Verbraucherschützer warnen vor Risiken

Wie Anleger an Bürotürmen verdienen könnenDas Kapital der geschlossenen Fonds fließt zu einem Großteil in die Immobilienbranche

Richard Haimann berichtet: Etliche Skandale haben die Fonds für Immobilien, Flugzeuge und Schiffe in Verruf gebracht. Seit der Staat die Finanzprodukte stärker kontrolliert, steigt der Verkauf wieder. Was man beachten muss…

WealthCap hat nun in einer Studie ergründet, was Vertriebe wie Banken von den neuen geschlossenen Fonds erwarten. Das Resultat: Sicherheit! 95 Prozent der Befragten sagten, entscheidend für die Zeichnung eines Investmentfonds seien die Qualität des Objekts und des Standorts.

Anlegerschützer sehen diese Finanzprodukte trotz der Regulierung weiterhin skeptisch. „Geschlossene Fonds eignen sich nicht für Privatanleger“, sagt der Münchner Fachanwalt für Kapitalmarktrecht, Peter Mattil. „Mit der Zeichnung gehen Sparer eine unternehmerische Beteiligung ein, die immer das Risiko des Totalverlusts beinhaltet.“

Zudem binden sie ihr Kapital für viele Jahre. Denn erst nach dem Verkauf der Immobilien wird das eingezahlte Geld komplett zurückerstattet – wenn der Fonds unterdessen jedoch nicht in eine Schieflage gerät.
Wie Anleger an Bürotürmen verdienen könnenImmobilienfond

 

Liechtenstein entwöhnt sich vom Steuerhinterziehungsgeschäft

Liechtenstein als Fonds-Standort: EWR-Mitgliedschaft als Plus gegenüber der Schweiz

Der Finanzplatz Liechtenstein entwöhnt sich vom Steuerhinterziehungsgeschäft. Im Fondsbereich will er nun in Symbiose mit der Schweiz seinen EU-Marktzugang ausnützen.

Finanzbranche schon immer ein symbiotischer Partner gewesen, doch nun setzt das «Ländle» auf andere Karten als früher. Einst waren tendenziell lockere Kontrollen und Gesetze und dabei besonders ein sehr liberales Stiftungsrecht. Dieses verwendeten etliche Schweizer Banken und Vermögensverwalter vor 2008 gerne für ihre Kunden. Jetzt will Liechtenstein vermehrt mit der EWR-Mitgliedschaft punkten, die dem Fürstentum erleichterte Marktzugänge für Finanzdienstleistungen in der EU verschafft. Damit will es sich unter anderem der Schweiz als Vertriebs- und Fondsstandort anbieten.

EU-Pass für Vertrieb unter Mifid
Publikumsfonds vom Standort Liechtenstein (Ucits) haben einen EU-Pass und können damit in den einzelnen Ländern der Gemeinschaft vereinfacht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen werden, ein Privileg, das dem Schweizer Standort bis auf weiteres versagt bleibt. Auch für alternative Fonds (AIFM) ist Liechtenstein auf guten Wegen zum EU-Pass. Den AIFM-EU-Pass könnte die Schweiz immerhin auch noch bekommen.
EWR-Mitgliedschaft als Plus gegenueber der Schweiz
EWR Vollgas

Finanzbedarf für Griechenland/ IWF Report

IWF-Prognose für Finanzbedarf Griechenland 52 Milliarden Euro für drittes Hilfspaket?

Mark Schieritz berichtet: Manchmal sind ein paar Tage eine ganze Welt. Am Donnerstagabend hat der Internationale Währungsfonds seine Schuldentragfähigkeitsanalyse für Griechenland veröffentlicht – und auf einmal sehen die Vorschläge von Syriza gar nicht mehr so verrückt aus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Griechenland rund 50 Milliarden Euro zusätzlich an Hilfe und einen Schuldenschnitt benötigt – und das wenige Tage nachdem Deutschland und andere Euroländer das Angebot über Verhandlungen über einen solchen Schuldenschnitt aus einer von der Eurogruppe bereits erarbeiteten Vorlage herausgestrichen haben.
GREECE PRELIMINARY DRAFT DEBT SUSTAINABILITY ANALYSIS
Der IWF sagt die Wahrheit
IWF

Europe is a Woman

Europa ist eine Frau: Das weiß jeder, der sich in der griechischen Mythologie auskennt. Die phönizische Königstochter Europa, geht die antike Sage, fiel ob ihrer Schönheit dem Göttervater Zeus ins Auge, den es nicht bei seiner angetrauten Ehefrau Hera hielt. Um sie zu täuschen und Europa für sich zu gewinnen, verwandelte sich Zeus flugs in einen Stier und entführte die Geliebte aus der Schar ihrer Gespielinnen. Auf seinem Rücken trug er sie sodann vom vorderasiatischen Tyros (im heutigen Libanon) über das Meer nach Kreta. Dort nahm er seine normale Gestalt wieder an und zeugte mit Europa drei Kinder. Aufgrund einer Verheißung Aphrodites erhielt der neu entdeckte Erdteil den Namen der Königstochter.Europe die Frau mit der weiten SichtEurṓpē „die (Frau) mit der weiten Sicht“

Es war einmal… Vor langer Zeit, da näherte sich Göttervater Zeus in Gestalt eines Stiers einer Gruppe spielender Mädchen an der Küste des phönizisches Ortes Tyros (heute südl. Libanon). Unter den Mädchen befand sich Europa, die Tochter des Königs Agenor. Europa ist jung und hübsch. Mit ihr auf dem Rücken schwimmt Zeus nach Kreta; er verführt die Entführte, beide zeugen drei Söhne. Und wenn sie nicht gestorben sind… Das Mosaik der Namensgeberin unseres Kontinents gibt es im Nationalmuseum von Beirut zu sehen.
Women Holding Globe Sized

Iran Startup

Eine Aufhebung der Sanktionen könnte die iranische Wirtschaft in Schwung bringen. Die Investitionsmöglichkeiten sind zahlreich, aber die Korruption bleibt für Iran ein zentrales Problem.

Startup trotz allem:  Iranische Jungunternehmer arbeiten unter schwierigen Bedingungen. Es fehlt beispielsweise an Investoren und guten Internetverbindungen. Mit einer Aufhebung der Sanktionen könnte sich einiges ändern.

Monika Bolliger berichtet aus Teheran: «Manchmal macht Not erfinderisch», sagt Siavash Ramesh, als er erzählt, wie er seine Firma gegründet hat. Es war in der Regierungszeit von Präsident Ahmadinejad, unter dem ein konservativer Wind wehte. Gemischte Ausflüge von Studentinnen und Studenten waren damals untersagt. Ramesh und sein bester Freund, beide leidenschaftliche Trekker, hatten die Idee, Touren zu organisieren, um etwas Geld zu verdienen. Sie setzten sich über die Regeln hinweg. Er kannte vertrauenswürdige Busfahrer und liess die Teilnehmer sich unauffällig via Handy registrieren. Er hatte Erfolg – die Nachfrage war gross, die Studierenden nutzten die Chance, gemeinsam Zeit zu verbringen. Das Reiseunternehmen Zhiwaar begann zu gedeihen.
Iranische Jungunternehmer
Iran JungunternehmerDie Geschwister Golnar (links) und Siavash Ramesh (rechts) wollen das Land nicht den Klerikern überlassen. (Bild: Anahita Norouzi)Cartoon1

Brasilien untersucht Devisen-Mafia

Die brasilianische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen 15 Banken wegen des Verdachts auf Manipulationen am Devisenmarkt eröffnet – unter ihnen UBS und Credit Suisse.

Tjerk Brühwiller berichtet: 15 global tätige Finanzinstitutionen müssen sich vor der brasilianischen Wettbewerbsbehörde (Cade) erklären. Wie diese am Donnerstag mitteilte , existierten «starke Indizien» auf Absprachen und Preismanipulationen am Devisenmarkt. Die verdächtigten Banken sollen zwischen 2007 und 2013 – oder länger – untereinander Kursdifferenzen (Spreads) im Devisenhandel festgelegt, Devisengeschäfte koordiniert, Wettbewerber von Transaktionen abgehalten und Referenzkurse zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Zudem sollen sensible Informationen über den Devisenmarkt untereinander ausgetauscht worden sein. Der jährliche Devisenhandel in Brasilien wird auf rund 3 000 Mrd. $ geschätzt, womit das Land zu den aktivsten Märkten gehört.
Die Schweizer Banken UBS und CS im Visier.  Brasilien untersucht Devisen-Mafia. 

The Untouchable, Unscrupulous ‘LIBOR Cartel’

The Untouchable, Unscrupulous ‘LIBOR Cartel’

18,7 Milliarden Dollar Schadensersatz

Deepwater-Horizon-Katastrophe: BP zahlt 18,7 Milliarden Dollar Schadensersatz

Millionen Liter Öl flossen in den Golf von Mexiko, als 2010 die Bohrpattform Deep Water Horizon explodierte. Die Küsten mehrerer US-Bundestaaten waren betroffen. Jetzt zahlt der Konzern BP die Rechnung. BP will das Kapitel Deepwater Horizon endgültig abschließen. Mit der US-Regierung einigte sich der Energiekonzern jetzt auf Schadensersatzzahlungen in Höhe von 18,7 Milliarden Dollar wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Nach BP-Angaben umfasst die Einigung auch Ansprüche und Klagen der US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas sowie von 400 kommunalen Verwaltungen. Die Zahlung soll auf 18 Jahre gestreckt werden. Die in London notierten BP-Aktien stiegen um 4,4 Prozent.

US-Justizministerin Loretta Lynch begrüßte die Einigung. Werde diese von den Gerichten bestätigt, handele es sich um das höchste jemals mit einem Unternehmen geschlossene Abkommen in der US-Geschichte, erklärte sie.

BP zahlt nach eigenen Angaben 5,5 Milliarden Dollar zivilrechtliche Strafen, 7,1 Milliarden Dollar Schadensersatz für Umweltschäden an den Bund und fünf Bundesstaaten sowie 4,9 Milliarden Dollar zum Ausgleich für wirtschaftliche Schäden. Eine weitere Milliarde Dollar ist für örtliche Behörden vorgesehen.

Die Deepwater Horizon war am 20. April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben, Hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

Neben der Strafe wegen des Verstoßes gegen das Gesetz zum Gewässerschutz könnten weitere Zahlungen auf BP zukommen. Der Konzern hat mehr als 42 Milliarden Dollar für Schadensersatz, Strafen und Reinigungskosten zurückgestellt.

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/

EZB erwirbt neu auch Infrastruktur-Bonds

«Quantitative Lockerung»

Die EZB kriegt nicht genug Staatsanleihen zusammen. Die Zentralbank weitet daher ihr Anleihekaufprogramm auf Infrastruktur-Firmen aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihr grosses Anleihen-Kaufprogramm Bonds grosser europäischer Energie- und Infrastruktur-Unternehmen aufgenommen. Unter anderem sind nun Anleihen des italienischen Versorgers Enel und des italienischen Stromnetzbetreibers Terna Teil des Programms, wie die EZB am Donnerstag auf ihrer Webseite mitteilte. Auch Bonds der österreichischen ÖBB-Infrastruktur AG, die unter anderem das gesamte Schienennetz der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) betreibt, können nun aufgekauft werden, ebenso Titel des slowenischen Autobahnbetreibers Dars. Die Kriterien für die Auswahl wurden nicht öffentlich gemacht.

Die Liste könne auf Grund geldpolitischer Erwägungen erneut verändert werden, teilten die Währungshüter mit. Insgesamt sind nun Bonds von 13 weiteren staatlichen oder halbstaatlichen Gesellschaften Teil des auf 1,14 Billionen Euro angelegten Kaufprogramms. Die Währungshüter wollen damit die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln und der Konjunktur auf die Sprünge helfen. Die Idee: Banken sollen weniger in diese Titel investieren und stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben. Die Inflation soll auf diese Weise wieder in Richtung der knapp zwei Prozent Teuerung gehievt werden, die die EZB als förderlich für die Wirtschaftsentwicklung ansieht. Im Juni waren die Preise im Währungsraum nur um 0,25 gestiegen.

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Schnäppchen am Aktienmarkt

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Hochs und Tiefs an den Finanzmärkten wechseln sich nicht nur über die Zeit ab, sondern auch im Querschnitt über verschiedene Märkte. Und so gibt es immer wieder Unter- und Überbewertungen. Wir zeigen, wie sich die internationalen Märkte diesbezüglich im Sommer 2015 präsentieren.
Shiller pe was ist das?

Diese Haare! Diese Stimme! Dieser Anzug und diese Krawatte! Ralph! Schnapp dir das Telefon und kauf 1000 Anteile von egal welcher Aktie er da auch immer spricht!

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Griechenland hat IWF-Kredite nicht zurückgezahlt

Griechenland ist damit der erste Industriestaat, der beim IWF Rückstände hat. Bisher blieben dort unter anderen Zimbabwe, Sudan und Kuba Zahlungen schuldig.
Athen hat die am Dienstag fällig gewordene Rückzahlung von 1,5 Mrd. Euro nicht überwiesen. Für den Umgang mit säumigen Schuldnern gibt es beim Währungsfonds etablierte Prozeduren.

Martin Lanz berichtet: Der Internationale Währungsfonds IMF hat am Dienstag die Bewegungen auf seinen Finanztransaktionskonten aufmerksamer als sonst verfolgt. Nach den Entwicklungen vom Wochenende, dem Auslaufen des europäischen Teils des griechischen Kreditprogramms und unmissverständlichen Äusserungen aus Athen überwog die Erwartung, dass Griechenland die fällig gewordene Rückzahlung von 1,232 Mrd. Sonderziehungsrechten (SZR; Währungs- und Recheneinheit des IMF) oder umgerechnet 1,55 Mrd. € nicht leisten würde. Am Abend kam dann die Bestätigung: Die Zahlung sei nicht eingegangen, hiess es vom Währungsfonds. Der IMF-Exekutivrat sei entsprechend informiert worden.

Derweil gingen am Dienstag in Athen mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße, um vor dem am Sonntag geplanten Referendum gegen die Tsipras-Regierung und für den Euro zu demonstrieren.
Zahlungsverzug Athens gegenueber dem IMF
Statement by the IMF on Greece
Griechenland hat IWF-Kredite nicht zurückgezahlt