Auf dem Weg zum Börsenriesen

Deutsche Börse und London Stock Exchange prüfen Zusammenschluss

Die Deutsche Börse nimmt einen neuen Anlauf für eine Fusion. An der NYSE Euronext war sie gescheitert, jetzt wird der Zusammenschluss mit der LSE angestrebt. Die Vorzeichen stehen besser.

Claudia Aebersold Szalay berichtet: In Europa bahnt sich eine Elefantenhochzeit unter Börsenbetreibern an. Am Dienstag haben die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) bekanntgegeben, sich in Gesprächen über einen möglichen Zusammenschluss zu befinden.

Wer wird CEO?
Laut den beiden führenden europäischen Börsenbetreibern soll es ein Zusammenschluss unter Gleichen sein, obwohl die Deutsche Börse punkto Marktkapitalisierung deutlich mehr Gewicht auf die Waage bringt (vgl. Grafik) als die Engländer. Die Fusion soll über einen Aktientausch vollzogen werden, bei dem das Gemeinschaftsunternehmen eine neu zu gründende Holdinggesellschaft wäre, deren Sitz noch offen ist. Am neuen Unternehmen sollen die Aktionäre der Deutschen Börse einen Anteil von 54,4% halten und die Eigentümer der LSE einen solchen von 45,6%. Die neue Eigentümerstruktur kommt zustande, indem den Deutsche-Börse-Anteilseignern für jede Aktie eine Aktie der neuen Gesellschaft geboten wird und die LSE-Aktionäre für jede Aktie 0,4421 neue Aktien erhalten…
Auf dem Fusionsweg zum Boersenriesen

Steuerfrei e. V. – Millionengeschäfte mit der Gemeinnützigkeit

Elitäre Vereine wie der Berliner Golfclub am Wannsee, knallharte Industrie-Lobbygruppen wie die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik und Kommerzverbände wie der Deutsche Fußball-Bund – anhand dieser drei brisanten Beispiele schauen die Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn hinter die Kulissen angeblicher Gemeinnützigkeit. Wohl selten wurden Journalisten so häufig vor die Tür gesetzt. Phönix

Non Profit

Armutsbericht

Das sind Deutschlands größte Problemregionen. Der Anteil der Armen in Deutschland ist zuletzt leicht auf 15,4 Prozent der Bevölkerung gesunken. Darauf machte der Paritätische Wohlfahrtsverband bei der Vorstellung seines Armutsberichts 2016 in Berlin aufmerksam. Allerdings betrug der Rückgang nur 0,1 Prozentpunkte.

Der Verband nannte somit einen Wert des Statistischen Bundesamts für 2014 als zentrale Zahl. Gezählt werden dabei Menschen, die in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben.

Rechnerisch sind dies 12,5 Millionen Menschen, davon rund 3,4 Millionen Rentner, wie der Geschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, sagte. Von einer Trendwende wollte er trotz des leichten Rückgangs nicht sprechen.

In neun Bundesländern nahm Armutsquote ab

In neun Bundesländern nahm die Armutsquote ab. In Bayern stieg sie von 11,3 auf 11,5 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar von 17,1 auf 17,5 Prozent. Das Ruhrgebiet sei dabei die „Problemregion Nummer Eins“, sagte Schneider. „Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraums Deutschlands muss mittlerweile zu den Armen gezählt werden.“

Im Gesamtranking liegt Baden-Württemberg mit 11,4 Prozent auf Platz 1. Hinter Bayern rangiert Hessen (13,8) auf Rang drei. Signifikant zurückgegangen ist die Armutsquote in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern…
Armutsbericht 2016
Familien in Armut

Schattenfinanzindex: Steuertransparenz

Schattenfinanzindex: Aktivisten erklären auch die USA zur Steueroase

Weltweit kämpfen die USA für mehr Steuertransparenz – doch zu Hause nehmen es die Amerikaner offensichtlich selbst nicht so genau. In einem neuen Ranking der wichtigsten Schattenfinanzplätze kommt das Land auf Platz drei.

Stefan Schultz berichte: Laut einer Analyse des Tax Justice Network TJN gehen die Vereinigten Staaten zwar gegen Steueroasen im Ausland vor, fungieren aber ihrerseits als Steueroase für Ausländer. Diese „Doppelmoral muss angegangen werden“, fordert die Nichtregierungsorganisation, die sich für mehr Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten einsetzt.
Schattenfinanzindex

Das sind die zehn schlimmsten Steueroasen
1  Schweiz
2  Hong Kong
3  USA
4  Singapur
5  Kaimaninseln
6  Luxemburg
7  Libanon
8  Deutschland
9  Bahrain
10 Dubai
Quelle: Tax Justice Network

Siehe hierzu auch:
Frauen und Kinder leiden unter Korruption/Folge-6-Verbrechen ermöglichen/

The Taxcast, Edition 50, February 2016

Turkey Axe Thanksgiving

Spekulanten wetten auf Zerfall des Britisches Pfund

Brexit wäre ein harter Schlag für das Pfund Analysten. In vier Monaten wird über den Brexit abgestimmt. Das Pfund ist bereits jetzt auf Abwärtskurs – und es könnte noch schlimmer kommen. Experten rechnen mit Abstürzen im zweistelligen Bereich. Spekulanten haben sich das britische Pfund vorgenommen: Sie wetten auf einen Zerfall der EU. Unabhängig vom Ergebnis des Referendums steht eines schon fest: In den kommenden Monaten werden die Hedge Fonds mit zahllosen Wetten und Gegenwetten massive Profite machen. Die City of London gehört ebenfalls zu den Gewinnern der Brexit-Debatte…
Britisches Pfund stuerzt ab
Cameron EU

Vorsorge ein Dorn im Auge?

Druck durch Buchungsregel. Vorsorge als Dorn im Auge? Ein 2013 angepasster Standard zur Abbildung der beruflichen Vorsorge hinterlässt tiefe Spuren in Unternehmensbilanzen. Ändern Schweizer Konzerne deshalb Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten?

Michael Ferber berichtet: Welchen Einfluss haben internationale Rechnungslegungsstandards auf die berufliche Vorsorge? Ändern Schweizer Konzerne Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten, um negative Folgen für die Bilanz zu vermeiden und bei Bankanalytikern und Rating-Agenturen besser dazustehen? Über diese Thematik wird in der Pensionskassen-Branche weiterhin heiss diskutiert – auch nach der Publikation eines Forschungsberichts im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) im vergangenen Jahr.

Ein «trojanisches Pferd»?
Der genannte Bericht von Swisscanto Vorsorge – deren Vorsorgeberatung nach einem Management-Buyout 2015 nun unter dem Namen Prevanto am Markt aktiv ist – beginnt mit dem Satz, der Wirtschaftsstandort fürchte sich vor einem «trojanischen Pferd». Konkret geht es dabei um die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), in denen der Anfang 2013 in Kraft getretene, neu überarbeitete Standard IAS 19 enthalten ist. Dieser regelt unter anderem die Abbildung der beruflichen Vorsorge in den Bilanzen der Arbeitgeber. Es werde befürchtet, dass Unternehmen Vorsorgepläne zum Nachteil von Versicherten änderten, weil IAS 19 die Vorsorgeverpflichtungen und den Vorsorgeaufwand, den sie in ihren Jahresrechnungen ausweisen müssen, erhöhe, heisst es im Vorwort des BSV zu dem Bericht….
Vorsorge als Dorn im Auge
Die Wirtschaft sorgt sich wegen eines «trojanischen Pferdes» bei der Verbuchung von Pensionslasten.Trojanischen Pferdes-bei der Verbuchung von Pensionslasten
(Bild: Illustration Jörn Kaspuhl)

Der Bär ist los

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die Stimmung an den Märkten im Januar/Februar 2015 ist katastrophal. Wieder einmal wird alles Negative ins Scheinwerferlicht geschoben und alles Positive ausgeblendet. Alles schon da gewesen. Wir versuchen, die Sachen in ein…

Baer ist los
Videos Kategorie Finanzkompetenz

Modekonzerne en Vogue

Nach LVMH hat auch der Luxusmode-Konzern Kering unerwartet gute Ergebnisse präsentiert und Marktanteile gewonnen. Die Unternehmen profitierten von einer starken Nachfrage in Europa, den USA und Japan.

Nikos Tzermias berichtet: Trotz der deutlich schwächeren Nachfrage in China und anderen Schwellenländern haben die französischen Unternehmen für persönliche Luxusgüter 2015 erfreuliche Ergebnisse erzielen können. Wie Anfang des Monats bereits der Branchenführer LVMH wies am Freitag auch der Luxusmode-Konzern Kering Resultate aus, die positiv überraschten.

Jeder dritte Kunde Chinese
Dabei scheint sich endlich ein Turnaround beim der italienischen Luxuslabel Gucci abzuzeichnen, der umsatzstärksten Marke des Unternehmens, deren ausgewiesener Umsatz um 11,5% auf 3,9 Mrd. € zunahm. Weiterhin sehr erfreulich entwickelte sich der erlösmässig immer noch viermal kleinere Brand Yves Sain Laurent, dessen Erlös um 37,7% auf 974 Mio. € zulegte. Offenbar konnten die zwei riesigen Multi-Marken-Konzerne LVMH und Kering und auch andere französische Modeunternehmen im letzten Jahr erhebliche Marktanteile gewinnen. Nach Schätzungen der Analytiker von Bain & Company wuchs der Weltmarkt für persönliche Luxusgüter im letzten Jahr zu konstanten Wechselkursen gerade noch um 1% bis 2%, gegenüber Expansionsraten von noch 7% 2013 und 3% 2014…
Modekonzerne en vogue
Old woman wanting to keep up with fashion

Riester-Renten keine sinnvolle Altersvorsorge?

Die CDU-Arbeitnehmer erklären die Riester-Rente für gescheitert und fordern die Rückabwicklung. Sie erzeuge wegen der niedrigen Zinsen Altersarmut. Profitiert hätten nur Bezieher von höheren Einkommen. Wegen der Niedrigzinsen im Gefolge der Euro-Rettung sind die Riester-Renten keine sinnvolle Altersvorsorge mehr.

Der CDU-Arbeitnehmerflügel hält die Riester-Rente für gescheitert und fordert einem Zeitungsbericht zufolge eine Rückabwicklung der Reform. „Die Riester-Rente ist spätestens mit der Niedrigzinsphase an die Wand gefahren“, sagte der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem Handelsblatt.

Bäumler übte zugleich scharfe Kritik an der Reform: „Riester hat das Niveau der gesetzlichen Rente um vier Prozent gesenkt und damit der Altersarmut bei Normalverdienern den Weg bereitet.“ Der CDU-Politiker fordert demnach, das Rentenniveau schrittweise wieder um vier Prozent anzuheben.

Die Riester-Rente soll vor allem Klein- und Mittelverdiener bei der privaten Altersvorsorge unterstützen. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Freien Universität Berlin (FU) ergab im vergangenen Jahr aber, dass von der staatlichen Förderung zum großen Teil Gutverdiener profitieren.
Riester Transparenter

Wie Sie zum Geldwäscher werden

Bis zu zwei Jahre Gefängnis drohen. Vorsicht, Betrugsfalle! Wie Sie zum Geldwäscher werden, ohne es zu merken

Patrick Pleul berichtet: Geldwäscher versprechen ihren Opfern Geld, wenn sie Beträge per Bargeld-Transfer-Dienst weiterleiten. Kriminelle Banden nutzen unscheinbare Privatleute zur Geldwäsche. Die Betroffenen sind sich oft gar keiner Schuld bewusst. Neuerdings haben sie auch Flüchtlinge im Visier. Während bei leichtfertiger Geldwäsche sogar Haftstrafen drohen, kommen die Ermittler an die Hintermänner kaum ran.
Sie brauchen nur ein Konto – und könnten „Geld verdienen wie im Schlaf“. Von solchen Versprechen in Emails oder Anzeigen lassen sich immer mehr Menschen in Deutschland locken. Sie werden zu Geldwäschern – oft ohne sich einer Straftat bewusst zu sein. Dabei helfen die sogenannten Finanzagenten, im Internet ergaunertes, digitales Geld zu Barem zu machen.

„Ohne Finanzagenten hätten wir einen großen Teil der organisierten Computerkriminalität nicht“, sagt Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Die Hauptstadt, bundesweiter Schwerpunkt dieser Kriminalitätsform, sagt „leichtfertiger Geldwäsche“ den Kampf an.
Wie funktioniert die Taktik?….
Bis zu zwei Jahre Gefaengnis drohen

Geldwaesche