Überalterung setzt Pensionskassen zu

Kritik an der Umverteilung von Aktiven zu Rentnern

NZZ: Börsengewinne haben die Lage der Schweizer Pensionskassen verbessert. Trotzdem stehen die Vorsorgeeinrichtungen vor grossen Herausforderungen.
Das Altersvorsorgesystem der Schweiz ist im internationalen Vergleich sehr leistungsfähig, steht aber von verschiedenen Seiten unter Druck. Die demografische Entwicklung, Umverteilungen bei Pensionskassen sowie die niedrigen Zinsen belasteten die Vorsorge, war der Tenor am Herbstgespräch der Investmentgesellschaft Swisscanto zu den Schweizer Pensionskassen. Gemäss Martin Eichler, Chefökonom beim Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel, steht die Schweiz vor dem Übergang von einer wachsenden zu einer rückläufigen Erwerbsbevölkerung. Diese Wende werde wohl Anfang der 2020er Jahre erfolgen. Die steigende Lebenserwartung, zu niedrige Fertilitätsraten sowie die Nachwirkungen des Babybooms der Jahre 1940 bis 1975 schafften grosse Herausforderungen für die Schweizer Alterssicherungssysteme. Zuwanderung könne die stärksten Effekte der demografischen Wende abfedern, politisch werde dies aber durch die Initiative «gegen die Masseneinwanderung» erschwert.
Ueberalterung setzt Pensionskassen zu

Alexander Holzach

Alexander Holzach

Studie: Viele Fonds sind ihr Geld nicht wert

S&P hat tausende Aktienfonds analysiert. Bis zu 90 Prozent scheitern am Vergleichsindex
London/Wien – Viele Fondsmanager sind ihr Geld nicht wert. Das ist kurz zusammengefasst das Ergebnis einer Studie von S&P Dow Jones Indices, einem der größten Indexanbieter weltweit. Deren Analysten haben sich Aktienfonds über ein, drei und fünf Jahre angesehen und mit ihren jeweiligen Benchmarks verglichen, also den Aktienindizes als Vergleichsmaßstab. Europäische Aktienfonds wurden etwa mit dem S&P Europe 350 verglichen. Für verschiedene Anlageklassen und insgesamt tausende Fonds haben die S&P-Experten Wertungslisten (Scorecards) erstellt, die Erträge nach den Fondskosten analysiert.
Die Analysten machen zwar viel Aufsehen darum, dass im vergangenen Jahr, als die europäischen Aktienmärkte eine tolle Performance von 20,97 Prozent abgeliefert haben, die Mehrheit der Europa-Aktienfonds an dieser Vorgabe gescheitert ist (bei Eurozonen-Aktienfonds sogar drei Viertel). Doch Fonds sind aufgrund ihrer Kostenstruktur vor allem für längere Zeiträume gedacht. Auf Sicht von fünf Jahren scheiterten immerhin noch 64 Prozent aller aktiven europäischen Aktienfonds an ihren Messlatten. Noch schlimmer sieht es bei globalen Aktienmandaten aus, dort sind es 90 Prozent.
Auch bei den Schwellenländer-Märkten, die gerne als weniger effizient und daher als gutes Jagdgebiet für Aktienschnäppchen bezeichnet werden, haben sich viele Fondsmanager die Zähne ausgebissen. 87,7 Prozent scheiterten am Schwellenländer-Index in den vergangenen fünf Jahren.
Zusätzlich liefern die S&P-Analysten noch weiteres Datenmaterial. Sie haben etwa die kapitalgewichteten Erträge mit Fonds ermittelt. Dabei haben sie sich angesehen, wie sich der durchschnittliche Investor mit aktiven Fonds geschlagen hat, denn die Erträge wurden mit dem verwalteten Fondsvermögen gewichtet. Die Zahlen zeigen, dass große Fonds tendenziell höhere Erträge hatten (mit Ausnahme von US-Produkten und französischen Fonds
Studie- Viele Fonds sind ihr Geld nicht wert

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff www.cartoongallery.eu

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia

 

Aktien… aber richtig – Teil 4

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Sind die überraschenden Ergebnisse im letzten Video lediglich auf die Spezifika des Schweizer Aktienmarktes zurück zu führen? Heute untersuchen wir die Aktienmärkte von Deutschland und den USA.
Beachten Sie dazu auch die Videos „Aktien… aber richtig – Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Dave Granlund

Dave Granlund

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aktien-aber-richtig-teil-2/
aktien-aber-richtig-teil-3/

Schottland sucht nach seiner Währung

Pfund, Euro – oder ganz was anderes
Carsten Volkery berichtet: Bleibt das Pfund? Kommt der Euro? Im Fall der Unabhängigkeit muss sich Schottland schnell für seine künftige Währung entscheiden. Hier sind vier Optionen und ihre Folgen.

Schottische Banknoten: Vier Varianten für die eigene Währung

Wenn die Schotten beim Referendum am 18. September für die Unabhängigkeit stimmen, ist Eile geboten. In der ersten Unsicherheit werden die Aktienkurse schottischer Unternehmen fallen, das Pfund wird an Wert verlieren. Investoren mögen keine unklaren Verhältnisse, und deshalb müssen die Politiker in Edinburgh und London rasch die Frage klären: Welche Währung wird das neue Land haben?

Zwar wird Schottland nicht sofort unabhängig, der Zeitplan sieht eine Übergangszeit von 18 Monaten vor. Bis zum Unabhängigkeitstag am 24. März 2016 bleibt in Großbritannien alles beim Alten. Doch die Akteure an den Finanzmärkten werden nicht geduldig auf die Verkündung einer neuen Währung warten, sie werden über die Zukunft spekulieren – und entsprechend ihr Kapital bewegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte bereits vor „negativen Marktreaktionen“.
Hier sind Vor- und Nachteile von vier möglichen Währungsszenarien.
Plan A: Pfund mit Währungsunion ….
Pfund, Euro – oder ganz was anderes- Schottland sucht nach seiner Waehrung
Pfund-Euro

Geschäftemacher des Krieges

Papst Franziskus: Wir befinden uns vielleicht schon im Dritten Weltkriegpope@2x

Papst Franziskus hat in einer Rede davon gesprochen, dass die Welt sich möglicherweise bereits in einem Dritten Weltkrieg befinde. Er attackierte die „Geschäftemacher des Krieges“ und sagte, Krieg sei „Wahnsinn“.

Die Predigt des Papstes bei der Gedenkfeier zum hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Militärische Gedenkstätte Redipuglia, Samstag, 13. September 2014

Nachdem ich die Schönheit der Landschaft dieser ganzen Gegend betrachtet habe, wo Männer und Frauen arbeiten und so ihre Familie voranbringen, wo die Kinder spielen und die Alten träumen…, kann ich nun hier an diesem Ort nur sagen: Der Krieg ist ein Wahnsinn.
Papst Franziskus- Wir befinden uns vielleicht schon im Dritten Weltkrieg
Vatican : Madness of War

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen

Weidmann: Ende der Fahnenstange in der Geldpoltik

 Europa: Beim Treffen der EU-Finanzminister in Mailand war der neueste Coup der Zentralbank umstritten. Bundesbankpräsident Jens Weidmann beurteilt den Kurs der EZB im DW-Interview skeptisch.

Deutsche Welle: Herr Weidmann, die klassische Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist an ihr Ende gekommen. Der Leitzins in der Euro-Zone liegt fast bei Null. Jetzt will die EZB mit einem neuen Programm verbriefte Kredite aufkaufen. Ist das eine gute Strategie?

Jens Weidmann: Ich denke, dass der Kernpunkt, bei dem wir uns auch einig sind im EZB-Rat, ist, dass die Geldpolitik die Krise im Euro-Raum nicht lösen kann. Das kann nur die Politik selbst, indem sie die Strukturprobleme angeht. Sie haben Recht, die konventionelle Geldpolitik, die Zinspolitik, ist am Ende der Fahnenstange angekommen. Und alles, was wir jetzt diskutieren, ist für die Notenbank Neuland, und zwar mit einer Wirksamkeit, die unsicherer ist als bei den konventionellen Instrumenten sowie Risiken und Nebenwirkungen, die stärker zutage treten können.

Je länger diese expansive Geldpolitik andauert, desto größer werden diese Risiken und Nebenwirkungen, desto weniger wirksam wird die Geldpolitik. Insofern ist es wichtig, dass diese geldpolitischen Beschlüsse nicht dazu führen, dass die Politik in ihren Anstrengungen nachlässt, sondern dass die Probleme an der Wurzel angepackt werden…
Weidmann- Ende der Fahnenstange in der Geldpoltik
Ende der Fahnenstange

Verunsicherung an Europas Obligationenmärkten

Schottischer Separatismus als Vorbild

Anne-Barbara Luft berichtet für NZZ:  In England und der gesamten Euro-Zone würde man ein lautes Aufatmen vernehmen, sollte die Mehrzahl der Schotten am kommenden Donnerstag mit «Nein» stimmen. Dieses Wahlergebnis würde eine Vielzahl offener Fragen und Unsicherheiten aus der Welt schaffen. Mit einem «Ja» zur Unabhängigkeit hingegen würden die ungeklärten finanziellen und ökonomischen Folgen und die Verunsicherung noch deutlich steigen. Denn theoretisch müssten vor dem 24. März 2016 zahlreiche schwierige Entscheidungen getroffen werden. Während dieses Verhandlungsprozesses könnten neue Probleme und Unsicherheiten aufkeimen – die destabilisierende Wirkung auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte Grossbritanniens und der Euro-Zone wäre gewiss. Spanische Bonds als Verlierer
Schottischer Separatismus als Vorbild

Kostas Koufogiorgos

Kostas Koufogiorgos

Wir wollen keine Belehrung, sondern 300 Milliarden

Schuldenkrise:  Italiens Premierminister fordert von der EU mehr Geld für Investitionen. Und das könnte er bekommen. Die Euro-Gruppe will mehr Wachstum schaffen, auch mit Steuergeld. Doch das finden nicht alle gut.

Italiens Premierminister Matteo Renzi begann am Freitag seinen Arbeitstag, einen vollen, wie er schrieb, auf seine eigene Weise: mit einer Fünferreihe von Tweets.

Kurz und knapp blies er hinaus in die Welt: Italien werde die Drei-Prozent-Grenze der Neuverschuldung einhalten. Das täten ohnehin nur wenige in der EU, twitterte Renzi. „Von Europa erwarten wir uns also keine Belehrungen, sondern die 300 Milliarden an Investitionen“, die der neue Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker versprochen habe.

Her mit dem Geld: Diese forsche Ansage setzt den Ton für ein Treffen der Euro-Finanzminister in Mailand und damit den Ton für die auffrischende Debatte über ein Ende des Sparens in Europa.
Wir wollen keine Belehrung, sondern 300 Milliardenschneemann-geld-her-oder-ich-foehne

Paradigmawechsel bei der Europäischen Zentralbank

Gehetzte ihrer eigenen Politik

Paradigmawechsel bei der Europäischen Zentralbank

Strategiewechsel: Die ECB  setzt sich seit längerem für eine Anpassung der Regulierung von sogenannten Asset-Backed Securities (ABS) ein, Anleihen, die mit Krediten besichert sind.

Der Kauf von Aktiva wird für die EZB zum Minenfeld. Seine Wirkung ist umstritten, und die Nebenwirkungen wiegen schwer. Die Notenbank hat sich mit ihren jüngsten Ankündigungen selbst unter Druck gesetzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt mit ihrem jüngsten Aktionsplan für Verwirrung. Die Beobachter der Notenbank, die sogenannten ECB Watchers, rätseln seit der Ankündigung vergangene Woche über die neu geplanten Marktinterventionen und über den Sinn der abermaligen Leitzinssenkung, die von ihrer Grössenordnung her bestenfalls homöopathisch wirken kann. Vor allem aber hinterfragen sie die Hast, die die EZB an den Tag gelegt hat, als sie neue Massnahmen ankündigte und weitere in Aussicht stellte, noch bevor die früheren verdaut waren.
Paradigmawechsel bei der Europaeischen Zentralbank
Wohin Paradigmawechsel bei der EZB