Wie die Krise das Leben der Menschen verändert

Sie kriegen weniger Kinder, gehen seltener zum Arzt, werden unzufriedener: Ein Bericht der OECD zeigt die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise.

Krise bedeutete lange: Milliardenkredite an Pleitebanken und Pleitestaaten. Doch die einbrechende Wirtschaft hatte auch sehr konkrete Auswirkungen auf die Lebensentscheidungen der Menschen: Wollen wir Kinder? Bin ich mit meinem Leben zufrieden? Gehe ich noch zum Arzt, wenn ich krank werde?

Die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat in ihrem Bericht „Gesellschaft auf einen Blick 2014“ untersucht, wie die Krise das Leben der Menschen in den Mitgliedsländern verändert.
Gesellschaft auf einen Blick 2014
Das Ende der Bestechlichkeit
OECD Sozialindikatoren
Report
Wie die Krise das Leben der Menschen veräendert

Geldwäsche und Diktatoren

Was sind Europas Gesetze wert?

Demaskiert: Wie schon im Fall Mubarak oder Ben Ali ist mit dem Sturz des ukrainischen Kleptokraten Janukowitsch peinlich deutlich geworden, dass Europas Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche nichts bringen. Trotzdem sperrt sich Finanzminister Schäuble gegen die nötige Reform.

Keiner hält die Regeln, weder Länder noch Banken

Schuld daran ist aber nicht etwa Großbritannien, das Mutterland aller Geldwäscher. Cameron hat sogar versprochen, das Vorhaben auch auf den Kanalinseln und in der Karibik durchzusetzen. Nein, es war Finanzminister Wolfgang Schäuble, der im EU-Ministerrat sein Veto einlegen ließ und so eine Mehrheit verhinderte. Die Begründung lautet, ein solches Register erlaube es den Banken, sich vor ihren Prüfpflichten zu drücken. Eine absurde Verdrehung: An den Pflichten der Banken würde sich gar nichts ändern.

Europarlament stimmt für die Registerpflicht

Die Vermutung, es gehe in Wahrheit darum, den Superreichen weiterhin zu erlauben, ihren Besitz vor der Öffentlichkeit zu verstecken, ist natürlich eine böse Unterstellung. Aber Schäuble hat bald Gelegenheit, derlei Verschwörungstheorie zu widerlegen. Mit breiter Mehrheit votierte das Europaparlament jüngst für die Registerpflicht. Nun müssen Parlament und Rat verhandeln. Dabei sollten die Abgeordneten auf die Ukraine verweisen. Aus Schaden wird man klug, heißt es.
Geldwäsche und Diktatoren

Iulian Pena-PAI www.penapai.ro

Iulian Pena-PAI
www.penapai.ro

Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten

Argentinien

Trotz ihrer populistischen Rhetorik versucht Argentiniens Regierung das Verhältnis zum Ausland und den Finanzmärkten zu kitten. Unklar ist, ob Präsidentin Kirchner den Kurswechsel mitträgt.

Das Büro im Mittelschichtsvorort im Norden von Buenos Aires ist karg bestückt. Die Wände sind kahl, es gibt nur zwei Stühle sowie einen Resopaltisch. Auf diesem stehen eine Geldzählmaschine und ein Glas, gefüllt mit Gummibändern. Ein junger Mann mit tätowierten Unterarmen betritt wortlos den Raum und überreicht dem Besucher einen Stapel Banknoten sowie eine ausgedruckte Quittung. Nervös flackert sein Blick, während der Kunde das Geld nachzählt. Danach schnürt er ihm die Banknoten mit den Gummibändern zu einem faustdicken Päckchen und leitet den Kunden nach draussen zur von einer Kamera überwachten Tür. Im Flur warten drei neue Kunden darauf, ihr Geld zu wechseln. Die Szenerie erinnert an ein Wartezimmer beim Zahnarzt.
Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten

Als Folge der hohen Inflation bekommen die Argentinier fuer ihr Geld immer weniger Waren

Als Kleinanleger in Startups investieren

Beteiligungen für private Investoren

In der Schweiz häufen sich die Beispiele erfolgreicher Startups, weshalb auch Kleininvestoren dem Trend folgen und in diesem Segment investieren wollen. Bei aller Euphorie gibt es aber besonders für Privatpersonen erhebliche Risiken zu beachten.

Der jüngste Verkauf von Whatsapp an das soziale Netzwerk Facebook hat einen Mann besonders gefreut, von dem man nur selten in der Presse liest: Jim Goetz, Gesellschafter des Wagniskapitalgebers Sequoia Capital. Goetz beteiligte sich im Namen von Sequoia in den vergangenen Jahren mit rund 60 Mio. $ an dem Kurznachrichtendienst; dieser Anteil ist seit Anfang Februar 3 Mrd. $ wert. Eine Verfünfzigfachung des eingesetzten Kapitals ist wohl die Ausnahme in der Startup-Szene – dennoch bewegen derartige Beispiele auch private Kleinanleger dazu, sich für Investitionen in Startups zu interessieren. In der Schweiz erstreckt sich die Bandbreite erfolgreicher Startups vom Halbleiterhersteller Sensirion bis zum Umfragewerkzeug Doodle. Ein Unternehmen zu gründen, liegt seit einigen Jahren im Trend, und auch Privatanleger würden gerne einen Hauch von Startup-Luft schnuppern. Doch wie kann man sich als solcher an einem Schweizer Startup beteiligen?
Als Kleinanleger in Startups investieren

Als Kleinanleger in Startups investieren

Der Haushalt der Großen Koalition

Nur scheinbar ambitioniert

Wolfgang Schäuble ist kein Taschenspieler. Dennoch greift auch er in die Trickkiste, wenn es darum geht, wählerwirksam einen ausgeglichenen Staatshaushalt für 2015 zu präsentieren. Es bleibt ihm angesichts der mangelnden Ausgabendisziplin der schwarz-roten Koalition nicht viel anderes übrig. Der erste ausgeglichene Haushalt seit 1969 – das klingt ambitioniert. Ist es aber nicht. Schließlich waren in der alten Finanzplanung für die Jahre 2016 und 2017 sogar Überschüsse von 15 Milliarden Euro angepeilt. Davon ist nun keine Rede mehr.

Der Staat spart nicht originär an sich. Es ist keine Rede davon, etwa die Beamten Schritt für Schritt in die gesetzlichen Sozialversicherungen zu überführen. Wer, wenn nicht eine Große Koalition, sollte sich an die Herkulesaufgabe machen, die finanzielle Zeitbombe Beamtenpensionen zu entschärfen? Das im Wahlkampf der SPD oft gefallene Wort Bürgerversicherung ist heute nicht mehr zu hören. Auch der Union fehlt der Wille, die verkrusteten Strukturen des Staatsapparats zu modernisieren.
Nur scheinbar ambitioniert

Der Haushalt der Großen Koalition

Weltweit demonstrieren Menschen gegen Korruption

Korruption:  Das Ende der Bestechlichkeit?Stop Corruption

Ukraine, Venezuela, Türkei: Weltweit demonstrieren Menschen gegen Korruption. Es gibt Konzepte, wie sie besiegt werden kann.

Vergoldete Wasserhähne, antike Möbel, ein privater Golfplatz hinter dem Haus und eine Garage voll schicker Sportwagen: Als die Ukrainer nach der Flucht des entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch dessen Wohnsitz zum ersten Mal bestaunen durften, fanden sie ihren Aufstand im Nachhinein einmal mehr gerechtfertigt. Wer so schamlos im Luxus schwelgt, kann nicht sauber regiert haben. Der muss noch korrupter sein, als sich das selbst die wütendsten Demonstranten auf dem Maidan hätten vorstellen können. Der gehört abgesetzt.

Korruption muss aufhören

Korruption muss aufhören

Zwar ist jede Revolution anders. Doch zumindest in einem Punkt gleichen sich derzeit die meisten: Egal ob in der Ukraine, in Venezuela, Ägypten oder der Türkei – immer demonstrieren die Bürger laut gegen die Bestechlichkeit ihrer Eliten. Dort, wo die Despoten stürzen und ihre Paläste gestürmt werden, bestätigt sich der Vorwurf. Das war bei Janukowitsch so wie bei Muammar al-Gaddafi, beim ehemaligen tunesischen Machthaber Ben Ali wie beim Ägypter Hosni Mubarak. Und überall lautete deswegen auch der erste Vorsatz ihrer Nachfolger: Die Korruption muss aufhören.
Das Ende der BestechlichkeitHow Can Women Fight Corruption

US-Behörde verklagt Deutsche Bank und WestLB

Libor-Skandal

In den USA werden 16 Finanzkonzerne vor Gericht gebracht, weil sie den Zinssatz Libor
manipuliert haben sollen. Auch deutsche Banken stehen auf der Anklageliste.

Die US-Einlagensicherung FDIC verklagt die Deutsche Bank und 15 weitere Geldhäuser wegen Zinsmanipulationen. Die staatliche Behörde wirft den Finanzkonzernen vor, den Interbanken-Zinssatz Libor unerlaubt beeinflusst zu haben. Der Zinssatz bestimmt maßgeblich, zu welchen Konditionen Banken untereinander Geld verleihen.

Die Manipulationen hätten zu sehr großen Einbußen bei 38 Banken geführt, die im Zuge der Finanzkrise abgewickelt wurden, teilte die FDIC mit. Die Einlagensicherung ist selbst davon betroffen, weil sie Verluste der gescheiterten Banken übernehmen musste. Wie hoch der geforderte Schadensersatz ist, geht aus der in New York eingereichten Klage nicht hervor….

Von dem Referenzsatz Libor hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Zu den Instituten, die der FDIC nun des Vertragsbruchs beschuldigt, gehören neben der Deutschen Bank unter anderem auch die Großbanken UBS und Credit Suisse, sowie Barclays, die Bank of America, die Citigroup und JPMorgan Chase. Auch die ehemalige nordrhein-westfälische Landesbank WestLB steht auf der Anklageliste. Die Bank, die im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste anhäufte, existiert heute nicht mehr. Sie wurde im Juni 2012 in drei Teile aufgespalten. Ihr Rechtsnachfolger ist der Finanzdienstleister Portigon.
US-Behörde verklagt Deutsche Bank und WestLB

Heads I Win, Tails You Lose

Wie Katar seinen Reichtum investiert

Ärger mit Saudi-Arabien: Feuerprobe für Katars jungen Emir.

Gernegroß am Golf: Saudi-Arabien hat genug von den ambitionierten Alleingängen des kleinen Nachbarn Katar. Der saudische König will das Gernegroß-Land in die Schranken weisen – und droht gar mit einer Blockade. Katars junger Emir steht gewaltig unter Druck.
Es scheint langsam Schule zu machen, dass große Staaten ihre Winz-Nachbarn einschüchtern, wenn ihnen deren Politik nicht passt. Saudi-Arabien und Katar sind so ein Fall.

Der saudische König Abdallah al-Saud, 89, hat genug von den außenpolitischen Alleingängen der Kataris. Er setzt das kleine Emirat und seinen jungen Regenten, den 33-jährigen Tamim bin Hamad al-Thani, unter Druck: Entweder Tamim al-Thani schwenkt wieder ein auf die außenpolitische Linie Saudi-Arabiens oder es gibt Ärger.

Katar, ungefähr zweimal so groß ist wie Zypern, zählt rund zwei Millionen Einwohner. Davon sind jedoch nur knapp 250.000 Kataris. Der Rest kommt aus dem Ausland, als Gastarbeiter. Trotzdem spielt Katar auf der Bühne der Weltpolitik mit.
Wie Katar seinen Reichtum investiert
Tamim bin Hamad al-Thani

Euro-Höhenflug löst auf EZB-Radar Alarm aus

Der Euro bereitet der Europäischen Zentralbank mal wieder Kopfzerbrechen. Nach der Wackelphase in der Schuldenkrise gibt nun die Stärke der Gemeinschaftswährung Anlass zur Sorge. Die niedrige Teuerung und der gestiegene Euro-Wechselkurs bildeten eine brisante Mischung, warnt Notenbankchef Mario Draghi. Sollte der Euro-Höhenflug das EZB-Ziel stabiler Preise in Gefahr bringen, will er notfalls die Zinsen weiter senken. Der Eurokurs kann die Exportwirtschaft bremsen und damit
die Preise drücken, was zusätzliche Deflationsängste schürt. Allerdings setzt Draghi zunächst auf die Wirkung seiner verbalen Breitseite. Erst wenn der Euro die Marke von 1,40 Dollar weit hinter sich lässt, gerät der EZB-Präsident nach Ansicht von Volkswirten in Zugzwang.
Euro-Hoehenflug loest auf EZB-Radar Alarm aus

Euro-Hoehenflug loest auf EZB-Radar Alarm aus