Fälschung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung

Bukarest – Rumäniens Justiz verstärkt Druck auf Premier PontaRumäniens Ministerpräsident Victor Ponta

Der rumänische Regierungschef Victor Ponta soll Geld gewaschen und falsch ausgesagt haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage und beschlagnahmte sein Privatvermögen.

Die rumänische Staatsanwaltsschaft hat Ministerpräsident Victor Ponta in einem weitreichenden Korruptionsfall der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Falschaussagen beschuldigt. Zudem sei sein persönliches Vermögen vorübergehend eingefroren worden, teilte sie am Montag nach einer Befragung des 42-Jährigen mit.

Die Delikte soll der Regierungschef in den Jahren 2007 und 2008 begangen haben, als er Abgeordneter war und als Anwalt arbeitete. Den Anklägern zufolge soll Ponta, damals noch als Rechtsanwalt, über fiktive Verträge Geld für nicht geleistete Arbeit von dem mit ihm befreundeten Rechtsanwalt Dan Sova kassiert haben. Medien werten dies als versteckte Bestechung, denn später beförderte Ponta seinen Freund Sova zum Minister.
Vermögen beschlagnahmt

Ponta ist der erste Regierungschef des EU-Landes, der beschuldigt wird und sein Vermögen beschlagnahmt sieht. Er selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten. Eine Rücktrittsforderung von Präsident Klaus Iohannis wegen der Korruptionsvorwürfe wies Ponta bisher zurück. Formelle Ermittlungen waren bisher nicht möglich, weil sich die Parlamentsmehrheit weigerte, Pontas Immunität aufzuheben. Allerdings gilt diese den Angaben zufolge nur für den Vorwurf des Interessenskonfliktes, nicht aber für Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Auch ein Misstrauensvotum überstand er.

Unklar blieb zunächst, wie es nun weitergehen soll und ob Ponta verhaftet werden kann. Am Sonntag war Ponta als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei zurückgetreten. Er wolle mit diesem Schritt seine Unschuld unter Beweis stellen, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Die Vorwürfe gegen den Regierungschef hatte die Staatsanwalt-­ schaft am 5. Juni erhoben.

Der 42-Jährige erholt sich derzeit von einer Knieoperation, der er sich am 15. Juni in Istanbul unterzogen hatte. Nach einer viel kritisierten Abwesenheit von drei Wochen hatte er am 9. Juli seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Am Montag ging er mit Hilfe von Krücken die Stufen zu dem Gebäude der Staatsanwaltschaft hoch.

Siehe hiezu auch:
Ist „Crime Enabling“ ein behördlich geschütztes Schweizer Geschäftsmodell?

„Crime Enablers“ geben sich den Anschein von seriösen Geschäftsleuten, welche jedermann ihre Dienstleistungen anbieten, auch das Verschleiern von Vermögenswerten.

Gewinnerzielung ist das Hauptmotiv für Straftaten weltweit. Enabling“ heißt ermöglichen – und genau das tun Schweizer Finanzinstitute und ihre Helfer: sie ermöglichen Verbrechen.
„Crime Enabling“ bedeutet das Verschleiern der wirtschaftlich Berechtigten

Siehe hierzu auch:
OCCRP Investigative Journalisten-Netzwerk (The Organized Crime and Corruption Reporting Project) @OCCRP

Pavel
Pavel

Malaysia Korruptionsvorwürfe belasten die Börse

Ramponiertes Image Malaysias:  Die gegen den Regierungschef Razak Najib erhobenen Korruptionsvorwürfe belasten die Börse. Weitet sich der Finanzskandal aus, dürften vor allem Infrastrukturtitel und Bankenaktien leiden.

Manfred Rist,Singapur berichtet: Ein schlechter Führer, so heisst es mitunter in Malaysia, sei immer noch besser all gar keiner. Mit Blick auf jüngste Ereignisse in Kuala Lumpur wirken solche Phrasen derzeit eher peinlich. Der Regierungschef Razak Najib wird des Missmanagements eines Staatsfonds (1MDB), der Korruption, der Bereicherung und des Wahlbetrugs verdächtigt. Er hat bisher wenig unternommen, um diese Anschuldigungen zu entkräften. Najib belastet die Märkte, und auch die Reputation der Nation steht auf dem Spiel.

Dass die meisten Aktien in Kuala Lumpur in der vergangenen Woche an Terrain eingebüsst haben, erstaunt nicht: Die lokale Krise wurde von den Börseneinbrüchen in China und dem Griechenland-Debakel überlagert. Erstaunlich ist eher, dass der KLCI nur 1,1% verloren hat. Dies hängt damit zusammen, dass die Luft in Kuala Lumpur seit geraumer Zeit draussen ist: Innert Jahresfrist ist der Index um 9% gefallen. Die Landeswährung Ringgit, die zum Kreis der anfälligen Rohstoff-Währungen zählt, ist am Freitag zwar wieder knapp über die Marke von $ 3.80 geklettert, bleibt in diesem Jahr mit einem Minus von 8% gegenüber dem Dollar aber die schwächste Valuta in Südostasien.
Nicht alles ist schwarz in Malaysia. Das 30 Mio. Einwohner zählende Land verfügt über einen soliden Mittelstand und über eine breit diversifizierte Wirtschaft. Der Industrieproduktionsindex stieg in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 5,6%, was ungefähr dem BIP-Wachstum entsprach. Der Staat kann sich zudem weiterhin relativ günstig finanzieren, verlangen die Märkte für Zehn-Jahre-Papiere doch bloss 4,03%.

Doch die Erfolgsstory wirkt zunehmend beschönigt, und das vordergründig moderne Land hat in Anlegerkreisen kaum je für Begeisterung gesorgt. Ausländische Anleger sind seit einer Woche besonders auf der Hut. Die Schweizer Grossbanken stufen das Land wegen drohender Weiterungen der 1MDB-Affäre gar mit «high risk» ein. An diesem Skandal kristallisieren sich die tiefer liegenden Probleme der Nation: Die Regierungspolitik bleibt intransparent und hat populistisch-islamische Züge angenommen, und die Korruption ist omnipräsent. Es rächt sich, dass die seit 58 Jahren an der Macht sitzende United Malays National Organisation (Umno) nie in die Opposition gedrängt wurde.
Sollte sich die politische Krise hinziehen, dürften vor allem Bauwerte, die traditionell von staatlichen Infrastrukturvorhaben profitiert haben, etwa YTL, sowie Banktitel wie CIMB unter Druck kommen. Als weniger anfällig gelten Minenaktien und Konsumtitel. Ziemlich immun dürften auch Technologieaktien sein, beispielsweise jene von JCY International, einem führenden Anbieter von Festplatten.

Im Fokus steht derzeit die Kursentwicklung des in Asien grössten Billigflugunternehmens Air Asia. Die durchzogene Sicherheitsbilanz des Carriers wird von Fragen zum Rechnungswesen sowie von Berichten über ungenügende Eigenmittel in Indonesien überlagert. Der Titel, der vor drei Jahren noch bei Rin. 3.77 notiert hatte, ging am Freitag mit Rin. 1.34 aus dem Handel.
Razak Najib

Schweizer Amazon-Modell für Medikamente

Walter Oberhänsli wollte die Apotheke in seiner Heimatgemeinde wiederbeleben. Walter Oberhaensli Versandapotheke zur RoseRückschläge und Hindernisse führten jedoch zur Gründung der Versandapotheke Zur Rose, die heute in Europa führend ist.

Werner Grundlehner berichtet: Als der Anwalt Oberhänsli 1993 das Metier wechselte, hatte er noch nicht das Amazon-Modell des Arzneimittel-Versandes im Kopf. Die Ironie, die in seinem Geschäftsmodell steckt, ist Walter Oberhänsli, Gründer und CEO der Versandapotheke Zur Rose, bewusst. Ursprünglich wollte er seiner Heimatgemeinde Steckborn wieder zu einer Apotheke verhelfen; die letzte war in den 1960er Jahren geschlossen worden. Das Geschäft sollte in Oberhänslis Liegenschaft «zur Rose» beheimatet sein. Da er keinen Mieter fand, begann er den Markt zu studieren. Dies führte zur Gründung einer Online-Apotheke, die heute knapp eine Milliarde umsetzt und Marktführer in Europa ist.

Arzt für Strategie konsultiert
Als Erstes diskutierte er mit seinem Hausarzt, u. a. wo er seine Medikamente beziehe. Daraus entstand die Idee, einige Ärzte zu motivieren, sich als Aktionäre zu beteiligen und ihren Bedarf zukünftig über Zur Rose zu decken; sieben Jahre später begann er, Patienten direkt zu beliefern. Heute werden über die Hälfte der Medikamente elektronisch rezeptiert, und Zur Rose hat dazu die Pionierarbeit geleistet; sie war die erste Apotheke in der Schweiz, welche diese sichere und kostensparende Art der Verschreibung anwandte. Mit einem Web-Shop begann Oberhänsli erst 2011….

Die Liebe zum stationären Geschäft hat Oberhänsli trotz seinem virtuellen Gegenmodell nicht verloren. Unlängst erwarb er die Inneneinrichtung einer alten Apotheke. Beim Beschreiben der mit Email-Tafeln beschrifteten Schubladen strahlt er übers ganze Gesicht.
Das Amazon-Modell fuer Medikamente
Online Apotheke

Gesundheit ist „IN“ am Aktienmarkt.

Das Gesundheitswesen boomt, hunderte Startups dringen mit ihren Produkten in die StoeckemannSchnittstelle zwischen Digital und Medizin. Im Interview mit Focus-Online erklärt der Investor Klaus Stöckemann, welche Startups es schaffen und warum Vertrauen so wichtig ist.

Gesundheit ist in – auch am Aktienmarkt. Klaus Stöckemann gehört zu Deutschlands führenden Risikokapitalgebern am Gesundheitsmarkt. Im FOCUS-Online-Interview gibt er Tipps, wie Anleger vom Medizin-Trend profitieren.
Darauf kommt es beim Investieren wirklich an
Risikokapital

Royal Bank of Scotland raus aus Griechenland

Verkauf der Schiffsfinanzierung

Die Royal Bank of Scotland (RBS) dampft laut Reuters-Informationen im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung ihr Geschäft in Griechenland ein. Die dortige Sparte für Schifffahrtskredite solle zum Verkauf gestellt werden, verlautete es am Freitag aus Branchenkreisen. Die britische Grossbank ist seit Jahrzehnten einer der grössten Kreditgeber für die internationale Schifffahrt. Die Filiale in Griechenland mit ihren rund 60 Mitarbeitern spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Kreditportfolio der Sparte beläuft sich auf 5 Mrd. $. Für die griechische Regierung kommt die Entscheidung zur Unzeit: Ministerpräsident Alexis Tsipras kämpft derzeit gegen die Staatspleite. Für Griechenland sind Reedereien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die RBS verfolgt die Strategie, sich von Geschäften etwa im Nahen Osten, Afrika, Asien sowie auch in Teilen Europas zu trennen. Stattdessen will sie sich stärker auf dem Heimatmarkt positionieren.
RBS

Wenn die Ikone der Wall Street stillsteht

Fragen nach dem Ausfall der NYSE

Der mehrstündige Ausfall der Aktienbörse NYSE vom Mittwoch bringt ein erstaunliches Ergebnis: Die zunehmende Komplexität des US-Aktienmarktes hat auch ihr Gutes.

Christiane Hanna Henkel berichtet:  3 Stunden und 38 Minuten lang und damit während über der Hälfte des Handelstages konnten Investoren am Mittwoch keine Aktien an der New Yorker Börse NYSE kaufen oder verkaufen. Doch der Stillstand der Ikone der Wall Street hat den Betrieb im New Yorker Finanzzentrum kaum beeinträchtigt. Dass ein solcher Totalausfall einer der weltweit ältesten und renommiertesten Börsen – an der 2300 Firmen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 27 000 Mrd. $ kotiert sind – den amerikanischen Aktienhandel kaum beeinträchtigt, ist auf die zunehmende Deregulierung und die damit einhergehende Fragmentierung des Aktienmarktes zurückzuführen.
Da sich in den letzten Jahren immer mehr Handelsplätze etablieren konnten, ist der Marktanteil der NYSE stark gesunken, nämlich von 80% Ende der neunziger Jahre auf nur noch rund 20%. Mittlerweile finden rund 40% des Aktienhandels in «Dark Pools» – über die meist grosse Aktienpakete gehandelt werden – und auf anderen alternativen Handelsplattformen statt. Den Rest teilen sich elf Börsen auf, darunter neben der NYSE die Börsen der Nasdaq OMX und der in Lenexa im Gliedstaat Kansas beheimatete Newcomer BATS…..

Von einigen Beobachtern wird befürchtet, dass im Zuge der Kostenkürzungen zu stark gespart wurde und der Ausfall vom Mittwoch auf dadurch entstandene Schwachstellen zurückzuführen sein könnte. ICE hat dahingehende Vorwürfe natürlich zurückgewiesen und auf hohe Investitionen in die NYSE verwiesen. Gemäss ICE-Angaben vom Donnerstag ist der NYSE-Ausfall auf einen Software-Fehler zurückzuführen, der beim Installieren von neuen Programmteilen aufgetreten ist. Die Börsenaufsicht SEC wird nun ihre Untersuchungen aufnehmen.
Fragen nach dem Ausfall der NYSE
NoWolvesOnWallStreet

Verstößt Bargeld-Verbot gegen die Verfassung?

Der Verfassungsrechtler Christoph Degenhart hält ein Bargeldverbot, wie es derzeit immer wieder in die Diskussion geworfen wird, nicht nur für wenig realistisch, sondern auch für verfassungswidrig. Allerdings sieht er in der Tatsache, dass dies überhaupt gefordert wird, wie auch im Bestreben, jedenfalls den Gebrauch von Bargeld einzuschränken. eine bedenkliche Entwicklung hin zur Totalüberwachung des Bürgers und zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten.
Degenhart- Bargeld-Verbot verstoeßt gegen die Verfassung
Bargeld

Körper und Hirn Kapital meiner Ich-Firma

Gene Simmons, der ­Bassist der Rockband Kiss über Wege zum Erfolg, die Magie des Geldes, das ­ Musikgeschäft und warum er mit seiner Band nicht an die Börse will.

Was nützt das schon, wenn ein 20-jähriges Mädchen einen 25-jährigen Kerl heiratet? Da kommt plötzlich jede Menge Stress auf. Er versteht nicht, wie eine Hypothek funktioniert, sie hat keine Ahnung, wie ein Autokredit abgewickelt wird. All diese essenziellen Fragen – wie teuer kommt mich ein Kind, was wird mich die Scheidung kosten, wie viel Geld knöpft mir das Steueramt ab, was genau ist ein Offener Investmentfonds -, das alles lernt man nicht in der Schule. In meinem Buch geht es genau darum. Es ist einfach gehalten, es gibt keine Tabellen und Grafiken, ich rede nicht über den Dow Jones Index oder Anleihen, obwohl darüber jeder Bescheid wissen sollte. Ich beschreibe einfach meinen Weg.

Mehr Geld macht glücklicher.
Haben Sie dafür ein Rezept?
Die Leute wollen das Geheimnis meines Erfolgs herausfinden, sie wollen die zehn Regeln erfahren, wie auch sie reich werden können. Das ist natürlich Unsinn.

Aber so lautet der Untertitel Ihres aktuellen Buches: „Mein Erfolgs­rezept“.
Yes, that’s auf Deutsch. Im Englischen ist es treffender formuliert: „Die Ich-Firma – Wie du den Rockstar in dir selbst freisetzen kannst“. Wobei ich Ihnen natürlich schon sagen kann, wie Sie umgehend Ihr Vermögen verdoppeln.

Wie denn? Das müssen Sie uns erklären.
Du musst einen feindlichen Take-­over auf dich selbst starten.

Wie bitte?
Das Erste, was eine Firma bei einer feindlichen Übernahme macht, ist doch, Leute zu feuern. Man beginnt mit dem üblichen Downsizing-Programm und schneidet das Fett ab. So verdient man ganz bestimmt mehr Geld.

Man soll eine Sparübung an sich selbst durchexerzieren?
Jetzt haben Sie es kapiert. Man kann die Unfriendly-Takeover-Sache ganz einfach auf sein Leben übertragen. Streiche all die Ausgaben, die nicht nötig sind. Kauf weniger Kleider. Gib weniger Drinks aus. Heirate nicht zu früh – du kannst als Mann locker bis 40 warten. So kommst du schnell zu mehr Geld. Es ist nun mal so: Ein Penny, den du nicht ausgegeben hast, ist ein gesparter Penny. Das Leben ist ein großes Business…..
Kiss-Rocker Simmons- Geld ist alles

Kiss

Seid umschlungen, Millionen!

US–Datendiebstahl übertrifft alle Befürchtungen

Hacker haben aus der Bundesverwaltung der USA die Unterlagen von mehr als 21 Millionen Menschen gestohlen. Und zwar von solchen, die sich für sicherheitsrelevante Stellen bewarben.

Auf 18 Millionen bezifferten die einen angeblichen Insider die Zahl von Personaldossiers, die in einem zweiten Hackerangriff auf die amerikanische Personalverwaltung (Office of Personnel Management, OPM) gestohlen worden seien. Es waren noch viel mehr. Mehr als 21 Millionen. Mindestens.

Lange Erntezeit
Ab Mai 2014 sollen Hacker ein Jahr lang Zugang zu jenen Informationen gehabt haben, die man der Bundesverwaltung liefern muss, wenn man sich um eine Stelle mit erhöhtem Sicherheitsrisiko bewirbt. Es geht um frühere und gegenwärtige Angestellte der Verwaltung sowie um Kandidaten, die das werden wollten. Und zwar mehr als 19 Millionen von ihnen. Und um zwei Millionen Verwandte, die irgendwo in den rund 100 Seiten starken Fragebogen namentlich aufgeführt worden waren.

Bis auf die Unterhosen.
Zu den Daten, die den Hackern in die Hände fielen – informell werden die Chinesen beschuldigt, die natürlich von allem nichts wissen wollen –, gehören neben den Nummern der Sozialversicherung die berufliche Laufbahn, Adressen der Betroffenen und von Verwandten, frühere Kontakte mit Drogen und vereinzelt selbst medizinische und psychiatrische Probleme in der Vergangenheit. Von mehr als einer Million Betroffener wurden auch die Fingerabdrücke im aufgebrochenen Daten-Safe des OPM gespeichert. Nicht routinemässig, aber fallweise, waren auch der Leumund oder die finanzielle

Vorgeschichte der Betroffenen gespeichert.
Die Betroffenen selber erhalten vom OPM zwar Hilfe, um sich vor einem allenfalls existenzbedrohenden Identitätsdiebstahl zu schützen. Doch sie sind selber dafür verantwortlich, jene Personen zu warnen, die sie in ihren Formularen zur Sicherheitsüberprüfung als Angehörige, Berufskollegen oder Referenzen genannt hatten.
Kompromittierendes Material

Dieser zweite Datendiebstahl kommt im Windschatten eines anderen, bei dem bereits mehr als vier Millionen Sozialversicherungsnummern im OPM gestohlen worden waren. Das einzige Trostpflaster, das die Personalverwaltung am Donnerstag verteilen konnte, war die Aussage, es gebe gegenwärtig keine Anzeichen dafür, dass die gestohlenen Daten zu kriminellen Zwecken missbraucht oder auf dem Schwarzmarkt angeboten würden.

Das wiederum lässt die Befürchtung der Sicherheitsdienste in den USA wachsen, dass die Daten von einer feindlichen Macht für nachrichtendienstliche Zwecke missbraucht werden sollen. Offensichtlich gibt es in den gestohlenen Dossiers vieles, das trefflich zur Erpressung dienen könnte: von dunklen Seiten in der persönlichen Biografie bis zu Namen und Adressen von Verwandten im Ausland – ob in China oder anderswo.
Datenschutz

Reformliste aus Athen

Griechenland hat bei Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem eine 13-seitige Reformliste eingereicht. Im Gegenzug hofft die Regierung in Athen auf ein neues, dreijähriges Rettungsprogramm im Umfang von 53,5 Milliarden Euro.

Nach dem Eingang der neuen Reformliste aus Athen müssen jetzt die EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationalen Währungsfonds (IWF) die Vorschläge prüfen. Die Brüsseler EU-Kommission hatte eine knappe Stunde nach der Sprecher von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem den Eingang des Dokuments aus Athen bestätigt. Der Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr, erklärte kurz nach 23 Uhr per Twitter: „Nun erhalten. Unterschrieben. Drei Institutionen werden nun prüfen.“ Zuvor hatte er dort betont, es werde ein Schreiben mit Unterschrift benötigt.

Was auffällt: Viele Vorschläge sollen erst Ende 2016 oder gar 2019 wirksam werden. In ersten Kommentaren heißt es, der Vorschlag Athens, Ausgaben fürs Militär zu senken, bleibe deutlich hinter den Forderungen der Geldgeber zurück: Dieses Jahr 100 Millionen Euro, nächstes Jahr 200 Millionen Euro. Die Gläubiger wollten Einsparungen im Volumen von 400 Millionen Euro.
Reformliste aus Athen
Griechenland Reformliste