Sparkassen kassieren beim Geldabheben

Diese Sparkassen fordern von ihren Kunden Gebühren fürs Geldabheben. Der Sparkassenverband dementiert, doch Fakt ist: Mehr als 40 der Geldhäuser haben die kostenlose Bargeldversorgung ihrer Kunden abgeschafft.

Kontoführung, EC- oder Kreditkarte – Bankkunden haben sich an zahlreiche Gebühren gewöhnt. Doch es geht weiter: Viele Sparkassen kassieren ihre Kunden jetzt auch am eigenen Geldautomaten ab. Selbst der Besuch der Sparkassen-Website kann im Einzelfall Geld kosten.

Wer „fremdgeht“ und außerhalb seiner sogenannten Cash-Group am Geldautomaten Bares verlangt, zahlt dafür Gebühren – nicht selten fünf Euro und mehr. Soweit bekannt, soweit so schlecht. Ärgerlich wird die Sache, wenn das eigene Geldinstitut am eigenen Automaten für die Bargeldversorgung Gebühren verlangt. Sparkassen in Deutschland jedenfalls gehen nach einer Untersuchung zusehends dazu über, was Zweifel an der Ertragsstärke der Institute aufkommen lässt.

Das Finanzportal biallo.de hat sich die Gebührenstrukturen von gut 400 Sparkassen in Deutschland genauer angesehen und stieß dabei im Zuge der Recherche auf die kostenpflichtige Bargeldabhebung einer ganzen Reihe von Instituten.

 Der Untersuchung zufolge gewähren 23 Sparkassen ihren Kunden zwischen 2 und 5 kostenlose Abhebungen pro Monat und erheben danach je nach vereinbartem Kontomodell eine Gebühr von bis zu 1 Euro für jede weitere Bargeldauszahlung. 20 weitere Sparkassen kassieren ihre eigenen Kunden gar für jede einzelne Nutzung des Geldautomaten ab.

www.ulistein.de

Gibt es die sichere Geldanlage?

Sicherheit bei der Geldanlage? Ausgeschlossen! Sicherheit ist die oberste Maxime der Deutschen, wenn es um ihre Geldanlage geht. Doch absolute Sicherheit gibt es nicht. Jede Anlage birgt Risiken. Für konservative Anleger ist das ein echtes Problem. Aber lösbar.

Jessica Schwarzer berichtet: Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Deutschen extrem konservativ, fast schon ängstlich investieren. Der Erhalt ihres Ersparten geht ihnen über alles. Kursschwankungen sind ihnen ein Graus. Deshalb setzen sie vor allem auf Sparanlagen. Viele von diesen fleißigen Sparern glauben, dass diese Investments ohne Risiko sind. Doch „dauerhaft sichere Anlagen“ gehören leider ins Reich der Mythen. Eine Anlage, die gegen sämtliche Krisen und Katastrophen immun ist – leider gibt es sie nicht, auch wenn wir das gerne hätten.

Mit 57 Prozent legten die Deutschen im Februar 2017 ihr Geld am häufigsten auf einem Girokonto. Gefolgt von Sparbuch, Tagesgeld und dem berühmten Sparstrumpf. erst dann kommt der Bausparvertrag, die Lebensversicherung, Altersvorsorge, Fonds und Festgeld.

Zwölf Prozent der Deutschen legen ihre Ersparnisse im Februar in Aktien an. Insgesamt beziffert das Deutsche Aktieninstitut die Quote der Deutschen, die in Unternehmensanteile investieren, auf 14 Prozent. Dies sei viel zu niedrig, meinen die Aktienlobbyisten.

Ist es möglich Brandmauern errichten, die das Geld schützen? Sicherheit bei der Geldanlage ausgeschlossen?

Ein dauerhaft komplett risikofreies Investment gibt es aber doch. Die einzige dauerhaft sichere Anlage ist die eigene Bildung und Ausbildung. Und für alle anderen Investments gilt: Keine Chance ohne Risiko. Je höher die Rendite(chance), desto größer das Risiko. Aber selbst eine Null-Rendite birgt ein gewisses Risiko.

www.w-t-w.org/en/isabell-hemming

Rechtzeitig Unvermeidbares organisieren

Finanzen nach der Pensionierung. Es gilt einiges vorzukehren, damit am Schluss nicht der Steuervogt zum grössten Erben wird. Vorzeitige Weitergabe, Verträge und die richtige Zusammensetzung des Portfolios sind dafür adäquate Mittel. Sorgt der Erblasser zu Lebzeiten vor, vermindert sich das Streitpotenzial unter den Begünstigten.

Werner Grundlehner
  berichtet: Für eine Nachlassplanung gibt es keinen «richtigen» Zeitpunkt. Es ist aber sicher nie zu früh, die Weitergabe des eigenen Vermögens zu planen – jedoch schnell zu spät. Wer rechtzeitig die nötigen Massnahmen einleitet, erspart seinen Erben und Nachkommen viel nervenaufreibende Arbeit und oft auch Streitigkeiten. Zudem lässt die Klarheit über den Nachlass auch einen Erblasser beruhigter schlafen und kann beiden Seiten Steuern sparen.Dafür müssen wichtige Entscheidungen getroffen und die richtigen Massnahmen eingeleitet werden: das Erbe aufteilen, ein Testament verfassen und wenn nötig einen Willensvollstrecker einsetzen. Diese Schritte sind anspruchsvoll und müssen sich an den güter- und erbrechtlichen Vorschriften in des jeweiligen Landes orientieren.
Ein Erbstreit ist nicht nur unangenehm, er kann auch teuer werden, wenn er vor dem Gericht endet. Ein Gerichtsprozess bedeutet neben der nervlichen Belastung einen hohen Zeitaufwand, und die Anwaltskosten können, je nach Streitwert, 10 000 Fr. und mehr betragen. Streit wird teuer…NZZ
Nachlass und Erbe

Bild: istockphoto.com

 

Stürmische Zeiten für britische Fondsgesellschaften?

Von mittelgross zu grösser.

Auf rauer See: Erfolgsverwöhnte Fondsgesellschaften wie Aberdeen Asset Management finden sich unversehens in einem garstigen Umfeld wieder. Standard Life und Aberdeen, Henderson und Janus werden zur Grösse gezwungen: Grossfusionen prägen derzeit das Bild britischer Fondsgesellschaften. Das hat mehrere Gründe.

Die unabhängigen, börsenkotierten Fondsgesellschaften in Grossbritannien befinden sich in einer Umbruchphase. Vor kurzem kündigte die schottische Versicherungsgesellschaft Standard Life den Zusammenschluss mit dem Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management an. Wenn die Transaktion zustande kommt, entsteht der grösste Anbieter von aktiv verwalteten Fonds in Grossbritannien und der zweitgrösste in Europa. Einen solchen Schritt hat der australisch-britische Konkurrent Henderson Global Investors bereits im vergangenen Jahr unternommen. Er will mit der amerikanischen Janus-Capital-Gruppe zusammengehen. Die Verschmelzung soll bis im kommenden Juni über die Bühne gehen…

Brexit als Problem für kleine Fondsgesellschaften

Über allem schwebt das Problem des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU. Formica von Henderson meinte zwar, dass der Brexit keine grossen Auswirkungen auf das Unternehmen habe. Henderson hat bereits eine Tochtergesellschaft in Luxemburg, von der aus der EU-Markt bedient wird. Laut Formica könnten vielleicht ein Dutzend Mitarbeiter gezwungen sein, umzuziehen. Kleinere britische Fondsanbieter, die bisher über keine geeignete Tochtergesellschaft für den Vertrieb in der restlichen EU verfügen, dürften aber aufgrund des Brexit mit höheren Kosten konfrontiert werden….NZZ.ch/Stürmische Zeiten

Susanne Brandt Klaus-Uwe Nommensen

23 Millionen Dollar für Marissa Mayers Abschied von Yahoo

Yahoo-Chefin Marissa Mayer. Sie kam als Hoffnungsträgerin und scheiterte: Nicht einmal der Name bleibt vom Internetkonzern Yahoo. Dennoch bekommt Chefin Marissa Mayer 23 Millionen Dollar, wenn sie geht.

Knapp fünf Jahre nach dem Wechsel von Marissa Mayer an die Spitze von Yahoo ist von dem Internetkonzern nicht mehr viel übrig, dieser Rest wird voraussichtlich zur Jahresmitte in Altaba umbenannt. Dann wird Mayer die Unternehmensführung verlassen – mit stattlicher Abfindungs- und Aktienzusagen. Insgesamt 23 Millionen Dollar umfasst der sogenannte goldene Schirm für die 41-Jährige, wie aus Unterlagen hervorgeht, die Yahoo bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat Marissa Mayer_Yahoo.pdf.

Übrig bleiben von Yahoo dann vor allem die Beteiligungen an der chinesischen Handelsplattform Alibaba und dem Gemeinschaftsunternehmen Yahoo Japan. Dieses Restunternehmen soll dann in Altaba umbenannt und von Thomas McInerney geführt werden, wie Yahoo ankündigte. McInerney war früher unter anderem Finanzchef beim Internet-Konzern IAC, zu dem etwa die Videoplattform Vimeo und die Dating-App Tinder gehören.

Die nun bekannt gewordenen Ansprüche relativieren einen bemerkenswerten Verzicht Mayers: Erst in der vorvergangenen Woche hatte sie mitgeteilt, dass sie auf ihre jährliche Prämie von bis zu zwei Millionen Dollar sowie Aktien im Wert von mindestens zwölf Millionen Dollar verzichte. Grund dafür waren umfangreiche Datendiebstähle in den Jahren 2013 und 2014, die später bekannt wurden und den Verkaufspreis des Webgeschäfts nachträglich um 350 Millionen Dollar drückten.

Mit dem Technologie-Boom werden nur wenige reich

Nicht spektakuläre App-Dienste wie Twitter und Snapchat bergen das höchste Potenzial, sondern langweilige Chip- und Software-Titel.

Werner Grundlehner berichtet: Die meisten Menschen haben eine bescheidene Vorstellungskraft, was die technologische Entwicklung betrifft. Wir hätten den Kopf geschüttelt, hätte man uns vor zehn Jahren gesagt, dass in naher Zukunft das Telefon uns durch eine fremde Stadt führt, während wir kurz zuvor ein Taxi und ein Hotelzimmer darüber gebucht haben.

Zudem tragen wir mit dem Gerät unsere gesamte Musik- und Fotobibliothek stets mit und sind über soziale Netzwerke ständig auf dem Laufenden, was unsere Freunde oder unsere Berufskontakte machen. Nicht nur utopisch, sondern unnötig hätte uns geschienen, das Telefon dafür einzusetzen, japanische Comicfiguren durch reale Landschaften zu jagen, anonym erotische Kontakte zu knüpfen oder digitale Fotos zu verschicken, die nach 30 Sekunden wieder verschwinden….Technologie ein Hype

Ungleichgewichte im Zahlungssystem der europäischen Notenbanken

Quartalsbericht BIZ Target-2-Salden gehen auf EZB-Käufe zurück

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht keine Anzeichen einer Kapitalflucht aus dem Süden in den Norden Europas. Die wachsenden Target-2-Salden gehen demnach auf EZB-Käufe zurück.

Die Ungleichgewichte im Zahlungssystem der europäischen Notenbanken namens Target2 haben einen neuen Rekordstand erreicht, was bei einigen Ökonomen, Politikern und Notenbankern Besorgnis ausgelöst hat. Der deutsche Target2-Saldo ist erstmals über die 800-Milliarden-Marke gestiegen. Die Forderung an das Eurosystem stieg im Februar um fast 20 Milliarden Euro auf 814 Milliarden Euro, wie die Bundesbank auf ihrer Internetseite schrieb.  BIS Quarterly Review March 2017

Deutsches Historisches Museum Karikatur auf den Wiener Kongress, 1815

 

Neue Dienstleistungen- Drohnen und Roboter als Boten

Logistiker liefern sich bei der Zustellung einen harten Kampf. Ausser Startups übernehmen auch grosse Online-Händler mehr und mehr Logistikaufgaben, dies dürfte für die etablierten Anbieter wie die Post ein bedrohliches Szenario sein. Zalando verschickte allein in der Schweiz 2015 laut Schätzungen knapp 9 Mio. Pakete.

Paketzustellung
Christoph G. Schmutz berichte: Der Boom des Online-Shoppings führt zu einer Flut von Paketen. Logistikunternehmen lassen sich immer ausgefallenere Ideen einfallen, wie diese zum Kunden gebracht werden. Das ist auch nötig. In die Logistikbranche ist Bewegung gekommen.

Die Anbieter überbieten sich mit immer ausgefalleneren Optionen, wie im Internet bestellte Waren auch in Abwesenheit der Kunden ausgeliefert werden können. Das jüngste Beispiel stammt von der Post. Zusammen mit dem Autokonzern Volvo und LeShop, dem Online-Supermarkt der Migros, will sie vorerst in vier Städten Einkäufe im Kofferraum der Autos von Kunden deponieren. Der Bote ortet das Fahrzeug via Satellitennavigation und öffnet den Kofferraum mit einem digitalen Schlüssel, der nach dem einmaligen Gebrauch verfällt.

Drohne und Roboter als Bote
Eine andere Lösung bietet eine Metallbaufirma in der Schweiz an, indem sie einen intelligenten Briefkasten entwickelt hat. Der Lieferant legt das Paket in eine von verschiedenen freien Boxen. Gleichzeitig erhält der Empfänger via SMS einen Code. Kommt er nach Hause, öffnet er mit diesem Code das Fach. Im Weiteren getestet werden etwa Zustellungen mit Drohnen sowie Lieferungen am Wochenende, frühmorgens oder spätabends und in Boxen am Bahnhof. Ferner können Einkäufe bei LeShop an einigen Standorten quasi auf dem Heimweg an einer Drive-in-Station mit dem Auto abgeholt werden. Und schliesslich hat die Post 2016 selbstfahrende Lieferroboter getestet.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Geschwindigkeit. Der deutsche Online-Kleiderhändler Zalando baut beispielsweise gezielt neue Lagerhäuser, um die Kunden noch am gleichen, am nächsten oder am übernächsten Tag zu beliefern.

Mit der Eröffnung des neuesten Logistikzentrums im süddeutschen Ort Lahr erreichen mittlerweile 12% der Zalando-Sendungen noch am gleichen Tag den Konsumenten. Einen Tag später sind es 56% und nochmals 24 Stunden später 83%. Diese Werte will man bis 2020 nochmals deutlich steigern. Eine «Same-Day-Delivery» soll dann bei einem Fünftel der Pakete möglich sein. Logistiker liefern sich bei der Zustellung einen harten Kampf

Funktionieren geldpolitische Eingriffe?

Verzerrte Finanzmärkte. Die Normalisierung steht vor der Tür

Seit 2012 verfolgt die EZB eine äusserst lockere Geldpolitik. Kritiker fordern ein Ende, weil der Nutzen gering sei.

Michael Schäfer berichtet: Es gibt Experten die davon überzeugt sind, dass geldpolitische Eingriffe funktionieren. Das zeige sich am Beispiel der englischen und der amerikanischen Notenbank.Die Geldpolitik hätte dazu beigetragen, dass beide Länder auf eine Vollbeschäftigung zusteuerten. Monetäre Massnahmen würden ihre Wirkung aber nicht sofort entfalten, sondern mit einer Verzögerung von mindestens zwei Jahren.

Ist damit das Thema Rezession vom Tisch? Dies sei nun auch in Europa zu beobachten, wo die geldpolitische Lockerung erst 2012 im Zug der Euro-Krise einsetzte und damit deutlich später als in den USA. Aber auch in Europa befinden sich die Arbeitslosenquoten im Sinken, und die Konjunkturen erholen sich zusehends. Zudem werde die zunehmende Dynamik in den USA die Konjunkturen der europäischen Exportnationen beflügeln. Schliesslich sei angesichts einer vielerorts in Richtung der angestrebten 2% tendierenden Inflation die Angst vor einer Deflation gewichen, und auch das Thema Rezession sei erst einmal vom Tisch….Richard Woolnough: Verzerrte Finanzmärkte

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de