Zwischen Finanzstabilität und Wettbewerb

Regulierung des Derivatehandels

Der Fall der Investmentbank Lehman Brothers hat die Risiken der mangelnden Markttransparenz aufgezeigt.
Im Zuge der Finanzkrise sind nicht nur grosse Banken ins Visier der Regulatoren geraten, sondern auch der ausserbörsliche Handel von Derivaten. Der Fall der Investmentbank Lehman Brothers hat die mangelnde Transparenz auf diesen Märkten aufgezeigt, die die Finanzstabilität gefährden kann. Seitdem bemühen sich internationale Gremien wie der Rat für Finanzstabilität (FSB) um Richtlinien, die mehr Transparenz und weniger Risiko bringen sollen. Die Diskussion zeigt aber auch einen Interessenkonflikt zwischen Finanzstabilität und Bewahrung der Wettbewerbsfähigkeit.
Zwischen Finanzstabilitaet und Wettbewerb

Bill Proud

Bill Proud

 

Wirtschaftliche und politische Auswirkungen der Geschlechterkluft

2095: Das Jahr der Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz?
Neun Jahre Datenerhebung des Global Gender Gap Report lassen darauf schließen, dass es noch 81 Jahre bis zur Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz dauern wird

Die Gesamterfolge in der Geschlechtergleichstellung weltweit seit 2006 werden durch Umkehrtrends in ein paar Ländern geschmälert

Nordische Länder dominieren den Global Gender Gap Index 2014; Nicaragua, Ruanda und die Philippinen unter den Top 10
German Gender Gap/ Presse
Laden Sie hier den vollständigen Bericht herunter/CompleteReport 2014

Cartoon by Bennett

Cartoon by Bennett

 

So sehen «Gurus» die Welt

World Economic Forum WEF: So sehen «Gurus» die Welt

Eine Umfrage des World Economic Forum benennt die wichtigsten globalen Entwicklungstrends. Allgegenwärtig sind Konzentration von Reichtum, Arbeitslosigkeit, Umweltbedrohungen, politische Instabilität und Gewalt.
Wie sieht die Welt im kommenden Jahr aus? Diese Frage bewegt regelmässig eine Arbeitsgruppe des Weltwirtschaftsforums (WEF).

Die Top 10 Entwicklungstrend in 2015 sind:

  1. Zunehmende Ungleichheit in Einkommen Verteilung

  2. Beständiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen
  3. Mangel an Führung
  4. Zunehmender geostrategischer Wettbewerb
  5. Schwächung repräsentativer Demokratie
  6. Zunehmende Umweltverschmutzung in den Entwicklungsländern
  7. Vermehrtes Auftreten von Unwettern
  8. Zunehmender Nationalismus
  9. Zunahme von Wasserknappheit
  10. Zunehmende Bedeutung von Gesundheit in der Wirtschaft

So sehen Gurus die Welt
weforum.org/Outlook/DE
WEF OutlookGlobalAgenda_Report/EN
Increasing Water Stress

EZB will 1.000 Milliarden Euro drucken

Zentralbanken: Kauf von Staatsanleihen geplant
Bundesbank-Chef Weidmann stimmt zu: EZB will 1.000 Milliarden Euro drucken
Die Bundesbank hat ihren Widerstand gegen die neue EZB-Geldschwemme aufgeben: Der EZB-Rat hat am Donnerstag eine Formel beschlossen, nach der 1.000 Milliarden Euro neues Geld gedruckt werden können. Auch der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB scheint im Jahr 2015 auf dem Plan zu stehen.

Die Bundesbank hat ihren Widerstand gegen die neue EZB-Geldschwemme aufgeben: Der EZB-Rat hat am Donnerstag eine Formel beschlossen, nach der 1.000 Milliarden Euro neues Geld gedruckt werden können. Auch der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB scheint im Jahr 2015 auf dem Plan zu stehen.

Eine Billion Euro (1.000 Milliarden) sollen aus dem Nichts geschaffen werden.

In der Debatte über den angemessenen Umfang der Geldspritzen der Europäischen Zentralbank hat EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag den EZB-Rat hinter sich gebracht. Er setzte sich mit dem Ziel durch, die Bilanz der Notenbank im Kampf gegen die unerwünscht niedrige Inflation und die hartnäckige Konjunkturflaute in der Euro-Zone um eine Billion Euro aufzublähen. In einer gemeinsamen Erklärung nickte der Rat einstimmig eine entsprechende Formel ab, mit der Draghi im September vorgeprescht war. Demnach soll das Bilanzvolumen das Niveau von Anfang 2012 wieder erreichen. Zugleich werden die dafür nötigen unkonventionellen Maßnahmen der EZB bereits vorsorglich in Stellung gebracht – dazu dürften am Ende womöglich auch Firmen- oder Staatsanleihenkäufe zählen. Draghi betonte, dass die Zustimmung zu der Formel einstimmig erfolgt sei – also auch mit Zustimmung von Bundesbank-Chef Jens Weidmann, der im Vorfeld noch deutlich gegen die neue Geldschwemme aufgetreten war.
Draghi stellt eine Billion Euro ins Schaufenster
Giannelli Snake

„Luxemburg-Leaks“: Steuerdeals holen Juncker ein

Luxemburger Vereinbarung mit Konzernen Steuerdeals holen Juncker ein

Nach Berichten über Steuerschlupflöcher für multinationale Konzerne in Luxemburg wächst der Druck auf das Großherzogtum – und auf EU-Komissionspräsident Jean-Claude Juncker, der als Ministerpräsident viele Jahre das Land regiert hatte.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisierte, Staaten dürften Steuerdumping nicht zum Geschäftsmodell erheben. Wer das dennoch tue, „legt die Axt an die europäische Solidarität“, sagte der SPD-Chef der „Süddeutschen Zeitung“ und forderte: „Dieser Spuk muss so schnell wie möglich aufhören.“ Die neue EU-Kommission forderte er auf, die Verhinderung von Steuerdumping zu einer ihrer zentralen Aufgaben zu machen.

NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten berichtet, dass das Großherzogtum deutschen und internationalen Konzernen jahrelang so weit entgegenkommen sei, dass manche nur ein Prozent Steuern auf ihre Gewinne hätten zahlen müssen. Viele der Praktiken fielen in die Zeit, als der neue EU-Kommissionspräsident Juncker Premierminister von Luxemburg war.

Juncker führt also nun die EU-Behörde, die bereits seit längerem gegen Luxemburg und andere Staaten wegen umstrittener Steuerregelungen ermittelt. Die Kommission beteuerte nun, bei den Untersuchungen stehe Juncker in keinem Interessenkonflikt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leite die Überprüfung, sagte ein Sprecher der EU-Kommission und fügte hinzu: „Frau Vestager wird ihren Job machen und niemand kann ihr sagen, was sie zu tun hat.“

Juncker gibt sich gelassen

Juncker werde nicht in die Untersuchungen eingreifen. Sollte es in dem Fall im Kollegium der Kommissare zu einer Abstimmung kommen, werde Juncker als Vorsitzender des Gremiums daran teilnehmen. „Im Übrigen haben auch die ehemaligen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und Romano Prodi Dutzende Verfahren gegen Portugal beziehungsweise Italien zugelassen“, sagte der Sprecher. Juncker ließ erklären, er sei „sehr gelassen“, was die Vorwürfe betreffe.

Der Finanzexperte Sven Giegold von den Grünen griff Juncker an: „Juncker hat sich zum Komplizen von Steuerdrückern gemacht und damit andere EU-Staaten um Steuermilliarden gebracht. Er hat damit Europa geschadet.“ Der Kommissionspräsident müsse nun ein glaubwürdiges Programm gegen aggressives Steuerdumping vorlegen.

Der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi forderte Juncker auf, politische Verantwortung zu übernehmen.

Junckers Nachfolger als Ministerpräsident Luxemburgs, Xavier Bettel, wies die Kritik an der Steuerpraxis in seinem Land zurück. Luxemburg breche keine Regeln und sei nicht das einzige Land mit einem Steuersystem, das von Großkonzernen genutzt werde.
Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Auch einige der betroffenen Konzerne wiesen die Kritik zurück. E.ON arbeite völlig transparent mit den Steuerbehörden zusammen und komme allen Berichtspflichten vollständig nach, teilte der Düsseldorfer Energiekonzern auf Nachfragen der Nachrichtenagentur AFP mit. Das Unternehmen habe alle steuerlichen Pflichten im In- und Ausland vollständig erfüllt. Auch ein Sprecher des Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care sagte, das Unternehmen habe „alles transparent und öffentlich gemacht“.

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC), die die Steuermodelle entwickelt hatte, sieht die „Luxemburg-Leaks“-Berichte als „massive Kampagne gegen das Großherzogtum“. Der Manager des Unternehmens in Luxemburg, Didier Mouget, bestätigte, dass die Veröffentlichungen „sehr wahrscheinlich auf Unterlagen aus unserem Haus“ beruhten.

Schon 2012 habe PWC wegen Diebstahls von Dokumenten eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Manager seien verpflichtet, „die Verpflichtungen ihres Unternehmens gegenüber dem Fiskus bestmöglich zu strukturieren“, betonte er. Die Steuerberater von PWC hätten nichts Illegales getan.

Christian Louis,

Christian Louis,

Here are the links to the ICIJ-reports:
www.icij.org/project/luxembourg-leaks

You find an excellent pot cast “lux leaks” in the Irish times  article below:
www.irishtimes.com/business/economy/luxleaks

W-T-W Luxembourg, a Tax Haven

 

Enteignung – wie, was, wann?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Im heutigen Video zeigen wir, wie man bei Inflation den Grad der realen Enteignung über die Zeit errechnen kann. Eine nicht ganz triviale aber umso bedeutendere Erkenntnis.

Beachten Sie dazu auch unsere Videos „Was ist eigentlich Inflation?“ und „Wir werden enteignet!“

Alle weiteren Videos Kategorie Finanzkompetenz

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen

Auch Israel ermittelt gegen Schweizer Grossbank UBS

In Israel wurden schon wieder UBS-Berater und mutmassliche Steuerhinterzieher festgenommen.

Die Schweizer Grossbank UBS ist nun auch in Israel mit Vorwürfen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung konfrontiert. Die israelischen Behörden nahmen einen leitenden UBS-Berater sowie 13 israelische Bürger mit Konten bei der UBS für kurze Zeit fest.

Alle 14 wurden gegen Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt, wie die israelische Steuerbehörde am Mittwoch mitteilte. Der UBS-Mitarbeiter war bereits am 26. Juni festgenommen worden. Ein israelisches Gericht erlaubte aber erst jetzt die Veröffentlichung der entsprechenden Informationen. Umfangreiche Untersuchungen hätten ergeben, dass Tausende von Israelis Konten bei Schweizer Banken unterhielten, auf denen sich Hunderte von Millionen Euro befänden, erklärte die Steuerbehörde weiter.
Es bestehe der Verdacht, dass der weitaus grösste Teil des Geldes nicht versteuert worden sei. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen und es sei mit weiteren Festnahmen zu rechnen.

Die UBS betonte, dass sie nicht Teil der Untersuchung sei. Es handle sich um eine Angelegenheit zwischen den betroffenen israelischen Bürgern und den Behörden, sagte UBS-Sprecher Serge Steiner auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Im Juni war der Chef von UBS Belgien wegen mutmasslicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor einen Richter vorgeladen worden. Zuvor hatte die Polizei seine Wohnung, die eines Kunden sowie die Bank selbst durchsucht.
In Frankreich ermitteln die Behörden gegen die UBS wegen Beihilfe zu Steuerbetrug und Geldwäsche. Der Bank, die alle Vorwürfe zurückweist, droht eine Milliardenstrafe. Ende September musste die Bank eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen.
MOF_IL_PressRelease_5.11.14
UBSSiehe hierzu auch:
Verurteilung unerwünscht
Warum leiden Frauen und Kinder überproportional unter Korruption
Folge 2
/ Frauen und Kinder leiden überproportional unter Korruption

Wir werden enteignet

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Inflation kommt einer eigentlichen Enteignung gleich. Denn auch eine fast unmerkliche Teuerung reduziert die Kaufkraft und damit das reale Vermögen und das reale Einkommen (Rente) nach ein paar Jahren dramatisch.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler

Preise am Immobilienmarkt sinken

Der Schweizer Büroimmobilienmarkt hat sich nach einigen Boomjahren zuletzt abgekühlt. Die Leerstandsquoten von durchschnittlich 5% bis 6% seien international gesehen zwar nicht sehr hoch, sagte Markus Graf, Chef der grössten kotierten Schweizer Immobiliengesellschaft, Swiss Prime Site (SPS), in einem Video Interview für die Web-TV-Sendung «Wirtschaft im Fokus» auf NZZ.ch. Allerdings rechnet er auf Sicht von zwei bis vier Jahren mit Überkapazitäten, zumal weitere neue Bürogebäude entstehen.

NZZ berichtet:  Als Beispiel für die Entwicklung nennt er Zürich. Dort hätten viele Banken wegen der Finanz- und Schuldenkrise Arbeitsplätze abgebaut und seien aus dem teuren City-Bereich in die Peripherie gezogen, sagte der Chef von SPS, in deren 9,6 Mrd. Fr. grossem Immobilienportfolio sich unter anderem der Zürcher Prime Tower sowie das Warenhaus Jelmoli befinden. Ausserdem kämen weniger neue Unternehmen in die Schweiz als in der Vergangenheit. Dadurch stünden jetzt klassische Büroimmobilien leer. Graf rechnet deshalb damit, dass die Mieten in den kommenden Jahren etwas zurückgehen. Dies sei aber auch eine Chance, dass neue Mieter kämen.

In Städten wie Zürich herrscht weiterhin Knappheit auf dem Wohnungsmarkt. Laut Graf ist es aber auch aus finanziellen Gründen keineswegs einfach, Büroimmobilien in Wohnliegenschaften umzubauen. Dabei komme es auf die Statik der Liegenschaft, ihr Alter, den Standort und die Höhe der Räume an.

Aus Sicht von Graf befinden sich die Preise für Wohnimmobilien in der Schweiz derzeit auf einem Gipfel. Wer Wohneigentum erwerben wolle, solle lieber zuwarten. Der SPS-Chef geht davon aus, dass die Preise in den kommenden drei bis fünf Jahren zurückgehen. Bei Wohnimmobilien im Hochpreissegment seien bereits Rückgänge bei den Preisen zu beobachten. In ein bis zwei Jahren dürften gemäss Graf auch die Preise im «normalen» Wohnsegment nach unten tendieren.Immobilie Verkauf

Verurteilung unerwünscht

Raoul Weil Freispruch für Ex-UBS-Banker in Steueraffäre

Die Schweizer Großbank UBS hat jahrelang reichen Amerikanern geholfen hatte, Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Als Hauptverantwortlicher galt der Manager Raoul Weil. Jetzt wurde er freigesprochen.

Die amerikanische Justiz warf Weil vor, zwischen 2002 und 2007 rund 17.000 reichen Amerikanern geholfen zu haben, Vermögen im Wert von 20 Milliarden Dollar auf Auslandskonten vor den Steuerbehörden zu verstecken. Weil drohten bis zu fünf Jahre Haft. Das amerikanische Justizministerium ermittelte sechs Jahre lang gegen ihn, vor einem Jahr wurde er in Bologna verhaftet und nach fast zwei Monaten in einem italienischen Gefängnis an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Die UBS entließ Weil, nachdem er 2008 in Amerika angeklagt worden war. Die UBS selbst kaufte sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung frei.

Erst am Freitag hatte ein amerikanisches Gericht einen früheren Top-Manager einer israelischen Bank in einem ähnlichen Fall freigesprochen.
Es stellt sich die Frage: Warum
Anklage auf verlorenem Posten

Isabell Hemming / Germany www.w-t-w.org/en/isabell-hemming www.mopf.net

Isabell Hemming