Bundesbank lehnt Abschaffung von Bargeld ab

Die Bundesbank lehnt die Abschaffung von Bargeld ebenso ab wie Beschränkungen der Verwendung von Bargeld. Die Bundesbank will offenbar die Sorge zerstreuen, dass der Trend aus anderen Ländern Europas auch auf Deutschland übergreifen könnte….

Die Bundesbank hat Forderungen zur Abschaffung von Bargeld erneut eine deutliche Absage erteilt. In einer Rede verwies Thiele auf eine Studie der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2014, nach der gemessen am Umsatz hierzulande nach wie vor 53 Prozent der Waren und Dienstleistungen beim Einkauf bar bezahlt werden. Mittelfristig rechnet allerdings auch die Bundesbank laut Thiele damit, dass an der Ladenkasse der Anteil des Barbezahlens unter die 50-Prozent-Marke sinken wird. In anderen Ländern wie Großbritannien oder in Skandinavien sind neue Bezahlformen über das Internet oder mittels des Smartphone bereits viel stärker verbreitet als in Deutschland. Thiele führte als Beispiel Dänemark an. Dort wolle die dänische Notenbank wegen fehlender Nachfrage ab 2016 voraussichtlich keine neuen Banknoten mehr drucken. Es werde dort auch erwogen, einige kleine Läden vom Annahmezwang von Bargeld zu befreien. Eine solche Einschränkung des Bargelds als gesetzliches Zahlungsmittel sei in Deutschland aus seiner Sicht aber nicht denkbar, sagte Thiele.
Bundesbank lehnt Abschaffung von Bargeld strikt ab
Bargeld

Zunehmende Altersarmut in Europa

elizabeth-corleyChefin von Allianz Global Investors
befürchtet zunehmende Altersarmut in Europa. Böse Überraschungen bei «Pensions-Töpfen»

Die finanzielle Repression dürfte in vielen europäischen Ländern für zunehmende Spannungen zwischen den Generationen sorgen, sagt Elizabeth Corley, Chefin von Allianz Global Investors.

Droht angesichts der extrem niedrigen Zinsen in vielen Ländern eine Pensions-Krise? Die von den Zentralbanken künstlich tief gehaltenen Zinsen sorgen dafür, dass Vorsorgeeinrichtungen die für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen nötigen Erträge nicht erwirtschaften – gemäss Swiss Re rentieren derzeit rund 65% aller emittierten Staatsobligationen in Europa mit weniger als 1%. Hinzu kommen die Alterung der Bevölkerung in Industrieländern und mangelnde politische Reformen, was zusätzlich massiven Druck auf die Altersvorsorgesysteme erzeugt. Elizabeth Corley, Chefin der Anlagefondsgesellschaft Allianz Global Investors, rechnet damit, dass viele Bürger in Industrieländern diese Effekte in den kommenden Jahren spüren werden.
Altersarmut in Europa
EuropaElizabeth Corley, die dunkle Seite einer Milliardenjongleurin

Nadelöhre am Obligationenmarkt?

Niedrige Liquidität birgt Risiken. Obligationen
Die Liquidität an den Anleihemärkten hat sich deutlich verschlechtert. Für viele Anleger sind dies schlechte Nachrichten. Mit wenigen Mass- nahmen kann man sein Portfolio jedoch robuster machen.

Eugen Stamm berichtet: Staatsanleihen gibt es schon lange, wie diese Obligation aus dem Jahr 1913 beweist. Erst, wenn man keine Handlungsmöglichkeiten mehr hat, könnte man resignieren. Für viele Anleger kommt dieser Moment nie – eine Alternative zu Geld, das keine Rendite abwirft, gibt es immer, wie die Verkäufer dieser Alternative nicht müde werden zu betonen. Warum niemand dafür wirbt, einen soliden Teil des Vermögens in Cash zu halten, und warum das trotzdem eine gute Idee ist, das ist einfach erklärbar.

Nicht für alle ein Dilemma
Die Schweizerische Nationalbank verzinst seit dem 12. Januar Einlagen der Banken (ab einem unterschiedlich hohen Freibetrag) mit –0,75%. Diese schieben den Schwarzen Peter nicht einfach ihren Kunden zu, sondern differenzieren. Privatkunden zahlen bis jetzt noch nichts, was so bleiben dürfte, solange die SNB ihren Kurs nicht verschärfen muss; die Zinssätze sind vernachlässigbar gering, aber nicht negativ.
Zahlreiche Nadeloehre am Obligationenmarkt
Diaet

Nobelpreis für Wirtschaft

Angus Deaton wird ausgezeichnet /  CV

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Angus Deaton. Der britische Ökonom wird für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlstand geehrt.
Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht in diesem Jahr an den britischen Ökonomen Angus Deaton. Das teilte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mit.
Der 69-Jährige beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs-, Wohlfahrts- und Gesundheitsökonomie. Der gebürtige Schotte lehrt an der US-Eliteuniversität Princeton.

Deaton bekommt den Preis „für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt“, sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie. „Der diesjährige Preis handelt von Konsum im Großen und Kleinen.

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850.000 Euro) dotiert. Anders als die traditionellen Nobelpreise geht sie nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Die Reichsbank in Schweden stiftete den Preis erst 1968.
Er heißt deshalb auch nicht offiziell Nobelpreis, sondern „Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel“. Verliehen wird die Auszeichnung gemeinsam mit den klassischen Nobelpreisen am 10. Dezember – dem Todestag Nobels – in Stockholm. Nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht.

Zehn Mythen über den Nobelpreis
• Hitler wurde für den Friedensnobelpreis nominiert
• Alle Nobelpreise werden in Stockholm verliehen
• Der Preis für Wirtschaftswissenschaften ist kein echter Nobelpreis
• Fast alle Preisträger sind Männer
• Nobelpreise können posthum verliehen werden
• Man kann nur in einer Kategorie nominiert werden
• Churchill gewann den Friedensnobelpreis
• Auch vier oder mehr Personen können sich einen Nobelpreis teilen
• Ein Nobelpreis kann nicht wieder entzogen werden
• Man kann nur einmal einen Nobelpreis gewinnen

Am häufigsten sind bislang US-Ökonomen mit der Auszeichnung geehrt worden. 2014 hatte aber der Franzose Jean Tirole für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung den Wirtschafts-Nobelpreis erhalten.
Nur einmal ging der Preis in den vergangenen Jahrzehnten an eine Frau: 2009 an die US-amerikanische Umwelt-Ökonomin Elinor Ostrom. Unter den bisherigen Preisträgern gab es zudem mit dem Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten nur einen deutschen Forscher.
Wirtschaftsnobelpreis Angus Deaton

Aktien bei Skandalen und Krisen

Soll man ins fallende Messer greifen?
Kursstürze wie jene bei VW lassen Investoren aufhorchen. Viele vermuten eine Überreaktion des Marktes und wittern ein Schnäppchen. Das ist jedoch eine heikle Strategie.

Werner Grundlehner berichtet: Wer Aktien von «gefallenen Engeln» kauft, riskiert einen tiefen Fall. Wenn ein Unternehmen am Aktienmarkt innert Tagen einen Drittel oder mehr an Börsenwert verliert, werden Investoren hellhörig. Es kann doch nicht sein, dass sich wegen manipulierter Abgastests oder einer Schwäche bei Rohstoffnotierungen und im Handelsgeschäft von einem Tag auf den anderen alles ändert und die bisherigen Bewertungsmodelle für die Aktien auf einmal obsolet sind.
Börsenweisheiten trauen?

Börsianer haben für diese Situation vermeintliche Weisheiten wie «Buy on bad news, sell on good news». Doch bei Aktien von gefallenen Engeln zuzugreifen, trauen sich dann doch die wenigsten Anleger. Das hat mehrere Gründe: Einerseits läuft der Einzelne gerne mit der Herde, und diese mag den betroffenen Valor momentan nicht. Andererseits gab es in der Vergangenheit immer wieder Konzerne und Aktien, die sich nie mehr erholten und von der Bildfläche verschwanden – erwähnt seien hier Swissair, Worldcom oder Enron. Zudem gibt es Unternehmen, die innert Kürze einen hohen Verlust auf dem Börsenwert erleiden, worauf die Erholung an der Börse aber Jahre braucht und der Investor mit Aktien von anderen Unternehmen besser fährt – ein Beispiel hierfür sind die Titel der UBS.
Aktien bei Skandalen und Krisen
Soll man ins fallende Messer greifen

Bank-Konto ohne Ausweis?

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Neukunden per Pass oder amtlichen Ausweisersatz eindeutig zu identifizieren. Weil viele Flüchtlinge solche Dokumente nicht vorweisen können, gelten vorübergehend gelockerte Vorgaben.

Ende August ließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Kreditwirtschaft wissen, dass zur Legitimation nun auch Duldungspapiere mit Foto ausreichen, wenn diese Briefkopf und Siegel einer deutschen Ausländerbehörde tragen und vom Sachbearbeiter unterschrieben sind. So sollen Flüchtlinge einfacher an ein Basiskonto kommen, auf das etwa Sozialleistungen fließen können.

Bank-Konto ohne Ausweis: Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Die Bafin ermuntert Banken, für Flüchtlinge Bank-Konten auch ohne gültige Reisedokumente zu eröffnen. Damit fordert die Behörde die Banken offiziell zum Rechtsbruch auf. Für die Banken ist dies sehr gefährlich – weil sie damit in das Visier der US-Behörden geraten können.
Banken Fluechtlinge bekommen nicht immer problemlos ein Konto
Bank-Konto ohne Ausweis- Aufsicht ermuntert Banken zum Rechts-Bruch
Geografie

Am Futtertrog des Staates

Frankreich ist im Export von Agrargütern landwirtschaft
von Deutschland überrundet worden. Die französische Landwirtschaft tut sich mit der neuen, stärker marktorientierten Agrarpolitik der EU schwer…..

Zu berechtigten Bedenken Anlass gibt allerdings, dass Frankreich laut der Rangliste der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) 2012 bei den Agrarexporten nicht nur von Brasilien, sondern auch von den Niederlanden und Deutschland überrundet wurde und vom weltweit zweiten Rang hinter den USA im Jahre 2000 auf den fünften Platz zurückgefallen ist. Die hohen Aussenhandelsüberschüsse Frankreichs im Agrarsektor spiegeln mithin eine relativ geringe Durchdringung durch Importe und reflektieren nur bedingt Wettbewerbsvorteile.

Am Futtertrog des Staates
Bauer Futter

Zukunftsängste lähmt Jugendliche

Eine Welt voller Terror, der Klimawandel, die Frage nach eigenen Perspektiven: Die Zukunft macht vielen j Von Tom Nebungen Menschen Angst. Psychologen raten, früh einzugreifen, wenn die Sorgen überhandnehmen.

Tom Nebe berichtet: Terror, Umweltverschmutzung, die Belastung von Trinkwasser – das sind Themen, vor denen sich Jugendliche heute fürchten. Ungewöhnlich, könnte man meinen, denn vor allem hierzulande sind Kinder von diesen Dingen kaum direkt betroffen. Doch ihr bisheriges Leben ist trotzdem geprägt von solchen Ängsten: „Sie spiegeln Schlüsselerfahrungen der Generation Y wider“, erklärt Klaus Hurrelmann. Er ist Professor für Public Health und Education an der Hertie School of Governance in Berlin und Experte im Bereich Jugendforschung.

Während ihrer Kindheit und Jugend zwischen 2000 und heute hat diese Generation die Anschläge vom 11. September 2001 oder die atomare Katastrophe in Fukushima als prägende Ereignisse erlebt. Auch darum kommen persönliche Ängste für viele unter ihnen erst an zweiter Stelle.

Das kann die Furcht vor schweren Erkrankungen sein oder der Verlust eines wichtigen Menschen. Erst danach kommen ökonomische Sorgen. „Vor zwei bis drei Jahren war das Thema Arbeitsplatzsicherheit noch präsenter, ist inzwischen aber abgeklungen“, sagt Hurrelmann. Im Laufe der Pubertät beginnen Kinder, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Sie stellen sich Fragen, suchen ihren Platz in der Gesellschaft, wollen herausfinden, was einmal aus ihnen werden könnte. Dass dabei auch Ängste entstehen, ist ganz normal. Damit sie nicht überhandnehmen, müssen Jugendliche früh lernen, richtig mit den Ängsten umzugehen – und sich dafür Hilfe zu suchen…..
Wenn die Angst vor der Zukunft Jugendliche lähmt
Rente 2030

Peru von der besten Seite

Tagung von Weltbank und IMF: Peru
Strikte Fiskaldisziplin, freier Fluss von Auslandsinvestitionen und innovative Sozialprogramme können in Entwicklungsländern Wunder bewirken.

Star in Lateinamerika
Richard Bauer berichtet über Lima. In Wirtschaftskreisen und bei Entwicklungsorganisationen gilt Peru als Vorzeigeland. Hier wurden die Rezepte des Währungsfonds und neoliberaler Ökonomen seit dem Ende der autoritären Herrschaft von Präsident Fujimori im Jahr 2000 konsequent umgesetzt. Rechtzeitig zur internationalen Tagung in Lima hat die Weltbank eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Perus und Vorschläge für die Weiterentwicklung eines Erfolgsmodells vorgelegt. In den letzten zehn Jahren ist die Wirtschaft des zwischen Pazifik und Amazonas gelegenen Andenlandes jährlich im Durchschnitt um 6,4% gewachsen, die zweitbeste Performance unter allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik. Im selben Zeitraum verdoppelte sich das Pro-Kopf-Einkommen – ein Erfolg, den kein anderes lateinamerikanisches Land vorweisen kann – und liegt heute bei 6370 $.

Die Weltbank vermerkt, dass seit dem Jahr 2000 knapp ein Viertel der Bevölkerung des 31 Mio. Einwohner zählenden Landes der Armut entkommen ist und heute zur unteren Mittelschicht zählt. Dabei sind die Einkommen der ärmsten 40% aller Haushalte stärker gestiegen als der nationale Durchschnitt, will heissen, die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung hat sich verringert. Für die Weltbankexperten ist klar, dass das Wirtschaftswachstum der ausschlaggebende Faktor für den Rückgang der Armut ist. Staatliche Umverteilungsmechanismen haben nur eine ganz untergeordnete Rolle gespielt.
Peru zeigt sich von der besten Seite

Jana Bouc

Jana Bouc

Peru will nach oben / Situation von Frauen in Peru

(Aktien) Schreck lass nach

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Sommer und Frühherbst 2015 haben die Aktienmärkte viele Aktionäre aus einer Art Dornröschenschlaf aufgeweckt. Notierungen sind auf Talfahrt und viele scheinen noch nie dagewesene Volatilitäten zu erleben. Aber sind die Volatilitäten wirklich so viel anders als früher? Urteilen Sie selbst.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

Rudolf Schuppler
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