Welt ohne Geld

Immer mehr Unternehmen und Staaten planen eine „No-Cash“-Zukunft.

Nur Bares ist Wahres – dieser Satz drückt die Liebe der Deutschen zum Bargeld aus.

Das kann Folgen haben. Denn wenn jede Transaktion irgendwann erfasst wird, ist der gläserne Bürger Realität. Es droht eine Form von totaler Überwachung. Die ARD-Doku „Welt ohne Geld – wie die Abschaffung von Banknoten vorangetrieben wird“ und wie weit wir auf dem Weg dahin schon sind – und wer davon profitiert.

Bargeldloses Bezahlen ist auf dem Vormarsch. Es ist schnell, einfach und bequem. Weltweit haben bargeldlose Transaktionen das Bezahlen mit Bargeld längst abgelöst. Auf der Strecke bleibt dabei das Interesse der Bürger am Bargeld.

Weltweit haben bargeldlose Transaktionen das Bezahlen mit Bargeld längst abgelöst. Noch halten Bundesbank und Bundesregierung am Bargeld fest. Aber können sie die Entwicklung hin zur bargeldlosen Gesellschaft aufhalten? Denn viele haben ein Interesse daran, dass wir aufhören, mit Bargeld zu bezahlen. Banken wollen Münzen und Scheine loswerden, weil deren Bereitstellung teuer ist. Politiker wollen weniger Bargeld, um Kriminalität und Terrorismus zu bändigen. Zentralbanker wollen Bargeld abschaffen, weil sich dann leicht Negativzinsen durchsetzen lassen. Und digitale Bezahlkonzerne wie Paypal oder Visa wollen einfach von allen Geldgeschäften profitieren und dabei möglichst viele Finanzdaten über uns Verbraucher sammeln. Ihr Ziel: die komplette Kontrolle über unser Kaufverhalten. Wer profitiert von der bargeldlosen Welt?…Welt ohne Geld/ ARD

www.gottfried.online

Die Börsen ein Auslaufmodell?

Wird die Börse zum Auslaufmodell?
Statt an die Börse zu gelangen, werden aufstrebende Unternehmen von Private-Equity-Gesellschaften gekauft. Die Zahl der kotierten Unternehmen nimmt ab. Ist das der Anfang vom Ende des Börsenhandels?

Werner Grundlehner
berichtet: Investoren können auf der anderen Seite von Private-Equity-Gesellschaften einiges lernen. Statt Trends und Aktien, die en vogue sind, hinterherzurennen, zahlt es sich auch an der Börse aus, auf langfristige Geschäftsmodelle, verlässliche Cashflows und niedrige Bewertungen (beim Kauf) zu achten….Börse

Rudolf Schuppler
www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler
www.grafik-schuppler.at

Was Google alles über Sie weiß

Datenanalyse statt Technologiekonzern. Das ganz grosse Geschäft.

Dr. Hansjörg Leichsenring berichtet: Für viele Menschen ist Google immer noch vor allem eine Suchmaschine. Längst ist das mächtige Technologieunternehmen zu einem der weltweit größten Sammler von Daten geworden. Eine Infografik zeigt, was Google alles über seine Nutzer weiß.

Viele halten Google für ein erfolgreiches Technologieunternehmen, doch Technologie ist nur das Mittel zum Zweck. Rund 86 Prozent der Einnahmen von Googles Mutterkonzern Alphabet stammen aus Werbung.

Das Geschäftsmodell hinter der Suchmaschine ist das Sammeln und Analysieren von Daten, vor allem von privaten Konsumenten. Dazu gehören persönliche Daten, Einkaufsgewohnheiten und Bewegungsprofile.

Infografik: Was weiß Google?….Was Google alles über sie weiss

rabe-karikatur.de

Sind die wirklich teuren Flüchtlinge die Steuerflüchtlinge?

Gegen Steuerhinterziehung und Steuerumgehung.

Andreas Schwarz: “ Man sollte immer auch das ganze im Blick haben. Die wirklich teuren Flüchtlinge sind die Steuerflüchtlinge. Deshalb kämpfe ich in Berlin so vehement gegen Steuerhinterziehung und Steuerumgehung. Man kann sich aber eben nur wundern, warum der Aufschrei von Rechts bei den Steuerflüchtlingen nicht einmal im Ansatz so groß ist.“
Quelle: Facebook/Andreas Schwarz.SPD

Steueroasen: EU verliert 20 Prozent Steuereinnahmen Euractiv.de
Steuer-Flüchtlinge stoppen! Kritisches-Netzwerk.de

Steuervermeidung: MdEP sagen, Rat untergrabe die Glaubwürdigkeit der EU Europarl.Europa.eu/News
Aggressive tax planning indicators Final/ Report/ Study-on-ATP-indicators

Kritische Stimmen zur Seriosität der Grafik:
Mit migrationsfreundlicher Datenerfindung zum Panama-Klickerfolg

Hier tauchte die Grafik auch schon mal 2015 auf unter -Meinung, Expertise, Blödeleien
ein Denkanstoss ist es allemal : Ich-kann-es-mir-ehrlich-gar-nicht-vorstellen

www.w-t-w.org/en/isabell-hemming

Warnung vor einer Rezession?

Traditionelle und neue Zinskurven senden unterschiedliche Signale. Die Aussagekraft der traditionellen Zinskurve ist nicht unumstritten.

An den Finanzmärkten in letzter Zeit ins Gerede gekommen ist die «yield curve», die Zinskurve. Sie zeichnet die Differenz zwischen Zinsen mit unterschiedlichen Laufzeiten auf. Besonders beschäftigt die Märkte die fortschreitende Abflachung dieser Kurve in den USA. Die Differenz, der Spread, zwischen den Treasuries mit Laufzeiten von 10 und 2 Jahren, ist auf weniger als 30 Basispunkte geschrumpft, was der geringste Wert seit dem Ausbruch der Krise von 2007 ist. In Marktkreisen bestehen Befürchtungen, dass bei weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank die traditionelle Zinskurve noch dieses Jahr invers werden könnte. Dann wären die kurzfristigen Zinsen höher als die längerfristigen.

Durchsichtiger Versuch?
Die Aussagekraft der traditionellen Zinskurve ist nicht unumstritten. Die quantitative Lockerung habe den Markt verzerrt und den Informationswert der Kurve geschwächt. Nun haben Eric Engstrom und Steven Sharpe, Ökonomen der US-Notenbank, in einem Arbeitspapier aufzuzeigen versucht, dass ein Vergleich kurzfristiger Zinsen aussagekräftiger sei. Stelle man die Zinsen für Treasury Bills mit einer Laufzeit von 3 Monaten den vom Markt in 18 Monaten erwarteten Zinsen gegenüber, zeige sich verlässlicher, ob eine Rezession drohe…..  Licht und Schatten an der New Yorker Börse

Federalreserve.gov/dont fear the yield curve

Ritt auf der Zinskurve

Milliarden für die Fifa

Fifa hat mit China einen Freund in der Not

Das WM-Maskottchen «Zabivaka» und die WM-Bälle der Fifa sind «Made in China».

Wenn chinesische Firmen in die weite Welt des Sponsorings ausschwärmen, geschieht dies immer mit dem Segen der Regierung und aus strategischen Gründen. Staatschef Xi Jinping ist ein grosser Fussballfan. Er will möglichst bald eine WM ausrichten. 2030 steht zur Debatte. Und bis in 30 Jahren sollen seine Fussballer zu den besten der Welt gehören.

Dem Weltfussballverband fiel die Vermarktung der WM in Russland schwerer als vor vier Jahren. Diverse Korruptionsskandale der Fifa und der angekratzte Ruf des Gastgebers haben Sponsoren verschreckt. Die Hilfe kam aus dem Osten. Die WM ist ein Beleg dafür, wie sich die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben.NZZ.ch

Es gibt zwei Gründe, warum die Endrunde in Russland weniger lukrativ für die Fifa ist als das Turnier vor vier Jahren in Brasilien. Zunächst erschütterte ein Korruptionsskandal den Weltfussballverband, woraufhin sich einige Unternehmen von der Fifa distanzierten. Und Russland als Gastgeber des diesjährigen Grossereignisses geniesst keinen allzu guten Ruf und könnte die Werbepartner in ein schlechtes Licht rücken. Der Weltfussballverband musste den Abgang von prominenten Sponsoren wie Sony, Johnson & Johnson und Castrol verkraften. Allerdings liessen die Chinesen als neue Freunde die Fifa nicht im Stich. Wie sich die Struktur der Sponsoren gegenüber der WM in Brasilien verändert hat, zeigen Daten von Nielsen. Bricht man die Zahlen auf die Länderebene herunter, belegen die Geldgeber aus China in dem Ranking den ersten Platz.

Chinas Kapitalisten machen die Fifa reich.

Die FIFA-Ethikkommission spricht die FIFA vom Vorwurf der Korruption bei der Vergabe der Weltmeisterschaften nach Qatar und Russland frei – was ja eh schon ein Witz ist, da die Ethikkommission von der Angeklagten eingesetzt wurde.

Silvan Wegmann
www.w-t-w.org/en/silvan-wegmann

Umgang mit Whisteblower

Snowden: „Was sagt es über unsere Welt, wenn der einzige Ort, an dem ein amerikanischer Whisteblower sicher sein kann, ausgerechnet Russland ist?“..NTV

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hält sich seit fünf Jahren in Russland auf, die amerikanische Justiz will ihm wegen Spionage und Diebstahl von Regierungseigentum den Prozess machen. In einem vierstündigen Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ berichtet Snowden von seinem Leben im Exil.

Der 35-jährige weltberühmte Whistleblower, der öffentlich gemacht hat, in welchem Ausmaß US-Geheimdienste weltweit Telefon- und E-Mail-Daten abgreifen, hat demnach keinen gültigen Pass mehr. Er wohnt zusammen mit seiner Freundin Lindsay in einer Mietwohnung. Er nutze die Moskauer U-Bahn, wenn er erkannt werde, lasse er sich für Selfies fotografieren, sagte er. Doch eigentlich würde er lieber in Europa leben, verriet er den SZ-Journalisten. Mit seinem Leben in Russland habe er sich lediglich arrangiert, mit dem System Putins aber nicht. „Die russische Regierung ist in vielerlei Hinsicht korrupt. Das wissen die Russen. Die Regierung ist das Problem, nicht das russische Volk.“

In dem Gespräch zeigte sich Snowden zudem enttäuscht von der Haltung Deutschlands und von Kanzlerin Angela Merkel, ihm kein Asyl zu gewähren. Wenn ein russischer Whistleblower „bei Frau Merkel anklopfen würde“, würde die Kanzlerin ihn adoptieren. Snowden fügte hinzu: „Was sagt es über unsere Welt, wenn der einzige Ort, an dem ein amerikanischer Whisteblower sicher sein kann, ausgerechnet Russland ist?“..Süddeutsche

Doaa Eladl
www.w-t-w.org/en/doaa-eladl
@doaaeladl

Für Mittelständler wird der Renminbi immer wichtiger

China wird für viele mittelständische Firmen im deutschsprachigen Raum von Jahr zu Jahr bedeutender. Damit einher geht eine steigende Nutzung der chinesischen Währung.
Michael Rasch berichtet: Das birgt Ärgernisse, aber auch Chancen.
 
Im Vergleich zur Euro-Zone existieren in China keine Negativzinsen.Der Aufstieg der chinesischen Währung hat viele Aspekte. So wird der Renminbi sogar für mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer wichtiger, wie eine repräsentative Erhebung der Commerzbank ergeben hat. Trotz der Abschwächung des Wachstums im Reich der Mitte, deutlichen Währungsschwankungen und schärferen Restriktionen im Kapitalverkehr ist die Akzeptanz von Chinas Währung bei den Firmenkunden der Bank klar gestiegen. Ein knappes Drittel der Befragten fakturiert das China-Geschäft in Renminbi, 2016 waren es erst 17%. Weitere 5% planen die Umstellung innerhalb eines Jahres…..NZZ
 
Nutzt China den Yuan als Hebel?
Die jüngsten Wertverluste der chinesischen Währung im Verhältnis zu Dollar und Franken führen manche Analytiker zur Vermutung, der Wechselkurs diene als taktisches Mittel im Rahmen eines sich anbahnenden Handelskriegs mit den USA.

Mafia-Geldwäsche im deutschen Immobiliensektor nimmt zu

Hohe Dunkelziffer:
Der boomende deutsche Immobilienmarkt lockt verstärkt Kriminelle an. Ein Problem ist Geldwäsche. „Beim Immobiliensektor handelt es sich aufgrund der dort vorhandenen hohen Transaktionsvolumina um einen Sektor mit herausgehobenem Risiko“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Von den erfassten 563 Verfahren zur Organisierten Kriminalität im Jahr 2016 gebe es bei sieben Prozent „Geldwäscheaktivitäten mittels Investitionen in Immobilien“. Dabei gehe es in fast der Hälfte der Fälle um russische und italienische Gruppen. Zugleich wird eine hohe Dunkelziffer eingeräumt. Seit 2009 haben sich laut Regierung die Geldumsätze im Immobiliensektor deutlich erhöht, für 2016 werden sie auf 237,5 Milliarden Euro beziffert….Mafia-Geldwäsche im deutschen Immobiliensektor nimmt zu

Der Kudamm-Komplex
Ein Netzwerk von Offshore-Firmen kaufte in Berlin und bundesweit Immobilien für rund eine Milliarde Euro. Die Spuren führen auf die Britischen Jungferninseln und zu einem von der EU sanktionierten Oligarchen. Möglich ist das, weil es gravierende Gesetzeslücken beim Thema Geldwäsche gibt…..Berliner-Zeitung von Gabriela Keller, Kai Schlieter

Der Deal hinter der Bühne
Der Kudamm-Komplex Teil I: Wie Berlin ein Filetgrundstück und ein historisch bedeutsames Theater an ausländische Investoren verscherbelt…StoryGeldwäsche am Kudamm

Immobiliendeal und Geldwäscheverdacht
Söders Wohnungsdeals im Zwielicht

Die Geschichte der EZB und des Euro geht weiter

Populisten versus Technokraten – es ist ein komplexes Polit-Szenario, vor dem die Notenbanker nun stehen. Ausgang offen.

EZB-Chef Draghi muss Kollaps abwenden
Henrik Müller berichtet: Die Europäische Zentralbank hat den Euro in der Krise gerettet. Nun fordern Populisten wie US-Präsident Trump und die neue italienische Regierung die Gemeinschaftswährung heraus. Ein Kräftemessen steht bevor.

Am Donnerstag tagt die EZB und entscheidet über ihren weiteren Kurs. Es sieht so aus, als sei ein Ende der Anleihekäufe in Sicht. Diverse Mitglieder des EZB-Rats haben sich in den vergangenen Wochen für einen allmählichen Ausstieg ausgesprochen. Nicht weil, wie einst befürchtet, die Inflation aus dem Ruder liefe, sondern weil die Notenbanken des Euroraums so viele Anleihen besitzen (im Wert von mehr als zwei Billionen Euro), dass sie zu dominanten Eignern der Schulden der Mitgliedstaaten zu werden drohen, wie die Ökonomen der Commerzbank vorrechnen – was rechtliche Probleme mit sich bringen würde.

Die Geschichte der EZB und des Euro geht weiter. Nun beginnt eine neue Phase.

Neue Konflikte zeichnen sich ab. Vor allem dieser: Die EZB muss eine Strategie finden, wie sie mit populistischer Wirtschaftspolitik umgeht. Die Frage lautet: Ist die Notenbank dagegen auf Dauer immun?….

Derzeit sind es vor allem zwei Länder, die Sorgen bereiten: Italien und die USA. Aber es könnten leicht mehr werden.EZB gegen Populisten