Chinesische Masche erbeutet Millionen

Mit gefälschten E-Mails und verblüffend simplen Tricks bringen Betrüger aus China internationale Konzerne um Millionensummen. Dabei helfen ihnen leichtgläubige Mitarbeiter. So funktioniert die Masche.

Johnny Erling berichtet: Heiligabend 2015 klingelte beim Shanghaier Rechtsanwalt Rainer Burkardt das Handy. Der Anruf kam aus Österreich, war aber keine frohe Botschaft zum Fest. Der Finanzchef eines mittelständischen Unternehmens klagte: Internet-Schwindler hätten seine Firma am Vortag ganz unchristlich über den Tisch gezogen.
Mit imitierten E-Mails hätten sie sich gegenüber seiner Buchhalterin als Vorgesetzte ausgegeben und sie angewiesen, sehr viel Geld auf ein Konto der Shanghai Pudong Entwicklungsbank zu transferieren. Angeblich, um rasch einen noch geheimen Unternehmenskauf in China zu finanzieren. Die Mitarbeiterin folgte den Anordnungen, schöpfte dann aber am Nachmittag des 23. Dezember Verdacht.

Österreichs Polizei wurde eingeschaltet, die chinesische Bank per Überweisungssystem Swift informiert. Doch der Transfer war nicht mehr zu stoppen. Ob Burkardt etwas tun könne, fragte der Manager am Telefon aufgeregt. Es gehe um fast vier Millionen Euro….
Mit dieser Masche erbeuten Chinesen Millionen
China Crime

Was sind gerupfte Bankentitel?

Vorsicht vor den launischen Affen. Gerupfte Bankentitel in Singapur. Ein Viertel des Einbruchs an der Börse sei begründet, der Rest sei Panik. So heisst es in Singapur. Aber bei Banktiteln sorgen China, die Zinsen und Ausfallrisiken wegen des Ölpreises für Verluste.

Manfred Rist berichtet: Die grösste Bank, die DBS, muss an der Börse markante Abschläge hinnehmen. Als eine Grossbank kürzlich in Singapur zu einem Neujahrsanlass lud, gab es nur ein Thema: der unberechenbare Affe. Im chinesischen Kalender spielt heuer auch Feuer eine wichtige Rolle. Daraus reimen sich die abergläubischen Asiaten derzeit gerne die tollsten Geschichten. Dabei fehlt es nie an Dramen und Überraschungen. Und da das Kalenderjahr an den Börsen so launisch begonnen hat, sehen sich viele Auguren in ihren Ausblicken bereits jetzt bestätigt.Kein Zinsumfeld für Erträge

Auch im sonst so stabilen Singapur herrscht Aufregung. Zu Jahresbeginn ist der Straits-Times-Index (STI) schlagartig um 10% eingebrochen; seither sind tägliche Fluktuationen von 3% fast an der Tagesordnung. Konservative Investoren sind noch aus einem anderen Grund geschockt: Bankentitel, traditionell fester Bestandteil eines auf Sicherheit angelegten Portfolios, sind in den vergangenen Monaten besonders stark unter die Räder gekommen. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) sah sich bereits veranlasst, die Solidität der Banken zu betonen. Die drei grösseren Institute, DBS Group, Oversea-Chinese Banking Corp. (OCBC) und United Overseas Bank (UOB), sind untrennbar mit dem Aufstieg Singapurs zum Finanzzentrum verbunden. Sie gehören in die Kategorie «Too big to fail», und sie profitierten lange vom Wirtschaftswachstum des Stadtstaats, von wohlhabenden Investoren aus Nachbarländern und von der Expansion in China. Doch diese Erfolgsfaktoren lassen sich in letzter Zeit nicht mehr addieren. Im gegenwärtigen tiefen Zinsumfeld, heisst es in Bankkreisen resigniert, liessen sich Erträge immer schwerer erzielen. Eine Wende sei nicht in Sicht, zumal weltweit an Negativzinsen laboriert werde…
Gerupfte Bankentitel in Singapur
Gerupftes Huhn

Gefährliche Preise auf dem Wohnungsmarkt

Immobilienboom: Weil Kaufpreise stärker steigen als das Einkommen, können sich immer weniger Menschen ein Eigenheim leisten. Immobilien in Großstädten werden immer teurer. Experten fürchten, dass sich das bald ändern könnte – und viele Deutsche dann hoch verschuldet sind.

Benedikt Müller und Steffen Uhlmann berichten: Wer im Jahr 2010 eine Eigentumswohnung in einer deutschen Großstadt gekauft hat, der hat – Stand jetzt – eine ziemlich gute Entscheidung getroffen. Denn seitdem sind Immobilien in den größten Städten im Durchschnitt um gut 40 Prozent teurer geworden. Das hat die Deutsche Bundesbank ausgerechnet. Wer dagegen jetzt, im Jahr 2016, über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, der fragt sich, ob die Preise nicht zu stark gestiegen sind. Fachleute drücken ihre Sorgen immer deutlicher aus: „Wem es bei den mittlerweile seit fünf Jahren kräftig steigenden Häuserpreisen langsam mulmig zumute wird, sollte seinem Bauchgefühl ruhig vertrauen“, schreibt Commerzbank-Analyst Marco Wagner. Die Gefahr: Sollten die Kreditzinsen wieder steigen und der Preisanstieg nachlassen, könnten viele Schuldner in Probleme geraten.

Doch noch geht der Boom ungebremst weiter: Im vergangenen Jahr verteuerten sich Eigentumswohnungen in Westdeutschland durchschnittlich um 7,2 Prozent, im Osten um 6,2 Prozent. So steht es im Frühjahrsgutachten, das der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) am Dienstag vorgestellt hat. Demnach stiegen die Wohnungspreise etwa in Stuttgart um 19 Prozent. Schlichtweg „gaga“, sagt Harald Simons, Vorstand des Forschungsinstituts Empirica: „Der Kaufpreis steht in keinem Verhältnis mehr zum Ertrags- oder Nutzwert der Wohnung.“ Es sind vier Aspekte, welche die Experten nun beunruhigen…
Immobilienboom Gefaehrliche Gaga-Preise auf dem Wohnungsmarkt
Immobilienblase

Milliarden für Millionäre

Die Geschichte eines Staatsversagens: Die ARD-Doku „Milliarden für Millionäre – wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt“ zeichnete einen spannenden Wirtschaftskrimi nach. Hat der Staat jahrelang unser Steuergeld an Reiche verschenkt? Bei bestimmten Aktiendeals konnten sich Anleger Ertragssteuern erstatten lassen, ohne sie vorher gezahlt zu haben. Nun ermitteln die Staatsanwaltschaften.

Bafin schliesst Deutsche Maple Bank

Krankenhaus soll Erpressung mit Bitcoin bezahlen

Hacker infiltrieren Krankenhaus und verlangen 9.000 Bitcoin Lösegeld.

Das Hollywood Presbyterian Medical Center in der Mitte von Los Angeles hat ein Problem. Hackern ist es gelungen, das Computersystem des 430-Bett-Krankenhauses außer Betrieb zu setzen. Für die Herausgabe der Schlüssel, die das System wieder aktivieren, verlangen die Cyberkriminellen 9.000 Bitcon, was derzeit rund 3,2 Millionen Euro entspricht.

Das 21. Jahrhundert wird vielleicht als Zeitalter der Kryptoanarchie in die Geschichte eingehen: als eine Zeit, in der IT-Systeme mehr und mehr lebensnotwendige Funktionen ausüben, aber zugleich zu Einfallstoren für Kriminelle aus dem Cyberspace werden. Einen Vorgeschmack, wie das ausgehen kann, erhielten Patienten des Hollywood Presbyterian Medical Centers. Sei einigen Wochen werden Untersuchungsergebnisse per Faxt anstatt per E-Mail verschickt, Aufnahmen mit Stift und Papier anstatt mit Computern dokumentiert und Patienten wegen alltäglicher Behandlungen an andere Kliniken weitergeleitet.

Das Krankenhaus mit seinen 430 Betten fiel einem schweren IT-Angriff zum Opfer. Wie es aussieht, hat ein Virus, der irgendwie ins System eingedrungen ist, die Datenbanken verschlüsselt. Die Folge: Ärzte können nicht mehr zeitnah auf Patientendaten zugreifen, der Datentausch mit Laboren, Röntgengeräten und Computertomographen ist unterbrochen und Strahlungsgeräte sowie die Onkologie sind ausgeschaltet. Softpedia berichtet, dass mehr als 900 Patienten in andere Krankenhäuser geschickt wurden…
Hacker infiltrieren Krankenhaus und verlangen 9.000 Bitcoin Loesegeld
Krankenhaus  gehackt

Rebalancing – Neugewichtung

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Bei gemischter Allokation – z.B. in Aktien und Anleihen – kann ein stark unterschiedlicher Verlauf der einen Anlageklasse zu strategischen Ungleichgewichten führen. Das Video zeigt auf, wie in solchen Situationen vorzugehen ist.

Ihr Investment-Portfolio Rebalancing ist entscheidend für die richtige Risikoprofil der Anlage

Ihr Investment-Portfolio Rebalancing ist entscheidend für die richtige Risikoprofil der Anlage

Videos Kategorie Finanzkompetenz

Niedriger Erdölpreis – Fluch oder Segen?

Turbulente Finanzmärkte. Von nichts hängen die Finanzmärkte derzeit so stark ab wie vom Erdölpreis. Sein Absturz hat grosse Verwerfungen ausgelöst. Wie geht es mit seiner Notierung weiter, und was bedeutet das für die Märkte?

Michael Schäfer berichtet: Das billige Erdöl lässt Konsumenten beim Tanken sparen, es hat aber auch negative Auswirkungen. Es ist noch nicht allzu lange her, da konnte man sich als Anleger nur voller Vorfreude die Hände reiben. Angesichts fallender Erdölpreise malten die Prognostiker ein rundum rosiges Bild. Für wichtige Länder dieser Welt würden günstige Energiepreise wie ein kostenloses Konjunkturpaket wirken, hiess es, die Aussichten für die Aktienmärkte seien also blendend. Bestenfalls wie auf einem Beipackzettel wurde darauf verwiesen, dass ein sinkender Erdölpreis auch punktuell zu unerfreulichen Nebenwirkungen führen könne, etwa bei den Firmen, die das schwarze Gold förderten, oder in Ländern, die ebenfalls stark von der Ressource abhingen.
Notverkäufe der Staatsfonds

Entweder lag es nicht in der Vorstellungskraft der Auguren, wie schnell und tief der Erdölpreis sinken kann, oder sie haben schlichtweg unterschätzt, welches Ausmass die «Nebenwirkungen» annehmen können, ist er erst einmal weit genug gesunken. Nach einem Einbruch des Erdölpreises um über 70% in nur 18 Monaten hat sich die Einschätzung nämlich fundamental verändert. Auf dem Niveau von rund 30 $ für ein Fass der Nordseesorte Brent angekommen, verbreitet der unerwartet billig gewordene Energieträger alles andere als Freude an den Finanzmärkten. Noch stärker als das nachlassende Wachstum in China lässt nämlich derzeit der tiefe Erdölpreis die Märkte erzittern.
Niedriger Erdoelpreis – Fluch oder Segen
Erdoel

Millionenteure Misswirtschaft in Berliner Sozialbehörde

Die Berliner Sozialbehörde Lageso soll Gelder in Millionenhöhe durch Misswirtschaft verloren haben. Prüfer weisen einem Bericht zufolge fehlende Berechnungen, chaotische Akten und Vetternwirtschaft nach.

Wirtschaftsprüfer hatten dem Lageso bereits im vergangenen Jahr schwere Mängel bei der Vergabe von Asylunterkünften nachgewiesen. Daraufhin hatte der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses einen Bericht zu möglichen finanziellen Schäden für Januar 2016 gefordert.
Bericht über millionenteure Misswirtschaft im Lageso
'Well I think we found the source of your cash flow problems, Mr. Wallis!'

China schliesst Schattenbanken

60 illegale Banken geschlossen.  Im Kampf gegen Geldwäsche haben die chinesischen Behörden 2015 gut 60 Schattenbanken geschlossen. Die Überwachung soll verstärkt werden.

Im Kampf gegen die Kapitalflucht treibt China sein Vorgehen gegen sogenannte Schattenbanken voran. Im vergangenen Jahr seien mehr als 60 dieser im Verborgenen agierenden Geldhäuser zerschlagen worden, sagte der Chef der Devisenhandelsaufsicht, Zhang Shenghui, der Nachrichtenagentur Xinhua. Diese Untergrund-Banken seien mutmasslich für verbotene Finanztransfers über umgerechnet mehr als 130 Mrd. € verantwortlich gewesen. Die Regierung wolle den Kampf dagegen in diesem Jahr weiter verschärfen.

Seine Behörde werde dazu auch von den regulären Banken eine verstärkte Überwachung verdächtiger Transaktionen einfordern. Zudem werde sie auch Broker, Versicherer und andere Anbieter von Finanztransfers genauer unter die Lupe nehmen. In der Grauzone jenseits des regulierten Bankensektors tummeln sich in China Versicherer, Leasingfirmen und andere Kreditgeber – darunter auch illegale Unternehmen.

Die Führung in Peking geht seit längerem stärker gegen verbotene Bankgeschäfte vor und hat dabei vor allem Geldwäscherei und gesetzeswidrige Kapitaltransfers ins Ausland ins Visier genommen. Im November deckten die Behörden den bisher grössten Schattenbanken-Fall in China mit einem Volumen von umgerechnet 66 Mrd. Fr. auf.
Schattenbanken

Zwischen Unsicherheit und Panik

Gebeutelte zyklische Aktien und Bankenwerte. An den Börsen geht die Angst vor einer weltweiten Rezession um. In einer volatilen Handelswoche verlor der Swiss-Market-Index deutlich an Wert.

Michael Ferber berichtet: Zyklische Aktien und Bankenwerte kommen an der Schweizer Börse unter die Räder. «Panik regiert», so hat eine Bank die Entwicklung an den Börsen in der vergangenen Woche kommentiert. Nach starken Schwankungen hat der Schweizer Aktienmarkt diese abermals mit einem deutlichen Minus beendet. Das Leitbarometer der Schweizer Standardwerte, der Swiss-Market-Index (SMI), gab trotz Gewinnen am Freitag auf Wochensicht um 3,8% nach. Seit Jahresbeginn hat der SMI somit ein Minus von 13,2% eingefahren. Damit ist der Schweizer Leitindex aber nicht alleine. Der europäische Euro-Stoxx 50 notiert seit dem Jahresstart mit 15,7% in negativem Terrain, der japanische Leitindex Nikkei 225 sogar mit 21,4%.

Die Bewegung des SMI in der vergangenen Woche – deutliche Verluste am Montag, Dienstag und Donnerstag bei temporären Gegenbewegungen am Mittwoch und Freitag – zeige, wie verunsichert die Investoren derzeit seien, sagt Philipp Jäggle, Analytiker bei der Zürcher Kantonalbank. Viele Anleger hätten Angst vor einer weltweiten Rezession. Die grosse Frage sei derzeit, ob die Kursrückgänge an den Finanzmärkten das Potenzial hätten, die Realwirtschaft in die Rezession zu stossen. Aufgrund der relativ starken Verfassung der US-Wirtschaft sei damit aber nicht zu rechnen, der Markt habe wohl etwas überreagiert.
Gebeutelte zyklische Aktien und Bankenwerte
Boerse