Produkte, die niemand will

Etappensieg des Hedge-Fund-Managers Bill Ackman
Herbalife wird nun auf Herz und Nieren geprüft

Ist es denkbar, dass ein an der New Yorker Börse kotierter Konzern auf einem illegalen Geschäftsmodell basiert? Die nun beginnenden Ermittlungen der Wettbewerbsaufsicht versprechen Antworten im Fall Herbalife.

In seinem Kampf gegen den Hersteller von Diätdrinks und Nahrungsergänzungsmitteln Herbalife hat Hedge-Fund-Manager Bill Ackman nun nach gut einem Jahr einen Teilsieg errungen: Die amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission FTC hat in dieser Woche zivile Ermittlungen gegen das Unternehmen wegen möglicher unfairer oder irreführender Geschäftspraktiken aufgenommen. Damit geht sie Ackmans Vorwurf nach, Herbalifes Geschäftsmodell basiere auf einem illegalen Pyramidensystem und nicht auf einem, wie das Unternehmen nach wie vor behauptet, legalen System des sich auf freie Mitarbeiter stützenden, mehrstufigen Direktvertriebs.
Produkte, die niemand will

Produkte, die niemand will

Amerikas Mühen mit dem Freihandel

Gespräche mit der EU und pazifischen Staaten

Die USA verhandeln mit zwei Staatengruppen über Freihandel. Mit pazifischen Staaten wird um Arbeitnehmerrechte gerungen, mit der EU um den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse.

In den Freihandelsgesprächen der USA mit pazifischen Staaten wird um Arbeitnehmerrechte gerungen, mit der EU um nichttarifäre Handelshemmnisse.

Wer schon einmal ein Auto über den Atlantik schicken wollte, kann das Potenzial einer Freihandelszone der USA mit der EU nachvollziehen. Ein Berliner Garagist erklärt, dass die Umrüstung des in den USA gekauften Mazda 1800 € kosten würde – ohne dass sich damit die Sicherheit verbessern würde. Diese Woche fand in Brüssel die vierte Verhandlungsrunde zur transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) statt. Grosse Hoffnungen werden beidseits des Atlantiks denn auch auf die Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse gesetzt.
Amerikas Muehen mit dem Freihandel

One Sided Free Trade anti-Free Trade cartoon 1886

Banken-Rettung: Fordert Frankreich Zugriff auf deutsche Steuergelder?

Schulden-Krise

Die Franzosen machen Druck bei der Banken-Union: Nach EZB-Mann Benoît Coeuré soll EZB-Direktor Benoît Cœurées eine gemeinsame Einlagensicherung geben – also auch den Zugriff auf deutsche Steuergelder. Paris will, dass die die europäische Geldpolitik von der Banque de France gesteuert wird – nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed, also durch massives Gelddrucken.
Frankreich fordert Zugriff auf deutsche Steuergelder

Fordert Frankreich Zugriff auf deutsche Steuergelder

Rentiert sich der Glaube an die eigene Firma?

Mitarbeiter, die sich ganz mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, wünscht sich wohl jeder Firmenchef. Im Silicon Valley will man das erreichen, indem Entrepreneurs ihre Angestellten vielfach mit Aktien oder Optionen entlöhnen – und so versuchen, die intrinsische Motivation und die Loyalität gegenüber der Firma zu erhöhen. Schliesslich sind die finanziellen Mittel eines frisch gegründeten Unternehmens oft begrenzt, aber es kann Mitarbeiter mit der Aussicht locken, für das nächste Apple, Google oder Whatsapp zu arbeiten.
Rentiert sich der Glaube an die eigene Firma
Aktien Lohnkomponenten

Ex-Goldman-Trader: ‚Fabelhafter Fab‘ muss hohe Geldstrafe zahlen

Fabrice Tourre gilt als ein mutmaßlicher Strippenzieher Trader Tourre fuehrte Profi-Investoren in die Irreder Finanzkrise. Der „Fabelhafte Fab“ soll Klienten um eine Milliarde Dollar gebracht haben. Jetzt hat ein Gericht den einstigen Goldman-Sachs-Trader zur Zahlung einer hohen Geldstrafe verurteilt.
Ex-Goldman-Trader Fabelhafter Fab muss hohe Geldstrafe zahlen

Ex-Goldman-Trader

Schweiz konfisziert Millionen von Präsidententochter

Die Tochter des usbekischen Präsidenten steht im Verdacht der Geldwäsche. Nun greift die Schweiz ungewohnt hart durch – und beschlagnahmt kurzerhand 800 Millionen Franken der umtriebigen Frau.

Die älteste Tochter des usbekischen Staatspräsidenten ist ins Visier der Schweizer Justiz geraten. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Gulnara Karimowa der Geldwäsche, wie die Behörde mitteilte.

Vermögen von über 800 Millionen Franken (rund 658 Millionen Euro) sei beschlagnahmt worden. Die Untersuchung stehe im Zusammenhang mit mutmaßlich unrechtmäßigen Vorgängen im usbekischen Telekommunikationsmarkt.
Schweiz konfisziert Millionen von Präsidententochter

Gulnara Karimova

Gold Rückholaktion der Bundesbank

Rückholaktion der Bundesbank kostet hunderttausende Euro

Die Bundesbank will ihren Goldschatz künftig in Deutschland lagern. Die ersten Barren aus den USA und Frankreich lagern bereits in deutschen Tresoren. 2014 sollen deutlich mehr Tonnen Bundesbank-Gold folgen. Billig ist das nicht. Die Bundesbank hat sich die Verlagerung ihres milliardenschweren Goldschatzes nach Deutschland bislang 600.000 Euro kosten lassen. Eine Sprecherin der Notenbank in Frankfurt bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“. Die Summe umfasst Transport, Versicherung und das Umschmelzen der Barren.Der Großteil der deutschen Goldreserven lagert aus historischen Gründen im Ausland, vor allem in den Tresoren der US-Notenbank Fed in den USA. Die Bundesbank will bis spätestens 2020 die Hälfte des Goldschatzes von fast 3400 Tonnen – aktueller Wert rund 95 Milliarden Euro (Stand Ende Januar) – in heimischen Tresoren unterbringen.
Rückholaktion der Bundesbank kostet hunderttausende Euro
Rueckholaktion der Bundesbank

 

Den Regenschirm rechtzeitig aufspannen

«Wenn es regnet, muss man seinen Regenschirm aufspannen», sagt ein japanisches Sprichwort. Diese Aussage trifft nicht nur für das tägliche Leben zu, sondern sie lässt sich metaphorisch auch auf die Finanzmärkte übertragen. Dort zeichnen sich besonders erfolgreiche Anleger durch ihr stringentes Risikomanagement aus. Sie versuchen, sich gut entwickelnde Wertpapiere möglichst lange zu halten und verlustträchtige Positionen schnell zu identifizieren und konsequent zu verkaufen. Der Blick auf die finanzmathematischen Fundamente erklärt, wieso es sich lohnt, Kursverluste möglichst zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen, statt bei fallenden Kursen auf eine «wundersame Erholung» zu hoffen. Wenn der Kurs eines Wertpapiers nämlich erst einmal um 50% (80%) gefallen ist, müsste er ausgehend von der tiefen Basis um mindestens 100% (400%) steigen, um wieder für eine ausgeglichene Bilanz im Portfolio zu sorgen. Ob die Erholung wahrscheinlich ist, welche Zeit dafür benötigt würde und was man mit dem gebundenen Kapital inzwischen hätte machen können, ist offen.

Das geschickte Placieren sogenannter Stop-Loss-Aufträge zählt zu den einfachsten Methoden, um sich gegen Kursrückschläge abzusichern. Sie führen dazu, dass ein Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Kurs verkauft wird, sobald dessen Notierung an der Börse oder im verwendeten Online-Handelssystem eine bewusst definierte Untergrenze erreicht oder unterschritten hat. Bei « Trailing-Stopps » wird die kritische Kursschwelle in einem steigenden Markt sogar automatisch nach oben angepasst, so dass einmal erzielte Kursgewinne in Ansätzen als gesichert gelten können. Manche Investoren sind angesichts erratischer Kursbewegungen dazu übergegangen, sich Kursgrenzen mental zu setzen, um bei Erreichen sofort zu verkaufen.
Den Regenschirm rechtzeitig aufspannen

Thorsten Klomfass

Thorsten Klomfass

Für wirklich Reiche bleibt die Schweiz ein Steuerparadies

Für kleine Betrüger taugt die Schweiz als Fluchtland nicht mehr, für die  Geldelite schon. Uli Hoeneß und Alice Schwarzer waren „nur dumm“. Der Tagesspiegel

Der vergangene Februar war wieder so ein schwarzer Monat für den „Finanzplatz Schweiz“, auf den die Eidgenossen einst so stolz waren. Erst flogen in Deutschland mehrere prominente Steuerbetrüger auf, denen Schweizer Geldhäuser als willige Helfer zur Seite gestanden hatten. Dann veröffentlichte der Untersuchungsausschuss des US-Senats eine Anklage gegen den zweitgrößten Finanzkonzern des Landes, die Credit Suisse, die mit „Geheimdienstmethoden“ ein „infames Geschäftsmodell“ betrieben habe und mehr als 22 000 Amerikanern geholfen haben soll, ihr Geld vor den US-Finanzbehörden zu verstecken.

Und dann kam noch heraus, dass auch der ukrainische Kleptokrat Viktor Janukowitsch und seine Clique ihre Milliarden über Mittelsmänner in der Schweiz verwalten ließen.

Da werden zwei Firmenmäntel aus der Schweiz und einer anderen Steueroase gekauft und hintereinander geschaltet“, und schon sei „der eigentliche Inhaber nicht mehr erkennbar“. Das koste allerdings schnell mal 40 000 Euro und lohne sich erst „so ab drei, vier Millionen“. Diese Einschätzung bestätigt Andreas Frank, ein früherer Manager der US-Bank Goldman Sachs und Fachmann zur Bekämpfung der Geldwäsche. Insbesondere die rund 1000 Schweizer Treuhänderfirmen würden Tarnkonstruktionen verkaufen, „die von den Banken gar nicht überprüft werden können“. Das belege der Fall des Schweizer Vermögensverwalters Peter Amrein von der Züricher Firma Solidus, dem die New Yorker Staatsanwaltschaft den Prozess macht. Dessen Tarnfirmen-Konstruktion habe nur mit Hilfe eines Insiders aufgedeckt werden können, berichtet Frank. Uli Hoeneß oder Alice Schwarzer seien „nur dumm gewesen“, meint Frank. „Hätten sie solche Strukturen genutzt, wäre ihnen nichts passiert.“

Treuhänder, anonyme Trusts oder andere Tarnkonstruktionen sind allerdings keine Schweizer Besonderheit. Derlei Verstecke werden genauso in London, New York oder Frankfurt ganz legal verkauft.
Für wirklich Reiche bleibt die Schweiz ein Steuerparadies

Schweizer Asyl

EZB-Direktorin Lautenschläger

Haben noch Spielraum
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich nach Worten von EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger weitere geldpolitische Schritte offen.

„Wir haben noch Spielraum“, sagte Lautenschläger dem „Wall Street Journal“ in einem am Montag veröffentlichten Interview. „Der Zinssatz für die Einlagefazilität könnte beispielsweise negativ werden.“

„BANKEN-STRESSTEST IST LETZTE CHANCE ZUM AUFRÄUMEN“

Lautenschläger dagegen wies Befürchtungen zurück, die Zentralbank reagiere nicht entschlossen genug auf die schwache Teuerung. „Den Vorwurf der Sorglosigkeit kann ich nicht nachvollziehen“, sagte sie. „Wir werden handeln, wenn die Bedenken hinsichtlich mittelfristiger Preisstabilität zunehmen.“

Zugleich betonte Lautenschläger die Bedeutung des Stresstests für europäische Banken. „Das ist die letzte Chance zum Aufräumen“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich denke schon, dass einige Banken ihre Kapitalausstattung verbessern müssen. Ich nenne hier keine Zahl, weil mir die nicht bekannt ist.“

Die EZB prüft dieses Jahr die 128 größten Geldhäuser der Euro-Zone auf Herz und Nieren. Die Institute müssen dabei unter anderem einen Stresstest bestehen und sich einen tiefen Blick der Aufseher in ihre Bilanzen und deren riskanteste Positionen gefallen lassen.
EZB-Direktorin Lautenschläger

Deutsche Miss Euro