Krise wie 2008? Britische Großbank rät Kunden: „Verkaufen Sie alles!“
Melchior Poppe berichtet: Seit Jahresanfang fielen weltweit die Börsenkurse, der Ölpreis sinkt unaufhaltsam. Experten der Royal Bank of Scotland sehen darin den Beginn einer noch viel größeren Krise: Es gebe Zeichen für einen globalen Einbruch der Märkte wie 2008. Die Bank rät ihren Kunden: „Verkaufen Sie alles!“ Die Royal Bank of Scotland (RBS) warnt ihre Kunden vor einem „katastrophalen Jahr“ mit einer globalen Deflation. Die großen Börsen könnten demnach 2016 um ein Fünftel einbrechen, der Ölpreis auf 16 Dollar pro Barrel absinken, berichten britische Medien. Kreditexperten der Bank hätten festgestellt, dass die Märkte Stresssymptome zeigten, die an die turbulenten Monate vor der Lehman-Krise im Jahr 2008 erinnerten. „Verkaufen Sie alles“, raten die Banker ihren Kunden. Lediglich „Anleihen von hoher Qualität“ sind von der Empfehlung ausgenommen.
„Die Notausgänge sind schmal“
Andrew Roberts, Chef der Research-Abteilung für europäische Wirtschaft bei der RBS, prophezeit, dass die Weltwirtschaft einbricht und erneut eine Kreditblase platzt. Er warnt vor schweren Zeiten für die Bilanzen der Unternehmen und alle, die deren Aktien halten.
Besonders beunruhigt sind die Experten der Großbank über die weltweite Verschuldung, die auf ein Rekordniveau geklettert ist. „Hier geht es um die Rückkehr des Kapitals, nicht um Rendite auf Kapital. In einem überfüllten Saal sind die Notausgänge schmal“, reimt das Institut. „Aktien und Kredite sind sehr gefährlich“ Sackt der Ölpreis auf 10 Dollar ab?.. Verkaufen Sie alles
Respekt vor dieser Frau, die sich entschlossen hat, die andere Seite der Münze zu zeigen, die von führenden Moslems gern in Abrede gestellt wird. Die Wahrheit tut weh. Es muss aber darüber gesprochen werden, um alte Rituale aufzubrechen.
„Das archaische Frauenbild bedroht uns alle“
Gleichberechtigung muss zu einer Selbstverständlichkeit werden, die in keinster Weise, nirgendwo, weder in der Schule, noch sonstwo im öffentlichen Raum verhandelbar ist.
Die Menschen, die kommen, werden die Gesellschaft nicht immer nur positiv verändern.
Es dreht sich nur um die Kontrolle über die Frau und die Sanktionierung von Sex
Wir schaffen das, erzählen ja viele. Das weiß man erst nach 20 Jahren.
Autorin Güner Balci kritisiert antiquierten Nationalstolz von Migranten. Frauenfeindlichkeit von Muslimen sei auch im Islam begründet. Die Deutschen warnt sie vor zu viel Integrationsoptimismus.
Andrea Seibel berichtet: Was haben Sie gedacht, als Sie von den schrecklichen Geschehnissen in Köln hörten?
Güner Balci: Alles erinnert mich an den Tahrir-Platz in Kairo, wo es ja auch im Laufe der Rebellion zu unglaublichen Übergriffen gegen Frauen gekommen war. Es klingt gemein, aber ich fühle mich eigentlich nur bestätigt in dem, was ich seit Jahren erzähle. Ich hätte nur nicht gedacht, dass das in so einem Ausmaß passieren könnte, denn vereinzelte Übergriffe gibt es schon lange. Die Polizei erzählt auch, dass sich die Gewalt nicht nur auf junge westliche Frauen beschränkt, sondern mittlerweile auch Mädchen mit Kopftuch betroffen sind.
Es gibt Vermutungen über die Täter, aber auch viele Gerüchte.
Balci: Das sind keinesfalls Männer, die als Gastarbeiter oder Gastarbeiterkinder hier sind. Sie sind wahrscheinlich noch nicht so lange hier. Und es sind Menschen, die wahrscheinlich irgendwann auch Flüchtlinge waren. Aber darum geht’s gar nicht. Sondern, dass das einfach Männer sind, die ein extrem archaisches, frauenfeindliches Weltbild mit sich tragen und das auch in ihren Communitys weiter leben…… Das archaische Frauenbild bedroht uns alle
Güner Balci, 40, ist Journalistin, Schriftstellerin und Filmschaffende. Sie ist in Berlin-Neukölln aufgewachsen. Dort lernte sie als Kind von einer Sinti-Familie und von Frau Arndt, einer Nachbarin, viel über die Deutschen. Sie hat unter anderem Bücher über Jugendrichterin Kirsten Heisig – die sich das Leben nahm – sowie über sexuelle Unterdrückung im Islam geschrieben. Ihr nächstes Buch „Das Mädchen und der Gotteskrieger“ wird Mitte dieses Jahres erscheinen
Kein Ende in Sicht. WTI*-Öl-Preis fällt unter 30-Dollar-Marke
Was Autofahrer und rohstoffhungrige Unternehmen freut, ist zugleich ein Graus für die Branche: Der Ölpreis markiert pausenlos neue Mehrjahrestiefs. Und ein Ende ist wegen des Überangebots und der Konjunkturschwäche nicht in Sicht. Experten versuchen, einen Boden auszuloten.
Die Talfahrt am Ölmarkt geht ungebremst weiter. Die Weltmarktpreise für Rohöl setzten ihren Sinkflug der vergangenen Tage fort und fielen bis unter die Marke von 30 US-Dollar. Erstmals seit Dezember 2003 kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI weniger als 30 Dollar. Im Tief ging es bis auf 29,93 Dollar nach unten, aktuell werden 30,11 Dollar bezahlt, ein Tagesminus von 4,2 Prozent. Öl der Nordseesorte Brent hält sich mit einem Minus von 2,9 Prozent und einem Preis von 30,68 Dollar nur unwesentlich besser. Im Tagestief waren es mit 30,43 Dollar noch etwas weniger. Im Sog dieser Entwicklung gaben auch die Werte der Förderunternehmen nach.
Bereits jetzt sind die Lager übervoll. Die regionalen Preise in Produktionsländern liegen mancherorts noch deutlich unter 30 Dollar. So wurden in Kanada und Irak bereits Preise unter 20 Dollar bezahlt. Am Dienstag gesellt sich noch die Dollarstärke als drückender Faktor hinzu. Ein steigender Dollarkurs macht Öl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer.
Der Druck auf US-Rohöl ist zurzeit besonders hoch, weil die Angebotsschwemme in den USA sehr groß ist. Viele Rohstoffexperten nennen als Hauptgrund für den Ölpreisverfall ein zu hohes Angebot an Rohöl. Dieses stammt nicht zuletzt aus den Ländern des Ölkartells Opec, die sich auf keine gemeinsame Angebotsstrategie einigen können. Mächtige Mitglieder wie Saudi-Arabien wollen mit einem Preiskampf andere Anbieter wie aufstrebende Produzenten aus den USA aus dem Markt drängen.
US-Branche ist zäh
Dieses Kalkül geht bisher aber nicht auf. Die amerikanische Ölproduktion, die wegen neuer Fördertechniken in den letzten Jahren stark gestiegen ist, schwächt sich zwar ab, allerdings nur langsam. Rohstoffexperten unterbieten sich deswegen mit ihren Preisprognosen, weil sie ein Ende des Preisverfalls nicht absehen können. In den Analyseabteilungen werden mittlerweile Prognosen für Preise im niedrigen zweistelligen Bereich abgegeben. So sehen die Analysten der Royal Bank of Scotland den Preis schon bis auf 16 Dollar fallen.
Doch selbst Länder mit großen finanziellen Reserven wie Saudi-Arabien spüren mittlerweile die Folgen der niedrigen Ölpreise. Sie müssen ihre Staatsausgaben stark reduzieren und zugleich versuchen, sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Als ein Beispiel gilt der von Saudi-Arabien erwogene Börsengang des staatlichen Ölunternehmens Saudi Aramco, einer der weltweit größten Ölförderer.
Hinzu kommt, dass das ohnehin schon hohe Angebot an Rohöl noch größer werden könnte. So scheint absehbar, dass die scharfen Handelssanktionen gegenüber dem Opec-Mitglied Iran, die wegen dessen Atomprogramm verhängt wurden, bald gelockert werden könnten. „Meine Erwartung ist, dass dieser Tag recht bald kommen wird“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini zu Wochenbeginn. Voraussetzung sei aber, dass der Iran alle Verpflichtungen aus dem Abkommen, dass das Atomprogramm des Landes auf zivile Zwecke begrenzen soll, erfüllt.
Nun setzen einige Teilnehmer ihre Hoffnung auf ein mögliches außerordentliches Treffen der Opec. Der nigerianische Ölminister sagte am Dienstag, mehrere Länder machten sich dafür stark. Die Opec produziert über ein Drittel des weltweiten Rohöls und nutzt Treffen zur Regelung der Produktionsmengen.
70 Prozent seit 2014 verloren
Wie heftig der Ölpreisverfall ist, zeigt ein längerer Vergleich: Mitte 2014 begannen die Ölpreise, ausgehend von etwa 110 Dollar, zu fallen. Seither sind sie um mehr als 70 Prozent eingebrochen. In den vergangenen eineinhalb Jahren hatte sich immer wieder eine Stabilisierung abgezeichnet. Doch daraus wurde nichts, die Talfahrt setzte sich fort. Als ein Grund dafür gilt auch die in vielen Ländern nur moderat wachsende Ölnachfrage.
Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete, dass der Korbpreis am Montag 27,07 Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 1,39 Dollar weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.
*West Texas Intermediate (abgekürzt WTI) ist eine leichte, schwefelarme („süße“) Rohölsorte aus den USA.
Krisengefahr. Sechs Gründe, warum 2016 ein rabenschwarzes Jahr wird
China, Saudi-Arabien, die Flüchtlingskrise. Zwölf Tage ist das Jahr erst alt, doch schon jetzt scheint klar: 2016 wird zum Schreckensjahr für die globale Ökonomie – aus sechs Gründen.
Stefan Beutelsbacher, Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz berichten: In Köln gehen gerade die ersten Anzeigen wegen sexueller Belästigung ein, als Saudi-Arabien 47 Menschen hinrichtet. Nordkorea bereitet in diesen Stunden den Test einer Atombombe vor, und in China verketten sich Ereignisse, die wenig später zu einem Börsenabsturz führen, der weltweit 4,6 Billionen Dollar vernichtet: Zwölf Tage ist das Jahr erst alt, doch die Zeit hat genügt, um die Menschen zu verunsichern – vor allem in Deutschland.
Was in Köln, Riad und Peking geschehen ist, wird Folgen haben. Gesellschaftliche und politische, aber auch wirtschaftliche. Die Ökonomie steht so wackelig da wie lange nicht, der globale Handel ist bereits eingebrochen. Die ersten zwölf Tage verheißen nichts Gutes. 2016, ein Doom-Jahr? Sechs Gründe sprechen dafür.
Rückkehr der „German Angst“
In den vergangenen Jahren waren die Deutschen zuversichtlich wie selten zuvor – jetzt sorgen sie sich wieder um ihren Wohlstand. Wie eine Umfrage des Beratungshauses EY zeigt, fürchten 85 Prozent der Bundesbürger finanzielle Einbußen wegen des Zustroms der Flüchtlinge… Sechs Gruende, warum 2016 ein rabenschwarzes Jahr wird
Hierzu ein positiver Leserkommentar:
„sechs Gründe, warum 2016 ein tolles Jahr wird:
Unsere Tochter kommt zur Welt!!
In unserer Familie sind alle quasi gesund
Meine Frau und ich sind glücklich mit unserem Leben
Wir haben ein Dach über dem Kopf und können von der Arbeit gut leben
Mit unserem Urlaub wird ein Lebenstraum erfüllt
Meine Mitmenschen und Freunde sind unglaublich gute und optimistische Personen
(die negativen Punkte, welche es im Moment gibt, wollte ich hier nicht einbringen, denn lange nicht alles ist negativ. Meine Hoffnung ist, dass die Probleme die entstanden sind, uns auch zu Lösungen zwingen!!)“
PHOENIX-Talk über innere Sicherheit, nach den Gewaltexzessen in Köln.
Durch die Sendung führt Ina Baltes mit ihren Gästen Necla Kelek (Migrationsforscherin) und Sebastian Fiedler (Bund Deutscher Kriminalbeamter).
Besonders Interessant die Anmerkungen von Herrn Fiedler:
Täter bleiben im Besitz ihrer Beute, ihres illegalen Vermögens. Weniger als 1% aller Erlöse der 50 Milliarden jährlich kriminell erwirtschafteten Gelder werden konfisziert. Die zuständigen Ministerien stellen nicht die notwendige Mittel bereit, um die organisierte Kriminalität ernsthaft zu bekämpfen.
Saudi-Arabiens Finanzstärke bröckelt. Grund ist neben dem niedrigen Ölpreis auch das unkluge Handeln der Regierung. Zur Gruppe der „gefährlichen Dummen“ gehören auch zwei andere bekannte Staatschefs.
Stefan Beutelsbacher und Holger Zschäpitz berichten: An den Finanzmärkten der Welt lässt sich alles messen. Sogar die Dummheit. Wenigstens die politische. Herrscher, die unberechenbar sind, die sinnlos Gewalt anwenden, die sich nicht von staatspolitischer Vernunft leiten lassen, sondern von ihrem Ego, die also äußerst unklug handeln – solche Herrscher bestrafen die Investoren. Wie das aussehen kann, ist gerade in Saudi-Arabien zu besichtigen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Saudi-Arabien pleitegeht, ist in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Vor dem Jahreswechsel betrug sie 9,5 Prozent – nun sehen Analysten sie bei fast zwölf Prozent. Liegt es am niedrigen Ölpreis, der das Land, den größten Förderer der Welt, zu ruinieren droht? Oder an den Staatsschulden, die gerade explodieren?
Investoren verabscheuen erratische* Politiker (*verirrt ; ~er Block aus der Eiszeit )
Kaum. Der Ölpreis fiel vor dem Wochenende zwar wieder deutlich, doch die Pleitewahrscheinlichkeit schnellte schon in den Tagen zuvor in die Höhe, als die Notierungen nur unschlüssig hin und her schwankten. Und der neue Haushalt des Königreiches enthält harte Sparmaßnahmen – ein Schritt, den Investoren durch die Bank gutheißen.
Die Experten haben nur eine Erklärung für den plötzlichen Anstieg der Pleitekurve: unberechenbares, gewalttätiges, vernunftfreies Staatshandeln…
Zur Gruppe der „gefährlichen Dummen“ gehören auch zwei andere bekannte Staatschefs.
Auch Putin und Erdogan sind gefährlich…….
Beliebtestes Zahlungsmittel der Deutschen. Schöner Schein oder schmutziges Geschäft?
Die Deutschen hängen an Schein und Münze – noch. Alternative Bezahlverfahren werden beliebter. Was würde die Abschaffung des Bargeldes bedeuten?
Mancher Volkswirt würde Bargeld am liebsten abschaffen. Doch Schein und Münze sind in Deutschland äußerst beliebt – obwohl es immer ausgefeiltere Angebote gibt, mit Plastikkarte oder Smartphone-App zu bezahlen. Während Schweden und Dänemark ihren Zahlungsverkehr radikal digitalisieren, zahlen die Menschen in Deutschland nach wie vor vor allem bar: Bei drei von fünf Gelegenheiten (79 Prozent der Transaktionen), wie die Bundesbank anhand Daten von 2014 errechnet hat. Gut die Hälfte (53 Prozent) der Umsätze im Einzelhandel werden mit Bargeld abgewickelt.
Pro Bargeld
Ausgabenkontrolle: Barzahler haben das Gefühl, ihre Ausgaben besser im Griff zu haben. Sind die 103 Euro ausgegeben, die Menschen der jüngsten Bundesbankerhebung zufolge im Schnitt im Geldbeutel haben, ist die Hürde zu weiteren Anschaffungen höher. Jeder Fünfte, der ausschließlich bar zahlt, gab in der Bundesbankumfrage an, es einfach schön zu finden, Scheine in der Hand zu haben.
Anonymität: Wer mit Schein und Münze zahlt, hinterlässt an der Ladenkasse keine elektronischen Spuren. Vielleicht soll der Ehepartner auf dem gemeinsamen Konto gar nicht nachvollziehen können, was ein Geschenk gekostet hat? Und auch manches dunkle Geschäft soll nicht ans Licht kommen. Barzahlungen schützten die Privatsphäre, argumentiert Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: „Dass davon auch weniger rechtschaffene Personen profitieren, ist kein Grund, die ehrlichen Bürgerinnen und Bürger immer gläserner werden zu lassen.“
Datenschutz: Die Sorge vor dem Klau sensibler Bankdaten bei der Nutzung von Plastikgeld ist groß – auch wenn die jüngsten Zahlen zum „Skimming“ eigentlich für Beruhigung sorgen sollten: Das Ausspähen von Kartendaten und Geheimnummer (PIN) an Geldautomaten in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Von Januar bis Ende November 2015 manipulierten Kriminelle nach Branchenangaben bundesweit 111 Automaten – deutlich weniger als im Vorjahr. An Zahlungsterminals im Handel machten sich Kriminelle demnach gar nicht mehr zu schaffen.
Wertaufbewahrung: Europas Notenbanken haben bislang Banknoten im Wert von mehr als einer Billion Euro herausgegeben. Doch nur 15 Prozent davon werden zu Transaktionen genutzt. Der Großteil wird gehortet – getreu der Devise: „Nur Bares ist Wahres“…… Das ist die Zukunft des Bargeldes
«Millionen Arbeitsplätze verschwinden»
Die rasche Automatisierung werde die Arbeitswelt auf den Kopf stellen und berge die Gefahr sozialer Konflikte, sagt MIT-Professor Erik Brynjolfsson im Interview. Die Politik
müsse nun Gegenstrategien entwerfen
Marco Metzler berichtet: Erik Brynjolfsson, Betriebsökonom am MIT in Boston, beschäftigt sich mit den Folgen, die der rasche Fortschritt der Informatik für die Wirtschaft haben wird.
NZZ am Sonntag: Was wird aus Taxi- und Lastwagenfahrern, wenn Autos selbst fahren lernen?
Erik Brynjolfsson: Maschinen werden ihnen wahrscheinlich in den nächsten fünf bis zwanzig Jahren die Arbeit wegnehmen. Fahrer sollten sich neue Fähigkeiten aneignen und nach anderen Jobs Ausschau halten.
Gilt das auch für alle anderen Arbeitnehmer?
Die Wirtschaft wird künftig noch dynamischer. Wir müssen deshalb ständig neue Möglichkeiten suchen, um arbeiten zu können. Wir können nicht erstarren oder verhindern,……..
Was für Massnahmen braucht es?
Als nach der Erfindung der Dampfmaschine die Landwirtschaft automatisiert wurde und die Industrie entstand, trafen wir als Gesellschaft Entscheidungen, etwa die Einführung von öffentlicher Bildung für die Massen oder die Veränderung der Steuerstruktur. Wir führten auch Anti-Kartell-Gesetze ein, damit Unternehmen nicht zu mächtig werden. Gleichzeitig verhalfen wir diesen zu Wachstum, indem wir Grundlagenforschung förderten und bessere Infrastruktur bauten. Wir müssen nun dasselbe tun und die Wirtschaft neu erfinden, um die Vorteile der Technologien zu nutzen und in einer Weise zu kanalisieren, die für alle Wohlstand schafft. Wir haben die Wahl.
Erwarten Sie soziale Konflikte wie im 19. Jahrhundert?
Ja, absolut. Ich sehe viel Spannungspotenzial. Eines der traurigen Dinge ist, dass der Medianlohn, bei dem die Hälfte der Arbeitnehmer mehr verdient und die andere Hälfte weniger, niedriger ist als noch vor 20 Jahren, obwohl das Gesamteinkommen höher ist als je zuvor. Der Reichtum geht zu immer weniger Menschen. Eine immer konzentriertere Vermögensverteilung ist ein sehr schlechtes Zeichen. Da ist es verständlich, dass viele Menschen frustriert und wütend sind. Sie suchen nach Sündenböcken, seien es Einwanderer oder Roboter. Wenn wir nicht handeln, um mehr geteilten Wohlstand zu schaffen, wird der Ärger der Menschen zunehmen. Einige werden gewalttätig. Ich befürworte das nicht, aber wir sollten das vorhersehen und politische Strategien entwickeln, um den Wohlstand besser zu verteilen.
Woran denken Sie?
Lassen Sie uns zuerst die Bildung neu erfinden. Wir müssen den Menschen nicht nur Fakten beibringen, denn Maschinen lernen diese sehr gut auswendig, sondern sie lehren, wie sie kreativ sein und ihre sozialen Kompetenzen, Teamarbeit, Führung, Pflege, Überzeugungsarbeit verbessern können. Zweitens müssen wir den Unternehmergeist fördern, indem wir es einfacher machen, neue Firmen zu gründen, die neue Güter, Dienstleistungen und Arbeitsplätze schaffen. Es gibt zu viel Stagnation, sowohl in Europa als auch in den USA. Das hindert Unternehmer daran, Technologie zu nutzen, um die Wirtschaft neu zu beleben. Drittens müssen wir unsere Steuerpolitik überdenken. Dinge wie eine negative Einkommenssteuer könnten helfen, die Rückschläge für die Verlierer der Automatisierung abzufedern. Mit Steuern auf Umweltverschmutzung und Verkehrsstaus könnten wir einen Teil refinanzieren.
Sind wir darauf gut darauf vorbereitet?
Es ist eines der weltweit am besten vorbereiteten Länder. Es ist schon sehr wohlhabend, hat eine sehr gut ausgebildete Bevölkerung und eine gute, starke Demokratie. Die Schweiz hat bereits einige innovative Ideen wie das bedingungslose Grundeinkommen ins Auge gefasst, das in den nächsten 10 bis 20 Jahren erforderlich sein könnte, um die Folgen der Automatisierung abzufedern. Das Land könnte sich dieses neue Modell leisten, weil es reich und produktiv ist und Technologie effektiv nutzt. Ich sehe die Schweiz als ein mögliches Modell für die Zukunft. Am Ende des Tages bin ich optimistisch, nicht weil Technologie den Menschen immer hilft, das tut sie nicht, sondern weil wir wissen, wie wir sie nutzen müssen, damit die Menschen davon profitieren. Wenn wir den Beispielen erfolgreicher Nationen folgen, gibt es einen Pfad, auf dem wir Technologie effektiv nutzen können. Ich bin zuversichtlich, dass die Bürger übereinkommen werden, dies zu tun. Millionen Arbeitsplaetze verschwinden Erik Brynjolfsson: The digital forces reshaping business and society
Bericht von der CES. Was man in Las Vegas über unsere Zukunft lernt
Die Umrisse der Zukunft zeichnen sich einmal im Jahr in der Wüste von Nevada ab.
Fast 200 000 Menschen strömten diese Woche nach Las Vegas, um auf der CES (Consumer Electronics Show, größte Elektronikmesse der Welt) zu erleben, welche Technik unsere Büros, Küchen, Autos, unsere Telefone, unsere Augen, unsere Herzen (nicht als Liebesaffäre, sondern als Biodaten) und unsere Matratzen (dazu später mehr) erobern will und wird.
Diese faszinierende Messe sagt in wenigen Tagen und Hallen mehr über unsere Zeit als alles andere auf der Welt. Was früher das Apollo-Programm war, entfaltet sich heute hier auf der CES – eine Fusion von Ideen und Visionen, Ingenieursgeist und Kreativität. Bedingungsloser Zukunftsglaube und ein unbändiger Wille, in neue Welten aufzubrechen… Was man in Las Vegas ueber unsere Zukunft lernt … CES 2016 – Consumer Electronics Show/ Heise online
Mit 21 Milliarden Euro hat die Schweizer Notenbank den größten Verlust ihrer Geschichte gemacht. Eingebrockt hat sie sich das selbst: Mit dem Franken-Schock, dessen Folgen bis heute spürbar sind….
Ungewöhnlich für eine Zentralbank ist die SNB privatwirtschaftlich als Aktiengesellschaftlich (AG) organisiert, und das Papier wird sogar an der Börse gehandelt. Die Mehrheit der Aktien halten die Schweizer Kantone und Kantonalbanken. Sie verlassen sich auf die jährliche Ausschüttung der Notenbank, um lokale Ausgaben zu finanzieren. Nach einem Einbruch des Goldpreises mussten die Kantone 2013 auf ihre Ausschüttung verzichten.
Den Gebietskörperschaften der Schweiz macht bereits das gedämpfte Wirtschaftswachstum zu schaffen. Industrie und Tourismus leiden darunter, dass der Franken eine der am meisten überbewerteten Währungen der Welt ist. Gemessen am aktuellen Bic-Mac-Index des britischen Magazins „Economist“, kostet ein Big Mac in der Schweiz 70 Prozent mehr als in der Euro-Zone. Und das liegt vor allem am teuren Franken… Schweiz zahlt hohen Preis fuer Euro-Entkopplung