Pensionsvermögen rückläufig

Die niedrigen Zinsen und Marktschwankungen haben 2015 die Vermögen der 300 grössten Vorsorgeeinrichtungen reduziert.

An der Spitze der weltweit größten Pensionseinrichtungen liegt auch 2015 der japanische Pensionsfonds mit Assets von mehr als 1,16 Billionen US-Dollar. Auf Platz zwei mit rund 300 Milliarden US-Dollar Abstand und Assets in Höhe von 866 Milliarden US-Dollar der norwegische Pensionsfonds, der zumindest bislang aus den Öleinnahmen des skandinavischen Staats gespeist wurde. Den dritten Platz belegt der „Federal Retirement Thrift“ aus den USA mit gehörigem Respektabstand.

Das Vermögen der weltweit 300 grössten Vorsorgeeinrichtungen ist 2015 erstmals seit der Finanzkrise wieder zurückgegangen. Das Volumen sank im vergangenen Jahr um 3,4% auf 14 800 Mrd. $, wie eine Untersuchung der Unternehmensberatung Willis Towers Watson in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Fachmagazin «Pensions & Investments» zeigt.

Deutsche Pensionseinrichtungen verlieren im Ranking an Bedeutung. Die größte deutsche Pensionseinrichtung, die Bayerische Versorgungskammer, belegt mit 71,71 Millionen US-Dollar weltweit Platz 37. Waren 2013 elf und 2014 noch zehn deutsche Einrichtungen in dem Ranking vertreten, sind es im vergangenen Jahr lediglich neun gewesen. Nicht mehr unter den Top 300-Adressen sind mittlerweile die Nordrheinische Ärzteversorgung, die Ärzteversorgung sowie interessanterweise die Deutsche Bank respektive deren Altersvorsorgeeinrichtung.Fexibilitaet

Stabile Mittelschicht in Deutschland?

IW-Direktor Michael Hüther bei der Vorstellung des Reports „Gerechtigkeit und Verteilung in Deutschland“ in Berlin. Den Deutschen geht es viel besser, als sie sich fühlen.
Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland zunehmend auseinander? Alles falsch. Behauptet zumindest eine gewichtige Studie. Und so wie in den USA ist es bei uns auch nicht. Oder doch? Pressemitteilung
Ungleichheit VermögenMaß der Ungleichheit, Löhne und Vermögensverhältnisse, Einkommensunterschiede, Rentenfaktor, Schrumpfende Mittelschicht, Zustände wie in den USA werden beleuchtet. Welt / Sozialstudie

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Lagarde warnt vor langer Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft

Lagarde versuchtdie G-20 China aufzurütteln.. Die Weltwirtschaft droht in einem Sumpf stecken zu bleiben, warnt der IWF. Was seiner Ansicht nach besonders gefährlich ist.

In eindringlichen Worten hat der Internationale Währungsfonds IWF vor den Folgen einer anhaltenden Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft gewarnt. «Das politische Pendel droht gegen wirtschaftliche Offenheit auszuschlagen, und ohne energisches Handeln der Politik könnte die Welt für lange Zeit unter enttäuschendem Wachstum leiden», redete IWF-Chefin Christine Lagarde gestern den globalen Entscheidungsträgern ins Gewissen. Ihre primären Adressaten sind die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20), die sich am 4. und 5. September in der chinesischen Küstenstadt Hangzhou zum jährlichen Gipfel treffen.

Im Fokus des IWF stehen dabei weniger die entgangenen Wohlstandsgewinne aufgrund der zögerlichen wirtschaftlichen Erholung rund um den Globus. Vielmehr bereitet ihm Sorgen, dass das lahmende Wirtschaftswachstum bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung – insbesondere bei den Beziehern geringer Einkommen – überhaupt nicht angekommen ist. «Das weckt Ängste gegenüber der Globalisierung und verschlechtert das politische Klima für Reformen», schreibt der IWF in einem Vorbereitungspapier für den G-20-Gipfel. Gelinge es den einflussreichsten Politikern nicht, sich vehementer gegen die protektionistische Welle zu stemmen und mit Sofortmassnahmen den Welthandel und die Investitionen zu beleben, könnte die Weltwirtschaft abgewürgt werden.

Stotterndes Wachstum allenthalben
Schon im Laufe dieses Jahres hat der Fonds seine globale Wachstumsprognose für 2016 stetig bis auf 3,1 Prozent nach unten revidiert. Nach jetzigem Stand der Dinge droht im Oktober eine weitere Rücknahme der Vorhersage – und damit wäre die Weltwirtschaft auf dem Weg zum geringsten Wachstum seit 2009, als sie von der Finanzkrise überrollt wurde. Wohin man auch schaut, bleibt die wirtschaftliche Dynamik hinter den Erwartungen zurück. Das gilt für die USA ebenso wie für Europa und erst recht für Japan, wo eine neuerliche Rezession droht. Noch grösser sind die Probleme in der aufstrebenden Welt: In Brasilien und Russland schrumpft die Wirtschaftsleistung mittlerweile seit zwei Jahren, und zu ihnen gesellt sich nun auch Nigeria, die grösste Wirtschaft Afrikas. Auslöser für ihre Probleme ist der langsamere konjunkturelle Pulsschlag in China und die damit verbundene Preiserosion bei Rohstoffen und Energieträgern.

Die rundum fragile Verfassung der globalen Wirtschaft steht in krassem Kontrast zu den Bemühungen der Notenbanken, mit einer historisch beispiellosen Geldschwemme und rekordtiefen Zinssätzen das Wachstum und die Teuerung anzuheizen. Immerhin ist es den Währungshütern gelungen, Schlimmeres zu verhindern, insbesondere die Ausbreitung einer sich selbst verstärkenden deflationären Abwärtsspirale. Doch der dafür zu zahlende Preis ist hoch: Die Notenbanker geraten zusehends in wirtschafts- und finanzpolitische Kontroversen, weil sich die gefährlichen Nebenwirkungen ihrer ultra-lockeren Geldpolitik je länger, je stärker bemerkbar machen.

Natürlich würden die Währungshüter niemals einräumen, dass sie mit ihren Negativzinsen und milliardenschweren Aufkäufen von Wertpapieren über kurz oder lang an Grenzen stossen. Beunruhigen wird sie gleichwohl, wie die Märkte ihren Geldspritzen zunehmend misstrauisch begegnen und deshalb das Verhältnis von Einsatz und Wirkung monetärer Instrumente zunehmend aus dem Lot gerät. Das erklärt die immer hörbareren und häufigeren Appelle von Notenbankern in den USA und Europa an die Politik, ihren Teil zur wirtschaftlichen Stimulierung beizutragen und dabei Hand zu bieten zu einem koordinierten Effort mit den geldpolitischen Massnahmen.

Fataler Abwärtstrend bei Investitionen
Da setzt auch die gestrige Intervention des IWF ein. Die Washingtoner Institution sieht in den rückläufigen Investitionen einen wesentlichen Grund für die hartnäckige Wachstumsschwäche in den Industriestaaten. Lässt sich dieser Trend nicht bald zum Besseren wenden, droht aus Sicht des Fonds ein negativer Rückkopplungseffekt, indem die Investitionen angesichts eingetrübter Wachstumsaussichten und einem schrumpfenden Welthandel noch weiter gekürzt werden, was das Wachstum und den Handel zusätzlich bremst.

Vor diesem Hintergrund scheint sich unter Experten und offiziellen Entscheidungsträgern zunehmend ein Konsens herauszubilden, wonach der Akzent wirtschaftlicher Stimulierungsmassnahmen von der Geldpolitik hin zur Fiskalpolitik zu verlagern ist. In einzelnen Ländern wie Kanada und Japan ist diese Botschaft bereits angekommen: Dort sind die Regierungen bestrebt, mittels Ausgabenprogrammen und steuerlicher Anreize die private Nachfrage zu beleben. Andernorts sind die Regierungen handlungsunfähig oder -unwillig. Ersteres gilt für die USA, wo der parteipolitische Graben im Kongress in fiskalpolitischen Fragen unüberbrückbar ist. Letzteres trifft für Deutschland zu: Die von Finanzminister Wolfgang Schäuble angestrebte «schwarze Null» für den diesjährigen Staatshaushalt hat oberste Priorität, auch nachdem im ersten Halbjahr ein Überschuss von 18 Milliarden Euro resultierte.

Ob der aufrüttelnde Appell des Währungsfonds da und dort ein Umdenken bewirkt? Obwohl sich auch der G-20-Gastgeber China für vermehrte fiskalische Impulse im Verein mit strukturellen Reformen starkmachen dürfte, sind die Erwartungen bescheiden. Die unmittelbar nach der Finanzkrise von 2008/9 noch vorherrschende Einsicht unter den wichtigsten Politikern des Planeten, dass es einer abgestimmten und konzertierten Rettungsaktion bedarf, ist nicht ansatzweise zu erkennen. Genau das wäre aber nötig, um die Weltwirtschaft aus ihrer schwächsten Wachstumsphase seit nahezu 30 Jahren herauszuführen.

Jetzt wurde darüber hinaus bekannt, dass die weltweit siebtgrößte Container-Reederei Hanjin aus Südkorea Insolvenz anmelden muss. Hanjin ist damit das erste prominente Opfer des Abschwungs im internationalen Seehandel. Der Finanzblog Finanzmarktwelt bezeichnet den Bankrott der Reederei als erstes sichtbares Zeichen einer neuen Weltwirtschaftskrise.G20 China

Negativzinsen auf private Ersparnisse?

Der Chef des Sparkassenverbandes schließt Strafzinsen für private Sparguthaben nicht mehr aus: Georg Fahrenschon sagt, man wolle jedoch „Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen und Vermögen“ davor schützen. Kostenlose Girokonten werde es demnach schon bald nirgendwo mehr geben. Er erwartet, dass es in einigen Jahren praktisch nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben wird.

Gebühr statt Gutschrift?  Viele Sparer erwarten Negativzinsen für Privatanleger. Verlangen die Banken bald Negativzinsen auf private Ersparnisse? Vor allem ältere Anleger halten dies für möglich. Die deutschen Sparkassen gehen von einer flächendeckende Einführung von Gebühren für die Kontoführung aus.

Negativzins bedeutet, dass die Sparer für ihre Guthaben bei der Bank keine Zinsen bekommen, sondern zahlen müssen. Hintergrund ist, dass Banken und Sparkassen bei der Europäischen Zentralbank derzeit Strafzinsen für ihre Einlagen zahlen. Diese Negativzinsen werden von einigen Banken, auch von Sparkassen, an einzelne Kunden mit großen Guthaben weiterberechnet.

Deutsche Sparer erwarten Negativzinsen für private Geldanlagen
● Anleger sehen sich als Leidtragende des niedrigen Zinsniveaus
● Beinahe zwei Drittel der Anleger halten Strafzinsen für möglich
● Deutsche sehen die Auswirkungen des Brexit auf den Euro gelassen

Beinahe zwei von drei deutschen Sparern (63 Prozent) halten es für möglich, dass künftig für private Geldanlagen Negativzinsen gezahlt werden müssen. Neun Prozent sind sich sogar ganz sicher, dass dies kommen wird. Große Unterschiede bei der Einschätzung zu dieser Frage gibt es je nach Alter der Befragten: Insbesondere Anleger zwischen 50 und 59 Jahren sind dabei besonders pessimistisch. Hier gehen 66 Prozent von möglichen Strafzinsen aus, wohingegen unter den 30- bis 39-jährigen Sparern nur 59 Prozent damit rechnet. Insgesamt sehen sich Anleger über alle Anlageformen hinweg als Leidtragende des niedrigen Zinsniveaus. 45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie eher Nachteile erleiden. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten. Anlegerbarometer

Markus Grolik www.w-t-w.org/en/markus-grolik/

Markus Grolik
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Monsanto: Whistleblower Millionen Dollar Belohnung

Er machte die US-Behörden auf Buchhaltungstricks bei seinem Arbeitgeber aufmerksam. Nun bekommt ein Ex-Finanzmanager des Agrarchemiekonzerns Monsanto mehr als ein Viertel des Bußgelds als Belohnung.

Der frühere Monsanto-Manager habe die Behörden in den USA darauf hingewiesen, dass das umstrittene Biotechnologie-Unternehmen falsche Angaben zu den Kosten eines Rabattprogramms für das Unkrautvernichtungsmittel Roundup gemacht habe, teilte die US-Börsenaufsicht SEC mit. Wegen der Manipulation stimmten auch Monsantos Gewinnangaben für die Jahre 2009 bis 2011 nicht.

Die umgerechnet 20 Millionen Euro sind die zweitgrößte Belohnung die die SEC jemals einem Hinweisgeber ausgezahlt hat. Sie werden aus der 80-Millionen-Dollar Strafe finanziert, der Monsanto im Februar zugestimmt hatte. Der Name das Mannes wurde nicht bekanntgegeben.

Unter diesem Namen vertreibt Monsanto das Pflanzengift Glyphosat. So habe das Unternehmen zu hohe Gewinne ausgewiesen, die Geschäftsberichte Monsantos waren in diesen Jahren also nicht korrekt.

Den Namen des Whistleblowers nannte die US-Börsenaufsicht nicht. Sein Anwalt teilte mit, der Mann habe sich erst an die SEC gewandt, nachdem er intern erfolglos versucht habe, die Missstände abzustellen. „Ohne den Mut, die Unterstützung und die Informationen des Whistleblowers wäre es für die Gesetzeshüter extrem schwierig gewesen, den Betrug aufzudecken“, sagte Jane Norberg, die bei der SEC für Whistleblower zuständig ist.

Raymond Burki www.burkishop.ch/

Raymond Burki
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Kommentar: Bekommt Snowden dann keine Belohnung für das Aufdecken von Verbrechen der amerikanischen Regierung?

Deutschlands strukturelle Schwächen

Der robuste Aufschwung, in dem sich die deutsche Wirtschaft seit dem Jahr 2014 befindet, wird sich fortsetzen. Das ifo Institut rechnet mit einem Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,8% im laufenden Jahr. Im Jahr 2017 beläuft sich der Anstieg voraussichtlich auf 1,6%. Damit wird sich die Produktionslücke weiter verringern und im nächsten Jahr wohl nahezu geschlossen sein. Deutschland wird wegen der gesunden Wirtschaft oft als Musterknabe in der EU gesehen. Doch Sonderfaktoren wie die extreme Geldpolitik decken Schwächen zu. In einem Bereich harzt es besonders.

Der ausserordentliche milliardenhohe Haushaltsüberschuss überdeckt die Versäumnisse der jüngeren Jahre. Deutschland scheint es glänzend zu gehen: Die Arbeitslosenquote ist auf dem tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung, und die Wirtschaft wächst über Potenzial. Das Statistische Bundesamt gab zudem am Mittwoch bekannt, dass der Staat im ersten Halbjahr einen Haushaltsüberschuss von 18,5 Mrd. € erzielt habe. Damit dürften Bund, Länder, Gemeinden und die Sozialversicherungen 2016 das dritte Jahr in Folge mehr einnehmen, als sie ausgeben. Doch der Schein trügt. Kurzfristig sehen die Zahlen zwar gut aus, aber mittelfristig bröckelt das Fundament. In vielen Bereichen geht es mit der grössten Volkswirtschaft Europas strukturell bergab.

Marode Verkehrsinfrastruktur
Deutschland habe sich seit der Finanzkrise, aus der das Land rasant herausgekommen sei, zu sehr ausgeruht, sagt Marco Wagner, Ökonom bei der Commerzbank. Die Regierung habe Reformen zurückgedreht und sich auf den Lorbeeren der Vorgänger ausgeruht, weshalb sich die relative Stellung des Landes in vielen Bereichen fortwährend verschlimmere. Im «Doing Business Report» der Weltbank hat sich Deutschland von 2009 bis 2015 zusammen mit Luxemburg und Belgien am meisten verschlechtert und ist bei den Wirtschaftsreformen das Schlusslicht in der EU. In einer Rangliste der attraktivsten Firmenstandorte liegt Deutschland gerade noch im oberen Drittel. Die Standortqualität lässt aus Sicht der Geschäftsleute also nach. Hinzu kommen mittel- bis langfristige Probleme wie der demografische Wandel und die daraus resultierenden Folgen für die Rentenkassen.

Die Lohnstückkosten steigen ausserdem seit 2011 deutlich schneller als im Rest des Euro-Raums, worunter die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte leidet. Inzwischen hat das Land nach Berechnungen der Commerzbank fast einen Drittel des Wettbewerbsvorteils verloren, den es sich in den ersten zehn Jahren der Währungsunion durch die Reformen in der Ära von Kanzler Gerhard Schröder mühsam erarbeitet hatte. Entsprechend stagniert seit 2012 der Weltmarktanteil der deutschen Exporte.

Dass die deutsche Fassade trotz den strukturellen Verschlechterungen noch glänzt, ist auch der extrem expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geschuldet.
Infrastruktur verschlechtert sich

Krebs ein gutes Geschäft für die Pharmaindustrie?

Der US-Pharmariese Pfizer hat den milliardenschweren Bieterwettstreit um den US-Krebsspezialisten Medivation für sich entschieden.Der US-Pharmariese will sein Portfolio von Krebsmedikamenten ausweiten. Pfizer zahlt 14 Milliarden Dollar für Krebsspezialisten und hat damit das Bieterrennen um Medivation gewonnen.

Mindestens fünf Konzerne hatten ihr Interesse an einem Deal angemeldet. Der Konzern unterstreicht damit seine geänderte Akquisitionsstrategie nach dem Scheitern der Fusion mit dem Botox-Hersteller Allergan im Wert von 160 Milliarden Dollar. Ging es dabei noch vor allem um eine Reduzierung der Steuerlast, steht nun die Stärkung des Medikamenten-Portfolios ganz oben. Medivation stellt das Prostatakrebs-Medikament Xtandi her, von dem Analysten erwarten, dass es bis 2020 allein 1,33 Milliarden Dollar (1,28 Milliarden Schweizer Franken) erlösen wird.

An der Börse schoss die Medivation-Aktie kurz nach Handelsbeginn 20 Prozent in die Höhe auf 80,50 Dollar und lag damit wenig unter dem von Pfizer gebotenen Bar-Kaufpreis von 81,50 Dollar je Papier.
Wieviel Geld hat mein Arzt von Pharmafirmen erhalten
Pharma

Satire als Weltsprache, da bleibt der Prophet gelassen

Saudische Satire als Gesellschaftskritik auf Youtube. Junge Saudi finden in der Satire und in der Kunst Wege, Zensur indirekt zu umgehen. Als Plattform dient ihnen in erster Linie das Internet.

Saudi Aribia befindet sich im graduellen Wandel.
Monika Bolliger berichtet über den Trickfilmzeichner Malik Nejers.
Nejer (Myrkott) sieht in den sozialen Netzwerken den Katalysator des gesellschaftlichen Wandels, der sich derzeit vollzieht. Er spricht von einer immensen Kluft zwischen junger und alter Generation. Der Werdegang des 31-jährigen Unternehmers selbst ist ein eindrückliches Beispiel dafür: Er wuchs in einer Beduinenfamilie auf, sein etwas über vierzigjähriger ältester Bruder wurde noch im Zelt in der Wüste geboren. Sein Vater war Nomade. Als er klein war, wollte man ihm das Zeichnen von Lebewesen verbieten, weil es angeblich gegen die Religion sei. Nejer dagegen ist überzeugt, dass Gott schmeichelt, wer versucht, künstlerisch seine Schöpfung zu imitieren.

Wandel gehe langsam, aber ohne viel Blutvergiessen. «Manchmal habe ich das Gefühl, es geht einen Schritt vorwärts und drei zurück», seufzt eine junge Kulturschaffende, die nicht namentlich genannt werden möchte. «Sie gaukeln uns vor, dass es Veränderung gibt, aber in Wahrheit stehen wir still.» Sie sorgt sich um eine neue Vorschrift, wonach Künstler die Bedeutung ihrer Werke erklären müssen, um eine Ausstellungsgenehmigung zu erhalten. Das bedroht den Spielraum der Ambivalenz, den Künstler mit ihren zur Interpretation offenen Werken bisher ausnutzen konnten. Die Satire im Internet kann dagegen nicht so leicht zensiert werden. Das Internet als Katalysator…NZZ

Alaa Wardi ist ein Singer-Songwriter,  „No Woman, No Drive“ ist eine satirische Parodie auf das Lied „No Woman No Cry“ von Bob Marley.  Es ist Hisham Fageeh, die das Lied beginnt, begleitet von Alaa Wardi und Fahad Albutairi. Alle drei sind Saudi-Arabien und leben Ryyad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien.

Japans Kampf gegen die Schulden

In keinem anderen wohlhabenden Industrieland ist der Schuldenberg so hoch: Selbst Griechenlands Staatsschuld lag auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise bei geringeren 180 Prozent der Wirtschaftsleistung, die von Deutschland aktuell bei weniger als 70 Prozent.

Dass der japanische Staat trotz der hohen Schulden an den Märkten nicht unter Druck gerät, liegt daran, dass die Schulden weitgehend im eigenen Land gehalten werden: Mehr als 90 Prozent der japanischen Staatsanleihen befinden sich in den Händen japanischer Sparer und Investoren – und inzwischen eben auch in den Händen der Zentralbanker.

Nicht zu vergessen, das Land ist wirtschaftlich eine Supermacht, die industriellen Flaggschiffe wie der Autobauer Toyota dominieren die Weltmärkte. Die Menschen sind fleißig und gut ausgebildet, Schulen und Universitäten gelten als großteils hervorragend.

Wirtschaftspolitisch tritt das Land freilich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, auf der Stelle. Nachdem Anfang der 1980er-Jahre eine riesige Immobilienblase geplatzt war und das Land seither nicht mehr so richtig auf die Beine kommt, wird zwar immer wieder von strukturellen Reformen gesprochen, umgesetzt wird wenig bis gar nichts.

Eines der größten Probleme des Landes ist die Demografie. Die Bevölkerung altert und schrumpft rasant. Jahr für Jahr scheiden rund eine Viertelmillion Japaner aus dem Arbeitsmarkt. Schätzungen zufolge könnte das 127-Millionen-Volk bis 2060 auf 86 Millionen schrumpfen.

Das Problem kennt auch die Regierung in Tokio. Aber nichts wäre in Japan unpopulärer als das Land für Zuwanderer zu öffnen. Mit der ließe sich auch der chronische Arbeitskräftemangel lindern. Das Inselvolk bleibt traditionell lieber unter sich. Dazu kommen historische Animositäten mit seinen Nachbarn, allen voran China.

Womöglich wird die Notenpresse in dem Fernostland sogar noch stärker angeworfen. Derzeit kochen Spekulationen hoch, ob Japan nicht eine Art ersten Feldversuch für die umstrittene Idee des «Helikoptergeldes» wagen sollte – eine ultra-expansive Geldpolitik. Der Kerngedanke dahinter lautet: Man sollte dem Verbraucher mit Geldgeschenken die Mittel direkt in die Hand geben, um seine Konsumausgaben und damit das Wachstum zu steigern. Allerdings jetzt schon übersteigt das Bruttoinlandsprodukt BIP die Staatsverschuldung um das Zweieinhalbfache. Ökonomen spekulieren, dass die Notenbanker dem Staat die Schulden erlassen könnten.

Luo Jie

Luo Jie

Sind Frauen Teil der Lösung?

Saudis planen die Abkehr vom Öl. Nach einem Milliarden tiefen Haushaltsloch im vergangenen Jahr wird Saudi-Arabien immer bewusster, dass es Reformen braucht, um die Wirtschaft unabhängiger vom schwarzen Gold zu machen. Mit dem Programm „Vision 2030“ soll die Kehrtwende gelingen.

Die günstige Energieversorgung des Landes solle für den Ausbau des Industriesektors genutzt werden. Zentral sind auch geplante Privatisierungen zur Steigerung von Bruttoinlandsprodukt und Beschäftigung. Zudem sollen Strom und Wasser sparsamer eingesetzt und der Sektor der erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Ob sich das ultrakonservative Königreich damit auch gesellschaftlich modernisiert, bleibt aber fraglich. Auf dem Arbeitsmarkt beschreiben die saudischen Herrscher auch ein Potenzial, dass sie bislang weitgehend vernachlässigt haben: Die Frauen. Diese seien „ein großer Vorteil“, heißt es im Reformpapier.

Mehr als die Hälfte aller Universitätsabschlüsse in Saudi-Arabien werde von Frauen gemacht. Die Talente sollen weiter gefördert werden.  In die produktiven Fähigkeiten von Frauen soll investiet werden und es soll ihnen ermöglicht werden, ihre Zukunft zu verbessern und an der Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft mitzuwirken. So modern sich das für die Saudis anhört, so vorsichtig scheint das angestrebte Ziel. Frauen sollen künftig statt 22 Prozent der Arbeitskräfte 30 Prozent stellen. Um ihr wirtschaftliches Potenzial aber wirklich auszuschöpfen, müsste das Land den Frauen unter anderem das Autofahren erlauben und sie damit unabhängiger machen. Das tut es nach wie vor nicht. Falls es entsprechende Überlegungen überhaupt gibt, haben sie den Weg aus dem Präsidentenpalast hinaus noch nicht gefunden…It is my pleasure to present Saudi Arabia’s Vision for the future….
Frauen auf neuen Wegen in Saudi-Arabien

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
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