Deutlicher Preisrutsch bei Rohstoffen

Die internationalen Rohwarenmärkte im Juli.

Karl Felder berichtet: Positiv entwickelt hat sich erneut Arabica-Kaffee, der im Juli um fast 14% zulegen konnte und auch in den ersten Augusttagen keinerlei Anzeichen von Müdigkeit zeigte

Die Korrekturen im Juli führten das Preisniveau international gehandelter Rohwaren beinahe wieder auf den Stand vom Jahresanfang zurück.

Im Juli sind die Preise international gehandelter Rohwaren deutlich gefallen. Der Bloomberg-Commodity-Index gab fast 5% Terrain preis, womit die seit Jahresbeginn erzielten Avancen von rund 7% bis Ende Juli grösstenteils verloren gegangen sind. Eine noch grössere Einbusse von 5,9% verzeichnete der energielastige Index von Goldman Sachs (GSCI), während als einzige Kennzahl jene der London Metal Exchange (LME) um knappe 1,6% zulegen konnte. Der LME-Basisindex war in den ersten Augusttagen im Gegensatz zu den übrigen Kennzahlen sogar gestiegen.
Deutlicher Preisrutsch bei Rohstoffen

Andreas Prüstel

Andreas Prüstel

Können Frauen mit Geld umgehen?

Katharina Grimm berichtet: Es beginnt in der Grundschule. Das Vorurteil, dass Frauen vermeintlich nicht rechnen können und Angst vor Zahlen hätten, wächst im Laufe des Lebens dazu heran, dass Frauen auch keinen blassen Schimmer von Finanzen haben. Und diese uralte Annahme hält sich hartnäckig in Deutschlands Köpfen: Frauen haben kein Händchen für Geld und überlassen es lieber ihren Männern, sich mit Finanzen aller Art zu beschäftigen. Punkt. Ein in Beton gegossenes Klischee.

Und fragt man nach, wird es tatsächlich noch immer bestätigt. Drei Viertel der Deutschen glauben, dass Männer einfach mehr Ahnung beim Thema Geldanlage haben. Natürlich glauben das die Herren von sich selbst sogar noch viel mehr, nämlich 86 Prozent sind der Überzeugung, dass Männer sich mehr mit Geld beschäftigen. Allerdings: Ein Großteil der Frauen widerspricht ihnen nicht. 65 Prozent stimmen zu – Geld und Finanzen sind Männer-Themen.

Realität schlägt Klischee

Männer verdienen das Geld und Frauen geben es aus – das uralte Vorurteil scheint immer noch aktuell zu sein. Frauen interessieren sich nun mal nicht für Finanzen. Aber stimmt das?

Wie aktuell dieses Klischee weiterhin ist, belegt nun eine repräsentative Studie der „Comdirect“, die rund 1000 Männer und Frauen befragt hat. Lediglich beim Thema Altersvorsorge können die Damen im Ansatz punkten: Die wenigen Befragten (25 Prozent), die bei Frauen Finanzkompetenz sehen, glauben, dass sich Frauen vor allem mehr Gedanken ums Alter machen – 66 Prozent erwarten, dass Frauen sich konsequenter um die Finanzen für den Lebensabend kümmern.

Allerdings sieht die Realität anders aus. Die Bank fragte nach, wer sich denn nun wirklich um die Finanzen bemühen würde. Die Antwort überrascht: Jedes Geschlecht kümmert sich mehrheitlich selbst um die eigene Geldanlage. 92 Prozent der Männer und 87 Prozent der Frauen verantworten ihre Finanzen allein. Und diejenigen, die sich nicht selbst kümmern? 40 Prozent der Männer hat schlichtweg keine Lust dazu. Bei den Frauen gaben 34 Prozent an, dass der Partner mehr davon verstünde. Das sagen übrigens auch 35 Prozent der Männer, die lieber die Finger von Finanzfragen lassen – und Geldangelegenheiten ihren Frauen überlassen. Jetzt muss nur noch das Klischee überwunden werden.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler
www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler
www.grafik-schuppler.at

Draghi hält die Füße still

EZB-Sitzung

Die Ausgangslage vor der EZB-Sitzung ist schwierig: Es gibt schlechte Konjunktur-Nachrichten und ein Fünf-Jahres-Tief bei der Inflation. Dennoch wird die EZB wahrscheinlich keine weiteren Maßnahmen beschließen.

EZB-Chef Mario Draghi: Auf der heutigen Ratssitzung wird wahrscheinlich viel diskutiert. Die meisten Experten erwarten aber keine konkreten Maßnahmen. Quelle: dpa
Es war ein Novum. Ausgerechnet Bundesbank-Chef Jens Weidmann hat sich in der vergangenen Woche für höhere Löhne ausgesprochen. Drei Prozent Lohnerhöhung seien drin, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zuvor hatte die Bundesbank jahrzehntelang für moderate Lohnabschlüsse plädiert.
Draghi haelt die Fueße still
Füsse still halten

Portugal: Verdacht auf Insiderhandel

Portugiesische Börsenaufsicht untersucht
Simon Kamm berichtet:  Es bestehe der Verdacht, dass Insiderinformationen entscheidend für den gewaltigen und endgültigen Einbruch der BES-Aktien gewesen seien, der am 1. August kurz nach 15 Uhr einsetzte.

Die portugiesische Börsenaufsicht CMVM hat eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet. In einer Mitteilung erklärte die Behörde am späten Montagabend, sie habe eine «eingehende Untersuchung» veranlasst, um den Börsenhandel der Aktien des Banco Espírito Santo (BES) am 1. August genauestens unter die Lupe zu nehmen. An jenem Tag also, als die Börsenaufsicht den Handel mit den BES-Titeln an der Lissabonner Börse bis auf weiteres ausgesetzt hatte.
Portugiesische Boersenaufsicht untersucht

davegranlund.com

davegranlund.com

Der Euro wird doch schwächer

Enttäuschende Daten lassen den Kurs unter 1 Dollar 34 fallen.

Die europäische Einheitswährung steht leicht unter Druck. Am Dienstag waren mit $ 1.3365 rund 4% weniger als vor drei Monaten nötig, um einen Euro zu erwerben. Der Trend zeigt weiter nach unten

Die europäische Einheitswährung ist in den vergangenen Wochen gegen den Dollar leicht unter Druck geraten. Am Dienstag waren $ 1.3365 nötig, um einen Euro erwerben zu können – knapp 4% weniger als noch vor drei Monaten. Inzwischen hat der Kurs sowohl den mittelfristigen Aufwärtstrend nach unten durchbrochen, der vor zwei Jahren aufgrund der legendären « Whatever it takes»-Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi etabliert worden war, als auch den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Beides hat zumindest für technisch orientierte Marktteilnehmer eine gewisse Relevanz.
Der Euro wird doch schwaecher

markusbuelow.blogspot.com

markusbuelow.blogspot.com

Dax erholt sich, aber wie lange?

Börse Frankfurt

Der Dax kann sich fangen und geht wieder auf Erholungskurs. Krisen und Sanktionen belasten die Stimmung zwar weiter, doch am Dienstag ist erst einmal Erholung angesagt. Schafft der Dax dauerhaft die Wende?

Noch am Montag sah es so aus, als würde der Dax die Bären nicht mehr los: Krisen, enttäuschende Unternehmenszahlen und Konjunktursorgen lasteten auf dem Leitindex. Nach einer verlustreichen Vorwoche konnte sich der Dax auch in der neuen Woche nicht aus dem Abwärtssog befreien. Der Leitindex verlor am Montag 0,61 Prozent und schloss bei 9.154 Punkten.

Doch am Dienstag schüttelt der Dax im Vormittagshandel die Bären ab. Der Index legt 0,7 Prozent auf 9.221 Punkte zu.
Dax erholt sich, aber wie lange
Dax startet Erholungsversuch

Optimismus als Bilanzregel

Irische Banken
Martin Alioth berichtet aus Dublin: Das irische Bankensystem ist in den letzten sechs Jahren in seinen Grundfesten erschüttert worden. Zahlreiche Institute wurden abgewickelt, liquidiert, fusioniert. Viele ausländische Banken, die sich einst freudig an der Spekulationsblase beteiligt hatten, sind verschwunden oder auf dem Rückzug. Übrig blieben die beiden «Pfeiler-Banken» Allied Irish Bank und Bank of Ireland sowie eine Handvoll kleinerer Operateure.
Optimismus als Bilanzregel

Schwarwel

Schwarwel

Noch nie wurde mit Freihandel Wasser privatisiert

Der Westen will ein Abkommen zur Öffnung der weltweiten Dienstleistungsmärkte. Droht die Privatisierung von Wasser und Bildung? Unsinn, sagt der Ökonom Pierre Sauvé

András Szigetvari berichtet: Sie treffen einander regelmäßig und diskret in den Räumlichkeiten der australischen Vertretung bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Vertreter von 50 Ländern verhandeln derzeit über ein Abkommen zur Öffnung ihrer Dienstleistungsmärkte. Banken, Telekom- und IT-Firmen soll das grenzübergreifende Geschäft erleichtert werden. An dem Trade in Services Agreement (Tisa) sind neben der EU auch die USA, Japan, die Türkei und die Schweiz interessiert. NGOs fürchten mit Tisa den Beginn einer beispiellose Deregulierungswelle. Das Bildungs- und Gesundheitssystem, ja selbst „Abwasser- und Müllentsorgung“ stehen auf dem Spiel, warnt der ÖGB.
Noch nie wurde mit Freihandel Wasser privatisiert
Wassertropfen

Gibt es ein Milliardenschweres Rettungspaket für Banco Espírito Santo?

Neue Bank dank Troika-Geld

Simon Kamm, Lissabon berichtet.  Der angeschlagene portugiesische Banco Espírito Santo (BES) erhält eine dringend benötigte Finanzspritze und wird aufgespalten.

Der angeschlagene Banco Espírito Santo bedient ab sofort seine Kunden mit einem «neuen Namen» und einem neuen Alleinaktionär.

Von diesem Montag an firmiert das angeschlagene portugiesische Geldinstitut Banco Espírito Santo (BES) als «Novo Banco» («Neue Bank») und erhält eine dringend benötigte Finanzspritze von 4,9 Mrd. €, wie Zentralbankgouverneur Carlos Costa am späten Sonntagabend bekannt gab.
Milliardenschweres Rettungspaket für Banco Espírito Santo

Banco espirito santo

Banco espirito santo

 

Kommen hohe Risiken am Ende teuer?

Weltwirtschaft: Sind die scheinbar erreichte Stabilität des Weltfinanzsystems oberflächlich und die Vermögenspreise irrational.

Christof Leisinger berichtet: Tiefe Zinsen haben die Finanzmärkte beflügelt und Anleger in komatösen Optimismus versetzt. Abrupte Rückschläge bringen sie zurück in die fragile Realität.
An den Finanzmärkten wird es turbulenter. Hatten unglaublich tiefe Volatilitäten bei Investments über fast alle Regionen und Anlageklassen hinweg den Eindruck erweckt, als ob sich Investoren in der besten aller Welten wähnten, so hat sich das schnell geändert.
Hohe Risiken kommen am Ende teuer

www.risknet.de

www.risknet.de