40 Mrd. Dollar Schaden

Doppelt so viele Madoff-Opfer wie gedachtMadoff
Österreicher stark vertreten, 40 Mrd. Dollar Schaden

New York / Wien – Der amerikanische Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff hat mehr Opfern mehr Geld aus der Tasche gezogen als bisher angenommen. 51.700 Personen aus 119 Ländern haben Ansprüche auf Entschädigung angemeldet, zeigt eine jetzt veröffentlichte Liste des Opferfonds des US-Justizministeriums die Ausmaße seines Betrugssystems. Anleger aus Österreich sind den Angaben nach dabei stark vertreten, nur aus den USA, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz kamen mehr Fälle.

„Es scheint, als ob mindestens doppelt so viele Investoren wie gedacht in dem Madoff-Betrug Geld verloren haben.“
Doppelt so viele Madoff Opfer wie gedacht

Eine Zigarette für Zehn

Gigantische Kreditblasen bedrohen das Finanzsystem

Am Finanzmarkt ist wieder alles wie vor der Krise. Teilweise sind die Übertreibungen sogar schlimmer als jemals zuvor. Doch erneut schauen Investoren und Politiker weg – manche sogar bewusst.
Das Wort „Studentenkredit“ versteht Wesley Lim nicht sofort. Dabei lehrt er derzeit als Gastprofessor Deutsch am Colorado College in Colorado Springs. Doch im Deutschen ist ihm der Begriff noch nie untergekommen. Wie auch, kaum ein Student nimmt hierzulande einen Kredit auf. Ganz anders dagegen in den USA. Daher weiß Lim beim Wort „student loan“ sofort, worum es geht.

Schließlich hat der 32-Jährige während seiner Ausbildung selbst mehrere Zehntausend Dollar als Darlehen aufgenommen. So wie Millionen seiner Kommilitonen. Denn inzwischen ist es in den USA völlig normal, dass junge Menschen am Ende eines Studiums bis über beide Ohren verschuldet sind – und das summiert sich.

1100 Milliarden Dollar haben sich Studenten dort derzeit bei Banken geliehen. Das ist inzwischen mehr als sämtliche Amerikaner als Kreditkartenschulden oder für Autodarlehen aufgehäuft haben. „Das wird wirklich langsam ein Riesenproblem“, sagt Ellen Zentner, Ökonomin bei der Investmentbank Morgan Stanley.
Gigantische Kreditblasen bedrohen das Finanzsystem
Kreditblasen

Politikerin erschossen! Finanzskandal?

Spanische Politikerin auf offener Straße erschossenIsabel Carrasco

Die Präsidentin der Provinzverwaltung von Leon, Isabel Carrasco, ist auf offener Straße erschossen worden. Eine Frau hatte drei Schüsse abgefeuert. Gegen Carrasco liefen Ermittlungen wegen des Verdachts der Verwicklung in einen Finanzskandal.

Warum die spanische Konservative Isabel Carrasco wurde in Leon ermordet wurde ist völlig unklar. Die 59-jährige spanische Politikerin Isabel Carrasco von der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy ist in Leon auf offener Straße erschossen worden. Isabel Carrasco war auch die PP-Parteichefin von Leon .

Aus dem Madrider Innenministerium wurde mitgeteilt, das Motiv der Tat sei ein „persönlicher Racheakt“ gewesen. Die PP und die Opposition der Sozialisten (PSOE) sagten für gestern alle Wahlkampfveranstaltungen für die Europawahl ab – unter anderem Kundgebungen mit den Parteichefs Rajoy in Valladolid und Alfredo Perez Rubalcaba (PSOE) in Jaen.

Augenzeugen berichteten, dass eine Frau drei Schüsse auf Carrasco abgefeuert habe. Unmittelbar nach der Tat wurde eine Frau festgenommen.

Carrasco war vor längerer Zeit Wirtschafts- und Finanzministerin der Region Kastilien-Leon gewesen. Sie war wegen des Verdachts der Verwicklung in einen Finanzskandal ins Visier der Justiz geraten. Noch sind die Hintergründe völlig unklar. Es ist nicht auszuschließen, dass der Moder mit den Ermittlungen zusammenhängt.

Die spanischen Konservativen stehen seit Monaten im Zentrum von Korruptionsvorwürfen und entsprechenden Ermittlungen.
Spanische Politikerin auf offener Straße erschossen
Isabel Carrasco2

Die Aktien-Mafia kassiert Anleger ab

Schmierige Tippgeber ziehen die Kurse Hunderter
Aktien nach oben und kassieren Anleger Auf Spurensuche bei der Aktien-Mafiaab. Wer sind diese Leute, wer sind ihre Hintermänner, wie arbeiten und woran verdienen sie – und warum sind sie den Ermittlern immer einen Schritt voraus?

Auf Spurensuche bei der Aktien-Mafia

Schläft die Bankenaufsicht?
Klären kann das womöglich ein Bankinsider. Er will anonym bleiben, beim Treffen in einem Hinterhofcafé blickt er nervös umher. Die Aufsicht habe Renell mit Auskunftsersuchen überschüttet, sagt er. „Die BaFin hat zwar wild gefaucht, aber ist ja doch nur ein zahnloser Tiger.“ Die BaFin verwies in einer Stellungnahme auf ihre Verschwiegenheitspflicht.

Aktien-Mafia

44 Millionen Dollar von Ecclestone angenommen

KorruptionsskandalBestechung
Wiedersehen mit vertauschten Rollen
Alina Fichter berichtet: Am dritten Tag im Korruptionsprozess um Bernie Ecclestone hat der Hauptzeuge Gerhard Gribkowsky ausgesagt. Einst waren sie Geschäftspartner, heute sind sie Erzfeinde…..Korruptionsskandal

Alles dreht sich um einen Satz

Die Bank bereitet eine Schadenersatzklage vor. Doch Gribkowsky windet sich. Aus seiner Sicht sei es der letzte Zeitpunkt gewesen, einen Verkauf hinzubekommen, immerhin seien zwei Milliarden Dollar für die gesamten Formel 1- Anteile attraktiv gewesen. „In Höhe und Timing kann man sagen: Besser ging’s nicht.“

Die Frage, die Richter Noll zuvor gestellt hatte, lautete: „Hatte Ecclestones Satz ‚I will take care for you‘ Einfluss auf die Verkaufsentscheidung?“ Noll sagt „for“ statt „of“ und meint damit eine Szene aus dem Jahr 2005: Laut Gribkowsky wollte Ecclestone ihn mit diesem Satz auf seine Seite ziehen. Der Banker hatte es als Einladung verstanden, den Verkauf der Formel-1-Anteile gemeinsam zu organisieren. Das I will take care of you sollte wohl heißen: Auch für einen Job würde gesorgt sein.

Also schlossen die beiden Frieden, vorerst jedenfalls. Gribkowsky fädelte den Deal mit CVC Partners ein und erhielt 44 Millionen Dollar von Ecclestone. Der konnte Chef der Formel 1 bleiben, so sagt es Gribkowsky.

Und so oder so ähnlich hat er es schon einmal ausgesagt: Das Geständnis, das er 2012 während seines eigenen Prozesses abgelegt hat, und das auch enthielt, dass er als Vorstand einer öffentlichen Bank und damit als Amtsträger von Ecclestone bestochen worden zu sein, ist eine der Hauptgrundlagen für den Prozess.

Ecclestone

Warum zahlt Swisspartners US-Behörden 4,4 Millionen Dollar?

Steuerstreit

Einigung im Steuerstreit: Swisspartners zahlt den US-Behörden 4,4 Millionen Dollar. Das Institut soll Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Credit Suisse wird ein ähnliches Vergehen vorgeworfen.

Washington:  Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Swisspartners Group hat sich mit den US-Behörden in einem Steuerstreit auf die Zahlung von 4,4 Millionen Dollar verständigt. Das teilte das Justizministerium in Washington am Freitag mit.

Die US-Staatsanwaltschaft wirft dem Institut vor, von 2001 bis 2011 Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Der Fall wird mit besonderem Interesse verfolgt, weil Credit Suisse von der amerikanischen Staatsanwaltschaft ein ähnliches Vergehen vorgeworfen wird.

Aus US-Kreisen ist verlautet, dass die Großbank mit einer Strafe von bis zu 1,6 Milliarden Dollar rechnen muss.
SWISS SONGBIRD AVOIDED CRIMINAL CHARGES IN U.S. TAX EVASION PROBE

www.alanbenson.de

www.alanbenson.de

Swiss money manager-sings to avoid criminal charges in us

Schatten über der Credit Suisse

Die UBS musste bereits 2009 einräumen, dass sie amerikanisches Recht gebrochen hatte. Schwierig abzuschätzen sind die Folgen eines formal direkteren Schuldeingeständnisses, wie es nun für die Credit Suisse zur Diskussion steht.

So gern die Aktionäre der Credit Suisse an der Generalversammlung Näheres über den Steuerkonflikt in den USA erfahren hätten, so wenig konnte die Bankspitze dem noch laufenden Verfahren vorgreifen. Beobachter rechnen mit einem Abschluss in den nächsten Tagen oder Wochen. Im Vordergrund steht das Szenario eines Schuldeingeständnisses (möglicherweise eher von der Muttergesellschaft als von einer Tochter) zusammen mit einer saftigen Busse. Auch personelle Konsequenzen auf den obersten Etagen sind nicht auszuschliessen.
Der Schatten über der Credit SuisseSchatten über der Credit Suisse

Macao: Alle verdienen bei der Geldwäsche mit!

Macao degradiert Las Vegas zum Provinz-Kasino

Nirgendwo wird mit Glücksspiel so viel verdient wie in der chinesischen Kasino-Stadt Macao. Das ehemalige Vorbild Las Vegas kann da schon lange nicht mehr mithalten – auch in Sachen krimineller Energie.

Alle verdienen bei der Geldwäsche mit

Die vielen Shoppingmalls in Macao dienten einem ähnlichen Zweck. Bürger der Volksrepublik kaufen dort ein und zahlen mit UnionPay, der am meisten verbreiteten Kreditkarte im Land. „Sie geben die Sachen Minuten später zurück und bekommen Bargeld wieder“, sagt Zhonglu Zeng. So lassen sich die Einfuhrbeschränkungen für Devisen ganz leicht umgehen.
Macao degradiert Las Vegas zum Provinz-Kasino

Rodrigo de Matos

Rodrigo de Matos

Steuergeld Verschwendung

Staatsbank verschwendet Steuergeld

Der Rechnungshof übt in einem internen Bericht scharfe Kritik an der staatlichen Bad Bank der HRE: Die Abwicklungsanstalt habe Beratermandate ohne Ausschreibung und zu viel zu hohen Preisen vergeben.

„Das Kernproblem bleibt, dass sich die Bundesregierung im Bankensektor auf Zuarbeit und Ratschläge von privaten Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern verlassen muss, weil sie nicht genügend eigenes qualifiziertes Personal vorhält“, sagt Axel Troost, finanzpolitischer Sprecher der Linkspartei im Bundestag. „Das ist doppelt beklemmend, erstens weil dieselben Berater meist im Auftrag der Banken handeln und daher ihr Herz eher für die Banken schlägt und zweitens, weil dieselben Berater die Banken in der Vergangenheit ja offensichtlich sehr schlecht beraten und geprüft haben.“
Staatsbank verschwendet Steuergeld

Lilah Design Isabell Hemming / Germany www.w-t-w.org/en/isabell-hemming www.littleart.de

Lilah / Design Isabell Hemming

Hat der Kreml die Modernisierung verpasst?

Wirtschaftsliberaler Rhetorik hat der Kreml zu selten Taten folgen lassen. Sollte Putin jetzt die neue nationalistische und protektionistische Wortwahl in eine entsprechende Politik umsetzen lassen, potenziert das den Schaden für das eigene Land.

Da ist es wieder gewesen, das russische Verständnis von Politik als Konfrontation und Nullsummenspiel um Macht und Einfluss. Präsident Wladimir Putin, vor wenigen Tagen gefragt nach seiner Meinung über die jüngst verschärften Sanktionen von USA und EU wegen der Kreml-Politik in der Ukraine-Krise, gab sich kämpferisch: Die Regierung erarbeite Gegenmassnahmen, und auch wenn er diese noch nicht umzusetzen wünsche, so müsse man doch anschauen, «wer was in verschiedenen Sektoren der russischen Wirtschaft tut, auch im Energiesektor». Diese Drohung gegen ausländische Firmen reiht sich ein in die seit Wochen wachsende Phalanx protektionistischer Rhetorik aus allen Ecken des politischen Lagers. Von Enteignungen bis hin zur Zwangsschliessung aller McDonald’s-Filialen reichen die Vorschläge. Vor einem Jahr hätte noch kaum jemand solche Wortmeldungen ernst genommen. Jetzt lehrt der Ukraine-Konflikt Unternehmen und Analytiker, dass dem Kreml offenbar nur noch selten zu trauen ist.
Was ist noch sicher?
Putins wirtschaftlicher Verrat am eigenen Volk

Pawel, ein Wirtschaftsstudent, macht sich jedoch grosse Sorgen: Die drohende wirtschaftliche und politische Isolation habe desaströse Konsequenzen: «Russland hat keine Verbündeten mehr. Zwanzig Jahre Diplomatie werden durch den Abfluss gespült!», klagt er.

Arend van Dam www.w-t-w.org/en/arend-van-dam www.arendvandam.com

Arend van Dam