London gewinnt gegen EZB

Erfolg für Großbritannien: EuGH verwirft EZB-Regeln für Clearinghäuser

Der Europäische Gerichtshof hat im Clearinghäuser-Prozess ein Urteil zugunsten Großbritanniens und gegen die EZB gefällt. So müssen Clearinghäuser zur Abwicklung von Wertpapieren in Euro-Währung nicht zwangsläufig im Euroraum ansässig sein.

Das EU-Gericht hat eine EZB-Regel für nichtig erklärt, wonach zentrale Gegenparteien für Euro-Transaktionen im Euro-Raum ansässig sein müssen. Schatzkanzler Osborne feierte einen «wichtigen Sieg».

Grossbritannien hat im steten Ringen um die Stellung des Finanzplatzes London in der EU einen wichtigen Erfolg errungen. Zentrale Gegenparteien, die am Clearing von Wertpapieren in Euro beteiligt sind, müssen nicht zwingend im Euro-Raum ansässig sein. Dies hat das EU-Gericht in Luxemburg in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil festgehalten (Rechtssache T-496/11). Den entsprechenden Passus im «Eurosystem Oversight Policy Framework» der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 5. Juli 2011 erklärte das Gericht für nichtig. Die EZB habe nicht die erforderliche Befugnis, um ein solches Erfordernis aufzustellen, hielt es fest.
Eine Kompetenzfrage Rechtssache T – 496/11
JuraforumEuro Artillery

Ausländische Erdölfirmen in Russland

Leben mit dem Risiko. Die Sanktionen gegen den Erdölsektor Russlands wirken sich auf inländische und ausländische Erdölfirmen au.

Sanktionen und Unsicherheit belasten auch ausländische Erdölfirmen in Russland. Freiwillig gehen gilt aber nicht als Option. Zu viel steht auf dem Spiel.

Diesmal ist es keine real existierende Sanktion, sondern nur die Möglichkeit einer Sanktion, unter der ein Geschäft mit russischer Beteiligung leiden muss. Der russische Magnat Michail Fridman, der bis heute auf keiner Strafliste des Westens steht, hat im Rahmen eines grösser angelegten Geschäfts vom deutschen Versorger RWE zwölf Erdöl- und Erdgasfelder in der Nordsee erworben. Doch das britische Energieministerium stellte sich am Wochenende quer : Es sorgt sich um die Produktion, wenn Fridman wegen einer Zuspitzung der Ukraine-Krise doch ins Visier Brüssels oder Washingtons geraten sollte. Noch ist nicht klar, ob der Milliardär die Felder wieder abstossen muss.
Leben mit dem Risiko
Russland Öl

Frauen im Job fast gleichberechtigt

Deutschland verbessert sich im PWC -„Women in Work„-Index auf Rang 7 / Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland nehmen ab / Erwerbstätigkeit von Frauen besonders von gesamtwirtschaftlicher Entwicklung abhängig

Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland sind im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Im aktuellen „Women in Work“-Index der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC verbessert sich Deutschland deshalb auf den 7. Rang (Vorjahr 8. Rang). Mit 47,7 Index-Punkten (18. Rang) lag Deutschland im Jahr 2000 noch unter dem OECD-Durchschnitt (50 Punkte). Seitdem hat sich die Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben in Deutschland deutlich verbessert. Die Bundesrepublik liegt mit einem Index-Wert von 66,6 Punkten heute deutlich über dem OECD-Durchschnitt (59,1 Punkte). Spitzenreiter bleibt Norwegen (82,9 Punkte), es folgen Dänemark (77,9 Punkte) und Schweden (75 Punkte).
Frauen im Job fast gleichberechtigt
Women at work

Die reichsten Frauen der Welt

In der Rangliste der reichsten Frauen der Welt hat sich einiges getan im vergangenen Jahr. Nur eine Frau hat Geld verloren – und eine andere ist aus traurigem Grund jetzt die fünftreichste der Welt.
Das sind die reichsten Menschen der Welt

johanna-quandt-forbes-9
Johanna Quandt, Platz 9
Dritte Ehefrau des verstorbenen Industriellen Herbert Quandt
2014: Platz 10
Vermögen: 13.9 Dollar (plus 1.1 Milliarden Dollar)
Land: Deutschland
klatten-susanne-forbes-8

 

Susanne Klatten, Platz 8
Erbin der Industriellenfamilie Quandt, Tochter von Johanna Quandt, Miteigentümerin BMW
2014: Platz 6
Vermögen: 16.8 Milliarden Dollar (minus 0.9 Milliarden)
Land: Deutschland
anne-cox-chambers-forbes-8

Anne Cox Chambers, Platz 7
Erbin des Medienimperiums Cox Enterprises
2014: Platz 8
Vermögen: 17 Milliarden Dollar (plus 1.5 Milliarden)
Land: USA
jobs-witwe-forbes-6

 

Laurene Powell Jobs, Platz 6
Witwe von Apple-Gründer Steve Jobs
2014: Platz 8
Vermögen: 19.5 Milliarden Dollar (plus 4 Milliarden)
Land: USA

ferrero-maria-franca-5
Maria Fanca Fissolo, rechts im Bild,
Platz 5 Ferrero-Haupterbin, ihr Mann, Unternehmerlegende Michele Ferrero (hier Mi.), starb im Februar 2015.
2014: – Vermögen: 23.4 Milliarden
Land: Italien
jacqueline-mars-forbes-4

 

Jacqueline Mars, Platz 4
Mitinhaberin vom Süssigkeitenproduzenten Mars 2014: Platz 4
Vermögen: 26.6 Milliarden Dollar (plus 6.6 Milliarden)
Land: USA

alice-walton-forbes-3Alice Walton, Platz 3
L’Oreal-Erbin
2014: Platz 3
Vermögen: 39.4 Milliarden Dollar (plus 5 Milliarden)
Land: USA
lilian-bettencourt-2

 

Lilan Bettencourt, Platz 2
L’Oreal-Erbin
2014: Platz 2
Vermögen: 40.7 Milliarden Dollar (plus 6.2 Milliarden)
Land: Frankreich
walton-forbes-1

 

Christy Walton, Platz 1
Wal-Mart-Erbin
2014: Platz 1
Vermögen: 41.7 Milliarden Dollar (plus 5 Milliarden)
Land: USA

Startups gegen die Krise

Jungunternehmer in Griechenland

Viele Griechen nehmen ihr wirtschaftliches Schicksal in die Hand.
Griechenlands Wirtschaftskrise wirkt als Triebfeder für Neugründungen im Technologiesektor. Damit verbunden ist die Hoffnung auf einen Mentalitätswandel. Eine schwerfällige Bürokratie steht unternehmerischem Geist aber oft im Weg.
Neben dem verwaisten Fabrikgebäude mit zerbrochenen Scheiben und Aussenwänden voller Graffiti führt eine stählerne Wendeltreppe in eine Unternehmenswelt, die dem Silicon Valley entstammen könnte. Die Mitarbeiter tragen Jeans und Turnschuhe. Einige sitzen auf roten Hockern und Gummibällen und diskutieren über Projekte. Andere stehen vor einem Computer zusammen. Als Garderobe dient ein baumartiges Konstrukt aus Plastic. Am Sitz von Industry Disruptors, einer Nichtregierungsorganisation im Industriequartier Rouf in Athen, soll gefördert werden, was Griechenland so dringend braucht: innovative, wettbewerbsfähige Jungunternehmen.
Mit Startups gegen die Krise
Women Startup

Was ist eine Obligation wert?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Der Wert einer Obligation lässt sich über eine einfache Zinsrechnung bestimmen. Eine einfache Übung, die aber von grosser Bedeutung ist für das Verständnis der Entwicklung an den Wertschriftenmärkten. Wer Freude an technischen Finessen hat, kann sich zusätzlich die Details in unserem Tech-Video „Anleihe: Preis und Verfallrendite“ zu Gemüte führen.

Martin Guhl                www.w-t-w.org/en/martin-guhl/

Martin Guhl www.w-t-w.org/en/martin-guhl/

Weiblichen Beschäftigte von Armut gefährdet

Immer mehr Frauen arbeiten einem Zeitungsbericht zufolge in Teilzeit-, immer weniger in Vollzeitjobs.

Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen ging demnach zwischen 2001 und 2014 um knapp eine Million auf 7,5 Millionen zurück. 2014 arbeiteten 6,3 Millionen Frauen in sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs – ein Zuwachs von 2,5 Millionen. 5,3 Millionen weibliche Beschäftigte hatten ausschließlich einen Minijob. Gemessen an allen Beschäftigungsverhältnissen von Frauen fiel die Vollzeitquote von 55 Prozent im Jahr 2001 auf 40 Prozent im Jahr 2014. Dabei stieg die Zahl der Frauen mit Job seit 2001 um 1,7 Millionen, ihre Erwerbsquote nahm von 63,0 Prozent auf 72,4 Prozent zu.

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte der Zeitung, der Zuwachs finde vor allem in Branchen mit geringen Verdiensten statt. „Weil zugleich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurückgegangen ist, steigt der Anteil der weiblichen Beschäftigten, die von Armut gefährdet sind.“ Jede elfte Frau sei inzwischen betroffen.
Immer mehr Frauen arbeiten in Teilzeitjobs
Armut

Auch China dreht an Zinsschraube

Die chinesische Notenbank hat den Leitzins für die Kreditvergabe zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gesenkt. Dies spiegelt Chinas Ängste vor einem Abschwung.

Schneller als allgemein erwartet, hat die People’s Bank of China (PBoC) am Wochenende die Leitzinsen für die Kreditvergabe und Spareinlagen um jeweils 25 Basispunkte auf 5,35% bzw. 2,5% gesenkt. Dieser Schritt war von Analytikern wegen der nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik und der im Januar mit 0,8% niedrigsten Inflationsrate seit fünf Jahren zwar erwartet worden, weshalb in China auch die Angst vor Deflation wächst. Sie gingen jedoch von einem späteren Zeitpunkt für eine geldpolitische Lockerung aus. Damit hat die chinesische Notenbank zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten an der Zinsschraube gedreht: Ende November vergangenen Jahres hatte sie – erstmals seit zweieinhalb Jahren – den Leitzins für die Kreditvergabe um 0,4 Punkte auf 5,6% und jenen für Spareinlagen um 0,25 Punkte auf 2,75% verringert. Und Anfang Februar hatte sie den Mindestreservesatz um 50 Basispunkte auf 19,5% gesenkt.

Warten auf den Volkskongress

Der geldpolitische Aktionismus zeigt, mit welchem Argwohn Chinas Machthaber die wirtschaftliche Eintrübung verfolgen.
China dreht weiter an Zinsschraube
China’s Reforms

Indiens Regierung will das Haushaltsdefizit langsam absenken

Budget der neuen Regierung: Feuertaufe für Indiens Reformer

Das erste Budget der Regierung von Narendra Modi erfüllt die meisten Erwartungen.
Der indische Finanzminister hat ein Jahresbudget vorgestellt, das klare Wachstumszeichen aussendet. Die Wirtschaftswelt reagiert positiv und erleichtert.

Im Jahr 2014 war Narendra Modis Leistungsausweis in erster Linie ein atmosphärischer. Bereits die Aussicht auf einen Machtwechsel in Delhi hatte der indischen Börse einen Höhenflug beschert, die positive Grundstimmung in der Wirtschaftswelt war mit Händen zu greifen. Seit Januar vergangenen Jahres ist der wichtigste Marktindex, Sensex, um fast 40% gestiegen. Konkrete Reformen umgesetzt hat die neue Regierung aber erst wenige. Im laufenden Jahr, so ist man sich einig, müssen den Ankündigungen nun auch Taten folgen. Als Meilenstein hierfür gilt das erste Jahresbudget. Mit entsprechend grosser Spannung ist die Präsentation von Finanzminister Arun Jaitley am Samstag erwartet worden.
Feuertaufe für Indiens Reformer
Feuertaufe für Indiens Reformer

Regierung in Ankara fordert weitere Zinssenkungen

Erdogan greift türkische Notenbank scharf an
Istanbul: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan greift die Notenbank des Landes immer schärfer an. Wer die hohen Zinsen verteidige, begehe Verrat an der Nation, sagte der Politiker am Samstag vor Journalisten. Er hält die Leitzinsen von 7,5 Prozent zu hoch.

Investoren befürchten ob solcher Äusserungen, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank verloren geht. Zuletzt gab es sogar Spekulationen, Notenbank-Chef Erdem Basci könne wegen der Kritik zum Rücktritt gezwungen werden, was dieser aber zurückwies.

Die Zentralbank hatte den Schlüsselsatz zur Versorgung des Bankensystems mit Geld zuletzt um einen Viertelprozentpunkt gesenkt – zu wenig aus Sicht der Regierung. Erdogan fürchtet, dass der Leitzins in dieser Höhe das Wachstum im Land abwürgt.
Notenbank unter Druck

Regierung in Ankara fordert weitere Zinssenkungen

Regierung in Ankara fordert weitere Zinssenkungen