Schlägt Geld Menschenrechte?

Der kleine Wüstenstaat Katar hat die große Fußballwelt fest im Griff. Selbst stolze Klubs wie der FC Bayern München verneigen sich vor den reichen Scheichs – und das immer wieder. So unpassend das auch ist.

Thomas Schmitt berichtet:  Katar hat es in den letzten Jahren geschafft, die wichtigen Figuren der Sportwelt gnädig für eigene Interessen zu stimmen. Wie die Scheichs das im Einzelfall hinbekommen haben, ist nicht bekannt. Doch die Ergebnisse ihrer Bemühungen sprechen für sich. Immer mehr wichtige und große Sportveranstaltungen werden in Katar abgehalten. Die wichtigste davon wird die WM 2022 sein.

Wenn die interessanten Vorgänge rund um Katar eines beweisen, dann dies: Geld schlägt Menschenrechte. Natürlich: Fußball ist ein gewaltiges Geschäft. Wer oben bleiben will, braucht jeden Euro und jeden potenten Helfer. Dennoch dürfen die Macher in Verbänden und Klubs nicht vergessen, wem sie ihren Reichtum am Ende wirklich verdanken: Millionen Menschen, die nicht nur den Fußball lieben, sondern auch an Fairness und Gerechtigkeit glauben….
Geld schlaegt Menschenrechte
Fussball WM in Katar

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Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Der Zins bzw. Coupon eines „Floaters“ (FRN, Floating Rate Note) verändert sich zusammen mit dem allgemeinen Zinsniveau. Anhand eines konkreten Beispiels beleuchtet das Video eine Reihe von Spezifika dieser Anleihensklasse…

Dollar sailing vessel

Dollar sailing vessel

Digitalisierung des Investmentbankings?

Das ist die neue Epoche des Investmentbankings. Bezahlen per Handy und App: Die technische Revolution bei den Privatkunden der Banken ist in aller Munde. Nun ist das Geschäft mit den Firmenkunden im Umbruch – eine Chance für die Geldhäuser.

Sebastian Jost berichtet:  Keine Start-up-Atmosphäre, wohin das Auge blickt. Das dunkelgraue Bürohaus am Frankfurter Westhafen ist etwas klotzig geraten, als Eingangshalle dient ein gewaltiges Atrium über alle acht Stockwerke, alles versprüht etwas unterkühlte Eleganz. Es ist kein typischer Bankenstandort in Frankfurt, vom eigentlichen Finanzviertel trennt einen hier die wenig ansehnliche Bahnhofsgegend.

Doch es ist eben auch kein Berliner Hinterhof mit Coffeeshop vor der Tür, wie man ihn derzeit mit neuen Ideen fürs Bankgeschäft verbindet, wo coole Fintechs eine Finanz-App nach der anderen kreieren. Im Frankfurter Westhafen tragen die Leute keine Hoodies, sondern Anzüge, verkneifen sich höchstens mal die Krawatte.

Und sie denken hier auch an eine andere Zukunft des Bankgeschäfts. Es sind Leute wie Michael Rundshagen. Der frühere Accenture-Berater gehörte zu den Gründern der Zahlungsverkehrs-Plattform Traxpay. Nun leitet er bei Cognizant Technology Solutions, einem Anbieter für IT- und Beratungsleistungen, das Beratungsgeschäft für Finanzunternehmen und andere Kunden im deutschsprachigen Raum.

Und er sieht das größte Potenzial für die Branche nicht dort, wo die allermeisten hinschauen. „Wir erleben derzeit einen Hype beim Mobile Banking für den Privatkunden oder bei der Vermögensverwaltung per Robo-Advising“, sagt Rundshagen. „Im Geschäft mit Firmenkunden hat dagegen bisher eher wenig Digitalisierung stattgefunden – aber genau das wird kommen.“ Digitalisierung erreicht das Geschäft mit großen Fischen….
Das ist die neue Epoche des Investmentbankings
Digitalisierung

Ist Chinas Börse ein Schmetterling?

Kursstürze an den Märkten. Anleger, welche die Turbulenzen an den chinesischen Börsen als Ausdruck einer Entgleisung der «Wachstumslokomotive» werten, verstehen China falsch. Dennoch ist die Nervosität nicht unbegründet.

Peter A. Fischer berichtet: Festlandchinas Börsenhändler haben gerade viele Aufträge und wenig zu tun. Der neue, «Circuit-Breaker» genannte Mechanismus, der bei stärkerem Kurszerfall den Handel automatisch aussetzt, hat dafür gesorgt, dass am Donnerstag bereits nach einer halben Stunde definitiv Schluss war. Der Hushen-300-Index hatte um sieben Prozent an Wert verloren. Erstaunlicherweise bereitet dies inzwischen weltweit Anlegern Kopfschmerzen.

Erstaunlich ist dies, weil all die Erklärungen, die den Kurseinbruch an den chinesischen Börsen als Zeichen einer Entgleisung der «Wachstumslokomotive China» deuten, von grossem Unverständnis zeugen. Festlandchinas Börse ist nach wie vor ein abgeschotteter Marktplatz, an dem zu mehr als vier Fünfteln private Kleininvestoren ihren Spieltrieb ausleben. Die Liquidität vieler Titel ist mangelhaft, das Wissen der Spieler über ihre Anlagen gering, und auf Perioden übermässiger Höhenflüge folgen regelmässig Abstürze. Auf dem Festland, wo das Glücksspiel verboten ist, lieben die Chinesen das Spiel an der Börse. Doch ihm kommt bis anhin weder zur Finanzierung der Unternehmenswelt noch bei der Vermögensbildung der privaten Haushalte massgebliche Bedeutung zu. Die kurzfristigen Kursbewegungen an den festlandchinesischen Börsen sagen denn auch praktisch nichts aus über den Zustand der chinesischen Wirtschaft oder die Entwicklung der Konsumnachfrage. Es stimmt zwar, dass China vor der schwierigen Aufgabe steht, sein Wirtschaftsmodell anzupassen. Die Lokomotive muss deswegen ihre Geschwindigkeit etwas reduzieren, aber sie ist bisher nicht entgleist…
Chinas Boerse ist ein Schmetterling
Stock Market Rising

Wie, kein Borschtsch?

Russische Banken. Basel» statt Borschtsch
Russland möchte mitten in der Rezession die Bankenregulierung nach «Basel III» vorantreiben und nicht länger ein eigenes Süppchen kochen. Die krisengeschüttelte Branche hat damit eine Sorge mehr.

Benjamin Triebe erichtet: Ob der russische Bankensektor in einer Krise steckt, hängt davon ab, wen man fragt. Sberbank-Chef German Gref, CEO des landesweit grössten Finanzinstituts, ist bei seiner pessimistischen Diagnose eindeutig. Dabei geht es der Sberbank im Gegensatz zum Rest der Branche noch relativ gut. Doch nicht nur dort, auch bei der Zentralbank will man Grefs unangenehme Einschätzung nicht teilen. Die oberste Regulierungsbehörde hat eine eigene Agenda: die Einführung strengerer Kapitalvorschriften nach dem internationalen Standard «Basel III». Mit dem Jahreswechsel hat sie weitere wichtige Schritte in diese Richtung unternommen – und will nicht den Eindruck erwecken, eine schwankende Branche noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Keine neue Verzögerung
Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina versicherte Ende Dezember abermals, der Sektor werde mit den schärferen Auflagen zurechtkommen. Sie schreiben eine neue Kalkulation der risikogewichteten Aktiven vor, an denen die Stärke des Eigenkapitals einer Bank gemessen wird. Die Risiken werden nun höher angesetzt, beispielsweise bei der Bewertung von Fremdwährungsschulden. Das bringt die russischen Regeln näher an «Basel III», das bis 2019 implementiert sein soll. Wegen der Wirtschaftsturbulenzen waren einige Schritte bereits von Anfang 2015 auf Anfang 2016 verschoben worden.
Basel statt Borschtsch
Borscht-Soup

Der Dollar ist im Vorwärtsgang?

Neue «Dollarwelle»? Die Amerikaner erhalten mehr
für ihr Geld, Dollardenn der Dollar ist im Vorwärtsgang.

Niedrige Euro-Inflation schwächt Euro und Franken
Aufgrund der Euro-Inflation von 0,2% im Dezember lassen sich Anleger am Devisenmarkt kurzfristig von der Erwartung leiten, die europäische und amerikanische Geldpolitik divergierten. Am Devisenmarkt deutet sich nach einer Zwischenkonsolidierung vage eine neue «Dollar-Stärkewelle» an. Die amerikanische Währung hat in den vergangenen fünf Handelstagen sowohl im Verhältnis zum Euro als auch zum Franken um bis zu 2,2% zugelegt. Nach Fr. 0.9865 waren am Dienstag bis zu Fr. 1.0113 nötig , um einen Greenback zu erwerben. Der Kurs des Euro ist in derselben Zeit von $ 1.0986 auf bis zu $ 1.0732 gefallen. Kurzfristig verdichtet sich aufgrund der Euro-Inflation von 0,2% im Dezember trotz Verzerrung durch tiefe Energiepreise die Erwartung, dass die amerikanische Geldpolitik restriktiver werden und die europäische expansiv bleibe.
Euro Franken Dollar

Werden Sparer enteignet?

Niedrige Zinsen

Mechanismus zur Bankenabwicklung (SRM) Single Resolution Mechanism

Die Mär von der Bestrafung der Sparer
Harald Schumann berichtet: Keine Investitionen, kein Zins – das ist nicht die Schuld der EZB. Vielmehr wird vorhandenes Kapital nicht richtig eingesetzt. Wenn die Deutschen nach ihren Sorgen befragt werden, dann rangieren der Nullzins und die fallenden Renditen auf ihre Ersparnisse fürs Alter weit oben. Jahr für Jahr sinken die in Aussicht gestellten Auszahlungen ihrer Lebensversicherungen oder Sparpläne, und die meisten kennen dafür nur einen Schuldigen: Mario Draghi, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Er und seine Kollegen verteilen seit Jahren hunderte Milliarden Euro kostenlos an die Banken, und die verleihen es billig an die Staatskassen und Unternehmen. Folglich gehen die Sparer leer aus. Offenbar, und das glauben viele, läuft da eine üble Verschwörung gegen die kleinen Leute.

Die Bestätigung für diesen Glauben liefern regelmäßig konservative Politiker und Banklobbyisten. Die EZB betreibe „eine Geldpolitik gegen die Sparer“, behauptet da etwa Bayerns Finanzminister Markus Söder. Die „verantwortungslose Niedrigzinspolitik“ gefährde „die Geschäftsmodelle unserer Lebensversicherer“, verbreitet der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon und Bankenverbandschef Michael Kemmer beschuldigen die EZB gar der „Bestrafung“ oder „Enteignung“ der Sparer.
Die Mär von der Bestrafung der Sparer

DWN bericht: Modell für Europa:
Banken-Crash führt zur Enteignung von kleinen Sparern.
In Italien sind erstmals Klein-Sparer bei einer Banken-Abwicklung enteignet worden. Die Rechtsgrundlage ist europäisches Recht. Der Mechanismus wird künftig in allen Euro-Staaten zur Anwendung kommen.

In Italien sind erstmals kleine Sparer wegen einer Banken-Abwicklung enteignet worden. Zu Beginn des Jahres 2016 trat die europäische Bankenabwicklungs-Richtlinie (BRRD – Bank Recovery and Resolution Directive) mitsamt „bail-in“-Regeln in Kraft. Demnach werden Bankgläubiger fortan mit sogenannten „nachrangigen Anleihen“ bei der Schieflage einer maroden Bank zur Sanierung mit herangezogen. Diese Regelung trifft nun in Italien auch Regionalbanken wie die Banca Etruria und deren Kleinanleger mit voller Wucht. Die Banca Etruria und drei weitere kleine Institute wurden dadurch „gerettet“, dass die Regierung einen radikalen Schnitt durchsetzte, wie Nove da Firenza berichtet. Denn die faulen Kredite wurden in einer Bad Bank gebündelt, die werthaltigen Vermögenswerte sollten an Investoren verkauft werden. Rund 10.500 Inhaber von nachrangigen Anleihen und Aktien gingen im wahrsten Sinn des Wortes leer aus.
Banken-Crash fuehrt zur Enteignung von kleinen Sparern
Hoch lebe der Sparer

Kurseinbruch in Asien und Europa

Börsen starten mit Talfahrt ins Jahr. Ein rabenschwarzer Börsenauftakt in China hat auch den europäischen Aktienmärkten den Start ins neue Handelsjahr verdorben. Auch die Lage in Nahost verunsichert die Anleger. Die Kurse fallen auf breiter Front.

Der erste Handelstag im neuen Jahr hat mit einem schweren Rückschlag begonnen. In China ist der Aktienhandel nach einem Einbruch von mehr als 7% durch den neu eingeführten Sicherungsmechanismus erstmals komplett ausgesetzt worden. Das setzte auch andere Börsenplätze in Asien unter Druck: In Tokio verlor der Nikkei-Index rund 3%.

Gründe für den Kurseinbruch gibt es mehrere. Für negative Stimmung sorgte vor allem die chinesische Industrieproduktion. Diese schrumpfte im Dezember schon zum zehnten Mal in Folge, wie eine Umfrage des Markit-Instituts und des Medienhauses Caixin ergab. Eine Rolle spielte in China auch der bevorstehende Ablauf eines Aktien-Verkaufsverbots für Grossaktionäre, das im Zuge von Chinas Börsencrashs im Sommer eingeführt wurde. Viele Anleger trennten sich von ihren Papieren, weil sie damit rechneten, dass die Grossinvestoren dies bald ebenfalls tun würden.

Geschürt wurde die Nervosität an den Finanzmärkten aber auch von den sich eskalierenden Spannungen zwischen Saudiarabien und Iran. Ökonomen befürchten, dass der Konflikt der beiden Öl-Exportländer die Versorgung beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben könnte. Öl der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich bereits um 1,7% auf 37,93$ je Fass.

Auch die europäischen Märkte bekamen die miserablen Vorgaben aus Asien zu spüren. Der deutsche Leitindex verlor am Montag zur Eröffnung bis zu 3,4%, er fiel auf den tiefsten Stand seit knapp drei Wochen.

In der Schweiz fiel der Schwergewichte-Index SMI im frühen Handel um fast 2%. Am vergangenen Mittwoch hatte der Leitindex um 0,7% nachgegeben und das Börsenjahr 2015 mit einem Minus von knapp zwei Prozent beendet. Sämtliche Standardwerte gaben nach. Die stärksten Verluste verzeichneten die beiden Luxusgüterwerte. Die Aktien von Richemont büssten um 3,7% ein und die Anteile von Swatch gaben um 4,1% nach. Wegen der Angst, dass sich das Geschäft in der wichtigsten Region China/Hongkong deutlich verschlechtern könnte, machten die Anleger einen grossen Bogen um die beiden Titel, sagten Händler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
China-Boersen wieder auf Talfahrt- DAX startet tiefrot ins neue Jahr 2016 – die Hintergruende

Börsen-Handel ausgesetzt

Börsen-Handel ausgesetzt

Eine starke und mutige Frau nach Amtsantritt ermordet

Drogenkrieg in Mexiko. Einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin der Stadt Temixco in Mexiko getötet worden. Die Täter erschossen Gisela Mota am Samstag in ihrem Haus.

Gisela Mota beim Ablegen des Amtseides.Gisela Mota beim Ablegen des Amtseides
Die neue Bürgermeisterin von Temixco wurde am 2. Januar Opfer eines Gewaltverbrechens im Zusammenhang mit der anhaltenden Gewalt zwischen Regierung und Drogenkartellen.

Weniger als einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin einer mexikanischen Stadt erschossen worden. Die bewaffneten Attentäter seien am Samstag in das Haus von Gisela Mota in der Stadt Temixco eingedrungen und hätten sie getötet, teilte die Regierung des Bundesstaates Morelos mit.Zwei mutmaßliche Angreifer seien getötet und drei weitere nach einer Verfolgungsjagd festgenommen worden, sagte der Sicherheitsbeauftragte von Morelos, Jésus Alberto Capella. Die Verdächtigen hätten während der Verfolgung aus einem Geländewagen heraus auf Polizisten und Soldaten geschossen. Die Festgenommenen konnten auch mit anderen Straftaten in Verbindung gebracht werden, wie Morelos‘ Generalstaatsanwalt Javier Pérez sagte.

Gouverneur Graco Ramírez schrieb die Tat auf Twitter dem organisierten Verbrechen zu. Ein bestimmtes Drogenkartell oder eine Bande nannte er aber nicht als Verdächtige. Kartelle, die die Kontrolle über mexikanische Gemeinden und Städte an sich reißen wollen, haben in der Vergangenheit schon öfters städtische Vertreter und Bürgermeister ins Visier genommen.

Mota war erst am Neujahrstag vereidigt worden. Sie war Mitglied der linken Demokratischen Revolutionspartei und saß als Abgeordnete im mexikanischen Parlament. Temixco zählt rund 100 000 Einwohner und leidet unter der organisierten Kriminalität. Es gibt immer wieder Entführungen und Erpressungsfälle. Motas Partei beschrieb die Getötete in einer Erklärung als „eine starke und mutige Frau, die beim Amtsantritt als Bürgermeisterin erklärt hat, der Kampf gegen Kriminalität werde frontal und direkt sein“. Gouverneur Ramírez versprach, die Täter würden nicht ungestraft davonkommen. Die staatliche Regierung werde im Konflikt mit dem organisierten Verbrechen nicht aufgeben.
Bürgermeisterin nach einem Tag im Amt ermordet
Mexico Drug War