Wirft TTIP Schatten?

Die Öffentlichkeit ist weitgehend ausgesperrt bei den Verhandlungen von TTIP und Tisa. Das wirft viele Fragen auf. Das Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen TiSA ist ein Handelsabkommen, das derzeit von 23 Mitgliedern der Welthandelsorganisation WTO, darunter auch die EU, seit April 2013 verhandelt wird. Es hat das Ziel, globale Mindestanforderungen einzuführen für den Handel in Bereichen wie digitale, Finanz- oder Verkehrsdienstleistungen. Europarl.europa.eu/news

Noch in diesem Jahr wollen Regierungschefs aus 23 Ländern das Dienstleistungsabkommen Tisa unterzeichnen. Tisa steht für «Trade in Services Agreement» und hat den Ausverkauf der öffentlichen Grundversorgung zum Ziel. Auch die Schweiz sitzt am Verhandlungstisch in Genf. Doch Bundespräsident Schneider-Ammann verspricht, dass der Service public im Bereich Bildung, Energie oder Gesundheit nicht gefährdet sei.

Praktisch vor der Haustüre der Schweiz entsteht möglicherweise ein gigantischer Freihandelsraum, auf den einst fast die Hälfte der globalen Wertschöpfung entfallen könnte. Großkonzerne wittern Benachteilgung Nestlé & Co. befürchten Einbußen, wenn sich EU und USA auf Abkommen einigen. Sie haben Angst vor Zollnachteilen und bürokratischen Hürden.

Claudia Aebersold Szalay berichtet: Sollten sich die EU und die USA bei ihren Verhandlungen zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft, TTIP, einig werden, würden die Karten im internationalen Handel ganz neu gemischt. Mit sehr wenigen Ausnahmen würden praktisch sämtliche Zölle zwischen den beiden Wirtschaftsräumen wegfallen. Auch die gegenseitige Anerkennung von Regulierungen, eine Vereinheitlichung der Zulassungsanforderungen oder der gegenseitige Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen würden über Nacht Realität. Vielmehr noch: Die EU und die USA könnten mit TTIP gemeinsam Regeln schaffen, die das Zeug zum neuen Standard für den internationalen Handel hätten.

Die Schweizer Wirtschaft ist alarmiert, denn die Schweiz ist nicht an den Verhandlungen beteiligt. Sie droht ins Abseits zu geraten, wenn sich ihre beiden wichtigsten Handelspartner ohne sie zusammentun.
TTIP wirft ihren Schatten
TTIP-TTIP-TTIP
Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte Tisa-Dokumente

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
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Demografischer Wendepunkt

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.

In der Entwicklung der Weltbevölkerung hat es noch nie eine Situation gegeben, in welcher der Anteil der über 65-Jährigen grösser war, als der Anteil der unter 5-Jährigen. Gerade jetzt sind wir an diesem Wendepunkt. Schauen Sie sich die Grafik an und wundern Sie sich.Altersststruktur

Meine Damen und Herren, Demografischer Wendepunkt,
ein etwas grosses Wort. Wir haben das Fehlen der Jungen in der Bevölkerungs-pyramide schon verschiedentlich thematisiert. Heute eine weitere Grafik zu dem Thema, die uns auch wieder erschreckt. Eine Grafik, welche die Zeitperiode von 1950 bis 2050 abdeckt. Dabei machen wir auch wieder Prognosen, die aber zum Teil sehr einfach sind, weil einiges schon „in der Pipeline“ ist. Die Anzahl 65-Jähriger und älterer in der Weltbevölkerung und die unter 5-Jährigen. Mit anderen Worten, der unterste und der oberste Teil der Alterspyramide. Die Abbildung zeigt, dass wir hier und heute in diesem Schnittpunk sind. Eine Situation, in welcher wir zum ersten mal seit Menschengedenken, mehr Senioren als Junioren. Meine Damen und Herren, aber wer soll die vielen Alten bezahlen, wenn nicht die Jungen? Aber was ist, wenn die Jungen fehlen? Das ist das grosse Fragezeichen, welches hinter dieser interessanten Grafik steckt.

Ich möchte das zusammenfassen: Wendepunkt ist ein grosses Wort, das ist schon richtig. Aber vor 50 Jahren hatten wir einen 3x grösseren Anteil von Kleinkindern wie Senioren in der Weltbevölkerung. Hier und heue sind wir etwa bei 1:1, und wenn wir das systematisch in die Zukunft projizieren, dann werden wir im Jahre 2050 einen doppelt so hohen Anteil Senioren haben, wie Junioren. Das kann nicht ohne Auswirkungen auf die politische und sozialpolitische Situation bleiben. Wir werden alle davon tangiert sein und wer sorgt für uns? Meine Damen und Herren, sorgen Sie selber vor. Wenn Sie nicht für sich selber sorgen, wer um Gottes willen soll dann für Sie sorgen?

Nel Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu www.nelcartoons.de

Nel Ioan Cozacu
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Videos Kategorie Finanzkompetenz

Können Graphentheoretiker die Sektkorken knallen lassen?

In Navigationsgeräten und Spracherkennung steckt Graphentheorie, ein Teilbereich der modernen Mathematik, die voller Rätsel ist. Eines davon soll nun gelöst sein. Die Zeit berichtet:

Wie zusammenhängend ein Graph ist, ist heute zum Beispiel für Netzwerkadministratoren Große Graphen können schnell kompliziert werden. Und sie enthalten sicher fünf Knoten, die alle untereinander verbunden sind, sagt die Vermutung von Seymour und Kelmans.interessant. Der „Zusammenhang“ beschreibt, wie viele Knoten im Netz ausfallen müssen, bis zwei Computer in dem Netzwerk nicht mehr miteinander kommunizieren können.

Woran andere seit 40 Jahren scheiterten, wollen drei junge Mathematiker des Georgia Institute of Technology geschafft haben: den Beweis für die Kelmans-Seymour-Vermutung. Ihre dazu ersten, nun im Internet veröffentlichten Ausführungen sehen vielversprechend aus und haben einiges Aufsehen erregt. Doch es sind erst zwei von fünf geplanten langen Arbeiten – eine Menge Text, wenn man bedenkt, dass das ursprüngliche Problem nur einen Satz lang ist.

Zugegeben: Was der Brite Paul Seymor und der Russe Alexander Kelmans unabhängig voneinander in den siebziger Jahren formuliert haben, klingt ganz schön kryptisch. „Jeder 5-zusammenhängende nicht-planare Graph besitzt einen Unterteilungsgraphen des K5“, vermuteten sie. Der Laie fragt sich: Bitte was? Der Mathematiker: Ob das stimmt und wenn ja, warum?

Die Theorie solcher Graphen wird allerorten im Alltag verwendet, in Navigationsgeräten und Routenplanern zum Beispiel oder in den „neuronalen Netzen“, mit denen man Handys künstliche Intelligenz, Spracherkennung oder Computern das Go-Spielen beibringt. Sie ist ein vergleichsweise junger Teilbereich der modernen Mathematik. Und sie boomt.

Die Graphen, um die es in diesem Fall geht, sind nicht die bananenförmigen Linien auf der Schultafel, es geht um Landkarten oder Netzwerke. Stellen Sie sich Freunde vor, die über Facebook miteinander verbunden sind oder die Ecken eines Würfels, die an den Würfelkanten zusammenhängen. Die Theorie solcher Graphen wird allerorten im Alltag verwendet, in Navigationsgeräten und Routenplanern zum Beispiel oder in den „neuronalen Netzen“, mit denen man Handys künstliche Intelligenz, Spracherkennung oder Computern das Go-Spielen beibringt. Sie ist ein vergleichsweise junger Teilbereich der modernen Mathematik. Und sie boomt.

Die Kelmans-Seymour-Vermutung hilft beim Einordnen von Graphen.
The Kelmans-Seymour conjecture II:
Dawei He, Yan Wangy, Xingxing Yuz
Georgia Tech Mathematicians Solve 40 Year Old Math Mystery

Ich nehme es, wie es kommt

Die Amerikanerin Dana Schweiger ist nach der Trennung von Til Schweiger alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Im Interview meint sie zum Einstieg des Partners ihrer Firma Bellybutton: Lieber viel verdienen und nur einen Teil des Ganzen besitzen, als alles zu besitzen und nichts zu verdienen.

Ich nehme es, wie es kommt. Dana Schweiger hat eine Kosmetikfirma, eine rigorose Einstellung zum Geschäft – und einen prominenten Ex-Mann. Das hat natürlich Konsequenzen. Sebastian Kempkens und Sarah Levy berichten in
Der Zeit
Kosmetik

Arbeiten für ein stabiles Rentenniveau?

Gesetzliche Rentenversicherung.  Ein stabiles Rentenniveau in der Gesetzlichen Rente lässt sich mittelfristig nur mit einer höheren Belastung der Erwerbstätigengeneration erreichen – vorausgesetzt die Regelaltersgrenze bleibt auf dem politisch festgelegten Niveau. Das Rentenniveau könnte theoretisch stabilisiert werden, wenn die Menschen länger arbeiteten. Die Frage ist nur: wie viel länger?

Die Gesetzliche Rentenversicherung ist mit drei Trends konfrontiert:

Erstens ist die Lebenserwartung der Menschen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Die stellt eine Herausforderung für die umlagefinanzierte Gesetzliche Rentenversicherung dar: Lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in den alten Bundesländern in 1960 noch bei 9,9 Jahren für Männer respektive 10,6 Jahren für Frauen, erhielten im Jahr 2014 Männer im Durchschnitt 19,3 Jahre eine Rente, Frauen 21,4 Jahre. Auch dadurch stieg die Zahl der Rentner insgesamt an. 2014 lag der Rentenbestand in Westdeutschland bei 20,2 Millionen – 1960 nur bei 7,9 Millionen (Deutsche Rentenversicherung, 2015).

Zweitens liegt die Geburtenrate seit den 1970er-Jahren unterhalb einer Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau, die notwendig wäre, um das Bevölkerungsniveau stabil zu halten.

Drittens altern gerade die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er-/1960er-Jahre. Diese sogenannten Babyboomer stehen heute teilweise noch im Erwerbsleben, wechseln nun aber nach und nach in die Rente…IWkoeln
IW_ 2016-Rentenversicherung
IW

Warum Banker nicht in den Knast gehen?

Banker entgehen fast immer der Strafverfolgung. In den USA sorgt das für Ärger in der Bevölkerung – und ist ein Thema im Wahlkampf. Ein Protestspruch der New York Bewegung „Occupy Wall Street“ lautet: „Die Schmutzigen sitzen an der Wall Street“

In den USA ist der Hass auf Banker inzwischen groß. Eine ganze Generation von Studenten ist nach der Finanzkrise 2008 auf einem Berg von Studiendarlehen sitzen geblieben und hat zunächst kaum vernünftige Jobs gefunden. Diese jungen Leute stehen zum Teil bei den Geldhäusern in der Kreide, denen sie die miserable Jobsituation nach der Krise anlasten.

Frustrierend ist vor allem für die Wertpapieraufsicht SEC ein anderer Trend, der sich unabhängig von den vom „Wall Street Journal“ ausgewerteten Fällen entwickelt. Bei den US-Gerichten setzt sich gerade eine neue Rechtsprechung in Fällen von Insiderhandel durch. Danach sind solche Geschäfte nur strafbar, wenn der Tippgeber für seine Informationen unrechtmäßig entlohnt wurde und der Händler darüber auch Bescheid wusste. Häufig lässt sich das nicht nachweisen, und die jeweiligen Händler hüllen sich in – echtes oder vorgeschobenes – Unwissen. Seitdem werden reihenweise frühere Verurteilungen in Revisionsprozessen wieder einkassiert…das Handelsblatt berichtet….
Banker

Ausblick auf die Börsenwoche

Die Erfolgsserie hält an: Der Dax hat am Freitag den vierten Tag hintereinander knapp im Plus geschlossen und eine ganz starke Woche beendet. Ist der Mai doch besser als sein Ruf?

Seit Anfang des Monats hat der Dax über 200 Punkte gewonnen. In der abgelaufenen Börsenwoche drehte der deutsche Leitindex nochmals richtig auf: Er legte um über drei Prozent zu. Am Freitag machten die Anleger erst mal Kasse. Der Dax lag lange Zeit im Minus, rette sich dann aber noch knapp ins Plus bei 10.286 Zählern. Sein europäisches Pendant EuroStoxx50 schloss ebenfalls um 0,1 Prozent höher. Es wird auf Yellens Entscheidung gewartet. Leichter Rückenwind kam von der Wall Street.

Die Anleger orientieren sich derzeit insbesondere an Konjunkturnachrichten. An der Börse dürften daher in der kommenden Woche wieder einmal Stimmungsindikatoren als wichtige Impulsgeber dienen. Hierzulande steht am Dienstag der ZEW-Index an. Aktienstrategen  prognostizieren eine nochmals deutliche Verbesserung bei den Konjunkturerwartungen.
ZEW

Investment in die Zukunft?

Volkswagen will offenbar massiv in die Produktion von Elektroautos investieren. Der Konzern sieht die Notwendigkeit, die herkömmlichen Standorte einer radikalen Neuausrichtung zu unterziehen.

Unabhängiger von Asien und in Richtung Zukunft: Europas größter Autobauer Volkswagen plant offenbar eine gigantische Batteriefabrik und könnte dafür angeblich bis zu zehn Milliarden Euro ausgeben. In Salzgitter betreibt Volkswagen schon ein Werk – dort könnte auch die Batteriefabrik hinkommen. So wolle Europas größter Autobauer im Bereich der Elektromobilität voranschreiten, hieß es in zwei Medienberichten, die sich auf Konzernkreise berufen.

VW habe die Elektromobilität in die Mitte des Konzerns geholt und umfangreiche Kompetenzen aufgebaut. Volkswagen habe sich das Ziel gesetzt, bis 2018 Marktführer in der E-Mobilität zu werden.

Dabei geht es vor allem um die Produktion von Batteriezellen. Die Zellen gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge teuer machen. Deutschland droht aber hier abhängig vor allem von asiatischen Herstellern zu werden. Außerdem baut der E-Auto-Pionier Tesla in den USA zusammen mit Panasonic die bislang größte Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll.VW Elektro

Milchpreisverfall lässt Milchbetriebe schliessen

Angesichts der aktuellen Diskussionen zum Milchpreisverfall, macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Folgen des Preisverfalls für die Tiere aufmerksam. Die geringen Preise, die Landwirte derzeit für ihre Milch erhalten, reichen nicht aus, um in mehr Tierschutz zu investieren. Kranke Kühe, nicht tiergerechte Haltungsformen oder die Schlachtung trächtiger Rinder sind Folgen des ökonomischen Drucks und eines aus dem Ruder gelaufenen Systems. Der Verband fordert daher eine Milchmarktstrategie, die nicht nur kurzfristig lenkt, sondern langfristig einen Systemwandel begleitet.
Immer mehr Agrarbetriebe stellen Milchproduktion ein

In Thüringen gibt es immer weniger Betriebe, die Milchkühe halten wollen. Dennoch wurde im vergangenen Jahr so viel Milch produziert wie nie zuvor. Grund: Die Tiere werden immer ertragreicher.

Immer mehr Thüringer Landwirtschaftsbetriebe stellen ihre Milchproduktion ein. Seit Jahresbeginn haben 13 Betriebe die Haltung von Milchkühen aufgeben. Im gesamten Jahr 2015 seien es 15 gewesen. Damit gingen in den zurückliegenden Monaten insgesamt 3.100 Kühe für die Milchproduktion in Thüringen verloren. Immer häufiger würden sich auch größere Betriebe mit mehreren hundert Kühen verabschieden.
Tierschutzbund Verbrauchertipps Milch
Milchkühe

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann
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Finanzbildung durch die Oesterreichische Nationalbank

Überblick über das Bildungsangebot der OeNB
Wer die Zusammenhänge zwischen Ertrag und Risiko, Zinsen und Inflation versteht, tut sich leichter, bei finanziellen Angelegenheiten rationelle Entscheidungen zu treffen. Finanzkompetenz – in der Wissenschaft sagt man „Financial Literacy“ – kann – und soll – schon in ganz jungen Jahren erworben werden, sind sich Experten einig.

Die Nationalbank Republik Österreich verfügt schon seit dem Vorjahr über eine ganze Palette an Finanzbildungsinstrumenten: Lehrmaterialien, Online-Tools und Kurzfilme, Seminare und Workshops. Mit der Euro-Kids-Tour für Volksschulen, der Euro-Logo-Tour für Unterstufen und der Euro-Fit-Tour für Oberstufen bietet die OeNB zudem zielgruppengerechte Finanzbildungsprogramme in allen Bundesländern an.

Hintergrund für die Aktivitäten ist eine Studie, die aufzeigte dass nur vier Prozent der Österreicher elf von elf Fragen zum Thema Finanzwissen richtig beantworten können. Mit im Programm ist auch ein Micky-Maus-Heft, in dem die jungen Leserinnen und Leser „Alles rund ums Geld“ erfahren.
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