Frankfurt wird Drehscheibe für den Yuan-Handel

Bald könnten Börsengeschäfte in Yuan auch in Frankfurt und London abgewickelt werden. Die beiden Börsenzentren versprechen sich viel von diesem Schritt.

In naher Zukunft könnten Handelsgeschäfte, die in der chinesischen Währung Yuan getätigt werden, auch in Europa abgewickelt werden. Wie am Donnerstag aus gut informierten Quellen zu erfahren war, dürften Frankfurt und London die ersten ausserasiatischen Zentren für eine Abwicklung in Yuan werden. Eine erweiterte Absichtserklärung könnte für die deutsche Seite bereits am Freitagnachmittag unterzeichnet werden, wenn der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping während seines Staatsbesuchs in Deutschland mit dem Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, in Berlin zusammentreffen wird. London könnte entsprechende Verträge dann am kommenden Montag signieren.
Frankfurt wird Drehscheibe für den Yuan-Handel
My Yuan

 

Analyse zur wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands

In den meisten europäischen Ländern wird das deutsche Hartz IV als ein Faktor wahrgenommen, der das Land aus der Rezession herausgebracht hat. Eine neue wirtschaftswissenschaftliche Analyse stellt diesen Weg jedoch in Frage: Deutschlands wirtschaftliche Stabilität, so die Autoren, gründet sich nicht auf Hartz IV, sondern auf die Flexibilität der Wirtschaft in der Bundesrepublik.

Besonders die südeuropäischen Länder orientieren sich momentan an der Agenda 2010, um Wege aus der Krise zu finden. Jüngst gab Frankreichs Staatspräsident Hollande bekannt, die Jugendarbeitslosigkeit durch Hartz-IV-ähnliche Maßnahmen eindämmen zu wollen. Auch Spanien und Italien orientieren sich in ihren arbeitsmarktpolitischen Reformen an Deutschland. In den europäischen Ländern ist die Bundesrepublik momentan in einer Vorbildfunktion: Hat sie doch nicht nur ihre Wiedervereinigung, sondern auch die aktuelle europäische Krise verhältnismäßig unbeschadet überstanden. Eine neuere internationale Analyse ergab jedoch, dass die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland nicht auf die Hartz-IV-Reformen, sondern auf andere Eigenheiten des deutschen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist….Wirtschaftsnachrichten
From Sick Man of Europe to Economic Superstar

Analyse

US-Senat vertagt Reform des IWF

Hilfskredite für die Ukraine

Eine Reform sollte im IWF die Stimmrechte der Schwellenländer stärken – doch die liegt im US-Senat auf Eis. Der Plan, sie zusammen mit den Hilfen für die Ukraine durchzubringen, geben die Demokraten nun auf.

Washington  Der US-Senat hat auf wichtige Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzichtet, um zügig Geld für die finanziell notleidende Ukraine freizugeben. Da der Entwurf für die Hilfen von eine Milliarde Dollar (720 Millionen Euro) zunächst mit den IWF-Reformen verknüpft werden sollte, wäre er im von Republikanern beherrschten Abgeordnetenhaus vermutlich gescheitert.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kündigte deshalb am Dienstag (Ortszeit) an, den Zusatz über die vom IWF geforderte Regelung fallenzulassen. Anders als im Senat hätte der Entwurf im Abgeordnetenhaus keine Aussicht auf Erfolg gehabt
US-Senat vertagt Reform des IWF

US-Senat vertagt Reform des IWF

Standard & Poor’s stuft Brasilien runter

Kurz vor Ramschniveau

Brasilien hat die Herabstufung seiner Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) als „haltlos“ zurückgewiesen. Die Senkung widerspreche der Solidität und den wirtschaftlichen Fundamenten Brasiliens, hieß es in einer Erklärung des Finanzministeriums in Brasilia. In der Zeiten der 2008 begonnenen Finanzkrise habe das Land eine der stärksten Wachstumsraten unter den G20-Ländern aufgewiesen, und 2013 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,3 Prozent gestiegen und damit stärker als in den meisten G20-Ländern.
Zudem habe Brasilien 2013 einen primären Haushaltsüberschuss von 1,9 Prozent des BIP ausgewiesen, was ausreichend gewesen sei, um die öffentliche Bruttoverschuldung von 58,8 auf 57,2 Prozent zu senken. Das Ministerium verwies zugleich auf die klare Einschätzung der Agentur, dass Brasilien weiter Investitionsniveau habe und die Entwicklung als „stabil“ eingeschätzt werde. S&P hatte Brasilien von „BBB“ auf „BBB-“ herabgestuft. Damit liegt das Land nur noch eine Stufe vor dem sogenannten Ramschniveau, mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden.

Ratingagentur

Wie die Fed der deutschen Wirtschaft hilft

US-Zinspolitik

Fed-Chefin Janet Yellen: Die Zinserhöhung dürfte für die deutschen Konzerne auch ihr Gutes haben

Der Blick der Börsianer wendet sich von der Krim nach Washington: Die Ankündigung der US-Notenbank, die Zinsen früher zu erhöhen als gedacht, ließ die Kurse purzeln. Dabei hat die Maßnahme gerade für deutsche Konzerne große Vorteile.

Seit Mitte der Woche hat der Aktienmarkt ein neues Aufregerthema: Die veränderte Zinspolitik der US-Notenbank Fed. Deren Chefin Janet Yellen hatte am Mittwoch erläutert, ihre Institution orientiere sich künftig nicht mehr nur an der Arbeitslosenrate, sondern an einer Reihe weiterer Informationen zur Lage der US-Wirtschaft. Zudem sagte Yellen, die Anleihenkäufe zur Belebung der Konjunktur würden weiter zurückgefahren.
Wie die Fed der deutschen Wirtschaft hilft
Yellen

Spätfolgen der Finanzkrise

Die Credit Suisse schliesst einen teuren Vergleich

Die Credit Suisse kann einen der grossen Rechtsfälle abhaken, in die die Finanzbranche verwickelt ist. Sie zahlt der Federal Housing Finance Agency (FHFA) im Rahmen eines Vergleichs 885 Mio. $. Die Organisation ist unter anderem für die Beaufsichtigung der beiden halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig. Die amerikanische Regierung musste beide im Sommer 2008 mit Krediten stützen, um deren Zusammenbruch zu verhindern. Wie häufig in den vergangenen Jahren ist es in der Auseinandersetzung mit der FHFA um Obligationen gegangen, die mit amerikanischen Wohnbauhypotheken (Residential Mortgage-Backed Securities, RMBS) unterlegt waren und von den beiden Immobilienfinanzierern übernommen worden waren. Der Credit Suisse wurde von der FHFA vorgeworfen, dass sie Papiere emittiert habe, über deren Risiken die Käufer falsch und irreführend informiert worden seien. So sei etwa von der Bonität der Hypothekarschuldner ein zu positives Bild gezeichnet worden. Betroffen waren Obligationen im Umfang von 16,6 Mrd. $.
Weil die Credit Suisse die Vereinbarung vor der angekündigten Publikation des Geschäftsberichts vom 3. April 2014 getroffen hat, belastet die Vergleichssumme das Ergebnis des Geschäftsjahres 2013. Die Bank hat teilweise bereits Rückstellungen getätigt, so dass der negative Effekt auf das Ergebnis bei 275 Mio. Fr. liegt.

Von den 18 Banken und Finanzunternehmen hat inzwischen die Hälfte eine Übereinkunft mit der FHFA getroffen. Die Deutsche Bank zahlte dabei 1,9 Mrd. $ und die amerikanische J. P. Morgan sogar 4 Mrd. $, bei einer Anleihesumme von 33 Mrd. $.
Die Credit Suisse schliesst einen teuren Vergleich

Pavel Constantin, Romania

Pavel Constantin, Romania

Sanktionen gegen «Putins Freunde»

Timtschenko verkaufte vor Sanktionen Gunvor-Anteile

Gennadi Timtschenko ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten
Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer.

Auf der neuen amerikanischen Sanktionsliste, mit der Washington auf das engste Umfeld von Präsident Wladimir Putin zielt, erscheint auch der Name Gennadi Timtschenko. Timtschenko, der im Kanton Genf wohnhaft ist, ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer. Laut einer Mitteilung des Unternehmens wurden Sanktionen antizipiert, dennoch sei das Unternehmen vom Timing überrascht worden. Um die Geschäftstätigkeit Gunvors nicht zu gefährden, verkaufte Timtschenko bereits am 19. März seine Anteile an Kompagnon Torbjorn Törnqvist, der jetzt 87% am Unternehmen hält. Der Rest ist im Besitz von höheren Angestellten des Unternehmens. In einer ersten Stellungnahme hatte Gunvor betont, dass Präsident Putin nie Anteile am Unternehmen besessen habe. Eine Beteiligung Putins an Gunvor war häufig vermutet worden, Timtschenko und Gunvor hatten dies immer verneint. Das amerikanische Aussenministerium wiederholte diese Spekulationen.
Timtschenko verkaufte vor Sanktionen Gunvor-Anteile

Good Friends

Kompromiss im Streit um Pleitebanken

EU beschließt in Nachtsitzung Bankenunion

Die EU hat sich bei der Bildung einer Bankenunion auf einen einheitlichen Abwickungsfonds geeinigt. Dieser soll nun innerhalb von acht Jahren stehen. Die Entscheidung fiel offensichtlich aus Sorge, dass das EU-Parlament nach der EU-Wahl die Integration der EU bremsen könnte.
Fünf Dinge, die man über die neue Bankenunion wissen muss
Durchbruch in Brüssel

www.horschcartoons.de

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Bankenrettung-leicht-gemacht

US-Behörde verklagt Deutsche Bank und WestLB

Libor-Skandal

In den USA werden 16 Finanzkonzerne vor Gericht gebracht, weil sie den Zinssatz Libor
manipuliert haben sollen. Auch deutsche Banken stehen auf der Anklageliste.

Die US-Einlagensicherung FDIC verklagt die Deutsche Bank und 15 weitere Geldhäuser wegen Zinsmanipulationen. Die staatliche Behörde wirft den Finanzkonzernen vor, den Interbanken-Zinssatz Libor unerlaubt beeinflusst zu haben. Der Zinssatz bestimmt maßgeblich, zu welchen Konditionen Banken untereinander Geld verleihen.

Die Manipulationen hätten zu sehr großen Einbußen bei 38 Banken geführt, die im Zuge der Finanzkrise abgewickelt wurden, teilte die FDIC mit. Die Einlagensicherung ist selbst davon betroffen, weil sie Verluste der gescheiterten Banken übernehmen musste. Wie hoch der geforderte Schadensersatz ist, geht aus der in New York eingereichten Klage nicht hervor….

Von dem Referenzsatz Libor hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Zu den Instituten, die der FDIC nun des Vertragsbruchs beschuldigt, gehören neben der Deutschen Bank unter anderem auch die Großbanken UBS und Credit Suisse, sowie Barclays, die Bank of America, die Citigroup und JPMorgan Chase. Auch die ehemalige nordrhein-westfälische Landesbank WestLB steht auf der Anklageliste. Die Bank, die im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste anhäufte, existiert heute nicht mehr. Sie wurde im Juni 2012 in drei Teile aufgespalten. Ihr Rechtsnachfolger ist der Finanzdienstleister Portigon.
US-Behörde verklagt Deutsche Bank und WestLB

Heads I Win, Tails You Lose

Wie Katar seinen Reichtum investiert

Ärger mit Saudi-Arabien: Feuerprobe für Katars jungen Emir.

Gernegroß am Golf: Saudi-Arabien hat genug von den ambitionierten Alleingängen des kleinen Nachbarn Katar. Der saudische König will das Gernegroß-Land in die Schranken weisen – und droht gar mit einer Blockade. Katars junger Emir steht gewaltig unter Druck.
Es scheint langsam Schule zu machen, dass große Staaten ihre Winz-Nachbarn einschüchtern, wenn ihnen deren Politik nicht passt. Saudi-Arabien und Katar sind so ein Fall.

Der saudische König Abdallah al-Saud, 89, hat genug von den außenpolitischen Alleingängen der Kataris. Er setzt das kleine Emirat und seinen jungen Regenten, den 33-jährigen Tamim bin Hamad al-Thani, unter Druck: Entweder Tamim al-Thani schwenkt wieder ein auf die außenpolitische Linie Saudi-Arabiens oder es gibt Ärger.

Katar, ungefähr zweimal so groß ist wie Zypern, zählt rund zwei Millionen Einwohner. Davon sind jedoch nur knapp 250.000 Kataris. Der Rest kommt aus dem Ausland, als Gastarbeiter. Trotzdem spielt Katar auf der Bühne der Weltpolitik mit.
Wie Katar seinen Reichtum investiert
Tamim bin Hamad al-Thani