Organisierte Kriminalität ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Zwei Tage lang waren in der Päpstlichen Akademie der Wissenschaftler Richter, Verwaltungsbeamte und Vertreter von Menschenrechtsorganisationen aus der ganzen Welt zusammengekommen und hatten Fragen von Menschenhandel und organisiertem Verbrechen besprochen.

Neue Formen von Sklaverei, Prostitution, Organhandel, Drogenkriminalität, organisierte PopeKriminalität: Das seien die „echten und wirklichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die als solche von allen religiösen, politischen und sozialen Autoritäten anerkannt werden müssten“, umriss Papst Franziskus die Aufgabe. Und genau hierher gehöre auch die Arbeit der Päpstlichen Akademie; sie sei nicht nur akademischem Denken verpflichtet, sondern solle „im Konkreten verwurzelt sein, andernfalls riskiert sie, sich verflüchtigende Reflexionen anzustellen, die zu nichts führen.“ Idee und Wirklichkeit dürften nicht getrennt sein. Radiovaticana.va

Enrico Bertuccioli www.w-t-w.org/en/enrico-bertuccioli www.e-bert.blogspot.ch/p/cartoons

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Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Demografie D A CH

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen.
Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.

Die demografische Situation in Deutschland, der Schweiz und in Österreich sieht nicht besser aus als die globale Situation. Ganz im Gegenteil. Schauen Sie sich im heutigen Video die entsprechenden Grafiken an.
DemographieVideos Kategorie Finanzkompetenz

Taschengeld: Reiche Jungs und arme Mädels?

Es ist ein Aufregerthema – die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen. Nun befeuert eine neue Untersuchung aus Großbritannien die Debatte noch mehr:

Die Lohnlücke beträgt 20 Prozent.  Seit 1987 führt Halifax die „Taschengeld Studie-(PocketMoney)“ für Großbritannien durch. Diesmal wurden gut 1200 Kinder und 575 Eltern befragt. So hoch wie dieses Jahr waren die Zahlungen der Eltern an ihre Kinder aber seit 2005 nicht – und auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist deutlich gestiegen.

Bei erwachsenen Briten beträgt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern laut offizieller Statistik durchschnittlich fast 20 Prozent, der Abstand ist damit ähnlich groß wie in Deutschland.

Bei Kindern ist der Unterschied deutlich kleiner, aber auch in Deutschland bekommen Mädchen weniger: Laut Kids-Verbraucheranalyse von 2015 erhalten Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren im Monat 26,75 Euro Taschengeld, Mädchen 25,93 Euro.

Die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen

Die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen

Der Schock nach der Kündigung

Hilfe bei Entlassungen. Meist kommt der Schock nach der Kündigung. Bei Entlassungen greifen Unternehmen vermehrt auf externe psychosoziale Hilfe zurück. Der Verlust der Stelle kann bei Betroffenen extreme Reaktionen auslösen.

Hilfe bei Entlassungen
Bei Entlassungen greifen Unternehmen vermehrt auf externe psychosoziale Hilfe zurück. Der Verlust der Stelle kann bei Betroffenen extreme Reaktionen auslösen. Suizide sind verbreiteter, als oft angenommen wird. Jedes Jahr nehmen sich in der Schweiz dreimal mehr Personen das Leben, als bei Verkehrsunfällen zu Tode kommen. Weltweit sterben fast eine Million Menschen jährlich durch Suizid. Um herauszufinden, wie viele Fälle davon mit Arbeitslosigkeit zusammenhängen, haben Forscher von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich Daten von 63 Ländern der Jahre 2000 bis 2011 untersucht. Das Ergebnis: Rund ein Fünftel der Selbstmorde stehen direkt oder indirekt in Verbindung mit Arbeitslosigkeit. Wie die Studienautoren festhalten, scheint sich dabei bereits die Verunsicherung über die wirtschaftliche Situation negativ auszuwirken. So lief der Anstieg der Suizidrate dem der Arbeitslosenquote etwa um sechs Monate voraus. Auch andere Studien zeigen eine Korrelation zwischen der Entwicklung der Arbeitslosen- und der jeweiligen Suizidquote. So ist etwa zu Beginn der Wirtschaftskrise die Zahl der Suizide in Südeuropa gestiegen.

Dieser Zusammenhang sagt zwar nichts über die kaum fassbaren, vielschichtigen und komplexen Gründe oder den Auslöser für einen Suizid im Einzelfall aus. Klar ist jedoch, dass Arbeitslosigkeit zu psychischen Belastungen führt. Berufliche Misserfolge oder der Verlust der Arbeitsstelle würden von Betroffenen häufig als Schicksalsschlag wahrgenommen und könnten eine psychische Krise auslösen. Laut Studien treffe dies bei Männern häufiger zu als bei Frauen, weil Erstere ihr Selbstwertgefühl stärker über die berufliche Stellung definierten. Studie_Suizid

Bei Managern ist dies in der Regel besonders ausgeprägt, weil ihr Leben stark auf Leistung und beruflichen Erfolg ausgerichtet ist. Psychologen verweisen etwa auf Erfahrungen mit Machtkämpfen und psychischer Isolation anstatt Unterstützung und Vertrauen. Zudem geht es um Themen wie das eigene Bild in der Öffentlichkeit und die Angst vor dem Scheitern (auch an den eigenen hohen Leistungsansprüchen). Nicht zuletzt ist der Übergang vom vollen Terminkalender hin zu viel freier Zeit sehr abrupt. Es entsteht eine emotionale Leere, die es erst wieder zu füllen gilt, mit neuen Perspektiven und allenfalls auch mit neuen Werten. Der Umgang mit dieser Situation fällt zudem schwerer, wenn die Person – vielleicht weil wegen der Karriere Familie und Freunde in den Hintergrund gerückt waren – wenige Vertrauenspersonen hat.

Wie der Einzelne den Verlust des Arbeitsplatzes aufnimmt, lässt sich aber kaum voraussehen. Die Reaktionen von Mitarbeitern aller Hierarchiestufen reichen von stoischer Ruhe, Unverständnis, Wut bis hin zu Nervenzusammenbrüchen und in Extremfällen Drohungen gegen den Vorgesetzten oder Aggressionen gegen sich selbst. Oft stehen die Personen im ersten Moment unter Schock, verlieren quasi den Boden unter den Füssen. Die jeweiligen Lebensumstände können zwar eine Rolle spielen, doch letztlich reagiert jeder auf seine eigene Art und Weise auf eine Entlassung. Gespräche mit Personen, die ihre Arbeitsstelle verloren haben, legen zudem nahe, dass das Erlebnis einschneidend ist, aber dennoch sehr unterschiedlich wahrgenommen, erlebt und bewertet wird. So kann unter Umständen jemand, der durch den Verlust des Arbeitsplatzes in Existenznöte gerät, dies immer noch gelassener nehmen als jemand ohne Geldsorgen, der dadurch aber nicht nur seine Stelle, sondern auch viel Lebensinhalt verliert.

Hilfe bei der Verarbeitung
Am Anfang stünden vor allem die gefühlsmässige Verarbeitung des Positionsverlustes und die Stärkung der psychologischen Stabilität im Vordergrund.  Später folge die Hilfe bei der Stellensuche. Zunächst müsse die Situation analysiert und die Vorgeschichte bewältigt werden. Dazu zählten auch selbstkritische Überlegungen. Zudem sei häufig die Einsicht notwendig, dass es nicht an den beruflichen Qualitäten gefehlt habe, sondern einfach die Situation nicht mehr gepasst habe. Der Prozess der psychischen Verarbeitung verläuft individuell. Kündigung als Chance begreifen.

Arbeitslosigkeit ist fast immer eine persönliche Katastrophe. Statt in einer Schockstarre zu verharren, ist es jedoch wichtig, möglichst rasch aktiv zu werden. Einfach mal im Betrieb vorbeischauen. Auf der Suche nach einer neuen Stelle zahlt es sich aus, ungewöhnliche Wege zu gehen.

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann
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Was ist Sharing-Economy?

Der Begriff der Sharing Economy meint das systematische Ausleihen von Gegenständen und gegenseitige Bereitstellen von Räumen und Flächen, insbesondere durch Privatpersonen und Interessengruppen. Im Mittelpunkt steht die Collaborative Consumption, der Gemeinschaftskonsum.

Teilen als Chance. Eine Fahrgelegenheit via Uber bestellen, die Ferienwohnung über Airbnb buchen: Die Sharing-Economy boomt. Manche europäischen Städte haben mit Verboten reagiert. Falscher Ansatz, meint Brüssel. Wir sollten die Sharing-Ökonomie nicht nur den Internetriesen überlassen.

Car- oder Food-Sharing, Mitfahr- oder Mitwohnmöglichkeiten, Couch-Surfing oder Gemeinschaftsgärten, Tauschringe oder Verleihstationen für Werkzeuge können die gesamtwirtschaftliche Ressourcenproduktivität deutlich erhöhen und damit die Umweltbilanz verbessern.

Wie kann Arbeitspolitik so gestaltet werden, dass sie innovative Entwicklungen im Bereich der Sharing-Economy nicht abwürgt, aber auch verschärften Prekarisierungstendenzen im Dienstleistungssektor entgegenwirkt? Würde da ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle helfen, das es jedem ermöglicht, sich den individuell gemäßen Mix aus Erwerbsarbeit, Eigenarbeit, Familienarbeit, gesellschaftlichem oder kulturellem Schaffen selbst zusammenzustellen?

Netzgemeinde, Ökologiebewegung und Gewerkschaften in Europa müssen sich jetzt auf die Suche nach gemeinsamen Antworten machen, sonst werden die Netzriesen auch die Spielregeln der Sharing-Economy bestimmen. Die Zeit drängt.

EU-Länder stehen zunehmend unter Druck, neue Marktakteure wie Uber und Airbnb zu regulieren. Die Kommission wird jedoch ihre Leitlinien zur Anwendung bestehender EU-Gesetze auf die Sharing Economy voraussichtlich erst Mitte 2016 vorlegen. EurActiv Brüssel berichtet.
The Cost of Non – Europe in the Sharing Economy
Sharing Economy

Uber bekommt Milliarden aus Saudi-Arabien

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat eine dicke Geldspritze aus Saudi-Arabien erhalten. Der staatliche Investmentfonds PIF beteiligte sich mit 3,5 Milliarden Dollar (3,1 Mrd Euro) an der letzten Finanzierungsrunde des mittlerweile mit 62,5 Milliarden Dollar bewerteten Unternehmens, wie Uber in San Francisco mitteilte.

Uber bietet eine App an, mit deren Hilfe Privatpersonen zahlungswillige Mitfahrer finden können. Dafür verlangt die Firma einen Teil des vereinbarten Tarifs. Uber offeriert seine Dienste nach eigenen Angaben weltweit in 55 Ländern, wird aber in immer mehr Märkten gerichtlich ausgebremst.

Zu den Geldgebern zählen Google und die Grossbank Goldman Sachs. Zuletzt hatte der japanische Autoriese Toyota seinen Einstieg beim Fahrdienst-Vermittler angekündigt. Die Höhe der Toyota-Beteiligung wurde nicht genannt. Toyota will im Rahmen des Deals unter anderem Uber-Fahrern seine Fahrzeuge per Leasing anbieten oder verkaufen. Ausserdem soll die gemeinsame Entwicklung von Apps für Fahrer erwogen werden.

Der Einstieg soll den Auftakt einer strategischen Partnerschaft darstellen und ist Teil des langfristigen Plans „Vision 2030“, mit dem die Saudis sich unabhängiger von Einnahmen aus dem Ölgeschäft machen wollen. Vor kurzem hatten die Saudis dazu bereits eine Kooperation mit dem US-Industrieriesen General Electric vereinbart.

Als Teil des Abkommens mit Uber wird der Manager des staatliche Investmentfonds PIF Yasir Al Rumayyan einen Platz im Verwaltungsrat der Firma einnehmen. „Wir wissen das Vertrauen in unser Unternehmen beim Ausbau unserer globalen Präsenz zu schätzen“, kommentierte Uber-Chef Travis Kalanick die Kooperation.

Der Mittlere Osten und Nordafrika zählen zu Ubers am schnellsten wachsenden Märkten. 19 000 Fahrer sind dort inzwischen laut eigenen Angaben für das Unternehmen im Einsatz. In Saudi-Arabien ist Uber seit 2014 vertreten. Die Firma steht bei Investoren schon lange hoch im Kurs. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass der weltgrößte Autobauer Toyota als strategischer Partner einsteigt.

Halt, das war mein Kunde!

Halt, das war mein Kunde!

OECD-Wirtschaftsausblick 2016

Das Ziel der OECD -Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – ist es, eine Politik zu befördern, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert. Die OECD bietet Regierungen ein Forum zur Zusammenarbeit.

Eine schwache Entwicklung des Welthandels, zögerliche Investitionen, eine gedämpfte Lohnentwicklung und geringere Dynamik in den wichtigsten Schwellenländern – all dies trägt zu einem bescheidenen globalen Wirtschaftswachstum von 3 Prozent in diesem Jahr bei. Damit bleibt die Wirtschaftsdynamik weitgehend auf dem Niveau von 2015. Auch 2017 wird die Erholung mit einem Wachstum von 3,3 Prozent mäßig ausfallen.

Im „OECD-Wirtschaftsausblick“ analysiert die OECD zweimal jährlich die wichtigsten wirtschaftlichen Trends und die Aussichten für die kommenden zwei Jahre. Der Bericht liefert Projektionen zu gesamtwirtschaftlicher Produktion, Beschäftigung, Preisentwicklung, Haushaltssalden und Leistungsbilanzen. Ein Sonderkapitel befasst sich mit dem Thema Förderung von Produktivität und Gleichheit. Direktzugang zur Online-Ausgabe

Die OECD: Für eine bessere Weltwirtschaft.

Die Wiederherstellung von Stabilität, Vertrauen und nachhaltigen Wachstums sind derzeit die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele. Die OECD arbeitet mit Regierungen und anderen internationalen Organisationen an der Überwindung der Wirtschaftskrise und an den Fundamenten für eine starke, saubere und faire Weltwirtschaft.

www.koufogiorgos.de

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Eine chaotische Wahl- Kampagne in Peru

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl Keiko Fujimori
in Peru sind Dienstagabend tausende Demonstranten gegen die Favoritin Keiko Fujimori durch die Straßen der Hauptstadt Lima gezogen.

Sandra Weiss berichtet: Wirtschaftlich ging es mit dem Andenland in den vergangenen 15 Jahren dank des Rohstoffbooms, des Tourismus und einer intelligenten Diversifizierung der landwirtschaftlichen Exporte steil bergauf. Mit Wachstumsraten von durchschnittlich 5,3 Prozent im Jahr wird es regional nur noch von Panama übertrumpft. Die Armut sank laut der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika ebenfalls stark. Getragen wurde der Boom von einem liberalen, wirtschaftspolitischen Konsens.

Der wirtschaftliche Fortschritt ging einher mit politischer Regression. Die Parteienlandschaft zersplitterte. Perus Parteien wurden eine Art „Franchise-Unternehmen“, die zu Wahlen an den meistbietenden verkauft werden. Die Korruption hat die Politik unterwandert. Zwei der wichtigsten Geldgeber Fujimoris beispielsweise unterhalten Offshore-Konten, wie jetzt bei der Veröffentlichung der Panama Papers bekannt wurde. „Im Vergleich zu den anderen Krisen in Lateinamerika mutet Peru sekundär an. Aber diese Wahlen warnen uns, Institutionalität funktionieren nicht.Peru

Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Zypern bleibt ein Geldwäsche-Paradies

Zypern, ein Paradies offenbar nicht nur für Urlauber. Noch immer wirbt das Euro-Land mit einem der niedrigsten Steuersätze in der EU. So sind auf der Insel mit knapp 900.000 Einwohnern über 200.000 Unternehmen registriert, viele davon Briefkastenfirmen.

von Sha Hua, Herbert Klar und Joe Sperling
Lange galt Zypern als sicherer Hafen für Schwarzgeld aus der ganzen Welt. Vor allem Russen und Deutsche versteckten dort ihr Geld. 2013 war das Land pleite, flüchtete unter den Euro-Rettungsschirm und wurde schließlich mit 7,3 Milliarden Euro von EU und Internationalem Währungsfonds gerettet. Allerdings unter Auflagen: Zypern musste den Staatshaushalt sanieren und wirkungsvolle Maßnahmen gegen Geldwäsche und Steuerbetrug ergreifen.

Geldwäsche-Richtlinien werden unterlaufen
Nach einem dreijährigen Reformprogramm verließ Zypern im April 2016 den Euro-Rettungsschirm. Die zyprischen Banken gelten heute als saniert – die Insel als Erfolgsmodell. Doch Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, sieht das anders. Nach mehreren Besuchen auf der Insel hat er den Eindruck, dass sich in Zypern zwar manches geändert hat, aber das problematische Geschäftsmodell an der Grenze von Geldwäsche und Steuerhinterziehung funktioniere nach wie vor.
Frontal21-Reporter wollen das in Deutschland und Zypern nachprüfen. Sie finden zahlreiche Berater und Kanzleien, die zyprische Briefkastenfirmen im Angebot haben und ganz offen damit werben, Eigentümer zu verschleiern und Geldwäscherichtlinien zu unterlaufen. “Zyprische Mitarbeiter unserer Kanzlei stehen dauerhaft im Handelsregister und schützen ihre Identität“, heißt es im Angebot einer Kanzlei.

Mit Hilfe von Banken
Eine Kanzlei lädt die Reporter schließlich zu einem Gespräch nach Hamburg ein. Sie geben vor, 15 Millionen Euro in Immobilien verstecken zu wollen. Mit Hilfe zyprischer Firmen sei das noch immer gut möglich, heißt es. Später erhalten sie schriftlich ein detailliert ausgearbeitetes Verschleierungsmodell für ihr Geld. “Das ist im Grunde ein komplettes Service-Paket, um schwarze Gelder zu waschen“, stellt Sebastian Fiedler vom Bund der Kriminalbeamten fest.

Mit Unterstützung des Geldwäsche Experten Andreas Frank wird bei mehreren Besuchen in zyprischen Kanzleien den Frontal21-Reportern genau erklärt, wie sie mit Hilfe von Banken internationale und zyprische Geldwäsche-Richtlinien umgehen können – zum Beispiel mit der Bank of Cyprus oder der Piräus Bank. Die Bank of Cyprus ist Zyperns größte Bank. Auch sie wurde mit Steuergeldern der EU gerettet. Auf Frontal21-Nachfrage versichert sie, dass sie alles unternehme, die vorgeschriebenen Regeln einzuhalten, indem sie “einen robusten Rahmen für die Einhaltung der Regeln durch eine effektive Organisationsstruktur“ schaffe. Auch habe man sich von umstrittenen Kunden zum Beispiel aus Russland und der Ukraine getrennt. Die Piräus Bank beantwortete keine Fragen dazu.

Überwachung funktioniert nicht wirklich
Dabei hat die EU-Kommission mehrfach überprüft, ob Zypern seine Auflagen wirklich einhält. Nach der letzten Überprüfung im Sommer 2015 erklärte die EU Zypern gar zum Erfolgsmodell. Allerdings merkte sie auch an, dass weitere Anstrengungen zur Bekämpfung der Geldwäsche nötig seien, wie etwa die Ausstattung der Aufsichtsbehörden mit ausreichend geschultem Personal, um ein wirksame Überwachung zu gewährleisten.

Die Überwachung funktioniert nicht wirklich, kompetente Fahnder fehlen. Frontal21 fragte beim Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nach. Sein Ministerium verweist auf die sieben Kontrollen der EU-Kommission auf Zypern. Für den Grünen-Politiker Schick ist das zu wenig. “Der Bundesfinanzminister hat das Thema Geldwäsche bisher praktisch überhaupt nicht beachtet.“

Eine nachhaltige Politik gegen Geldwäsche könne er beim Bundesfinanzminister nicht erkennen. Und auch Markus Meinzer von Tax Justice Network kritisiert: “Ich halte es für einen Skandal, dass wir europäischen Staaten diese Art von Raubrittertum noch immer erlauben. Ich denke wir sind auch eine Werte Gemeinschaft in Europa und es gehört dazu, dass wir uns hier Geschäfts-Modellen widmen, die ehrbar sind und ein Geschäfts-Modell einer Schwarzgeld-Oase ist sicherlich keines, das darunterfallen kann.

Frontal 21 Video mit Geldwäsche Experten Andreas Frank

Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Kinderarmut: Schlechte Nachrichten zum Kindertag

1,54 Millionen Kinder leben von Hartz IV.Bundesagentur fuer Arbeit
Die Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben, ist gestiegen – auf insgesamt 1,54 Millionen. In Bremen und Berlin ist fast jeder dritte unter 15-Jährige betroffen. Rund jedes siebte Kind in Deutschland ist von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Demnach waren im vergangenen Jahr im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen. Das sind den Angaben zufolge rund 30.000 mehr als noch im Vorjahr. Die Daten stammen von der Bundesagentur für Arbeit.

Eine detaillierte Auswertung zu Kinderarmut in Deutschland hatte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung im Januar dieses Jahres herausgegeben. Demnach leben 19 Prozent oder 2,47 Millionen aller Mädchen und Jungen in Deutschland in Familien mit so wenig Geld, dass sie als arm oder armutsgefährdet gelten.
Analyse Grundsicherung
Kinder

Frauen und Kinder leiden unter Korruption