Sorgen sich Frauen um Altersvorsorge?

Reichen im Rentenalter die Geldreserven wirklich aus? Frauen bereitet diese Frage mehr Kopfzerbrechen als Männern. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Versicherungsbranche zum Thema Altersvorsorge.  62 Prozent befürchten, im Alter finanziell nicht genügend abgesichert zu sein. Bei den Männern sind es dagegen nur 54 Prozent.

Ganz unberechtigt ist diese Sorge offenbar nicht, denn ein größerer Anteil der Frauen sorgt noch nicht für den Ruhestand vor. Während von ihnen 26 Prozent bislang keine Altersvorsorge haben, sind es bei den Männern 20 Prozent.
Ein Viertel der Frauen ohne eigene Altersvorsorge

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler
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Moderne Frauen „Wirtschaft ist nicht niedlich“

Das Problem mit dem Erfolg
Ob reiche Neo-Hausfrau oder Karrieristin: Zufriedene und moderne Frauen sind der Super-GAU für den Feminismus. Sie führen seinen Kampf an ein Ende – und besitzen auch noch die Frechheit, das laut auszusprechen.

Claudia Schumacher berichtet: Weit bis in das 20. Jahrhundert hinein stand sie nur am Herd, die Frau. Von dem Standpunkt aus sieht und versteht man wenig. In der Schweiz darf sie seit 1971 wählen, in Appenzell Innerrhoden seit 1991. Es ist noch kein ganzes Menschenleben her, dass der Frau die Haustür aufgegangen ist. Unter der Last klischeebehafteter Prägungen hinkt sie nun durch die Welt und hat es schwer. Hilfe!

Als Retter der Frau für viele fragwürdig geworden ist der Mann. An seine Stelle ist der Feminismus getreten. Dieser schenkt zuverlässig die Aufmerksamkeit, die Frauen brauchen. Nur geht der Feminismus dabei mitunter weiter, als manche Frau das möchte. Weist sie ihn dann zurück, wird er aggressiv wie ein in der Eitelkeit gekränkter Macho. Gerade hat der Feminismus in der multimedialen Debatte zwei Vertreterinnen der modernen Frau angegriffen, die ihn nicht wollen: die Einzelkämpferin und die Neo-Hausfrau. Das eine geschah in Berlin: Ronja von Rönne, bekennende Egoistin, schreibt seit kurzem für die Tageszeitung «Die Welt». Dort wurde ein Essay von ihr veröffentlicht, der den Titel trug: «Warum mich der Feminismus anekelt». In der Folge wurde sie von einem Shitstorm überzogen bis hin zur Morddrohung.

Der andere Schauplatz, an dem der Feminismus gerade Frauen attackiert, die ihm nicht hörig sind, ist New York: Junge, wohlhabende Mütter und Hausfrauen wurden als «Primaten» beschimpft, weil sie von ihren Ehemännern einen «Hausfrauenbonus» bezahlt bekämen. Schon allein, dass sie zu Hause bleiben, alarmiert Feministinnen. Dass die Damen aber aufgrund ihres Studiums und der Sozialisierung im New York des 21. Jahrhunderts mündig genug sind, um selbst zu entscheiden, geht Feministinnen offenbar nicht in den Kopf…
Das Problem mit dem Erfolg
Wirtschaft ist nicht niedlich

Nur eine Frau im Verwaltungsrat eines Schweizer Grosskonzerns?

Nayla Hayek, die Tochter des verstorbenen Uhrenkönigs, war bereits Swatch-Vizepräsidentin. Als Nachfolgerin ihres Vaters ist sie die erste Frau, die den Verwaltungsrat eines Schweizer Grosskonzerns führt.

Die 20 bestverdienenden Schweizer VRP
Manfred Rösch berichtet:  Verdienen Verwaltungsratspräsidenten oder -präsidentinnen in der Schweiz umso mehr, je grösser «ihre» Gesellschaft ist? Die Korrelation ist nicht durchs Band positiv; das zeigt der Blick auf die für 2014 von zRating erhobenen Zahlen zur Gesamtvergütung; hier sind die obersten zwanzig abgebildet, verglichen mit der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens. Peter Brabeck, VR-Präsident des Nahrungsmittelgiganten und SMI-Schwergewichts Nestlé (NESN 68.95 -0.14%), ist dieser Erhebung zufolge der Spitzenverdiener, doch die Amtskollegen der am Markt sogar noch schwergewichtigeren Pharmamultis Roche (ROG 264.2 0%) (RO 258.5 -0.67%) und Novartis (NOVN 92 -1.23%), Christoph Franz bzw. Jörg Reinhardt, erhalten deutlich weniger. Nayla Hayek, VR-Präsidentin

des gemessen an den grossen drei des Schweizer Aktienmarkts um über den Faktor zehn kleineren Uhrenkonzerns Swatch Group (UHRN 71.35 0.14%) (UHR 365.4 0.08%), verdient mehr als Franz oder Reinhardt – eine Erklärung mag darin liegen, dass Swatch Group zwar eine Publikumsgesellschaft, aber zugleich auch die Hayek-Familiengesellschaft ist.
Die 20 bestverdienenden Schweizer VRP
Die 20 bestverdienenden Schweizer VRP

Wie verdienen «Cowboys» in «Cowboyistan» Geld

Schieferöl-Produzenten. Bereit zum Duell mit der Opec
Saudiarabien versucht, mit hohen Erdölfördermengen die amerikanische Konkurrenz am Boden zu halten. Die «Cowboys» von den Schieferölfeldern halten dagegen.

Harold Hamm ist so authentisch, dass selbst Hollywood kein besseres Bild von einem amerikanischen Ölmann zeichnen könnte. Der Chef von Continental Resources ist seit den sechziger Jahren im Erdölgeschäft. Er ist experimentierfreudig und gilt als Pionier in der Bakken-Formation in North Dakota, wo heute über 1 Mio. Fass täglich produziert werden. Continental hat einen Marktwert von gut 17 Mrd. $, und das aus der Beteiligung erwachsene Selbstvertrauen lässt Hamm zur öffentlichen Person werden. Die Saudis und die Opec sollten sich an die Formation von «Cowboyistan» gewöhnen, sagte er jüngst provozierend. Damit meint er die Ölförderung aus Schieferformationen in North Dakota, Texas und Oklahoma. Hier erschlössen unternehmerische Typen die Ölfelder.

Riskante Investments

Auch die Wall Street fragt sich, welche Ölförderer aus Schiefergasfeldern den tiefen Erdölpreis überleben.
Bereit zum Duell mit der Opec
Cowboy

Betreten Banken digitales Neuland?

Viele Banken befinden sich technologisch noch in der Steinzeit. Santander will jetzt den Sprung in die digitale Moderne wagen. Ausgerechnet Bitcoin soll ihr dabei helfen.

Mit „Bin ich schon drin?“ – der Kult-Werbekampagne von AOL – fing alles an, inzwischen hat sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel das „Neuland“ für sich entdeckt. Und siehe da, kürzlich verriet sie uns, sie finde Internetdienste wie Facebook genauso schön wie eine ordentliche Waschmaschine. Na also, das Internet ist endgültig in der Mitte der Gesellschaft und im Kanzleramt angekommen.

Nicht aber in den Banktürmen. Die Banken scheinen die digitale Revolution regelrecht verschlafen zu haben. Gerade im „Kampf ums digitale Portemonnaie“ laufen private Anbieter wie Paypal den traditionellen Banken den Rang ab (siehe: Siegeszug der Fintechs – Ist das traditionelle Bankengeschäft am Ende?). Das ist fatal. Denn wie wichtig das Internet für den internationalen Zahlungsverkehr geworden ist, zeigt sich nicht zuletzt in der steigenden Popularität von Digitalwährungen. Bitcoin als bekanntester Vertreter des Cryptogeldes gehört mittlerweile offiziell zu den regulierten Währungen und ist damit endgültig im Mainstream angekommen (Lesen Sie hierzu: Bitcoin wird Mainstream – Ein Grund zum Jubeln?). Santander an Bitcoin-Technologie interessiert.
Zahlungsverkehr Santander will mit Bitcoin das digitale Neuland erobern
Bitcoins

Vergebliche Investition?

Fossile Brennstoffe als Anlegerrisiken. Um eine übermässige Erwärmung der Erdatmosphäre zu vermeiden, darf ein grosser Teil der bekannten fossilen Energiereserven nicht verbrannt werden. Das wird Wertverluste zur Folge haben.

Eugen Stamm berichtet: Studenten in Jeans und Turnschuhen, manche mit selbstgemalten Plakaten in der Hand, demonstrieren gegen die Anlagestrategie ihrer Universität. Das ist ein Bild, das sich dieses Jahr unter anderem in Harvard, Oxford und Edinburgh gezeigt hat. Das Ziel der Proteste war, den Ausstieg aus Geldanlagen in fossilen Energieträgern zu erreichen. Begründet wird die geforderte Devestition damit, dass der Welt eine Klimaerwärmung droht und es darum notwendig ist, Aktien von Firmen zu verkaufen, die Erdöl, Erdgas oder Kohle fördern.

Bewegte Bankiers
Die Aktivisten erhalten Sukkurs von Finanzfachleuten in dunklen Anzügen, die mittels Powerpoint-Präsentationen und Research-Berichten die gleiche Botschaft verbreiten. Sie verhallt nicht ungehört. Eine Plattform von institutionellen Investoren, die sich für den Klimaschutz einsetzen (IIGCC), zählt bereits über 400 Mitglieder, die Vermögen von insgesamt 24 000 Mrd. $. verwalten. Die Ankündigungen von konkreten Devestitionen häufen sich in der jüngsten Vergangenheit: Die Versicherungsgruppe Axa beispielsweise wird Anlagen in einer Grösse von 500 Mio. € verkaufen, die einen Bezug zu Kohle aufweisen.
Im September gab der Rockefeller Brothers Fund bekannt, sich von fossilen Brennstoffen zu verabschieden, ein Schritt von bedeutender Symbolik. Der Reichtum des Funds wurde vom gleichnamigen Gründer von Standard Oil geschaffen, dem lange Zeit grössten Ölkonzern der Welt. Es liegt auf der Hand, dass Devestitions-Entscheide von professionellen Anlegern nicht auf blindem Idealismus basieren…
Fossile Brennstoffe als Anlegerrisiken

© Thomas Plaßmann

© Thomas Plaßmann

 

Norwegens Sparschwein

Norwegens «Ölfonds» Oslos phänomenale SchatztruheNorwegen
Seit 1996 legt Norwegen die Einnahmen aus dem Ölgeschäft für künftige Generationen auf die Seite. Dieser Staatsfonds, der grösste seiner Art weltweit, ist zu einem schwergewichtigen Investor geworden.

Rudolf Hermann berichtet: Metallisch schimmernd, ohne Türgriffe, sich wie von Geisterhand bewegt öffnend und schliessend – ein bisschen sieht der Eingang des Gebäudes an der Adresse Bankplassen 2 in Oslo aus, wie wenn sich dahinter eine Schatzkammer versteckte. Was in gewisser Hinsicht ja auch stimmt. Denn hier sitzt nicht nur Norges Bank, die norwegische Zentralbank, sondern auch der von ihr verwaltete Government Pension Fund Global (GPFG), im Volksmund kurz «Oljefondet» (der Ölfonds) genannt. Ein gewaltiges Vermögen.
Oslos phaenomenale Schatztruhe
Norwegen

Heuschrecken nach der Finanzkrise in Europa

Gehasst, geliebt, gezähmt
Die Welt der Hedge Funds ist nicht mehr dieselbe wie vor 2007. Ein Experten-Panel hat am jüngsten Branchen-Anlass «Friends of Funds» herausgearbeitet, wie heute in diese Vehikel investiert wird.Heuschrecke

Einst von Politikern als „Heuschrecken“ verschrien, dann reguliert: Hedge-Funds als sinnvolle Portfolio-Beigabe.

Claudia Gabriel berichtet: Welche Rolle können und sollen alternative Fonds wie Hedge-Funds im Nach-Finanzkrisen-Zeitalter in Portfolios spielen? Um diese und weitere Fragen drehte sich die Diskussion am jüngsten Fonds-Branchen-Anlass «Friends of Funds». Hedge-Funds sind seit kurzem in Europa nicht mehr unregulierte Instrumente. Das Fondsmanagement wird reguliert durch die Richtlinie AIFMD bzw. ihren Nachvollzug im Schweizer Kollektivanlagengesetz KAG, der Vertrieb teilweise durch die europäische Anlegerschutzrichtlinie Mifid II, die im Schweizer Fidleg nachvollzogen werden soll.
Für das allgemeine Publikum.

Sollen Hedge Funds in der EU noch an das allgemeine Publikum und nicht bloss an professionelle Grossanleger wie Versicherer und Pensionskassen vertrieben werden, müssen sie sich überdies den Produkte-Vorschriften der UCITS-Richtlinien unterwerfen, betonte Günther Debrauz von der Beratungs- und Revisionsfirma PwC. Dies hält viele US-Hedge-Funds aus Europa fern und hat die Kosten erhöht, worunter vor allem kleine Anbieter leiden.
Hedge Funds nach der Finanzkrise in Europa
Hedgefund

Weltbank positiv erwartet mehr Wachstum in Eurozone

Die Weltbank glaubt, dass sich der schwache Euro positiv auf die Exportwirtschaft
auswirkt

Die Wirtschaft in den Euro-Ländern läuft in diesem Jahr besser als erwartet. Die Weltbank sieht die Eurozone in ihrer Konjunkturprognose auf Wachstumskurs. Riskant könnte es hingegen für manche Schwellen- und Entwicklungsländer werden.

Sinkende Ölpreise und eine wahrscheinliche Zinserhöhung in den USA setzen nach Einschätzung der Weltbank viele Entwicklungsländer unter Druck. Die bisherigen Garanten für das Wachstum der globalen Konjunktur müssten sich mit Reformen und Investitionen auf schwierige Zeiten vorbereiten, warnt die Weltbank in ihrer neuen Konjunkturprognose.
Die Entwicklungsländer seien ein Motor des globalen Wachstums nach der Finanzkrise gewesen, aber jetzt müssten sie mit einem schwierigeren Umfeld zurechtkommen, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in einer Mitteilung. Ihr Wachstum falle dieses Jahr mit 4,4 Prozent um 0,4 Prozentpunkte niedriger als zuletzt geschätzt.
Für das von einem Korruptionsskandal erschütterte Brasilien korrigierte sie ihre Prognose um 2,3 Prozentpunkte nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde dort um 1,3 Prozent sinken. Deutlich schlechter sehe es auch in Mexiko, Algerien und der Türkei aus. Für die kommenden beiden Jahre hält das Institut an seiner Prognose für die Entwicklungsländer von 5,2 und 5,4 Prozent Wachstum nahezu fest.

Die erwartete Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve „könnte den Kapitalfluss einschränken und die Kreditkosten erhöhen“, sagte der Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu. Insgesamt könnte gemessen am BIP rund 1,8 Prozent weniger Investitionen in betroffene Staaten fließen. Vor allem Länder, die als Exporteure bereits unter den Niedrigpreisen für Rohstoffe wie Öl und Kohle litten, könnten weiter in Mitleidenschaft gezogen werden.

Niedriger Ölpreis begünstigt Wachstum
Besser gehe es hingegen rund sechs Jahre nach dem Ende der Krise wieder den großen Volkswirtschaften. Die Wirtschaft in der Eurozone etwa erholt sich nach Einschätzung der Weltbank schneller als erwartet. Das Wachstum werde in diesem Jahr 1,5 Prozent betragen, errechnete die UN-Organisation. Der schwache Euro helfe der Exportwirtschaft. Positiv wirke sich auch der sinkende Ölpreis aus, der zu mehr Konsumausgaben führe. Niedrige Leitzinsen und eine bessere Kreditvergabe durch Banken trügen ebenfalls zum Plus bei.

Zuletzt waren die Weltbank-Ökonomen noch von 1,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr in der Eurozone ausgegangen. Im Vorjahr lag es bei 0,9 Prozent. Für 2016 rechnet die Weltbank mit einem Plus von 1,8 Prozent. 2017 soll es bei 1,6 Prozent liegen. Die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr insgesamt um 2,8 Prozent zulegen, erklärte das Finanzinstitut weiter. Damit revidierte es seine letzte Schätzung vom Januar um 0,2 Prozentpunkte nach unten. Für 2016 und 2017 rechne es mit einem Plus von 3,3 sowie 3,2 Prozent.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Was macht der Schweizer Franken?

Schweizer Banken zur SNB (Schweizerische Nationalbank) http-_www.w-Schweizerische-Nationalbank
Das Instrument der Franken-Untergrenze ist verbrannt.
Führende Schweizer Banken rechnen nicht mit einer neuerlichen Bindung des Frankens an den Euro oder an einen Währungskorb. Dies würde aus ihrer Sicht auch die Glaubwürdigkeit der SNB beschädigen.Michael Rasch berichtet: Fünf Monate nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) diskutieren erste Protagonisten des Finanzplatzes über die Einführung einer neuen Bindung an den Euro, an das Duo Euro/Dollar oder einen breiten Währungskorb. Laut Bruno Gisler, Chefökonom der Aquila Group, sollte die SNB vor der nächsten Krise den Franken an einen Währungskorb binden. Trotz ruhigem Umfeld habe die SNB seit Januar Milliardenbeträge für Interventionen am Devisenmarkt aufwenden müssen, um eine Aufwertung des Frankens im Rahmen zu halten. Was erwarten führende Banken in Sachen neue Frankenbindung?
Schweizerische Nationalbank
SNB