Mit Anstand Geld zu verdienen wird schwer

Die Deutsche Bank kämpft mit strengeren Regeln und schwachen Märkten. Hohe Gewinne werden schwierig. Da ist die Versuchung groß, den eingeläuteten Kulturwandel wieder über Bord zu werfen.

Anshu Jain (l.) and Jürgen Fitschen müssen den Kulturwandel schaffen, ohne dass die Gewinne weiter einbrechen.  Dem Investmentbanking droht jetzt eine Durststrecke E&Y-Umfrage: Besonders in Deutschland haben Bankchefs es schwer
EZB-Bericht: Euro-Panik der Banken ist vorbei, die Sorge bleibt Streitgespräch: „Viele Banken können nur durchs Zocken überleben“

Die Deutsche-Bank-Führung hat einen neuen Lieblingsausdruck für sich entdeckt: „regulatorischer Gegenwind“. Dieses Lüftchen ist so etwas wie die Universalentschuldigung für alles, was gerade nicht ganz so läuft, wie es sich der Branchenprimus einmal vorgestellt hat. Unter anderem dafür, dass sich die Eigenkapitalpolster des Konzerns einmal mehr als zu dünn erweisen dürften.

In der Tat hat dies teilweise damit zu tun, dass die Aufsichtsbehörden die Latten höher gelegt haben und etwa bei bankinternen Risikomodellen kritischer hinschauen als bisher. Allerdings auch damit, dass die Altlasten der Bank von der Libor-Affäre bis zum Vergleich mit den Kirch-Erben allein im vergangenen Jahr Milliardensummen verschlungen haben.

So zeichnet sich nun immer deutlicher ab, dass die drei Milliarden schwere Kapitalerhöhung aus dem vergangenen Jahr nicht reichen wird, um die Bank so zukunftsfest zu machen wie gewünscht.
Mit Anstand Geld zu verdienen wird schwer
Mit Anstand Geld zu verdienen wird schwer

 

Stress für Europas Banken -EZB macht ernst

BANKEN IM STRESS

EBA-Chef Andrea Enria erklärte in London, größtmögliche Transparenz sei entscheidend: „Das wird zentral sein für die Glaubwürdigkeit.“

Er soll das Vertrauen in die Banken nach der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten wiederherstellen: Der anstehende Stresstest der europäischen Großbanken wird deutlich härter als frühere Fitness-Checks der Branche.

Wie die EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA am Dienstag in London mitteilte, müssen die 124 wichtigsten Institute aus den 28 EU-Ländern in den kommenden Monaten unter anderem nachweisen, dass sie auch nach einer dreijährigen Rezession noch genügend Eigenkapital haben und nicht mit Steuermilliarden gerettet werden müssen. Um etwaige Kapitallöcher zu stopfen, erhalten sie maximal neun Monate Zeit. Aus Deutschland müssen sich, angeführt von der Deutschen Bank, 23 Geldhäuser den strengen Augen der Aufseher stellen. Mit dem Test soll ein Schlussstrich unter fast sieben Jahre Krise gezogen werden, bevor die Europäische Zentralbank EZB im November die Aufsicht übernimmt.

Simuliert wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent in der EU bis Ende 2016. Beim Stresstest vor drei Jahren war ein BIP-Rückgang von nur 0,4 Prozent angenommen worden. Viele Experten hatten den Gesundheitscheck damals als zu lax kritisiert. Diesmal enthalten die in der Finanzbranche mit Spannung erwarteten Szenarien, die die EBA nun bekannt gab, unter anderem einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 13 Prozent. Die Preise an den Immobilienmärkten brechen dabei um gut ein Fünftel ein. Beides würde in der Realität zu massiven Kreditausfällen bei den Banken führen. Zusätzlich nehmen die Aufseher an, dass die Anleihen- und Aktienmärkte in aller Welt gleich sechsfach von Krisenerscheinungen getroffen werden, es zu Währungsturbulenzen in Mittel- und Osteuropa kommt und die Wirtschaft an den Rand einer Deflationsspirale rutscht. 2011 waren nur zwei solcher Schocks simuliert worden.
Mehr Stress denn je fuer Europas Banken -EZB macht ernst

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

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KfW emittiert erste RMB-Anleihe mit Börsenzulassung

Frankfurt kommt auf dem Weg zum führenden europäischen Finanzzentrum für die aufstrebende chinesische Währung Yuan voran. Am Montag wurde an der Frankfurter Börse erstmals eine Yuan-Anleihe placiert.

Die von der staatlichen Förderbank KfW ausgegebene Schuldverschreibung ist 1 Mrd. Yuan (rund 140 Mio. Fr.) schwer und hat eine Laufzeit von zwei Jahren, wie die KfW am Montag in Frankfurt mitteilte.

Frankfurt hatte sich mit anderen europäischen Finanzplätzen ein Kopf-an-Kopf-Rennen darum geliefert, zur ersten Drehscheibe für die auch als Renminbi bekannte chinesische Währung ausserhalb Asiens zu werden. Ende März hatte die hessische Bankenmetropole fast zeitgleich mit der britischen Hauptstadt den Zuschlag aus Peking für den Aufbau eines Yuan-Handelszentrums erhalten. Nun prescht Frankfurt mit der ersten Anleiheemission voran.
KfW begibt erste Yuan-Anleihe

Claudio Munoz

Claudio Munoz

 

Frauen Berufsbilder im Finanzbereich / Cash Manager

Jobs in FINANCE: Berufsbilder im Finanzbereich.
Im Teil 1 hat Sabine Paulus uns die Contoller vorgestellt.
dannach folgte die Buchhalterin
Im Teil 3 ihrer Serie hat sie uns mit dem Treasurer bekannt gemacht.

In der Treasury-Abteilung ist der Bereich Cash Management üblicherweise angesiedelt. Welche fachlichen Voraussetzungen ein Cash Manager mitbringen sollte, und wie viel im Cash Management zu verdienen ist.

Die Position des Cash Manager findet sich aber nicht in jedem Treasury. Vorwiegend große Unternehmen aus Dax und MDax sowie Firmen vergleichbarer Größe in Familienhand haben eigene Cash Manager angestellt. Bei den kleineren Unternehmen übernimmt häufig der Treasureroder Sachbearbeiter die Aufgaben des Cash Managers mit. Ein gutes Zahlenverständnis, analytisches Denkvermögen sowie Genauigkeit sind die Grundvoraussetzungen für diesen Beruf.

Bei internationalen Unternehmen sind gute Englischkenntnisse unerlässlich, um mit internationalen Tochtergesellschaften kommunizieren zu können.

Was Cash Manager verdienen können

Cash Manager 45.000 bis 60.000 Euro
Senior Cash Manager 60.000 bis 75.000 Euro
Leiter Cash Management 80.000 bis 130.000 Euro
Cash Manager

Lilah is Finance Expert Cash Manager Design Isabell

Lilah is Finance Expert
Cash Manager
Design Isabell

Wirtschaftswissenschaften mit 93

93-Jährige erwirbt Doktortitel

Lis Kirkby

Lis Kirkby

Zum Studieren ist es nie zu spät: Bewiesen hat dies nun Lis Kirkby, die mit 93 Jahren als bislang älteste Absolventin in Australien gerade einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften erworben hat.

„Ich bin natürlich sehr froh, dass ich es geschafft habe“, sagte sie in Sydney. „Es ist vielleicht die größte Leistung meines Lebens“, fügte die gebürtige Britin freudestrahlend hinzu.

Die Doktorarbeit, die sie an der University of Sydney einreichte, vergleicht die globale Finanzkrise 2008 mit der Großen Depression der 1930er Jahre. Das Besondere: Als einzige der 50 000 Studenten der renommiertesten Hochschule Australiens hat Kirkby die beiden wirtschaftlichen Katastrophen auch selbst erlebt.

Sie kommt in der Arbeit zu dem Schluss, die jetzigen Politiker hätten nichts dazugelernt: „Die Sparmaßnahmen werden am härtesten ältere Menschen, Behinderte und Bedürftige treffen. Die Großen kommen dagegen davon.“

Die Promotion war nur eine der Herausforderungen, denen sich Kirkby in ihrem bewegten Leben gestellt hat. Anfang 1921 in Großbritannien geboren, verließ sie mit 17 die Schule, um Vater und Bruder zu versorgen, als ihre Mutter krank wurde. Da hatte die Fabrikbesitzer-Familie aus dem Norden Englands ihr Vermögen bereits lange verloren – nach dem Wall-Street-Crash im Jahr 1929. Kirkby arbeitete als Schauspielerin und folgte nach dem Zweiten Weltkrieg ihrem Mann, einem Arzt, nach Malaysia. Dort versuchte sie sich als Radiomoderatorin.
93-Jaehrige erwirbt Doktortitel
Promotion über die Finanzkrise

Finanz Rock Star entschlüsselt die Formel für Reichtum

Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz berichten:
Ein Buch entschlüsselt die Formel für ReichtumOekonom Thomas Piketty

Franzosen werden selten zu Rockstars in Amerika. Schon gar nicht, wenn sie ein Wirtschaftsbuch schreiben. Aber der bislang unbekannte Pariser Ökonom Thomas Piketty hat es in Übersee zu schnellem Ruhm geschafft. Innerhalb weniger Tage ist er zum Gesprächsthema einer ganzen Nation geworden.

Nobelpreisträger wie Paul Krugman und Joseph Stiglitz loben das Werk des französischen Ökonomen Thomas Piketty. Es analysiert anhand von Daten, wie im Kapitalismus die Reichen immer reicher werden.

Kapitalerträge höher als Wachstum der Volkswirtschaft

Pikettys Formel ist einfach: Weil in der Regel die Kapitalerträge höher sind als das Wachstum der Volkswirtschaft, ist Ungleichheit keine versehentliche Begleiterscheinung des Kapitalismus, sondern eine zwangsläufige Konsequenz. Doch nicht nur Nobelpreisträger können von dem Buch noch etwas lernen. Auch der ganz normale Sparer gewinnt eine fundamentale Erkenntnis.

Er kommt schneller durch Kapitalanlage zu Reichtum als durch harte Arbeit – zumindest dann, wenn man nicht zu den oberen zehn Prozent der Gesellschaft gehört. Die Einkommenselite kann ihre Vergütung weitgehend selbst festlegen und so wohlhabend werden, argumentiert Piketty.

Doch auch bei den Vermögenden öffnet sich die Schere in der Verteilung des Reichtums. Das gilt allein schon deshalb, weil sich die Kapitalrenditen im Laufe der Zeit akkumulieren, aber auch, weil das Geld von Generation zu Generation vererbt wird. So gelangen die ohnehin wenigen Kapitalbesitzer zu immer mehr Reichtum, am Ende steht eine Gesellschaft, die von Wohlstandsoligarchen und Familiendynastien gelenkt wird.

Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass sich nur mit dem Einsatz von Kapital wirklicher Reichtum aufbauen lässt. Die Geschichte des Tellerwäschers, der sich zum Millionär hocharbeitet, wird durch die empirischen Zahlen Pikettys brutal entzaubert.
Ein Buch entschluesselt die Formel für Reichtum

Pavel Constantin

Pavel Constantin

Welch ein Durcheinander bei Kolumbiens Peso

Europäer verbinden Kolumbien oft mit Drogenkrieg und Chaos – nicht ganz zu unrecht. Seit 200 Jahren durchziehen brutale Konflikte die Gesellschaft, wie auch die Banknoten zeigen.

Kolumbien ist bei uns bekannt für jahrelange bewaffnete Auseinandersetzungen mit linken Rebellengruppen sowie für Drogenkartelle, die einen Staat im Staate bilden. Konflikte, auch blutig ausgetragene, sind in dem Land nichts Neues. Sie durchziehen vielmehr schon lange seine Geschichte, wovon die Geldscheine des Landes Zeugnis geben.

Hingerichtete Freiheitskämpferin

Zur gleichen Zeit, doch auf ganz andere Art, wirkte Policarpa Salavarrieta, die auf der Banknote zu 10.000 Pesos zu sehen ist. Sie arbeitete als Damenschneiderin, war daneben aber auch als Spionin für die Unabhängigkeitsbewegung tätig, da sie als Frau relativ unverdächtig war. Schließlich wurde sie enttarnt und hingerichtet. Sie wird bis heute in vielen Gedichten verehrt.
Kolumbiens Peso zeugt von großem Durcheinander

Spionin Salavarrieta ziert den 1000 Peso-Schein.
Er ist knapp vier Euro wert

Colombia Peso

Gier ungehemmtes Eigeninteresse und grenzenloser Wettbewerb

Von der Finanzkrise auf dem falschen Fuss erwischt
Die Schwächen der modernen Ökonomie

Die globale Finanzkrise hat laut Andrew Haldane von der Bank of England die Schwächen der modernen Ökonomie aufgedeckt. Ein Umdenken sei notwendig.

Die Finanzkrise habe gezeigt, betont Haldane, dass ungehemmtes Eigeninteresse von Individuen und Unternehmen, Gier und grenzenloser Wettbewerb im Finanzsektor und anderswo der Gesellschaft geschadet und sie ärmer gemacht hätten. Smiths «unsichtbare Hand» könne sich, wenn sie zu fest gedrückt werde, als unheilvoll und übelwollend erweisen und habe zu den grössten Verlusten an Einkommen und Produktion seit den 1930er Jahren beigetragen. Die Finanzkrise habe die latenten Unzulänglichkeiten der modernen ökonomischen Modelle blossgelegt. In extremen Situationen wie Finanzkrisen und Rezessionen, wenn es hart auf hart komme, seien die Erwartungen der Wirtschaftsteilnehmer keineswegs rational, sondern getrieben von der Angst vor dem Unbekannten und dem Verhalten der anderen.
Von der Finanzkrise auf dem falschen Fuss erwischt

Harm Bengen

Harm Bengen

Schottische Seniorin verdient Vermögen mit Aktien

Glückliches Händchen

Margaret Dickson führte nach außen ein bescheidenes, einfaches Leben als
Grundschullehrerin und Polizistin – doch in ihrer Freizeit zockte sie mit Aktien. Nach ihrem Tod erfuhr ihre Familie davon.

Sie lebte ein einfaches, bescheidenes Leben. Margaret Dickson war Grundschullehrerin in Glasgow, später Polizistin in London.

Nach einer Verletzung konnte die Britin jedoch nicht mehr arbeiten, Dickson ging daraufhin 1986 in Rente. Erst jetzt, nach ihrem Tod, wurde bekannt, dass die alte Dame seit ihrer Verrentung aber keinesfalls frei gemacht hatte.

Dickson handelte mit Aktien – und zwar derart erfolgreich, dass sie rund 1,1 Millionen Pfund, etwa 1,3 Millionen Euro, hinterließ. Der Großteil des Millionenerbes geht nun an Wohltätigkeitsorganisationen. Ihren Angehörigen hatte die 72-Jährige vor ihrem Tod nur 20.000 Pfund, rund 24.300 Euro, zugedacht.

Bis zu ihrem Tod waren die Aktiengeschäfte der Rentnerin ein Geheimnis-
Schottische Seniorin erzockt Vermoegen mit Aktien

alte Dame

Der Wille zum Reichtum

Sabine Schmitt berichtet über Finanzcoachingseminare:

Seit der Jahrtausendwende gibt es Geldcoachings in der Beraterbranche. Der selbst ernannte Moneycoach Bodo Schäfer, einer der ersten Geldcoaches in Deutschland und inzwischen Bestsellerautor. Er füllt ganze Hallen, wenn er erzählt, es sei nur eine Frage des Willens und der eigenen Haltung, reich zu werden.
Zahlreiche Geldcoaches haben inzwischen Programme aufgelegt, die ihren Kunden den Weg zu finanzieller Unabhängigkeit versprechen. „In sieben Jahren die erste Million“.

„Wie viel Geld man hat, hängt von der Einstellung ab. Das behaupten Finanzcoaches, die mentales Training anbieten. Wie das funktioniert? Wir haben es ausprobiert

Es beginnt mit einem – ja, auch das gibt es – E-Mail-Coaching. „Geld spiegelt unsere Beziehung zu unseren Werten, unserem Leben und uns selbst“, schreibt mir die Münchner Geldtrainerin Nicole Rupp. „Wir haben immer eine Beziehung zum Geld, ob wir wollen oder nicht.“ Und diese Beziehung wird von Kindheit an geprägt. Dort entstehen die Glaubenssätze, an denen wir uns zum Teil ein Leben lang entlanghangeln – ohne uns darüber klar zu sein. Wer etwa mit dem Gedanken aufgewachsen sei, nur harte Arbeit führe zu Geld, für den sei es eben hart, Geld zu verdienen, so Rupp. „Ihre Haltung zu Geld und die Gefühle dazu spiegeln sich immer im richtigen Leben wider“, sagt Rupp. „Geld ist immer eine ideale Projektionsfläche für andere Problemlagen.“
Der Wille zum Reichtum

www.arendvandam.com

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