Walmart Verlust 20 Milliarden in 20 Minuten

Aktienkurs von Walmart bricht ein. Dem weltgrössten Detailhändler laufen derzeit die Aktionäre davon. Sie zweifeln daran, dass Walmart in der neuen Welt des Online-Handels seine Stellung wird halten können.

Christiane Henkel berichtet: Die Aktien des amerikanischen Konzerns Walmart sind am Mittwoch innert kurzer Zeit um bis zu 10% eingebrochen. Der Marktwert (200 Mrd. $) des weltgrössten Detailhändlers verlor innert 20 Minuten rund 20 Mrd. $. Das Unternehmen aus Bentonville, Arkansas, hatte die Aktionäre mit der Ankündigung überrascht, dass der Gewinn je Titel im Geschäftsjahr 2016 (ab Februar) um 6% und im Jahr 2017 um 12% fallen werde. Im laufenden Geschäftsjahr werde der Umsatz stagnieren und nicht, wie bis anhin prognostiziert, um 1% bis 2% wachsen.

Hinter dem starken Gewinnrückgang stünden die jüngst bekanntgegebenen Lohnerhöhungen und die steigenden Investitionen in das Online-Geschäft, erklärte der Finanzchef Charles Holley an einem Treffen mit Analytikern in New York. Rund drei Viertel des Gewinnrückgangs seien auf die Erhöhung der Löhne zurückzuführen. Seit April liegt der Mindestlohn bei 9 $ pro Stunde; im Februar wird er auf 10 $ angehoben. Zudem sollen im nächsten Geschäftsjahr 1,1 Mrd. $ in das Online-Geschäft investiert werden.
20 Milliarden in 20 Minuten
Wal-Mart

Peru untersucht Rolle von Militär im Drogenhandel

Korruptionsverdacht: Militaer
Peru hat mit Ermittlungen zur enthüllten Korruption unter Militärvertretern im Drogen-handel begonnen. Verteidigungsminister Jakke Valakivi sagte am Mittwoch, der General-inspektor des Militärs werde die Untersuchung leiten. Verteidigungsministerium und Streitkräfte würden bei der Überprüfung eng zusammenarbeiten.

Vorangegangen war dem Schritt eine Enthüllung der Nachrichtenagentur AP, die herausgefunden hatte, dass Streitkräfte dabei scheiterten, den Schmuggel von täglich mehr als einer Tonne Kokain mit Kleinfliegern in Richtung Bolivien zu verhindern. Staatsanwälte, die Drogenpolizei und frühere Militärangestellte sowie ehemalige und aktive amerikanische Drogenfahnder hatten der AP gesagt, dass peruanische Militärs bei dem Drogenhandel ein Auge zugedrückt hätten.
Peru

Diskriminiert Maschinenindustrie Frauen?

Gemäss einer Erhebung des Bundes werden Frauen in der Maschinenbranche lohnmässig diskriminiert. Der Schluss sei völlig falsch, kritisiert Kareen Vaisbrot, Geschäftsleitungsmitglied beim Verband Swissmem. Es gebe keine Diskriminierung in der Branche.

Frauen verdienen im Schnitt immer noch deutlich weniger als Männer. Doch nicht jeder Lohnunterschied ist eine Diskriminierung. Die Lohnungleichheit lässt sich teilweise durch strukturelle Faktoren wie Unterschiede im Bildungsstand, Anzahl Dienstjahre oder ausgeübte Kaderfunktion erklären. Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat in einer Studie die objektiv unerklärbaren Lohnunterschiede herausgefiltert und kommt zum Schluss dass die unerklärte Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in der Privatwirtschaft durchschnittlich 678 Fr. pro Monat ausmacht. Besonders ausgeprägt ist der diskriminierende Unterschied gemäss der Studie in der Maschinenindustrie. In dieser Branche verdienten Frauen monatlich unerklärte 972 Franken weniger als Männer.

Den Vorwurf der Diskriminierung weist Kareen Vaisbrot, Geschäftsleitungsmitglied und Leiterin Arbeitgeberpolitik beim Maschinenindustrieverband Swissmem, zurück. Die Statistik des BfS sei untauglich, hält sie im Video-Interview der NZZ-Serie «Wirtschaft im Fokus» fest. Es fehlten wichtige Kriterien. Zudem würden Äpfel mit Birnen verglichen.

Die Maschinenbranche lasse seit über 10 Jahren die Saläre vergleichen. In diesem Vergleich würden 86’000 Saläre mit über 270 Funktionsbeschreibungen und 26 Kriterien für die Lohnfindung berücksichtigt. Der Schluss dieser eigenen, umfangreichen Untersuchung sei klar: «Frauen werden in der Maschinenindustrie nicht diskriminiert», hält Vaisbrot fest.
Maschinenindustrie diskriminiert Frauen nicht
Gleicher Lohn

Bundesbank lehnt Abschaffung von Bargeld ab

Die Bundesbank lehnt die Abschaffung von Bargeld ebenso ab wie Beschränkungen der Verwendung von Bargeld. Die Bundesbank will offenbar die Sorge zerstreuen, dass der Trend aus anderen Ländern Europas auch auf Deutschland übergreifen könnte….

Die Bundesbank hat Forderungen zur Abschaffung von Bargeld erneut eine deutliche Absage erteilt. In einer Rede verwies Thiele auf eine Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2014, nach der gemessen am Umsatz hierzulande nach wie vor 53 Prozent der Waren und Dienstleistungen beim Einkauf bar bezahlt werden. Mittelfristig rechnet allerdings auch die Bundesbank laut Thiele damit, dass an der Ladenkasse der Anteil des Barbezahlens unter die 50-Prozent-Marke sinken wird. In anderen Ländern wie Großbritannien oder in Skandinavien sind neue Bezahlformen über das Internet oder mittels des Smartphone bereits viel stärker verbreitet als in Deutschland. Thiele führte als Beispiel Dänemark an. Dort wolle die dänische Notenbank wegen fehlender Nachfrage ab 2016 voraussichtlich keine neuen Banknoten mehr drucken. Es werde dort auch erwogen, einige kleine Läden vom Annahmezwang von Bargeld zu befreien. Eine solche Einschränkung des Bargelds als gesetzliches Zahlungsmittel sei in Deutschland aus seiner Sicht aber nicht denkbar, sagte Thiele.
Bundesbank lehnt Abschaffung von Bargeld strikt ab
Bargeld

Zunehmende Altersarmut in Europa

elizabeth-corleyChefin von Allianz Global Investors
befürchtet zunehmende Altersarmut in Europa. Böse Überraschungen bei «Pensions-Töpfen»

Die finanzielle Repression dürfte in vielen europäischen Ländern für zunehmende Spannungen zwischen den Generationen sorgen, sagt Elizabeth Corley, Chefin von Allianz Global Investors.

Droht angesichts der extrem niedrigen Zinsen in vielen Ländern eine Pensions-Krise? Die von den Zentralbanken künstlich tief gehaltenen Zinsen sorgen dafür, dass Vorsorgeeinrichtungen die für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen nötigen Erträge nicht erwirtschaften – gemäss Swiss Re rentieren derzeit rund 65% aller emittierten Staatsobligationen in Europa mit weniger als 1%. Hinzu kommen die Alterung der Bevölkerung in Industrieländern und mangelnde politische Reformen, was zusätzlich massiven Druck auf die Altersvorsorgesysteme erzeugt. Elizabeth Corley, Chefin der Anlagefondsgesellschaft Allianz Global Investors, rechnet damit, dass viele Bürger in Industrieländern diese Effekte in den kommenden Jahren spüren werden.
Altersarmut in Europa
EuropaElizabeth Corley, die dunkle Seite einer Milliardenjongleurin

Nadelöhre am Obligationenmarkt?

Niedrige Liquidität birgt Risiken. Obligationen
Die Liquidität an den Anleihemärkten hat sich deutlich verschlechtert. Für viele Anleger sind dies schlechte Nachrichten. Mit wenigen Mass- nahmen kann man sein Portfolio jedoch robuster machen.

Eugen Stamm berichtet: Staatsanleihen gibt es schon lange, wie diese Obligation aus dem Jahr 1913 beweist. Erst, wenn man keine Handlungsmöglichkeiten mehr hat, könnte man resignieren. Für viele Anleger kommt dieser Moment nie – eine Alternative zu Geld, das keine Rendite abwirft, gibt es immer, wie die Verkäufer dieser Alternative nicht müde werden zu betonen. Warum niemand dafür wirbt, einen soliden Teil des Vermögens in Cash zu halten, und warum das trotzdem eine gute Idee ist, das ist einfach erklärbar.

Nicht für alle ein Dilemma
Die Schweizerische Nationalbank verzinst seit dem 12. Januar Einlagen der Banken (ab einem unterschiedlich hohen Freibetrag) mit –0,75%. Diese schieben den Schwarzen Peter nicht einfach ihren Kunden zu, sondern differenzieren. Privatkunden zahlen bis jetzt noch nichts, was so bleiben dürfte, solange die SNB ihren Kurs nicht verschärfen muss; die Zinssätze sind vernachlässigbar gering, aber nicht negativ.
Zahlreiche Nadeloehre am Obligationenmarkt
Diaet

Nobelpreis für Wirtschaft

Angus Deaton wird ausgezeichnet /  CV

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Angus Deaton. Der britische Ökonom wird für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlstand geehrt.
Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht in diesem Jahr an den britischen Ökonomen Angus Deaton. Das teilte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mit.
Der 69-Jährige beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs-, Wohlfahrts- und Gesundheitsökonomie. Der gebürtige Schotte lehrt an der US-Eliteuniversität Princeton.

Deaton bekommt den Preis „für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt“, sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie. „Der diesjährige Preis handelt von Konsum im Großen und Kleinen.

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850.000 Euro) dotiert. Anders als die traditionellen Nobelpreise geht sie nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Die Reichsbank in Schweden stiftete den Preis erst 1968.
Er heißt deshalb auch nicht offiziell Nobelpreis, sondern „Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel“. Verliehen wird die Auszeichnung gemeinsam mit den klassischen Nobelpreisen am 10. Dezember – dem Todestag Nobels – in Stockholm. Nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht.

Zehn Mythen über den Nobelpreis
• Hitler wurde für den Friedensnobelpreis nominiert
• Alle Nobelpreise werden in Stockholm verliehen
• Der Preis für Wirtschaftswissenschaften ist kein echter Nobelpreis
• Fast alle Preisträger sind Männer
• Nobelpreise können posthum verliehen werden
• Man kann nur in einer Kategorie nominiert werden
• Churchill gewann den Friedensnobelpreis
• Auch vier oder mehr Personen können sich einen Nobelpreis teilen
• Ein Nobelpreis kann nicht wieder entzogen werden
• Man kann nur einmal einen Nobelpreis gewinnen

Am häufigsten sind bislang US-Ökonomen mit der Auszeichnung geehrt worden. 2014 hatte aber der Franzose Jean Tirole für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung den Wirtschafts-Nobelpreis erhalten.
Nur einmal ging der Preis in den vergangenen Jahrzehnten an eine Frau: 2009 an die US-amerikanische Umwelt-Ökonomin Elinor Ostrom. Unter den bisherigen Preisträgern gab es zudem mit dem Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten nur einen deutschen Forscher.
Wirtschaftsnobelpreis Angus Deaton

Aktien bei Skandalen und Krisen

Soll man ins fallende Messer greifen?
Kursstürze wie jene bei VW lassen Investoren aufhorchen. Viele vermuten eine Überreaktion des Marktes und wittern ein Schnäppchen. Das ist jedoch eine heikle Strategie.

Werner Grundlehner berichtet: Wer Aktien von «gefallenen Engeln» kauft, riskiert einen tiefen Fall. Wenn ein Unternehmen am Aktienmarkt innert Tagen einen Drittel oder mehr an Börsenwert verliert, werden Investoren hellhörig. Es kann doch nicht sein, dass sich wegen manipulierter Abgastests oder einer Schwäche bei Rohstoffnotierungen und im Handelsgeschäft von einem Tag auf den anderen alles ändert und die bisherigen Bewertungsmodelle für die Aktien auf einmal obsolet sind.
Börsenweisheiten trauen?

Börsianer haben für diese Situation vermeintliche Weisheiten wie «Buy on bad news, sell on good news». Doch bei Aktien von gefallenen Engeln zuzugreifen, trauen sich dann doch die wenigsten Anleger. Das hat mehrere Gründe: Einerseits läuft der Einzelne gerne mit der Herde, und diese mag den betroffenen Valor momentan nicht. Andererseits gab es in der Vergangenheit immer wieder Konzerne und Aktien, die sich nie mehr erholten und von der Bildfläche verschwanden – erwähnt seien hier Swissair, Worldcom oder Enron. Zudem gibt es Unternehmen, die innert Kürze einen hohen Verlust auf dem Börsenwert erleiden, worauf die Erholung an der Börse aber Jahre braucht und der Investor mit Aktien von anderen Unternehmen besser fährt – ein Beispiel hierfür sind die Titel der UBS.
Aktien bei Skandalen und Krisen
Soll man ins fallende Messer greifen

Bank-Konto ohne Ausweis?

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Neukunden per Pass oder amtlichen Ausweisersatz eindeutig zu identifizieren. Weil viele Flüchtlinge solche Dokumente nicht vorweisen können, gelten vorübergehend gelockerte Vorgaben.

Ende August ließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Kreditwirtschaft wissen, dass zur Legitimation nun auch Duldungspapiere mit Foto ausreichen, wenn diese Briefkopf und Siegel einer deutschen Ausländerbehörde tragen und vom Sachbearbeiter unterschrieben sind. So sollen Flüchtlinge einfacher an ein Basiskonto kommen, auf das etwa Sozialleistungen fließen können.

Bank-Konto ohne Ausweis: Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Die Bafin ermuntert Banken, für Flüchtlinge Bank-Konten auch ohne gültige Reisedokumente zu eröffnen. Damit fordert die Behörde die Banken offiziell zum Rechtsbruch auf. Für die Banken ist dies sehr gefährlich – weil sie damit in das Visier der US-Behörden geraten können.
Banken Fluechtlinge bekommen nicht immer problemlos ein Konto
Bank-Konto ohne Ausweis- Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Geografie

Am Futtertrog des Staates

Frankreich ist im Export von Agrargütern landwirtschaft
von Deutschland überrundet worden. Die französische Landwirtschaft tut sich mit der neuen, stärker marktorientierten Agrarpolitik der EU schwer…..

Zu berechtigten Bedenken Anlass gibt allerdings, dass Frankreich laut der Rangliste der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) 2012 bei den Agrarexporten nicht nur von Brasilien, sondern auch von den Niederlanden und Deutschland überrundet wurde und vom weltweit zweiten Rang hinter den USA im Jahre 2000 auf den fünften Platz zurückgefallen ist. Die hohen Aussenhandelsüberschüsse Frankreichs im Agrarsektor spiegeln mithin eine relativ geringe Durchdringung durch Importe und reflektieren nur bedingt Wettbewerbsvorteile.

Am Futtertrog des Staates
Bauer Futter