Fridensnobelpreis für Wided Bouchamaoui und ihr Team

Friedensnobelpreis geht nach Tunesien
Im Jahr 2013 ist sie als beste Business-Frau monde arabe2 Welt bezeichnet worden. Wided Bouchamaoui
2014 erhielt sie eine Auszeichnung der Business for Peace Foundation

Überraschung in Oslo: Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an das tunesische nationale Dialog-Quartett. Wer sich hinter der Initiative verbirgt.

Der offizielle Name der Initiative lautet übrigens „Quartett für den nationalen Dialog“. Das Quartett besteht aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem tunesischen Arbeitgeberverband (UTICA), der tunesischen Menschenrechtsliga (LTDH) und der tunesischen Anwaltskammer. Das Nobelkommitee teilte mit, dass es die Auszeichnung als Ermutigung für das ganze Land verstehe.

Das tunesische nationale Dialogquartett  habe dabei geholfen, dass die Revolution in Tunesien positiv verlaufen sei, teilte das norwegische Nobel-Komitee mit.

Ackermann war’s

Cryans Schocktherapie für die Deutsche BankJohn Cryan
Die Methode Cryan – je härter, desto besser

Arvid Kaiser berichtet: John Cryan in einer Aufnahme von 2010 bei der UBS
John Cryan meint, die Beschäftigten der Deutschen Bank müssen jetzt tapfer sein. Ebenso die Aktionäre. Der neue Chef räumt auf – ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Rücksicht auf seine Vorgänger.Nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Jahre nun auch noch das: Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan stimmt Mitarbeiter und Aktionäre auf ein Minus von 6,2 Milliarden Euro für den Zeitraum Juli bis September ein – das ist der bisher höchste Verlust der Deutschen Bank in einem Quartal. Schlimmer als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise: Da kam die Bank mit 4,8 Milliarden Euro Ende 2008 noch vergleichsweise glimpflich davon.

Der Aktienkurs Börsen-Chart zeigen drehte nach dem ersten Schock am Donnerstag zeitweise sogar ins Plus, der Verlust hielt sich bis zum Handelsschluss in Grenzen. Am Rekordtief der vergangenen Woche schrammte er vorbei. Der Börsenwert entspricht ohnehin schon weniger als dem halben bisher ausgewiesenen Buchwert.
Dividende weg? Na ja, wenigstens ist nicht schon wieder eine milliardenteure Kapitalerhöhung nötig, lautet der Tenor der Analysten. Von einer „Bilanzbereinigung“ als „erster bedeutender Duftmarke“ des neuen Chefs spricht Kian Abouhossein von JPMorgan anerkennend. Cryan übersetzt: Ackermann war’s…..

Zusammen mit der Schaffung einer internen Bad Bank entstand das Bild eines Sanierungsfalls hinter der von Ackermann gemalten glänzenden Fassade. Dessen Beteuerung, er hinterlasse die Bank „gut für eine erfolgreiche Zukunft gerüstet, verklang im Hohn. ….
Cryans Schocktherapie fuer die Deutsche Bank
vom Acker-Mann

Reform des Geldwäsche-Gesetzes

Am 20 Mai 2015 hat das Europäische Parlament die vierte Geldwäsche-Richtlinie verabschiedet. Kein Mitgliedsstaat hat seit 1991 die GWRL umgesetzt. Die 4te GWRL ersetzt die 3te. Eine Umsetzung der 4ten GWRL in nationale Recht hat wieder Zeit bis Juni 2017. Das ist vom Gesetzgeber geplantes Nichtstun.

Eine Neuigkeit ist, dass die Endeigentümer von Unternehmen in öffentliche EU-Register aufgenommen werden sollen, die Behörden und Personen mit „berechtigtem Interesse“, wie zum Beispiel investigative Journalisten, einsehen dürfen.
Gesetz zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung

Neue UN-Agenda 2030: UN will den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität stärken.Vergangenen Freitag kamen in New York mehr als 150 Staats- und Regierungschefs zusammen, um über die Nachfolger der Millenium-Entwicklungsziele zu beschließen. Die sogenannte Agenda 2030 bildet ein Art Fahrplan für die kommenden 15 Jahre: 17 Ziele sind darin genannt, die erreicht werden sollen. Erfreulicherweise ist auch der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität darin festgeschrieben. Im Ziel 16 zu Frieden, Recht und Governance werden die Reduzierung illegaler Finanz- und Waffenströme, die Rückführung unterschlagener Vermögenswerte und die Bekämpfung aller Formen der OK als Vorgabe genannt.
Organisierte Kriminalität in der »2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung

Nel / Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Nel / Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Frauen und Kinder leiden unter Korruption


Jahrhundert-Privatisierung?

Japanische PostJapan Post
Der japanische Staat will Teile der Post veräussern. Die Privatisierung wird voraussichtlich die grösste seit den 1980er Jahren sein und 11,6 Mrd. Fr. lösen. Den Erlös will Japan für die Bewältigung der Fukushima-Atomkatastrophe und des Erdbebens von 2011 verwenden.

Japan will beim grössten Verkauf von Staatsbesitz seit drei Jahrzehnten umgerechnet rund 11,6 Mrd. Fr. einnehmen. Am Mittwoch legten die japanische Post sowie die Bank- und Versicherungstöchter der Japan Post Holdings entsprechende Preisspannen für ihre Börsengänge fest.

Zunächst werden rund 10% der drei Gesellschaften verkauft, weitere Anteile sollen folgen. Das Geld soll in den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und der Atomkatastrophe in Fukushima vor viereinhalb Jahren fliessen. Insgesamt will die Regierung dafür rund 32 Mrd. Fr. durch den Verkauf von Teilen der drei Post-Gesellschaften einnehmen.

Der Grossteil der Anteile ist für Kleinanleger reserviert. Handelsstart ist am 4. November. Die Börsengänge sind die grösste Privatisierung seit dem Marktdebüt des Telekommunikationskonzerns NTT im Jahr 1987.
One 130 Yen postage stamp from Nippon- Japan

Bestechungsskandal bei den Vereinten Nationen

Was Whistleblower, oft unter schwierigsten Umständen, uns schon seit Jahren versuchen zu erzählen, kommt langsam auf den Tisch. Ein Filz aus Kumpanei, Vertuschung und Verschleierung. Nicht nur in der Politik, Justiz, Banken, Fifa, VW und den Vereinten Nationen um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Überall gibt Bemühungen zur Aufklärung. Das könnten hoffentlich endlich Anfänge einer positiven Entwicklung gegen Korruption sein.

Hoher Uno-Diplomat unter Korruptionsverdacht. John WilliamJohn Ashe leitete die Uno-Vollversammlung und hat sich wohl noch etwas dazuverdient. Ermittler werfen ihm und weiteren Diplomaten Korruption im grossen Massstab vor.

Es ist der wohl grösste Korruptionsskandal in der Geschichte der Vereinten Nationen: Weil er mehr als eine Million Dollar an Bestechungsgeldern angenommen haben soll, wurde am Dienstag der ehemalige Vorsitzende der Uno-Vollversammlung, John Ashe, in der Nähe von New York festgenommen.

Der aus Antigua und Barbuda stammende Diplomat soll das Schmiergeld von chinesischen Geschäftsleuten bekommen haben. Im Gegenzug, so teilte die amerikanische Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit, habe Ashe den Chinesen den Weg für lukrative Investitionen frei gemacht.

«Sind Bestechungen bei der Uno an der Tagesordnung?»
Der 61-jährige Ashe hielt den – eher repräsentativen Posten – des Präsidenten der Vollversammlung von September 2013 bis September 2014. Ausser gegen ihn wird noch gegen fünf weitere Personen ermittelt, unter ihnen der stellvertretende Uno-Botschafter der Dominikanischen Republik, Francis Lorenzo.

Staatsanwalt Preet Bharara betonte, die Ermittlungen seien noch im Anfangsstadium und es könnte nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere verwickelt seien. «Wir werden fragen: ‹Sind Bestechungen bei der Uno an der Tagesordnung?›»
Rolex-Uhren, Massanzüge und ein privater Basketballplatz

Ashe jedenfalls habe die Gelegenheit am Schopf ergriffen, als der chinesische Milliardär Ng Lap Seng und andere ihm die Möglichkeit dazu geboten hätten, so Bharara. Konkret soll sich der Uno-Diplomat dazu bereit erklärt haben, dem Milliardär bei der Eröffnung eines Konferenzzentrums in dessen Heimat, der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau, zu helfen. Seng wurde bereits vor zwei Wochen verhaftet.
Bestechungsskandal bei den Vereinten Nationen
UNO tagt

Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Risiken für die deutsche Wirtschaft

Ökonomen warnen vor Konjunktur-Euphorie. Das sind die Risiken für die deutsche Wirtschaft. Die Prognosen von Forschungsinstituten und IWF sagen: Deutschland bleibt auf Wachstumskurs. Doch Experten warnen: Die glänzende Fassade der deutschen Wirtschaft ist trügerisch. Wie lange hält der Deutschland-Boom?

Dietmar Neuerer berichtet: Der deutschen Wirtschaft geht es bestens – zurzeit. Aber unter der glänzenden Fassade erodieren auf breiter Front viele ihrer Vorteile, warnen Experten. Den einen gilt Deutschland noch immer als starker Mann Europas. Die anderen glauben, dass die Marke „Made in Germany“ der größten Volkswirtschaft Europas wegen des VW-Abgasskandals derart stark gelitten hat, dass der deutschen Wirtschaft eine unsichere Zukunft bevorsteht. So prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag mit 1,5 Prozent im laufenden und 1,6 Prozent im nächsten Jahr ein leicht schwächeres Wachstum für Deutschland als bisher.

Düstere Szenarien wollen Experten aber nicht zeichnen – noch nicht. Denn ihrer Einschätzung nach wird die deutsche Wirtschaft angefacht durch niedrige Zinsen noch ein paar Jahre ordentlich wachsen. Allerdings halten sie es auch für falsch, jetzt in Konjunktur-Euphorie zu verfallen. „Es ist eine Illusion zu glauben, es gebe einen Deutschland-Boom“, rückt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW, Marcel Fratzscher, den Eindruck einer wie geschmiert laufenden Wirtschaft zurecht. Die Volkswirtschaft in Deutschland sei seit dem Jahr 2000 um drei Prozent weniger gewachsen als in Frankreich und 10 Prozent weniger als in Spanien. „Wir erleben zurzeit lediglich einen Aufholprozess dessen, was wir in den 2000er Jahren verpasst haben“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt.

Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung IMK, bremst ebenfalls. „Die wirtschaftliche Fassade Deutschlands ist nicht glänzend, aber solide“, sagte Horn dem Handelsblatt. Diese Solidität rühre aus der im Vergleich zu früheren Aufschwüngen stärkeren binnenwirtschaftlichen Dynamik. „Die relativ kräftigen Lohnsteigerungen lassen, unterstützt von der Einführung des Mindestlohns, die Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar steigen“, erläuterte der Ökonom. Dies führe zu einer „merklichen Ausweitung des Konsums“.
Handelsblatt
Risiken fuer die deutsche Wirtschaft
Economy

Araber-Clans kriminelle Verstrickungen und schmutzige Geschäfte

Drogengeschäfte, Einbrüche, Überfälle Gewalt und Paralleljustiz.
Zwölf mächtige Araber-Familien herrschen über Berlin

Fast jede vierte Straftat im Bereich der organisierten Kriminalität, die in Berlin verübt wird, soll auf das Konto von arabischstämmigen Clans gehen. Ein geheimer LKA-Bericht enthüllt, wie mächtig und gefährlich die Großfamilien sind.

Die Abou-Chakers haben sich längst bundesweit einen Namen gemacht. Die arabischstämmige Großfamilie, die in Berlin ansässig ist, gerät immer wieder wegen mutmaßlicher krimineller Verstrickungen in die Schlagzeilen. Doch der Clan ist nicht die einzige Gruppierung, die den Ermittlern Sorgen bereitet.

Aus einem Geheimpapier des Berliner Landeskriminalamts LKA soll hervorgehen, dass ein Großteil der Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität auf das Konto von arabischstämmigen Großfamilien geht. Zwölf Clans beherrschen die Unterwelt.
Zwoelf maechtige Araber-Familien herrschen ueber BerlinMuslimMafia

Mehr Finanzkrisen-Banker ins Gefängnis

In den Jahren um 2008 durchlebte die Weltwirtschaft ihre seit langem düstersten Stunden. Auf dem US-Immobilienmarkt war die Sub-Prime-Blase geplatzt, woraufhin sich eine weltweite Finanzkrise sowie später eine globale Rezession entwickelten.
An der Wall Street war dies die Zeit des großen Krisenmanagements: Um den ultimativen Crash zu verhindern, nahmen US-Regierung und Notenbank für Wertpapierkäufe, Konjunkturspritzen und Firmenverstaatlichungen Milliarden in die Hand. So gelang es, zahlreiche Finanzfirmen und Märkte vor dem möglichen Kollaps zu bewahren. Gleichzeitig kosteten die Turbulenzen jedoch viele Menschen in den USA und anderswo ihren Job und ihren Wohlstand.

An vorderster Front mit dabei war seinerzeit Ben Bernanke, von 2006 bis 2014 Chef der US-Notenbank Fed. Bernanke hat die aktive Geldpolitik inzwischen seit mehr als anderthalb Jahren hinter sich gelassen. Das Thema Finanzkrise beschäftigt ihn aber nach wie vor, wie seine Memoiren zeigen, die er in Kürze veröffentlichen wird
The Courage to Act: A Memoir of a Crisis and Its Aftermath
Finanzkrisen-Banker ins Gefaengnis

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Athen muss sich sputen, Madrid soll nachbessern

Die Euro-Finanzminister drängen Griechenland zur raschen Umsetzung der Reformen. Es winken Gelder für die Bankenrekapitalisierung und Schuldenerleichterungen. Eine überraschende Mahnung erhält Madrid.

Griechenland muss 48 Reformschritte umsetzen. Die Finanzminister der Euro-Zone (Euro-Gruppe) haben sich am Montag an einer Sitzung in Luxemburg erstmals seit den Wahlen in Griechenland wieder mit dem im August vereinbarten Hilfsprogramm für das Land beschäftigt. Seit der Einigung im Sommer seien die griechischen Umsetzungs-Anstrengungen solide, lobte der Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem danach vor den Medien. Zugleich betonte er, der Schwung sei aufrechtzuerhalten.

Der nächste Vorgang besteht in 48 Reformschritten («Milestones»), auf die sich die beiden Seiten am Freitag verständigt haben und die die Euro-Gruppe bestätigt hat. Ihre Umsetzung, die laut Dijsselbloem hoffentlich bis Mitte Oktober erfolgt, ist die Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Sub-Tranche von 2 Mrd. € aus der Kredithilfe von bis zu 86 Mrd. €.
Athen muss sich sputen, Madrid soll nachbessern
Greece