstellen, während der „Mini-IWF“ die Schwellenländer in Krisenzeiten vor Kapitalflucht schützen soll. Für das Startkapital der Institutionen verwenden die Brics-Staaten ihre Dollar-Reserven.

Die fünf großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Brics) wollen eine gemeinsame Entwicklungsbank gründen. Die neue Bank soll Kredite für Infrastruktur-Projekte in den Ländern bereitstellen. Zudem kündigten die Schwellenländer die Gründung eines gemeinsamen Entwicklungsfonds an, der den Ländern in Krisenzeiten mit Kapital aushelfen soll. Die Schwellenländer werden ihre Dollar-Reserven verwenden, um die beiden Institutionen mit Startkapital auszustatten.
Brics-Staaten gründen Alternative zu Weltbank und IWF
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