Bankenaufseherin Nouy auf der Frühjahrstagung
der Großbankenlobby IIF in Madrid 2016.
Die EZB will Banken unter die Arme greifen. Europas oberste Bankenaufseherin warnt vor Überkapazitäten und will eines der größten Probleme der Finanzbranche in der Eurozone angehen…
Geldwäscheskandal: Schweizer Privatbank verliert Lizenz
Verfahren gegen BSI – Bank wird aufgelöst. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Finanzskandals um den malaysischen Staatsfonds gegen die Tessiner Bank. Dies veranlasst den Banken-Chef zum Rücktritt.
Der Schweizer Privatbank BSI wurde die Banklizenz entzogen. Es sei der „schlimmste Fall mangelhafter Kontrolle und groben Fehlverhaltens“ im Finanzsektor Singapurs, sagen die Behörden. Es ist das erste Mal in den letzten 32 Jahren, dass das Land derartige Maßnahmen gegen eine Bank ergreift. Zugleich hat die Schweizer Bundesanwaltschaft BA ein Strafverfahren gegen die Bank eröffnet. er Grund ist derselbe: Schwerwiegende Verletzung der Geldwäscherei-Bestimmungen.
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma zieht „den ungerechtfertigt erzielten Gewinn“ in der Höhe von 95 Millionen Franken ein. BSI-Chef Stefano Coduri und andere Top-Manager müssen ihren Hut nehmen. Neuer Chef wird Roberto Isolani. Er ist derzeit Mitglied des Verwaltungsrates der Bank. Er werde eine reibungslose Integration der BSI in EFG International gewährleisten, teilte die Bank mit.
Das Strafverfahren gegen die BSI sei am 23. Mai aufgrund von Erkenntnissen aus dem Strafverfahren der Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit 1MDB sowie aufgrund des Entscheids der Finanzmarktaufsicht (Finma) eröffnet worden, heisst es in einer Mitteilung der BA. Straftaten hätten verhindert werden können.
Korruptionsskandal um malaysischen Staatsfonds
In der Mitteilung von Singapurs Aufsichtsbehörde MAS ist von einer „unakzeptablen Risikokultur“, regulatorischen Fehlern und grobem Fehlverhalten einiger BSI-Mitarbeiter die Rede. Gleichzeitig teilte MAS mit, dass sie auch die Transaktionen anderer Banken in Singapur untersuche. „BSI ist der schlimmste Fall mangelhafter Kontrolle und groben Fehlverhaltens, den wir im Singapurer Finanzsektor gesehen haben“, sagt MAS-Chef Ravi Menon.
Die Aufsichtsbehörde nannte in ihrer Mitteilung nicht explizit Malaysias Staatsfonds 1MDB. Allerdings informierte die Schweizer Finma, dass die BSI im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den Staatsfonds die Geldwäschereibestimmungen schwerwiegend verletzt habe. Der Fonds, der 2009 durch den malaysischen Premierminister Najib Razak kurz nach dessen Amtsantritt gegründet worden war, steht seit längerem im Fokus von Geldwäschereiuntersuchungen in mindestens sechs Ländern. Schweizer Ermittler vermuten früheren Angaben zufolge, dass bei dem Fonds 1MDB Gelder von bis zu vier Milliarden Dollar veruntreut wurden.
Obwohl die Behörde bereits Ende 2013 deutlich auf die Risiken dieser Kundenbeziehungen hingewiesen hatte, sprachen sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wiederholt für die Weiterführung dieser lukrativen Kundenbeziehungen aus, ohne dass die zahlreichen und deutlichen Hinweise auf Probleme angemessen abgeklärt worden seien.
„Schuss vor den Bug der Branche“
Die Maßnahme der Singapurer Zentralbank sei „ein Schuss vor den Bug der Branche“,
sagte Chris Wilson, Partner und Geldwäscherei-Experte beim Wirtschaftsprüfer PwC. „Dies schickt ein starkes Signal an die Geschäftsleitung jeder Institution da draußen, dass dies auch sie treffen könnte“, sagte Wilson. Er fügt an, dass Regulatoren in anderen Ländern nun ihre Regeln überarbeiten oder deren Durchsetzung forcieren könnten..
Annual Report 2015 BSI
Frauen und Kinder leiden unter Korruption
Stellschrauben für die Renten
Die Stellschrauben der zweiten Säule – verständlich erklärt.
Mit einem Video über die möglichen Stellschrauben in der zweiten Säule erklärt der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP für die Notwendigkeit einer Reform der Altersvorsorge.
Je kürzer der Sparprozess, je geringer die erzielte Rendite, je früher das Renteneintrittsalter und je höher die Lebenserwartung, desto schlechter ist die Finanzierbarkeit der Renten in der zweiten Säule. Das Video erklärt diese Zusammenhänge und die möglichen Stellschrauben eindrücklich und verständlich.
Darüber hinaus wird die Bedeutung des Kollektivsparens erklärt, wie es zur ungewünschten Quersubventionierung der Rentner durch die beitragszahlende, arbeitende Bevölkerung kommt und warum der Umwandlungssatz gesenkt werden muss, um das System wieder neu zu justieren.
Zum Schluss plädiert der Verband der paritätisch geführten Pensionskassen für gemeinsame Anstrengungen zugunsten der anstehenden Reformen.
„Wir können uns ein Scheitern dieser Reform nicht leisten, denn wenn es dieses Mal nicht klappt, wird es beim nächsten Mal umso härtere Massnahmen brauchen, um das System wieder ins Lot zu bringen“.
Schweizer Pensionskassenstudie 2016

Männer, die Geld bewegen
Das US-Magazin „Forbes“ hat ein weiteres seiner beliebten Rankings erstellt. Thema diesmal: die einflussreichsten Leute an den Finanzmärkten. Aufgenommen wurden nach Angaben der Redaktion Männer und Frauen aus allen möglichen Bereichen des Finanzgeschäfts, sei es von Hedgefonds, Private-Equity-Firmen oder Großbanken. Entscheidend: Das persönliche Vermögen, das verwaltete Finanzvermögen, der Track-Record sowie der Einfluss auf die Märkte….Manager Magazin
Auf Platz zehn landete Altmeister George Soros, 85 Jahre alt und rund 25 Milliarden Dollar schwer, dessen Einschätzungen zur Weltwirtschaft unter Investoren nach wie vor Gewicht haben.
US-Magazin Forbes

Automatisierung der Megatrend
Was sich vor einigen Jahren noch wie ein Science-Fiction-Roman anhörte, ist heute bereits vielerorts Realität: Roboter bauen, schweißen, tauchen, helfen, pflegen, kicken – und werden dabei dem Menschen immer ähnlicher. Die Maschinenwesen haben sich ihren Platz in Industrie und Handwerk ebenso erobert wie in Medizin und Altenpflege.
Es ist nur einige Tage her, dass ein Operationsroboter selbständig eine Darmwunde vernäht hat. Der Roboter absolvierte die als sehr anspruchsvoll geltende Aufgabe besser als erfahrene menschliche Operateure. Vor wenigen Wochen besiegte dann ein Computer den südkoreanischen Meister des äusserst komplexen asiatischen Brettspiels Go, Lee Sedol. Ähnlich wie die legendären Duelle des damaligen russischen Schachweltmeisters Garri Kasparow gegen die IBM-Computer Deep Thought und Deep Blue Mitte der neunziger Jahre werden die Erfolge von Alphago als Indikator für den Entwicklungsstand der künstlichen Intelligenz angesehen.
Es sind vor allem die Fortschritte in diesem Feld, die Robotern einen weiteren Schub gegeben haben, was Experten dazu bewegt, von einer neuen Generation zu sprechen, der inzwischen dritten. Arbeiteten die Maschinen zunächst stationär, wurden sie mit der Zeit mobil. Heute sind sie in der Lage, gemeinsam mit Menschen an einem Produkt zu werkeln, weshalb dieser Typ «collaborative robot» oder «cobot» genannt wird. Zudem sind Roboter inzwischen in der Lage, voneinander zu lernen.
Auf den Siegeszug der Roboter setzen

Demografische Zeitbombe
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.
Wir präsentieren das Konzept der Alterspyramide und zeigen, wie sich diese aufgrund der weltweit steigenden Lebenserwartung und den abnehmenden Geburtenzahlen bis ins Jahr 2050 verändert. Diese Veränderungen können nicht ohne Auswirkungen bleiben.
Meine Damen und Herren, die demografische Entwicklung – ich nenne sie eine demografische Zeitbombe -, ist in aller Leute Mund. Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie man sie darstellen kann. Ich beginne mit der Grafik der sogenannten Alterspyramide. Ich habe die Darstellung vom ECONOMIST übernommen. Kurz und bündig: hier oben befinden sich die älteren Alterskohorten, hier die Alterskohorten von 0-4, 5-9, 10-15 Jahren und hier oben dann die Älteren. In der Mitte zwischen 15 und 65 findet sich die sogenannte „aktive Bevölkerung“. Auf der linken Seite der männliche und auf der rechten die weibliche Teil der Bevölkerung. Üblicherweise geht man davon aus, dass die aktive Bevölkerung auf der einen Seite die Kinder und auf der anderen Seite die oberen Alterskohorten unterstützt. Das ist insofern kein Problem, als das hier oben relativ klein und das hier unten relativ gross ist.
Jetzt schauen wir uns einmal einzelne Jahre an. Hier die weltweite Alterspyramide im Jahr 1970. Hier sehen Sie die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge – die „Baby-Boomer“. Wir wollen einmal schauen, wie sich die Baby-Boomer-Generation nach oben verschiebt. Wenn Sie sich das Jahr 2015 ansehen – das Gelbe ist die heutige Altersstruktur -, und das vergleichen mit der Alterspyramide im Jahre 1970, dann haben sich die geburtenstarken Jahrgänge nach oben bewegt. Ganz oben hat das noch keine Auswirkungen gehabt, aber hier unten fehlen jetzt offensichtlich eine Reihe von Jahrgängen: Die Jungen. Das muss per se noch kein Problem sein. Wenn das hier oben relativ gering bleibt, ist das leicht zu finanzieren. Nun spielen hier aber eine Reihe von anderen Elementen zunehmend eine Rolle: Hier z.B. die globale Entwicklung der Lebenserwartung von Männern (bei Frauen sieht das ähnlich aus, einfach auf einem etwas höheren Niveau). I
n den 50er und 60er Jahren hatten wir in Asien eine durchschnittliche Lebenserwartung der Männer von 40-45 Jahren. In Europa hatten wir damals eine Lebenserwartung von etwa 65 Jahren. Wenn wir jetzt in Richtung 2015 und darüber bis 2050 gehen, dann können wir relativ einfach prognostizieren, dass wir irgendwo zwischen 70 und 80 Jahren landen. Auch das muss noch nicht wirklich ein Problem sein, wir müssen einfach viele kleine Kinderlein produzieren, die den unteren Teil der Alterspyramide auffüllen. Aber auch hier habe ich keine gute Nachricht. Das ist eine Grafik der Anzahl Geburten pro Frau beginnend 1970 und hingehend bis 2010/2015. Während im Jahre 1970 eine Frau im globalen Durchschnitt noch knapp 5 Kinder hatte, liegen wir heute noch gerade bei 2.5 Kindern pro Frau. Es ist offensichtlich, dass diese zusätzlichen Elemente Konsequenzen für die Alterspyramide haben werden. Und konkret sieht dies dann wie folgt aus: Wir rechnen damit, dass wir in den Jahren um 2050 oder 2060 keine Alters „Pyramide“ mehr haben werden, sondern eher so etwas wie einen Bienenkorb. Es liegt auf der Hand, dass dies nicht ohne Auswirkungen für die soziale und sozialpolitische Situation sein kann. Und hier noch einmal der Vergleich mit dem Jahre 1970: Fehlender Nachwuchs und die oberen Kohorten werden immer zahlreicher und älter. Das wird Konsequenzen haben.
Ich fasse zusammen: Zeitbombe? Vielleicht ein bisschen ein martialischer Ausdruck. Fakt ist aber: In 20 oder 30 Jahren kann die aktive Bevölkerung denn Lebensstandard der oberen Kohorten der Alterspyramide kaum noch finanzieren. Das wird wirtschaftliche und sozialpolitische Auswirkungen haben. Viele der heutigen Zuschauer werden dann zumal zu den Alten zu gehören. Sie brauchen nicht beleidigt zu sein, meine Damen und Herren, ich gehöre auch dazu. Wir werden dann zu den Alten gehören. Wie sieht es für die Jüngeren aus? Keine Entwarnung: auch in 40 oder 50 Jahren ist die Situation noch nicht besser. Auch unsere Nachkommen werden das gleiche Problem haben.
Was heisst das für uns alle konkret? Das heisst, dass die staatlichen Systeme die uns heute unterstützen und in vielen Ländern als 3-Säulen-System aufgebaut sind, dann nicht mehr in der Art und Weise funktionieren wie heute. Die Lehre daraus? Sorgen Sie vor. Heute schon. Wenn nicht Sie für sich vorsorgen, um Gottes willen, wer soll dann für Sie sorgen? Und auf welche Weise sorgen Sie am besten vor? Fintool und der lange Horizont werden Ihnen helfen. Sie müssen einfach regelmässig vorbeikommen.

Videos Kategorie Finanzkompetenz
Stagnation, Rechtspopulismus und eine Krise der Eliten
Thomas Seifert berichtet: Der weltweit renommierte „Financial Times“-Wirtschaftskommentator Martin Wolf sieht Wutbürger und Rechtspopulisten als Resultat des Endes des sozialpartnerschaftlichen Nachkriegskonsenses. Der Aufstieg von Donald Trump in den USA, die Erfolge von Rechtspopulisten in Frankreich, Großbritannien und Österreich und das Auftreten der Wutbürger sind Folgen eines immer tieferen Misstrauens der Bürger den wirtschaftlichen und politischen Eliten gegenüber, sagt Martin Wolf im Interview mit Thomas Seifert.
„Wiener Zeitung„: Gibt gibt es einen Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und der ansteigenden sozialen Ungleichheit?
„Viele Bürger hegen das Gefühl, dass die Vertreter der Eliten Gauner sind“, gibt Martin Wolf zu bedenken.
Martin Wolf: Ja, den gibt es. In Europa gab es in den vergangenen Jahrhunderten ein Ringen darum, eine stabile Form der demokratischen Politik für industrialisierte Gesellschaften zu schaffen. In der gesamten zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sahen wir das „Demokratische Zeitalter“, wie es der französische Politiker Alexis de Tocqueville genannt hat, vor unseren Augen entstehen. Und das umfasste den Wandel von absoluten Monarchien zu Staaten, in denen ein größerer Teil der Menschen Teilhabe am politischen Prozess hat. Diese Entwicklung war eine Folge von Industrialisierung und Urbanisierung, denn die Bewohner der Städte waren ein wichtiger Teil des politischen Lebens, wie es die Bauern zuvor nie gewesen waren. Aber das war ein sehr schmerzhafter Prozess, begleitet von Kriegen, massiven sozialen Verwerfungen, dem Aufstieg der Kommunisten und Nazis. Eine halbwegs befriedigende Antwort war dann mit den verschiedenen Varianten von Sozialdemokratie und der Nachkriegssynthese gefunden. Ökonomisch war das sehr erfolgreich. Das erste Mal seit dem Beginn der Industrialisierung wurden die Früchte des Wachstums ziemlich breit verteilt. Einerseits durch steigende Löhne und andererseits durch den Wohlfahrtsstaat. Der Deal lautete: soziale Sicherheit gegen hohe Steuern. Aber es war – wie sich heute zeigt – ein fragiler Deal. Warum?… Wienerzeitung
Umwandlungssatz II
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.
Der Umwandlungssatz ist ein wichtiges Konzept im Rahmen der beruflichen Vorsorge (BVG), welches oft öffentlich diskutiert aber nicht überall verstanden wird. Wir widmen ihm zwei Videos.
Ein lesenswerter Beitrag: Das Einmaleins des Pensionskassenauszugs
Videos Kategorie Finanzkompetenz
G7 und die Rolle der Frauen
Viele Punkte der Agenda „Frauen“wären bereits Themen des Gruppe der Sieben G7 Gipfels in Deutschland 2015 gewesen – zum Beispiel die Themen „Frauen“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ und „Rolle der Frau in unseren Gesellschaften“. Japan werde wollte das weiter verfolgen. Ebenso Themen wie Gesundheit und Pandemien.
Jetzt beim Gipfeltreffen in Ise-Shima wurden die Themen wie die Rolle der Frauen oder Fragen des Sozial- und Gesundheitswesens aufgegriffen.
Japan möchte eine Gesellschaft schaffen in der Frauen aktiv sind. Im Rahmen dieser Initiative hostet Japan die Weltversammlung für Frauen WAW
Aufbauend auf den Fortschritten beim Schloss Elmau-Gipfel im Jahr 2015 wurden auf dem G7-Ise-Shima-Gipfel einige Probleme mit einer bestimmten Bedeutung für Frauen besprochen. Dazu gehören Frauen durch Bildung befähigen, die Förderung einer stärkeren Engagement in Naturwissenschaften und Technik, und die Beschleunigung der internationalen Dynamik für Frauen noch größere Rollen in einem breiteren Spektrum von Bereichen zu übernehmen .
G7 setzen auf Instrumentenmix zur Wachstumsförderung. Die G7 wollen der Weltwirtschaft mit einer Mischung aus Reformen sowie Geld- und Finanzpolitik neuen Schwung geben. Das von Japan erhoffte Konjunkturpaket wird es vorerst nicht geben.
Die G7-Gruppe führender westlicher Industrieländer hat einem gemeinsamen Konjunkturpaket eine Absage erteilt und setzt auf einen Instrumentenmix zur Ankurbelung der Weltwirtschaft.
Wichtig sind Strukturreformen, Geld- und die Finanzpolitik. Insbesondere Strukturreformen werden entscheidend sein. Die G7 ist sich einig, nachhaltiges Wachstum werde es nur mit ehrgeizigen Strukturreformen geben.
Die Debatte der G7 sei daher weniger aufgeregt verlaufen, als vor dem Treffen angenommen worden sei. Man ist sich einig, dass es auf die richtige Zusammensetzung und Qualität der Staatsausgaben ankomme, um wichtige Wachstumsimpulse zu setzen. Es gehe nicht darum, möglichst viel Geld auszugeben, sondern es gezielt und richtig zu investieren.
Es wurde gewarnt, die Stabilisierung der Finanzmärkte aus den Augen zu verlieren. Erfolge könnten zunichte gemacht werden, weil die Erinnerung an die Finanzkrise verblasse, Reformschritte in Frage gestellt werden könnten oder weil es ein Übermaß an hoher Liquidität gebe und zu hohe Risken eingegangen würden. Die Volatilität an den Kapitalmärkten sei ein hohes Risiko für die Weltwirtschaft, vor allem für Schwellenländer. G7 PressReleases

Niob ein einzigartiges Geschäft
Niob, benannt nach einer Sagengestalt der Antike,
wird für die Produktion von leichterem und stärkerem Stahl für Industrierohre und Flugzeugbauteile verwendet. Erzeugt wird das Metall nur an drei Orten weltweit, und sein Preis liegt knapp achtmal so hoch wie der für Kupfer.
Im April erwarb China Molybdenum die brasilianische Niob- und Phosphat-Tochter von Anglo American und schlug damit mindestens 15 Konkurrenten aus dem Feld. Der Preis lag bei 1,5 Milliarden Dollar, 50 Prozent höher als Analysten erwartet hatten. Der Kaufrausch, an dem auch Vale, Apollo Global Management und X2 Resources teilnahmen, zeigt die zunehmende Attraktivität eines Marktes mit einem Volumen von bis zu 4 Milliarden Dollar für ein weiches, silbriges Metall, das vielen Experten weitgehend unbekannt ist.
Ein mysteriöses Metal das auch in einem Bergwerk in einem Minengebiet in der Mongolei gewonnen wird. Seltene Metalle lenken die Aufmerksamkeit von internationalen Rohstoff-Investoren auf sich.
Der Wert von Bergwerken und Stahlhütten hat aufgrund des Preiseinbruchs bei Rohstoffen so gelitten, dass einige von ihren Eigentümern verschenkt wurden, um Verluste einzudämmen oder Schulden abzubauen. Aber mindestens ein Metall zieht derzeit viel Aufmerksamkeit auf sich.
Niob ist hart wie Stahl, weich wie Butter
Wenige Metalle sind so resistent gegen Hitze. Die Hülle und das Steuerruder des Shuttles wurden in einem Hochofen getestet, 45 Minuten lang, bei einer Temperatur von mehr als 1000 Grad Celsius. Ergebnis: nur ein paar Kratzer an der obersten Schicht der Niob-Legierung. Das Metall hätte weit mehr Belastung ausgehalten, sein Schmelzpunkt beträgt 2477 Grad.
Ohne die Bleche, Drähte, Rohre, Schrauben und Muttern aus Niob wäre die Raumfahrt nicht so weit, wie sie heute ist. Das gilt auch für die Bauindustrie. Wenn es besonders stabil sein soll, führt kaum ein Weg an Niob vorbei. Die Säulen von Brücken, die Masten von Hochspannungsleitungen, kilometerlange Pipelines – Niob sorgt dafür, dass die Konstruktion starken Belastungen standhält.
So hart sind die Legierungen, dass selbst die meisten Säuren ihnen nichts anhaben können, zumindest, solange sie nicht zu heiß sind. Bei der Herstellung hingegen kann das Material weich sein wie Butter: Schon bei Zimmertemperatur lässt es sich einfach walzen und schmieden.
„Ich wusste nicht, was Niob ist, und ich war schon 20 Jahre in der Bergbauindustrie tätig, bevor mir diese Gelegenheit über den Weg lief“, sagt Craig Burton, Vorsitzender von Cradle Resources. Das Unternehmen will in Tansania das Niob-Projekt Panda Hill für 200 Millionen Dollar vorantreiben. „Ich musste erst einen Blick auf das Periodensystem werfen, um sicher zu sein, dass es ein Element war. Es ist definitiv ein Nischenbereich.“
Niob ist schwer zu finden und schwer zu bewerten. Mehr als 80 Prozent des weltweiten Angebots kommen von einer einzigen Gesellschaft, der Cia. Brasileira de Metalurgia & Mineracao (CBMM) aus Brasilien. Das Metal Bulletin, das Preise für so exotische Metalle wie Wismut und Germanium veröffentlicht, erklärt, es gebe nicht genug Liquidität, um einen Preis für Niob anzugeben.
Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Preis für Niob bei rund 40 Dollar je Kilogramm, berichtet Cradle Resoures aus Perth, Australien. Eine entsprechende Menge Kupfer kostete an der London Metal Exchange rund 5,49 US-Dollar. Die weltweite Nachfrage nach Niob beläuft sich auf 90.000 bis 100.000 Tonnen jährlich.




