Schatten über der Credit Suisse

Die UBS musste bereits 2009 einräumen, dass sie amerikanisches Recht gebrochen hatte. Schwierig abzuschätzen sind die Folgen eines formal direkteren Schuldeingeständnisses, wie es nun für die Credit Suisse zur Diskussion steht.

So gern die Aktionäre der Credit Suisse an der Generalversammlung Näheres über den Steuerkonflikt in den USA erfahren hätten, so wenig konnte die Bankspitze dem noch laufenden Verfahren vorgreifen. Beobachter rechnen mit einem Abschluss in den nächsten Tagen oder Wochen. Im Vordergrund steht das Szenario eines Schuldeingeständnisses (möglicherweise eher von der Muttergesellschaft als von einer Tochter) zusammen mit einer saftigen Busse. Auch personelle Konsequenzen auf den obersten Etagen sind nicht auszuschliessen.
Der Schatten über der Credit SuisseSchatten über der Credit Suisse

Großbanken wollen die Bitcoin-Idee nutzen

Geldsysteme

Der schnelle Aufstieg der Internet-Währung hat etablierte Banken geschockt. Die
unbestrittenen Vorteile wie den Geldtransfer will das Establishment kopieren – und macht dabei den Bitcoin überflüssig.

Die Wall Street in New York: Ranghohe Manager der Finanzbranche haben die Idee der virtuellen Währung für sich entdeckt. Amerikas prominentester Banker, JPMorgan-Chef Jamie Dimon, hat ernste Zweifel. Das Gleiche gilt für den legendären Investor Warren Buffett. Beide haben Bitcoins mehr oder weniger unverblümt den Untergang vorausgesagt. Doch hinter den Kulissen studieren ranghohe Manager der Finanzbranche das Konzept der digitalen Währung ganz genau.

Es geht ihnen nicht so sehr darum, das 2009 eingeführte Anarchogeld selbst zu verwenden oder als Parallelwährung neben dem Dollar zu etablieren. Vielmehr wollen sie den Bitcoin überflüssig machen.

Die Finanzingenieure haben sich zum Ziel gesetzt, die eigentliche Innovation des Bitcoin, nämlich einen schnellen und günstigen Geldtransfer zu ermöglichen, nachzuahmen und zu ihren Gunsten zu verwenden. Ganz vorne im Rennen ist eine Firma namens FIS, ein Anbieter für Systeme zur Zahlungsabwicklung.
Großbanken wollen die Bitcoin-Idee ausbeuten

Großbanken wollen die Bitcoin-Idee nutzen

Macao: Alle verdienen bei der Geldwäsche mit!

Macao degradiert Las Vegas zum Provinz-Kasino

Nirgendwo wird mit Glücksspiel so viel verdient wie in der chinesischen Kasino-Stadt Macao. Das ehemalige Vorbild Las Vegas kann da schon lange nicht mehr mithalten – auch in Sachen krimineller Energie.

Alle verdienen bei der Geldwäsche mit

Die vielen Shoppingmalls in Macao dienten einem ähnlichen Zweck. Bürger der Volksrepublik kaufen dort ein und zahlen mit UnionPay, der am meisten verbreiteten Kreditkarte im Land. „Sie geben die Sachen Minuten später zurück und bekommen Bargeld wieder“, sagt Zhonglu Zeng. So lassen sich die Einfuhrbeschränkungen für Devisen ganz leicht umgehen.
Macao degradiert Las Vegas zum Provinz-Kasino

Rodrigo de Matos

Rodrigo de Matos

Steuergeld Verschwendung

Staatsbank verschwendet Steuergeld

Der Rechnungshof übt in einem internen Bericht scharfe Kritik an der staatlichen Bad Bank der HRE: Die Abwicklungsanstalt habe Beratermandate ohne Ausschreibung und zu viel zu hohen Preisen vergeben.

„Das Kernproblem bleibt, dass sich die Bundesregierung im Bankensektor auf Zuarbeit und Ratschläge von privaten Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern verlassen muss, weil sie nicht genügend eigenes qualifiziertes Personal vorhält“, sagt Axel Troost, finanzpolitischer Sprecher der Linkspartei im Bundestag. „Das ist doppelt beklemmend, erstens weil dieselben Berater meist im Auftrag der Banken handeln und daher ihr Herz eher für die Banken schlägt und zweitens, weil dieselben Berater die Banken in der Vergangenheit ja offensichtlich sehr schlecht beraten und geprüft haben.“
Staatsbank verschwendet Steuergeld

Lilah Design Isabell Hemming / Germany www.w-t-w.org/en/isabell-hemming www.littleart.de

Lilah / Design Isabell Hemming

Hat der Kreml die Modernisierung verpasst?

Wirtschaftsliberaler Rhetorik hat der Kreml zu selten Taten folgen lassen. Sollte Putin jetzt die neue nationalistische und protektionistische Wortwahl in eine entsprechende Politik umsetzen lassen, potenziert das den Schaden für das eigene Land.

Da ist es wieder gewesen, das russische Verständnis von Politik als Konfrontation und Nullsummenspiel um Macht und Einfluss. Präsident Wladimir Putin, vor wenigen Tagen gefragt nach seiner Meinung über die jüngst verschärften Sanktionen von USA und EU wegen der Kreml-Politik in der Ukraine-Krise, gab sich kämpferisch: Die Regierung erarbeite Gegenmassnahmen, und auch wenn er diese noch nicht umzusetzen wünsche, so müsse man doch anschauen, «wer was in verschiedenen Sektoren der russischen Wirtschaft tut, auch im Energiesektor». Diese Drohung gegen ausländische Firmen reiht sich ein in die seit Wochen wachsende Phalanx protektionistischer Rhetorik aus allen Ecken des politischen Lagers. Von Enteignungen bis hin zur Zwangsschliessung aller McDonald’s-Filialen reichen die Vorschläge. Vor einem Jahr hätte noch kaum jemand solche Wortmeldungen ernst genommen. Jetzt lehrt der Ukraine-Konflikt Unternehmen und Analytiker, dass dem Kreml offenbar nur noch selten zu trauen ist.
Was ist noch sicher?
Putins wirtschaftlicher Verrat am eigenen Volk

Pawel, ein Wirtschaftsstudent, macht sich jedoch grosse Sorgen: Die drohende wirtschaftliche und politische Isolation habe desaströse Konsequenzen: «Russland hat keine Verbündeten mehr. Zwanzig Jahre Diplomatie werden durch den Abfluss gespült!», klagt er.

Arend van Dam www.w-t-w.org/en/arend-van-dam www.arendvandam.com

Arend van Dam

Milliarden Franken verdächtige Vermögenswerte gemeldet

Ein Koffer voller Schweizer Banknoten

Der Meldestelle für Geldwäscherei MROS sind im Jahr 2013 fast drei Milliarden Franken verdächtige Vermögenswerte gemeldet worden. Deutlich zugenommen haben als mutmassliche Vortaten die Fälle von Computerbetrug, insbesondere der Verdacht auf Phishing, wie die MROS am Donnerstag mitteilte.
Deutlich mehr Geldwaesche-Faelle via Phishing

www.igorzakowski.webs.com

www.igorzakowski.webs.com

 

Macht der Worte bewegt den Euro

Von EZB-Chef Mario Draghi geschürte Spekulationen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik haben den Euro am Donnerstag auf Talfahrt geschickt.

Die Gemeinschaftswährung verlor mehr als einen Cent. Die Aktienbörsen legten dagegen zu. Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 9607,40 Punkten in den Feierabend, der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent auf 3204,30 Zähler.
Die Leitzinsbestätigung der EZB sorgt zunächst nur für ein Zucken am Devisenmarkt. Doch die anschließenden Ausführungen von Notenbankchef Draghi befeuern den Eurokurs – um ihn kurz darauf deutlich zu drücken.

Anleger lasen aus den ersten Kommentaren des EZB-Präsidenten nach der Zinsentscheidung heraus, dass quantitative Lockerungen derzeit keine ernsthafte Option für die EZB darstellen. Allerdings wendete sich das Blatt schon recht bald, als der Italiener dann geldpolitische Lockerung für Juni in Aussicht stellte.
Macht der Worte

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann

EZB lässt den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent

Trotz Mini-Inflation EZB belässt Leitzins bei 0,25 Prozent

Trotz der nach wie vor sehr niedrigen Inflation hält die Europäische Zentralbank den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent. Eine weitere Zinssetzung ist damit aber noch nicht vom Tisch.

Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat bei seiner auswärtigen Sitzung am Donnerstag in Brüssel, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

Im April war die Jahresteuerung im Euroraum von 0,5 Prozent im Vormonat auf 0,7 Prozent gestiegen. Daher hatten Experten mit einer Verlängerung der Zinspause gerechnet. Allerdings liegt die Inflation weiterhin deutlich unterhalb der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent. Die Notenbanker warten die nächsten Wachstums- und Inflationsprognosen im Juni ab.

ezb

Die EZB schafft weiter Fakten

Die große Umverteilung: Mario Draghi ordnet die Banken in Europa neuEZB-Chef Mario Draghi entscheidet mit Hilfe eines US-Beraters

Die EZB beginnt, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, mit der Neuordnung der europäischen Bankenlandschaft: Unter der Leitung der umstrittenen US-Finanzfirma Oliver Wyman werden alle Banken zum Striptease gezwungen. Die nationalen Parlamente haben keine Kontrolle über die bevorstehenden Umwälzungen. Hedge Fonds und Investmentbanken reiben sich schon die Hände. Steuerzahler und Sparer werden bluten.

Den Vertreter der Bundesbank kann Draghi bequem überstimmen oder isolieren. Unter den Vorstandsmitgliedern, die zum festen Personal der EZB gehören, ist Deutschland mit Sabine Lautenschläger derzeit nur noch durch ein in der Geldpolitik ziemlich unerfahrenes „Leichtgewicht“ vertreten. Ihre Vorgänger Jürgen Stark und Jörg Asmussen hatten entweder das Handtuch geworfen (Stark) oder waren direkt in die Politik gewechselt (Asmussen). Mit Benoît Cœuré steht Draghi dagegen an führender Stelle ein ausgefuchster Franzose zur Seite, der aus der französischen Regierung kommt und mit dieser engsten Kontakt hält.

Die beiden Frauen an der Spitze der neuen EZB-Bankenaufsicht, nämlich Mme. Nouy aus Frankreich und Frau Lautenschläger aus Deutschland, haben sich übrigens in ihren früheren Tätigkeiten in der nationalen Bankenaufsicht nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nouy hat mit ihrer Aufsicht das enorm kostenträchtige Dexia-Debakel nicht verhindert. Lautenschläger trägt in Deutschland Mitverantwortung für die Pleiten von IKB, Hypo Real Estate, Sachsen LB und Commerzbank, ebenfalls für den Steuerzahler sehr teuere Vorgänge. Klaus Engelen weist darauf in seinem sehr lesenswerten Aufsatz „Draghi‘s German Nightmare“ in Banking-Union-Watch hin.
Die große Umverteilung Mario Draghi ordnet die Banken in Europa neu
EZB-Rat tagt in Brüssel – und hält wohl weiter still

EZB